Stefan Raile - Rückkehr nach Strapen

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Rückkehr nach Strapen: краткое содержание, описание и аннотация

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Hier traten wir damals an. Ein schlanker Zivilist mit dunkler Hornbrille, der uns vom Sammelpunkt in Dresden begleitet hatte, erteilte die Befehle. Wir war-teten auf Fahrzeuge. Da sie lange nicht eintrafen, durften wir wegtreten. Ich stellte meinen Koffer auf die Bank und blickte mich um. Einige von uns hatten Anzüge an, andere Kordhosen und Lumberjacks, manche schienen in Arbeitssachen gekommen zu sein. Am auffälligsten war Peter Müller gekleidet. Er trug Knickerbocker, ein braunes, graugestreiftes Sakko und auf dem rothaarigen Kopf einen breitkrempigen Filzhut.

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„Bei Alkohol sah er immer rot“, erklärt Mergelt. „Er lebte völlig abstinent und glaubte, dass gleich die Kampfkraft der gesamten Kompanie untergraben würde, wenn mal jemand einen übern Durst trank. Sonst war er ein Vorgesetzter, wie man ihn sich wünscht: klug, konsequent, gerecht. In vielen Bereichen auch tolerant. Bloß bei Alkohol verstand er keinen Spaß. Und gegen Frauen hatte er was. Aber das lag an seiner Vergangenheit, vermute ich. Er hatte zwei Jahre im Maquis gekämpft. Da man ihn zu Hause für tot hielt, heiratete seine Verlobte einen anderen. Er kam wohl nie richtig darüber hinweg und blieb deshalb Junggeselle. Wenn es nach ihm gegangen wäre, hätte er diesen Status von allen Offizieren verlangt.“

„Ich finde, er war zu rigoros“, erwidere ich. „Allerdings hatte er Erfolg damit. Du bist anders vorgegangen. Doch deine Erfolge waren nicht geringer, eher größer. Nun frage ich mich: Müssen Vorgesetzte unnachgiebig sein oder nicht?“

Mergelt biegt in einen sandigen Weg ab. Links und rechts wachsen Büsche. Sie haben kleine, staubige Blätter. „Es kommt auf die Umstände an“, entgegnet er. „Und auf die Soldaten. Man muss wissen, wieviel man ihnen zumuten darf. Ebenso, was unter bestimmten Umständen gut für sie ist. Selbst dann, wenn einen keine Dienstvorschrift deckt.“

„Also stehst du zu deinem Verhalten an der Brücke?“

„Ja“, bestätigt er. „Ich habe nie zu denen gehört, die alles nach Schema F machen wollen. Es muss eine Spanne für die Individualität bleiben, meine ich. Damals hast auch du es gefordert. Siehst du‘s inzwischen anders?“

„Nein“, antworte ich. „Nur ist es komplizierter, als ich es mir vorgestellt hatte.“

„Bei der Armee ist‘s nie einfach“, sagt er. „Schon deshalb nicht, weil viele Menschen auf engem Raum zusammenleben. Das schafft immer Probleme. Als Offizier ist man dafür verantwortlich, dass sie gelöst werden. Oft ist das recht schwierig. Sicher, man kann Befehle erteilen; doch es müssen die richtigen sein. Deshalb braucht man Übersicht und Erfahrung. Auch Fingerspitzengefühl. Die Situationen sind nie gleich.“

Damals hatte ich es nicht so gesehen. Man urteilt aus dem eigenen Blickwinkel und kann sich schwer in eine fremde Haltung versetzen. Fredi gelang es besser. Das wurde mir bewusst, als wir uns während des Einweisungslehrgangs trafen. Er war mit seiner Verlobten auf der Durchreise. „Ich fasse es kaum“, sagte er am Bahnhof von Wehlen. „Du in Uniform! Als ich deinen ersten Brief aus der Kaserne erhielt, wollte ich es fast nicht glauben.“

„Weshalb nicht?“, fragte ich. „Man empfindet nicht immer genauso, wie es scheint. Manchmal fehlt für einen Entschluss nur der letzte Anstoß. Und den habe ich auf der Landeskrone bekommen.“

Wir stiegen zur Elbe hinab. Die Verlobte ging zwischen uns. An der Uferpromenade setzten wir uns auf eine Bank. Fredi musterte mich. „Erzähle“, bat er. „Wie gefällt‘s dir?“

„Teils, teils.“

„Gibt‘s Ärger?“

„Ein bisschen.“ Ich erwähnte Zwischenfälle mit Doblin und Rudloff.

Fredi hörte aufmerksam zu. „Liegt es nicht auch an dir?", fragte er dann. „Jede Medaille hat zwei Seiten. Du solltest versuchen, die Leute zu begreifen. Glaub nicht, dass sie‘s leicht haben, weil sie befehlen dürfen. Sie müssen hart an sich arbeiten, um auf Dauer zu bestehen.“

Später griff er den Gedanken noch einmal auf. Da war er bereits mit dem Mädchen verheiratet. Sie wohnten in Görlitz einige Straßen von mir entfernt, und Fredi arbeitete als Pionierleiter. Manchmal setzten wir uns auf ein Bier zusammen. „Meine Tätigkeit macht mir Spaß“, sagte er einmal. „Aber sie ist schwierig. Ohne die Zeit an der Grenze könnte ich sie sicher nicht ausüben. Selbst so habe ich Mühe. Man muss Vorgesetzter und will Kamerad sein. Darin liegt eine große Gefahr: Verwischen sich die Übergänge, verliert man seine Autorität.“

Mergelt schaltet in den ersten Gang. „Du wirkst skeptisch“, meint er. „Hast wohl Einwände?“

„Nicht direkt. Ich überlege nur, ob man in allem noch so handeln könnte wie damals. Es waren andere Umstände: Wir haben freiwillig gedient, unsere Kompanie bestand nur aus drei Zügen. Heute gibt‘s die Wehrplicht, die Ausbildung erfolgt in größeren Einheiten. Auch unsere Waffentechnik ist komplizierter geworden. Die angespannte Lage verlangt eine hohe Disziplin und Zuverlässigkeit. Sie verlangt sie bis in den letzten Zug, bis zur letzten Gruppe. Der Gegner zwingt uns dazu. Um ihm überlegen zu sein, dürfen wir uns keine Pannen leisten. Doch Eigenmächtigkeiten können welche auslösen. Das Risiko ist groß.“

„Sicher“, räumt Mergelt ein. „Jede Zeit hat ihre Bedingungen. Wahrscheinlich müsste ich mich umstellen.“

Wir schweigen. Der Weg verbreitert sich, die Büsche weichen Bäumen. Mergelt fährt auf den Parkplatz hinterm „Jagdhaus“. Er lenkt den Skoda in eine der wenigen Parklücken.

„Meinst du, dass wir im Restaurant einen Platz kriegen?“, frage ich.

„Abwarten“, erwidert er.

Das Gasthaus erkenne ich kaum wieder: An der linken Seite befindet sich eine geräumige Terrasse, auf dem Dach schimmern neue Ziegel, alle Wände sind frisch tapeziert und die Fenster modernisiert, lediglich überm Eingang hängt noch das mächtige Hirschgeweih wie ehedem.

Neben der Tür stehen Leute und warten darauf, dass Plätze freiwerden. Mergelt geht vorbei, ich folge ihm. Ein Kellner eilt uns entgegen. Er führt uns zu einem reservierten Tisch. Während wir uns setzen, wedelt er mit seinem Tuch über die weiße Decke. „Was darf‘s sein?“

„Trinkst du ein Bier?“, fragt Mergelt.

„Ja, das kann ich jetzt vertragen.“

„Und was hältst du von Wildschweinbraten?“

„Eine Menge.“

„Ein Pils, eine Cola“, bestellt er, „und zwei ordentliche Stücke vom Borstentier.“

Der Kellner bringt die Getränke rasch. „Zum Wohl.“

Ich trinke. „Schmeckt. Aber das Budvár-Bier war besser.“

Mergelt lächelt. „Dein Gedächtnis ist wirklich erstaunlich. Du denkst doch an den Abend nach eurem ersten Schießen?“

„Genau daran“, bestätige ich.

Beim Appell wurden die Namen der besten Schützen verlesen. Aus unserer Gruppe gehörten neben Dudky, Bahle sowie Kambert auch Sigi und ich dazu. Man fuhr uns zum „Jagdhaus“. Unterwegs prophezeite Jörg: „Das wird ‘ne Schlemmerei, Männer. Und ich will Jesus heißen, wenn der Alte nicht ‘nen Trupp Miezen eingeladen hat.“

Er sollte recht behalten. Wir hängten gerade unsere Schirmmützen an die Garderobe, als draußen ein Bus vorfuhr. Zwei Dutzend Mädchen stiegen aus. Es waren Facharbeiterinnen aus einer nahen Weberei. Sie setzten sich in kleinen Gruppen zwischen uns an die beiden Tafeln.

Zum Abendbrot wurden Platten gereicht, und es gab Flaschenbier aus Ceské Budejovice.

In einer Ecke entdeckte ich drei Musiker. Sie rückten ihre Instrumente bereit. Die hätte man sich sparen können. Dachte ich. Immer dieser Ringelpietz!

Dudky, der links von mir saß, war anderer Ansicht. „Hoffentlich greifen die Jungs bald in die Saiten“, meinte er. „Mir zucken schon die Beine.“

Sobald nach dem Essen die ersten Musiktöne im Raum schwangen, sprang er auf und holte eine Schwarzhaarige.

Bei der nächsten Tour füllte sich die Tanzfläche. Das Trio spielte einen Tango, über uns erloschen die Lichter, ein paar rötliche Lichter glommen noch an den Seitenwänden und verbreiteten schummrigen Schein. Dudky ging auf Tuchfühlung, die Brünette schmiegte sich an ihn. Bahle hingegen hielt Abstand, er hielt sich so unnatürlich gerade, dass es aussah, als stützte ein Brett seine Wirbelsäule. Doch nicht nur dadurch stach er von den Übrigen ab. Er trug auch das blankste Koppel, seine Haare glänzten, dass man sich beinah darin spiegeln konnte, und ein intensiver Duft nach Pomade sowie Eau de Cologne umgab ihn. Unterwegs hatte Dudky gesagt: „Du riechst wie ein halbes Freudenhaus!“

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