Arne Bourgh - WIEDERSEHEN MIT WANGENAU

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Es ist eine eigenartige Stadt, welche der Erzähler auf Einladung einer jüngeren Freundin besucht, die dort ein Kind zur Welt gebracht hat. Zwillinge, wie es sich herausstellt und mit denen es eine bestimmte Bewandtnis haben wird. Tatsächlich sind es eigenartige Dinge, die dort geschehen und die der Erzähler erfährt. Weder gibt es Verkehr, noch sichtbare Industrie. Auf seinen Gängen durch die Stadt trifft er kaum auf Leute. Im Theater geht es zu wie vor einigen Jahrhunderten. Eine grosse Wanderung geht für ihn gefährlich, aber gerade noch glimpflich aus. Schliesslich wird er und seine Freundin mit ihm ausgewiesen. Erst zuhause wird ihm klar, was dort vor sich ging. Und er erfährt schliesslich vom Untergang der Gesellschaft Wangenau.

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Statt einer Unterschrift die Frage: Sehen wir uns?

Meine Hand mit dem Blatt sinkt.

Selbstredend werde ich kommen. Daran gibt es keinen Zweifel. Chronine hat es weit gebracht. Ich denke zurück an unsere lange Bekanntschaft, das vergangene Jahr, unser Zusammentreffen in Wangenau. Höchste Zeit, abschliessend mit ihr darüber zu reden.

Nach dem Konzert, nicht davor.

Die Kontrollrechnungen haben mich den Samstag gekostet. Dreimal habe ich sie wiederholt, was mich bis nach Mitternacht festgehalten, den Besuch bei Mutter und Schwester vereitelt hat.

Das Vorzeichen ist positiv.

Spät abends habe ich meiner Schwester die e-Mail geschickt, mich für mein Ausbleiben entschuldigt, den Besuch für kommenden Samstag angekündigt. Sie hat nicht geantwortet. Das Konzert morgen, am Sonntag, ist unerwähnt geblieben. Vielleicht gehen sie beide, Mutter und Schwester, auf eigene Veranlassung hin. Dann werde ich sie treffen. Jetzt, um ein Uhr nachts, bin ich erschöpft. Eine Tasse Tee trinken mit einem Löffel Honig darin ist alles, wozu ich imstande bin.

Meiner Müdigkeit zum Trotz, habe ich wenig geschlafen. Fehler ausmerzen ist lästig, auch wenn es sein muss. Wissenschaft ist so beschaffen. Sie lernt aus Fehlern. Unabhängig von der Person. Die Menschheit als Ganzes lernt bestenfalls aus Katastrophen. Meist nicht einmal dann. Als Ganzes verfügt sie über keine Erinnerung, kein Wissen. Die Geschichte beweist es. Dass sie nichts gelernt hat, beweist der Umgang mit dem Klimawandel.

Gestern stand im Leitartikel einer führenden Zeitung, der höchste journalistische Wunsch sei, eine bekannte Person zu Fall zu bringen, sie – in der neuen Schreibweise – zu dekuvrieren. Ein höchst abstossender, egozentrischer, ja nebensächlicher Wunsch. Nach seinen beiden Hochblüten, dem Nazionalsozialismus und dem Kommunismus, sollte das Denuziantenunwesen eigentlich überwunden sein.

Heute am Sonntag habe ich die Rechnung ein letztesmal durchgezogen. Sie stimmt. Sie hat mich den Vormittag gekostet. Nun mache ich mich auf den Weg ins Münster.

Zu Chronines Antrittskonzert.

Im Münster ist es kühl. Den zahlreichen Zuhörern zum Trotz. Sie strömen durch das Portal herein, werden den Raum eine Stunde lang wärmen. Jeder mit Hundert Watt Heizleistung. Das Münster fasst Tausend Personen. Das macht am Ende des Konzerts Hundert Kilowattstunden.

Es ist voll besetzt. Das Schiff, die Emporen. Alle wollen die neue Organistin hören.

Ich habe Chronine nicht aufgesucht. Vor dem Konzert ist sie mit sich selbst beschäftigt und nicht zu Unterhaltungen aufgelegt. Mutter und Schwester sind mir nicht zu Gesicht gekommen, obwohl ich den Eingang im Auge behalte. Wäre ich gestern abend bei ihnen gewesen, hätte ich sie abholen können.

Nahrung für mein böses Gewissen.

Die Noten auf den Knien, warte ich. Neunzig dicht bedruckte Seiten. Chronine beginnt ohne Zögern. Die Gespräche verstummen. Der Contrapunctus 1 mit dem d-moll Thema, Bachs bevorzugte Tonart, dem nackten d-moll Akkord die Quinte aufwärts, danach absteigend, entwickelt ihn anschliessend in aller polyphonen Raffinesse.

Chronine geht zügig voran, reiht die Kanons aneinander, baut die Fugen auf. Schliesslich, worauf die es wissen, gewartet haben: im letzten Contrapunctus 18 – vierundzwanzig sollten es werden –, Takt 193 die vier musikalischen Buchstaben im Tenorsolo B A C H. Halbe Noten, jede vom selben Gewicht, Bachs tönende chromatische Unterschrift. Den Unaufmerksamen entgeht sie.

Chronine macht kein Wesens darum. Sie lässt die Orgel nicht dröhnen. Bach unterschreibt ohne Kenntnis der eigenen Grösse. Zeitgenosse Newtons, 1727 zu dessen Tod 42 Jahre alt.

Wäre er in die exakte Wissenschaft gegangen, denke ich … Gottseidank ist er das nicht! Wir hätten Unersetzliches verloren. Es wäre nie zu musikalischem Leben erweckt worden.

Ich führe den Gedanken nicht weiter. Fünfundvierzig Takte nach seiner Unterschrift starb er, 1750, eine halbe Stunde vielleicht oder weniger, gemessen in Zeit, die er mit dem Notieren füllte.

Chronine hängt den ruhigen Choral an: “Vor deinen Thron tret ich hiermit”. Trotz der unvollendet gebliebenen Kunst der Fuge, der würdige Abschluss.

Stille. Niemand klatscht. Chronine schaltet das Orgellaufwerk ab. Ihre Schritte knarren auf der Empore. Das Zeichen, auf das hin sich alle erheben.

Ich warte an der Tür.

Sie kommt die Treppe herab.

Aber dann sehe ich Chronine, gefangen inmitten einer Schar junger Leute nebst einigen älteren Honoratioren.

Sie hat mich erblickt, winkt mir flüchtig zu.

So gehe ich. In Gedanken, den Nachklang dieser keineswegs schönen, keineswegs erhabenen – doch was ist schön, was ist erhaben? –, im Gegenteil dieser bescheidenen, mächtigen Musik im Ohr.

Von Chronine ebenbürtig reproduziert.

Jetzt, da ich nach allem Erlebten weiss, dass sie Fuss gefasst hat, ist keine Eile.

Nicht die mindeste.

2. Kapitel : Aufforderung

Worin Chronine mich überredet, Sie in Wangenau zu besuchen

Chronine überraschte mich mit der Ankündigung, sie sei schwanger, wolle ihr Kind aber nicht in Zürich zur Welt bringen. Keinesfalls in Zürich, nein. In Wangenau, unser beider Heimatort. Wohin sie, wenn es an der Zeit sei, reisen werde. Rechtzeitig, einige Wochen vor dem Termin ihrer Niederkunft also. Bei dieser Gelegenheit wolle sie Wangenau kennenlernen. Endlich. Erstmalig. Sie freue sich darauf.

Zweitmalig, korrigierte ich sie.

Das erste Mal erinnere sie nicht. Verständlicherweise. Ihre Eltern hätten Wangenau mit ihr bereits ein knappes Jahr nach ihrer Geburt verlassen. Von Wangenau wisse sie nur aus den Erzählungen ihrer Mutter, nicht aus persönlichen Erfahrungen. Das wolle, ja müsse sie nun nachholen. Endlich, wie gesagt. Es sei lange überfällig.

Wogegen nichts Ernsthaftes einzuwenden sei, meinte ich, doch warum den Besuch mit ihrer Niederkunft verbinden?

Nun, das sei doch eine günstige, vielleicht die einzige günstige, so günstige Gelegenheit, war ihre Antwort, oder? Sie betonte das So, zog es in die Länge.

Wenn du meinst, sagte ich. Es ist deine Entscheidung.

Seit einigen Monaten lebte sie mit einem Musiker, einem Geiger, zusammen, dem sie auf einer Reise mit dem Chor, dem wir beide angehörten, nahe gekommen war. Unmittelbar nach der Matura, als sie nach dem Gesetz mündig wurde, trennte sie sich von ihrer Mutter, die mit ihrem Mann, einem bekannten Anwalt und Notar, in Scheidung lag, und zog zu ihm.

In den letzten beiden Jahren ihrer Schulzeit hatte ich mich in einer Art stellvertretender, wenn auch ein wenig lästiger, mich zeitlich wie emotional leicht überfordernder Vaterschaft um Chronine gekümmert. Seit ihrer Liaison mit dem Geiger war Abstand in unsere Beziehung gekommen – zu meiner Erleichterung, wie ich mir ohne unnötige quälende Gewissensbisse eingestand.

Früher schon hatten wir unsere gemeinsame Herkunft aus der Gegend um Wangenau entdeckt. Ihr Wunsch, unseren Heimatort zu besuchen, verwunderte mich darum nicht sonderlich. Ich fragte mich aber, aus welchem Grunde sie ausgerechnet den Zeitpunkt ihrer Niederkunft für diese Unternehmung wählte? Das Kind, soviel stand fest, sollte sie ihren Entschluss nicht widerrufen, würde in Wangenau geboren werden. Sie wollte es so.

Doch warum sollte das Kind den gleichen Geburtsort haben wie sie, der heute im Ausland lag? Was die Bürgerschaft betraf, war es eher von Nachteil. Dazu würde die Reise für Chronine in ihrem hochschwangeren Zustande beschwerlich werden. Und wussten wir, auf welchem Niveau sich dort die medizinische Versorgung befand? Niemand hatte eine rechte Vorstellung von den Bedingungen in Wangenau. Man redete allgemein und ohne es zu präzisieren von der wirtschaftlichen Rückständigkeit der Region. Auch politisch schien sie stehen geblieben. Die Unwichtigkeit äusserte sich in einem akuten Informationsmangel, den zu beheben sich niemand aufschwang. Alle zugänglichen Berichte verharrten im Vagen. Offenbar gab es eine, wenn auch nicht offiziell erklärte, so doch stillschweigend eingehaltene Nachrichtensperre. Reisende erzählten hin und wieder von den dortigen Zuständen. Wie gewöhnlich haftete ihren Angaben der Makel grösster Ungenauigkeit an, mitunter sogar der Widersprüchlichkeit. Berichtete der eine etwas Bestimmtes, so durfte man sicher sein, von einem anderen das Gegenteil zu vernehmen. Niemand zeichnete ein zuverlässiges Bild von Wangenau, das heute ein hermetisch abgeschlossenes Eigenleben führte. Und wer interessierte sich schon für dieses am Rande der Welt gelegene, längst nicht mehr bedeutende Städtchen mit seiner einstmals als sehenswert gepriesenen Umgebung und auch nach modernen Massstäben hochstehenden Kultur. Wangenau hatte Künstler aus aller Welt angezogen, die grössten Künstler der Epoche zumal? Seit es vor Jahrzehnten ausgeschert war und sich politisch wie ökonomisch selbständig gemacht hatte, schien es aus der Geschichte ausgeklammert, anschliessend vergessen. Trotz seinen unablässigen, aufdringlich zu nennenden Anstrengungen, die internationale Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Was sich in jeder Hinsicht, nicht nur politisch, sondern in erster Linie ökonomisch negativ auf die dortigen Zustände auswirken musste.

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