Carina Zinkeisen - Geliebte Fillu
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Ottilie Ebner, meine Gesangslehrerin, in deren Chor in Wien ich singe und die mit Brahms befreundet ist, wird stolz auf mich sein und auch Mathilde. Mathilde Marchesi war früher Ottilies Lehrerin und sie ist mein absolutes Vorbild. Wie froh war ich, dass ich ihre Gesangsschülerin am Konservatorium werden durfte. So gut wie sie möchte ich auch singen können, auf allen Konzertbühnen dieser Welt zu Hause sein. Wie herrlich!
Ich atme tief ein und aus und fange an zu singen, versunken in meine ganz eigene Welt.
Ich atme tief ein und noch tiefer aus.
Beim Singen bin ich so in meine eigene Welt vertieft, dass ich immer einige Momente benötige, um wieder in der Gegenwart anzukommen. Mathilde und Ottilie kann ich schemenhaft erkennen. Ihre Stimmen dringen an mein Ohr und ich bemühe mich, ihnen zu lauschen, noch den Klang meiner eigenen Stimme im Ohr habend.
„Mitzerl, pardon, Marie!“
Ottilie hört sich aufgeregt an, meinen Kosenamen aus Kindertagen verwendend, was mir ein Lächeln entlockt, mich daran erinnernd, wie sie mir vor so vielen Jahren die ersten Gesangsstunden gegeben hat. Sogar bei uns gewohnt hat sie damals als Freundin meiner Mama.
„Du hast wundervoll gesungen, Marie, der Herr Brahms will gleich mit dir sprechen. Er war beeindruckt von deiner Leistung, das hat er mir gesagt, absolut beeindruckt!“
Jetzt bin ich doch ein bisserl aufgeregt, ein klein bisserl, nicke mit zusammengepressten Lippen und trotzig vorgerecktem Kinn, die Hände im Schoß knetend. Meine Hände zittern ein wenig und ich bin froh über das Kneten, denn dann sieht der Brahms das peinliche Zittern nicht und mir ist ein wenig wohler.
Er steht vor mir.
Johannes Brahms, 39 Jahre alt, in der Blüte seines Lebens stehend. Ein musikalisches Genie, dessen Leben mir durchaus geläufig ist und dessen Werke ich kenne und schätze und heute auch gesungen habe. Er soll ein galanter Liebhaber sein. Mir spuken die Gerüchte über seine Liaison mit Clara Schumann durch den Kopf und ich versuche mich auf seine Stimme zu konzentrieren statt auf seine Lippen, die sanft einen Kuss auf meine ausgestreckte Hand hauchen.
„Sie waren großartig, mein liebes Fräulein Fillunger“, sagt er und lächelt mich liebenswürdig an. „Ich bin beeindruckt von Ihrer Leistung, ein so junges Mädchen, noch in der Gesangsausbildung…“
Er stockt und knetet nun selber ein wenig nervös seine Hände, so als wäre er die galante Plauderei mit jungen Damen nicht wirklich gewohnt oder würde mit diesem Ungewohnten kokettieren.
„Ich werde im März des nächsten Jahres eine Symphonie von Haydn hier in Wien dirigieren und ich werde meine Bearbeitung des Schubert Liedes Ellens 2. Gesang für Sopran Solo aufführen, mit Frauenchor, vier Hörnen und zwei Fagotten. Nachdem ich heute Ihre Stimme gehört habe, möchte ich, dass Sie das Solo singen, Marie.“
Er nennt mich Marie und ich glaube mein Herz setzt aus. Nicht weil ich den Herrn Brahms attraktiv finde oder gar begehre, aber das, was er eben zu mir gesagt hat, bedeutet die Welt für mich.
Ich werde eine Sängerin, eine gute Sängerin, eine sehr gute. Ich werde zu Hause sein, auf allen Bühnen dieser Welt! Ich werde Karriere machen!
Kapitel 3
Ich bin ziemlich aufgeregt, jetzt doch!
In Leipzig, als ich bei Heinrich und Elisabeth von Herzogenberg, die Freunde von Brahms sind und wirklich reizende Menschen, im Hause gewohnt habe und am 1. Dezember 1974 in dem Euterpe Konzert in Leipzig vier Lieder von Brahms gesungen habe, war ich die Ruhe selbst gewesen. Vor allem Elisabeth, die von allen Lisl genannt wird und nur drei Jahre älter ist, als ich, war wirklich zauberhaft und ließ mein Herz höher schlagen.
Elisabeth von Herzogenberg, mein zweites Lisl nach meinem ersten daheim in Wien, ist nun mal nicht Clara Schumann und ich bin froh, dass Clara mit ihrer ältesten Tochter Marie für einige Monate nach Kiel gereist ist wegen dem Klima des Meeres und ärztlicher Behandlung. Clara wirkt auf mich irgendwie ein wenig furchteinflößend. Dennoch ist es mir wichtig, zu Beginn des Wintersemesters 1874/75 ihr meine Aufwartung in Form eines Antrittsbesuches zu machen. Die Wohnung, die Clara mit ihrer ältesten Tochter Marie und der jüngsten Tochter Eugenie bewohnt, befindet sich in Berlin im Tiergarten.
Und jetzt sitze ich eben dieser Eugenie gegenüber, die genau wie ich in Berlin Musik studiert, allerdings nicht Gesang wie ich, sondern Klavier wie ihre Mutter. Und ich verstehe, was Liesl gemeint hat, mein fröhliches, hübsches, blondes, ein wenig pummeliges und etwas unbedarftes Liesl droht auf der Stelle zu verblassen und ganz weit in die Vergangenheit zu rücken.
Dabei ist Eugenie gar nicht einmal hübsch und auch nicht besonders fröhlich, aber es ist etwas in ihr, was mich rührt, zutiefst rührt.
Ich lasse den Kaffeelöffel durch meine Tasse gleiten, um meine Gedanken zu sortieren.
Eugenie lächelt mich zaghaft an.
„Meine Mutter und meine Schwester reisten nach Kiel zum Meer zur Kur und ärztlichen Behandlung.“ Ich bin froh, dass sie das Wort ergreift und lächle zurück. „Ich bin nicht gerne von meiner Mutter getrennt, schon gar nicht mehrere Monate lang. Jetzt wo ich sie endlich an meiner Seite habe, statt im Pensionat zu sein. So bin ich froh, dass ich Ihre Gesellschaft habe, liebe Marie. Ich habe im Gefühl, dass wir uns schnell näher kommen werden und du mir eine liebe Freundin wirst, ich meine Sie…“
Eugenie bricht ab und sieht mich unsicher über den Tisch hinweg an, ihre Hände auf dem Tisch zittern ein wenig.
Mein Herz fängt an zu klopfen. Ich spüre den Drang, ihre Hand ergreifen zu wollen, wie ich es einst bei Liesl tat. Es fühlt sich richtig an, ich tue es aber nicht, da es noch zu früh wäre und Eugenie verunsichern würde und mich auch, wenn ich ehrlich bin. Stattdessen lächle ich sie an und rühre meinen Kaffee um.
„Wollen wir nicht du sagen, das macht man so bei uns in Wien und ich fühle mich noch ein wenig fremd in der Ferne. Sie, ich meine du kannst mir Berlin zeigen und wie man bei Euch im Norden lebt. Bis jetzt kenne ich keine Menschen aus dem preußischen Norden. Nur den Brahms, den natürlich, den kenn ich.“
Ich breche ab und beiße mir auf die Lippen. Was bin ich nur ein Schaf! Muss ausgerechnet den Brahms erwähnen. Wahrscheinlich hasst Eugenie ihn. War er doch angeblich der Geliebte ihrer Mutter und mitverantwortlich, dass ihr Vater Robert, der einst auch ein gefeierter Musiker gewesen war, in die Nervenheilanstalt kam und starb, als Eugenie ein kleines Mädchen war. Ich kenne dieses Gerede und fühle mich schuldig.
Eugenie schluckt schwer, zuckt dann aber mit den Schultern. „Ist lange her das Ganze. Außerdem ist er Mutters bester Freund und unterstützt die ganze Familie nach Kräften. Und er ist ein begnadeter Musiker, der Onkel Johannes, so nenne ich ihn. Ich bin froh, dass du da bist, hier bei mir. Du wirst mir zeigen, was es heißt zu leben, Fillu.“
„Fillu“, gebe ich erstaunt zurück, ihre Worte im Geist sortierend.
„Ich nenne dich so, nicht Marie und auch nicht so, wie man eine Marie bei euch in Österreich als Kosename nennen würde. Du bist meine Marie, und die nenne ich Fillu, da meine älteste Schwester auch Marie heißt und ich beide Marien voneinander unterscheiden möchte. Als ob es einer Unterscheidung bedarf.“
Sie lacht herzlich und greift meine Hand.
„Deine österreichische Heiterkeit wird uns norddeutschen Menschen gut tun. Mir gut tun, meiner Schwester und meiner Mutter, der ganz besonders.“
Ich nicke lächelnd und erwider ihren Händedruck, die Berührung ihrer Haut aufsaugend.
„Magst du mir dein Klavier zeigen? Und etwas für mich spielen“, frage ich sachte.
Eugenie spielt ein Stück ihrer Mutter für mich. Sie ist gut, sehr gut sogar, aber ich kann ihre Nervosität fast greifen. Sie tut mir so leid, wie mir noch nie jemand leid getan hat. Das zweitjüngste von acht Kindern, die Liaison ihrer Mutter mit Brahms, die Nervenheilanstalt, in die ihr Vater kam. Sein früher Tod, als Eugenie fünf Jahre alt war. Das frühe abgeschoben werden zu Verwandten und in Pensionate, wenn die Mutter konzertierte und dabei die Welt bereiste. Was auch bedeutete, keine wirkliche Mutter zu haben. Was bin ich froh um meine unbeschwerte Kindheit und Jugend und auch um mein unbekümmertes Liesl.
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