Dem routinierten Fahrgast wird vieles längst klar sein und er mag sich wundern, wieso man das nicht weiß und damit Probleme haben kann. Schon im Kapitel Allgemeines wird schnell deutlich, welch großer Bevölkerungsanteil zu scheinbar offensichtlichen Umständen nicht aufgeklärt ist. Im Detail und spezielle Einsichten betreffend offenbaren sich auch einem regelmäßigen Taxikunden Einblicke, die ihm zuvor verborgen waren, neuen Zugang verschaffen und seine Souveränität zukünftig noch steigern.
Da aber Ärger und Streit die Stimmung selten hebt, dabei ein Großteil davon aber sicher auf Missverständnissen und einer dabei leicht dadurch aufgeheizten Situation beruht, was eine Lösung meist erschwert oder unmöglich macht, soll diese Fibel durch klare Information und Hinweise zum richtigen Verhalten Hilfe anbieten, das Taxifahren zu einem erfreulichen Erlebnis zu machen. Sei sie An- und Abfahrt eines unterhaltsamen Abends in der Stadt oder sei es die zügige Fahrt zum Flughafen. Je nach Bedarf soll man zufrieden gestellt sein und alles reibungslos verlaufen. Sollte es doch zu Schwierigkeiten kommen, gibt es auch dafür einfache Methoden, damit es nicht eskalieren muss. Den Taxifahren kann Spaß machen. Taxifahren soll sogar Spaß machen. Sicher dem Fahrgast, aber auch dem Fahrer. Denn ein glücklicher Fahrer kann nur gut für den Fahrbetrieb sein.
Viel zu selten bedenken die Fahrgäste, dass sie hier jemand bisher fremden quasi ihr Leben anvertrauen, da der Straßenverkehr kein Kinderspiel ist und wenngleich man nicht mit schweren Unfälle rechnen muss und man zu allermeist in neuen Wagen mit guter Sicherheitsausstattung befördert wird, ist dies nicht außer Acht zu lassen. Der Fahrer sollte sich wohlfühlen und auf den Verkehr konzentrieren können. Er ist ein Profi, aber auch nur ein Mensch.
Dieses Büchlein möchte dazu dienen ihre Taxifahrten zu einem Vergnügen zu machen.
Es gibt Ihnen die Werkzeuge an die Hand immer schnell und zuverlässig an ein Taxi zu kommen. Auch bei Engpässen, in Stoßzeiten und Ausnahmesituationen. Konflikte zu vermeiden oder zu lösen.
Und vor allem eine entspannte und amüsante Taxifahrt genießen zu können, an die man sich vielleicht sogar noch gerne erinnert.
Der Münchner Taxifahrer als Sonderfall
Der Münchner Taxifahrer ist stolz. Stolz auf seine Stadt. Stolz auf seine Wiesn. Ein guter Münchner Taxifahrer verdient Geld. Es ist nicht einfacher geworden. Aber Stolz basiert auch auf vergangenen Siegen. Reich ist vom Taxifahren noch niemand geworden, aber man ist nicht darauf angewiesen, sich für Geld blöd anreden zu lassen.
Das Oktoberfest ist weltweit einzigartig. Ungeachtet dessen, dass viele die Entwicklung zu einer reichlich uferlosen Geldmaschine auf Entertainment-Ebene ohne Flair erkennen wollen, weshalb auch die Pflege der zum Jubiläum erdachten Oiden Wiesn als Hort der Tradition weiter gerne gesehen ist.
Es passt so gut zu München, das ihr Urgrund einer der schönsten der Welt ist: Eine Hochzeit.
Historisch gesichert ist deren Grund, wie gar nicht unbedingt bei allen Gelegenheiten vor allem zwischen den Herrschaftshäusern, die höchste Macht der Welt: Die Liebe.
Darüber und die damit verbundene, günstige politische Allianz zeigte sich der einstige König so hervorragend beglückt, dass er dem Volk das Fest spendierte.
Damals eine Woche lang war alles kostenlos.
Das ist heute nicht mehr der Fall.
2 Das Wichtigste in Kürze
Das Wichtigste ist die Ruhe. Die Ruhe zu bewahren.
Für den Fahrer so sehr wie für den Fahrgast.
Denn: In der Ruhe liegt die Kraft.
Schon bei der Bestellung, beim Ansinnen ein Taxi zu bekommen birgt die Ruhe Vorteile, die nicht von allen ohne weiteres erkannt werden, tatsächlich jedoch mit wenig große Wirkung erzielen können.
Das gilt für das Winken auf der Straße wie für eine fernmündliche Bestellung. Siehe Kapitel: Bestellung. Erst recht, sollten während der Fahrt Probleme aufkommen. Siehe im dortigen Kapitel.
Wenn Taxinotstand herrscht, d.h. nicht leicht eines zu bekommen ist: Bleiben sie ruhig.
Es ist wirklich ganz einfach. Sie brauchen außer den Grundvoraussetzungen weiter nichts besonderes zu tun oder zu leisten. Lassen sie sich finden. Leider verstehen das gerade im Stress der Ausnahmesituationen sehr viele und vielleicht die meisten Fahrgäste leider nicht und machen unnötigen bis gefährlichen Wirbel um sich und ihren Bedarf. Das nützt nichts, gar nichts.
Siehe Kapitel Ausnahmesituationen.
Bedenken Sie: Taxifahrer sind an Fahrgästen interessiert. Sie tun die ganze Zeit nichts anderes, als Fahrten also Fahrgäste zu bekommen. Sie wissen wie das geht und sicher besser als Sie, denn sie beschäftigen sich unentwegt damit. Was Taxifahrer sicher nichtsuchen ist Aufregung. Davon haben sie schon ohne eigenes Zutun mehr als genug.
Ein ruhiger Fahrgast wird immer den Vorzug bekommen. Ergo: Bleiben Sie ruhig.
Was die meisten Fahrgäste gar nicht bedenken, ist, Sie vertrauen dem Taxifahrer praktisch ihr Leben an.
Besonders, wenn es auf die Autobahn geht.
Straßenverkehr ist kein Vergnügen, sondern lebensgefährliche Realität. Die allermeiste Zeit passiert nichts. Zum Glück. Das sollte niemanden über die potentielle Bedrohung hinwegtäuschen. Der Fahrer wird aufpassen, so gut er kann. Er sitzt im selben Wagen.
Trotz seiner Routine muss er sich konzentrieren und die Aufmerksamkeit seiner Sinne auf den Verkehr lenken, denn das größte Gefahrenpotential geht von den sogenannten Verkehrsgegnern aus. Die sind weder alle aufmerksam und konzentriert noch immer ganz nüchtern und manche meinen wirklich es gehe beim Lenken eines Fahrzeuges um ihr fragwürdiges Vergnügen, weswegen sie viel zu schnell fahren, risikofreudig, nicht selten vollkommen unberechenbar reagieren und sehr kurzfristig ebenso unvorhersehbare wie oft genug total hirnrissige Manöver vollziehen. Der Taxifahrer weiß das. Sie müssen sich darum nicht kümmern, nur lenken sie ihn nicht unnötig ab. Nerven Sie nicht.
Siehe oben: In der Ruhe liegt die Kraft.
Siehe Kapitel Verhalten im Taxi.
Es ist damit absolut legitim, sich den Fahrer anzusehen. Die allermeisten Taxifahrer sind vollkommen in Ordnung. Sie sind professionell. Das müssen sie sein, denn sie verdienen ihren Lebensunterhalt mit der Fahrtätigkeit. Da noch niemand vom Taxifahren reich geworden ist, kommt man ohne Professionalität auf keinen grünen Zweig. Glauben Sie nicht die unzähligen Schauergeschichten von Trunkenbolden und denen, die immer nur von den Orten Taxi fahren, an denen leider unprofessionelle Fahrer warten, da diese am allgemeinen Taxibetrieb mangels Kenntnis und Fähigkeiten nicht teilnehmen können. Glauben Sie nicht jenen, die sich nur dann ein Taxi leisten, wenn alle anderen auch eines benötigen – siehe Kapitel Ausnahmesituationen – und sich selbst, vordringlich aus Geiz, schon vor Fahrtbeginn dafür hassen und das am Taxifahrer auslassen.
Die allermeisten Fahrer sind vollkommen korrekt und freundlich.
Sie dürfen den Fahrer wählen, Sie dürfen einen Fahrer ablehnen und Sie müssen nicht den ersten Fahrer am Standplatz nehmen. Das ist grundsätzlich kein Problem. Wenn Sie ein Taxi bestellt haben und dann den Fahrer ablehnen, sind Sie verpflichtet die Grundgebühr und die Gebühr für die Bestellung zu bezahlen. Siehe Kapitel Tarifordnung. Wenn Sie ein Taxi aufgehalten haben und der Fahrer missfällt Ihnen, können Sie ihn einfach weiterschicken. Am Standplatz ist es ein Gebot der Fairness, den ersten zu nehmen, da dieser am längsten wartet. Verpflichtet sind Sie dazu nicht. Sie haben die freie Taxiwahl. Manchmal ist es durchaus sinnvoll einen weiter hinten in der Warteschlange zu nehmen, wenn Sie eine sehr kurze Fahrt haben, weil der erste Fahrer vielleicht schon sehr lange wartet und daran kein besonderes Interesse hat. Siehe Kapitel Kurze Fahrt. Höflicherweise ist es gut, das mit dem "Ersten" kurz zu besprechen.
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