während der Hunger und die harte Arbeit
sich die Vielen vornehmen
und in der Sprache keine Rücksicht nehmen.
Daran hat sich nichts geändert:
Die Gutgenährten mit der harten Sprache
sitzen auf den Schultern der Mageren
und Stillen, die die harte Arbeit tun.
Die vielen Menschen plagen sich
so wie vor Hunderten von Jahren,
die Welt bleibt vom gleichen Schlag,
schweigt zum Unrecht wie am ersten Tag.
Menschen glauben an die Vernunft
und werden beraubt vom selben Schuft,
dem Wohlgenährten mit der harten Sprache,
der hinsieht auf die vielen Toten
um und in der Lache.
Was fliegt und springt und jagt und schlägt,
es ist der Mensch, der sich nicht verträgt
und nach seiner Beute schielt
ob links ob rechts, ob vorn ob hinten
und gibt das Kommando zum Knallen der Flinten,
zum Sprengen der Brücken
und haut auf die Einbeinigen mit den Krücken,
weil die dem fluchenden Kommandeur
nicht den Reichtum mit dem Gold beschaffen.
Max, Otto und Paul:Das haben wir gelernt:
Die Jugend irrt in ihrem Streben,
dass der Meister ruft:
Man sollt’ euch eine kleben,
denn ihr seid zu dumm für’s Leben,
wenn es an die Arbeit geht,
das ohne gefütterten Handschuh,
um den großen Meißel zu halten,
auf den der überschwere Hammer schlägt.
Funktionär:Gebt endlich Ruh,
Ich muss an den Arbeitstisch zurück,
um an der Rede zu arbeiten,
die ich vor den Menschen der Verwaltung
zu halten habe.
Der Herr:Ihr hört es: Die Politik wird in
die Verwaltung getragen,
denn an die harte Arbeit kommt sie nicht heran.
Man kann sagen: Politik ist für die Sitzenden,
den Stehenden mit dem Meißel in der Hand
und den andern mit den schlagenden Hämmern
hat sie nichts zu sagen.
Reisender:Nach dem langen Flug brennen die Augen
vom Dämmerlicht in den steigenden Morgen,
ich sehe die frühen Menschen mit ihren Sorgen
vom Abend durch die Nacht den Schlaf sich borgen.
Ich komme vom anderen Ende der Welt,
der Welt mit weniger Not und mehr Geld.
Luxus und Komfort ist dort auf den Tischen,
Im Wechsel an Fleisch und mit den Fischen.
Die Menschen dort blicken ernst und dunkel,
kaum einer hat Freude im Augenfunkel.
Gekrümmt gehen sie schon in jungen Jahren
und viele am Stock, wie alte Menschen waren.
Was geht denn vor in dieser Welt,
wenn sie den Menschen nicht gefällt?
Sie werden Opfer der Gier nach Macht,
führen ein Leben, das für andere schafft.
Vieles ist anders als es mal war,
viele Hände sind ungeschickt geworden,
sie brechen Dinge der feinen Art,
dass man ihnen nicht trauen kann.
Dazu kommt die Verbiegung von Wahrheit und Moral,
manches geht verloren, anderes wird zur Qual.
So bleibt mir an diesem Morgen keine Wahl,
den Weg nach Norden oder Süden zu nehmen.
Menschen sagen Dinge, die nicht stimmen,
ob am Morgen oder Abend oder zwischendrin,
das bei Tische oder auf den Plätzen und Straßen,
wenn die Zigaretten brennen und verglimmen.
Nicht alles dient der geraden Sauberkeit,
nur weniges verbindet sich in der Höhe der Moral,
dass das Bild der Hände und Köpfe die Wahrheit spricht
und das Wort in den Silben nicht den Charakter verdreht.
Dabei mühen andere sich ab, die Arbeit zu tun,
die getan werden muss wie das Säubern der Straßen
und das Schließen der Löcher auf den Dächern,
damit der Regen nicht in die Zimmer kommt.
Es ist keine Frage, das Leben ist schwerer geworden,
vor allem für die Familien mit den Kindern
und den Pensionären, die die Ruhe suchen
und in Mänteln und Mützen den Tag durchsitzen.
Der Mond schickt sein letztes Licht
mit in den Tag, es ist der Anhang aus
der letzten Nacht mit dem letzten Traum
aus dem Garten mit den hohen Gräsern.
Der Pfad wird sichtbar, den viele Füße gingen
und den meine Füße gehen durch den Tau,
der sich frisch unter die Blätter hängt,
bis das Sonnenlicht sie wellt und trocknet.
Der Morgen hebt, der Morgen klafft,
Erwacht beizeiten ihr Menschenaugen,
dass ihr am Tag die Arbeit schafft,
die euch aufgegeben wird nicht ohne Sorgen.
Denn die Körper der Kinder sind mager,
und bei den Alten ist’s nicht besser,
selbst die Tierwelt im Felde steht hager,
in den Händen halten Männer die Messer.
Die Seelen toben, andere schmerzen,
innere Stimmen loben bis zum Herzen,
Gewalten sind’s, die an ihnen reißen,
den Menschen zu achten und nicht zu beißen.
Die Stunden gehen weiter und das unbemerkt
durch Tag und Woche und durchs ganze Jahr.
Freud’ und Liebe haben die Jugend gestärkt,
die sich auf den Weg zur Stadt der Hoffnung macht.
Zeichen kommen, die nicht aus den Blicken weichen,
sie heben und senken, den alten Zeichen gleichen,
wenn sich der Natur die Kräfte entstülpen
und Blüten und Blumen sich stauden zu Tulpen.
Weitende Öffnungen sind’s hin zu den Taten,
was sollt’ man der Jugend noch raten,
als die Kräfte anzusetzen am stechenden Spaten,
den Boden zu wenden für neue Saaten.
So liegt, wie so oft, die Bedeutung im Morgenrot,
wenn die Welt aufs Neue zum Ganzen sich dichtet
und der Kosmos nach seinen Kräften sie richtet,
dass Quellen das Leben berauschen mit neuem Brot.
Auf den Schwingen frühmorgendlicher Flügelschläge
werden Erwartungen der ausgehenden Nacht
ins Licht an die Grenzen der Hoffnung getragen,
wo sie im Crescendo-Echo gleitend herabschallen.
Das Bild des Menschen ist verzerrt
Sophon:Das Bild des Menschen ist verzerrt,
gesplissen und verwildert ist das Bild.
Die Sicht, die Ordnung, wer will sie finden
hinter dem großen Weltenschild,
in der Dunkelheit aus den verstrickten
Bändern und Fäden lösen,
aus dem gespannten Seinsgeflecht mit den
Dichten des Guten und des Bösen,
das sich durch die Zeiten in seinen Gängen
gegenläufig wellt und streckt?
Kehat:Man wird staunen,
weil die Suche die Sprache verschlägt,
in der man zwischenzeitlich steckt.
Sophon:Was dann die Seele und den Körper betrifft,
die sich durchs Leben dehnen,
es ist unglaublich, wie sich das eine oder beide
in den Lasten zum Überleben sehnen.
Kehat:Weit sind die Asymptoten ausgelegt
und laufen dem Weg in den Nächten voraus,
dass an manchen Tagen bei hebender Dämmerung
es die Augen nicht glauben wollen,
wenn Menschen Straßen und Wege passieren,
andere dagegen warten vor dem Haus
und nicht wenige mit leeren Mägen,
die knurren, während Schmerzen schreien sollen.
Sophon:Ja, es stimmt, die Asymptoten sind ausgelegt,
doch wo führen sie bei Licht des Tages hin,
dass sie auf die Ethik zielen,
die der Mensch beim Tun als Maß
und Richtstab braucht,
damit die Dinge auf den Weg
in Ordnung kommen,
und es nicht aus Schloten wieder raucht.
Kehat:Denn das Verkehrte rast im Wahnsinn
quer durch Länder und durch Jahre,
Schluss muss damit sein auf dem wunden Planeten,
denn der Mensch ist keine Ware.
So blickt der Planet mit Trauer und Sorge
dem Leben ins Gesicht von Elend und Not,
es ist der Wendekreis des Seins,
der reißt mit seinen tausend Fragen
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