Sollten Sie etwas Bestimmtes z.B. einen Kindersitz brauchen, die am aufgesuchten Standplatz wartenden Fahrzeuge bieten das aber nicht, bitten Sie einen der Fahrer, denn dazu sind die Fahrer aufgrund der einsetzenden Beförderungspflicht verpflichtet, über Funk einen Wagen anzufordern, der Ihren Bedarf erfüllt.
Es gibt Fahrer, die immer an denselben wenigen Standplätzen oder sogar immer an ein und demselben Standplatz stehen. Manche davon entwickeln darüber den Anspruch gewisser Privilegien oder Überwachung der Einhaltung von Ordnung – offiziell geregelt oder von ihm selbst erdacht – und ein spezielles damit verbundenes Selbstbewusstsein. Andere pflegen einfach nur ihre Vorliebe für den Standplatz, eigene Bequemlichkeit oder sparen sich die Belastung durch die Orientierung und Anforderungen aller möglichen Bereiche der Stadt.
Außerdem – und das ist durchaus auch ein Vorteil für den Fahrgast – kennt er sich mit den wiederkehrenden Aufträgen der Umgebung aus und stellt sich auf diese regelmäßige Kundschaft lieber ein als auf die Unvorhersehbarkeiten des unübersichtlichen Klientel einer Großstadt. Oder sie fühlen sich dort schlicht heimisch und pflegen mit anderen ähnlich gestrickten Fahrern ihr Sozialleben an diesen Standplätzen. Man ist dann meist unter sich. Das tritt häufig an Bahnhöfen auf.
Im Jargon nennt man diese Fahrer "Hausmeister".
So ein Hausmeister kann ärgerlich sein, wenn man nicht mit ihm zurecht kommt. Er kann ein gutes Glück sein, wenn er, wie es sehr oft der Fall ist, ein gemütlicher, routinierter, gelassener und vielleicht sogar liebenswürdiger Fahrer ist, der sein Metier beherrscht, ohne unnötigem Eifer zu verfallen. Denn er kennt sich in der Umgebung bestens aus – er ist ja immer da – kennt von dort alle Wege – er fährt ja immer von da und wieder zurück – kennt viele seiner Fahrgäste, da er sie immer wieder befördert, deren Eigenheiten und Wünsche, und wird sicher keinen Streit suchen, Umwege fahren oder anderweitig Schindluder treiben, da man ihn kennt und er ja seine Ruhe möchte, an seinem Heimatstandplatz. So einem Hausmeister erzählt das Mütterchen ihre Geschichten und der Teenager fragt nach Rat zu seinem Liebesleid. Beide Seiten sind froh mit jemand bekanntem, ja, vertrautem zu tun und keine Probleme bei der Beförderung zu haben.
Sie haben die freie Taxi-Wahl. Das bedeutet, dass Sie als Kunde den Wagen bzw. den Fahrer wählen können, der Ihnen genehm ist. Sie müssen nicht in den ersten am Stand einsteigen. Zum Beispiel weil er Ihnen unsympathisch erscheint, es kein Mercedes oder kein Elektrofahrzeug ist usw.
Zu Zeiten als es noch Rauchertaxis gab, war es ein häufiger Vorgang, dass ein Raucher- oder umgekehrt ein Nichtraucherfahrzeug aus der hinteren Position gewählt wurde, wenn der erste den Bedarf nicht erfüllen konnte.
Trotzdem ist es ein Gebot der Fairness und im Sinne der ordentlichen Abwicklung sinnvoll, den ersten am Stand zu wählen. Denn dieser Fahrer wartet bereits am längsten auf seine nächste Fahrt. Der Unterschied zwischen Fahrzeugen wird nicht so groß sein und für die paar Minuten muss man nicht in einer S-Klasse sitzen. Es ist verständlich, wenn für wirklich lange Fahrten ein komfortabler Wagen gewünscht wird. Die Fahrer sind Ihnen alle gleich fremd, aber wie schon gesagt, zum vollkommen überwiegenden Teil korrekt und professionell. Also nehmen Sie den Ersten.
Dennoch ist es wichtig zu wissen, dass Sie kein schlechtes Gewissen haben müssen, keine Regelverletzung begehen und sich nicht anpflaumen lassen müssen, wenn sie Ihre Freiheit wahrnehmen.
Der Kunde ist König. Und Adel verpflichtet.
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