• Das Pferd sollte entweder im Solarium oder mit einer Abschwitzdecke trocknen. Dabei ist zu beachten, dass ein Pferd zum Trocknen niemals in eine zugige Stallgasse oder im Freien in den Wind gestellt werden soll. Das kann zu schweren Verspannungen oder starken Erkältungs- und Zugschmerzen führen.
Wer seinem Liebling nach einer Komplettwäsche einen Gefallen tun möchte, darf gerne etwas Stroh unter die Abschwitzdecke stecken. Dies führt zu einer wohligen Wärme. Bei heißen Außentemperaturen sollte man davon allerdings absehen.
Fazit
Die richtige Pflege gehört zu den Grundbedürfnissen eines Pferdes. Eine schlechte Haltung führt zwangsläufig zu Problemen wie Ekzemen, Krankheiten und Unwohlsein. Vor dem Reiten ist das Putzen nicht nur eine willkommene Massage, die den Pferderücken bereits zur Durchblutung anregt, sondern es ist auch zum Befreien von Schmutz, der unter dem Sattel oder der Trense scheuern könnte, absolut notwendig.
Sicherheit und Ausstattung beim Reiten
Oberste Priorität beim Reiten hat die Sicherheit von Pferd und Reiter. Der Reiter muss in seiner Ausstattung bereits Sicherheitsvorkehrungen treffen, um bei einem möglichen Sturz vom oder mit dem Pferd den geringsten Schaden davonzutragen. Das Pferd sollte mit einer sanften Zäumung ausgestattet sein, die im Pferdemaul keine Schmerzen verursacht. Dazu gehört ein passender Sattel, der nicht reibt, drückt oder scheuert. Das Gesamtpaket muss für Pferd und Reiter stimmig sein.
Die wichtigsten Sicherheitsvorkehrungen für den Reiter
• Reithelm: Der Reithelm hat wohl schon einige Köpfe vor schweren Blessuren gerettet. Er soll für den Reiter, wenn er sich auf den Pferderücken begibt, oberste Priorität haben. Für die meisten Pferdeliebhaber gilt heutzutage „safety first“ und der Helm ist ein ständiger Begleiter. In der Freizeit- und Westernreitweise ist der Reithelm noch nicht vollständig akzeptiert. Aber auch hier gibt es mittlerweile stylische Varianten mit westernüblichen Applikationen, die den Stil nicht herabwürdigen und gerne getragen werden.
• Reithose: Die Reithose ist eine lederbesetzte Hose aus widerstandsfähigem Material. Sie gibt dem Reiter
einen festen Halt an den Knieinnenseiten oder, je nach Variante, auch auf der kompletten Sitzfläche.
• Reitstiefel, Stiefeletten, Chaps: Welche dieser Varianten der einzelne Reiter verwendet, bleibt ganz ihm überlassen. Wichtig ist, dass der reiterliche Schuh einen kleinen Absatz besitzt, der im Falle des Falles ein Durchrutschen im Steigbügel verhindert. Ebenfalls wichtig ist die Schafthöhe, die in jedem Fall über den Knöchel gehen soll, um Halt zu gewährleisten. Auch die glatte Oberfläche des Stiefels spielt dabei eine Rolle, denn durch das glatte Leder wird das Reiben am Pferdebauch verhindert. Aufscheuern und schmerzende Wunden werden so vermieden.
• Reithandschuhe: Sie verhindern das Aufreiben der Hände beim Reiten. Die meisten Reiter kennen das unangenehme Gefühl nach einer Dressur- oder Springstunde ohne Handschuhe: die offenen Stellen jucken, brennen und nässen tagelang. Außerdem ist mit Reithandschuhen die Griffigkeit der Zügel sehr viel besser als ohne diese, denn die Zügel rutschen in Gefahrensituationen nicht so leicht durch die Hände.
• Schutzweste: Die Schutzweste wird meist beim Springsport eingesetzt und ist beim Bewältigen von Geländesprüngen Pflicht. Aber auch beim Ausreiten dient sie als wertvoller Begleitschutz, der vor schlimmen Wirbelsäulentraumata oder anderen schweren Verletzungen wirkungsvoll zu schützen vermag.
Fazit
Eine sichere Reitweise setzt eine grundlegende Ausstattung voraus. Reithelm, Hose, Stiefel, Handschuhe und ggf. eine Schutzweste zählen zu den wichtigsten Ausstattungsmerkmalen im Reitsport und sollten nicht unterschätzt werden. Außerdem unterstützt die Ausstattung das reiterliche Können in unterschiedlichen Bereichen, wie zum Beispiel dem festen Sitz oder der Haltung auf dem Pferd.
Erste Kontaktaufnahme mit dem Reitpferd
Bevor man das erste Mal auf ein noch unbekanntes Pferd steigt, ist es besonders wichtig, zuvor einen guten Kontakt herzustellen. Allzu oft sieht man, dass an Reitställen die Pferde in der Halle oder auf dem Platz von Reitschüler zu Reitschüler weitergereicht werden, ohne dem Tier einmal in die Augen geblickt zu haben. In jeder Situation im Umgang mit Pferden muss einem bewusst sein, dass man kein Sportgerät beturnt, sondern dass man es mit einem sehr feinfühligen Lebewesen zu tun hat, das individuell behandelt werden möchte. Desgleichen ist es hilfreich, sich beim Besitzer zuvor über den Charakter des Pferdes zu informieren, um über mögliche Marotten gegenüber Menschen Bescheid zu wissen.
Mögliche Vorgehensweise
1. Beim Betreten der Box wird das Pferd mit sanfter Stimme angesprochen, bis die Aufmerksamkeit beim Reiter liegt.
2. Ist dies der Fall, kann man sich langsam und ruhig auf das Pferd zubewegen. Dabei streckt man am besten die Hand Richtung Pferd, damit das Tier diese beschnuppern kann. Diese Geste signalisiert, dass man in Frieden und mit Umsichtigkeit entgegentritt.
3. Ein Streicheln über den Kopf und am Hals verkörpert dem Tier, dass man einen guten Kontakt pflegen möchte und Berührungen nur im positiven Sinne ausübt.
4. Nun kann das Halfter vorsichtig über die Pferdenase und über das Genick gestrichen und ohne Hektik verschlossen werden.
5. Wenn das Pferd aus der Box herausgeführt und angebunden ist, kann mit dem Putzen begonnen werden. Nun beginnt ein wichtiger Akt in der Kommunikation, denn durch den möglichst sanften und nicht hektischen Körperkontakt wird dem Tier vermittelt, dass man gut gesinnt ist und gemeinsam mit Freude etwas gestalten will.
6. In dieser Phase kann man viel von der Körpersprache des Tieres erlesen. Mag das Tier die Berührungen, legt es die Ohren an, oder verspannt es sich? Im besten Fall steht man einem gut gelaunten Pferd gegenüber, das bereitwillig und gerne Kontakt aufnimmt. Ist dies also geschehen und das Tier akzeptiert die Handlungen an ihm, ist eine gute Basis gegeben, um die nächsten Schritte einzuleiten.
7. Zunächst wird der Sattel seitlich von vorne an das Tier herangetragen, damit es weiß, was im nächsten Moment passiert. Ein kurzes, sanftes Berühren mit dem Sattel an der Pferdeschulter nimmt meist die Anspannung im Pferderücken heraus.
8. Der Sattel wird nun sachgemäß (eine Anleitung befindet sich im Kapitel Aufzäumen und Aufsatteln) auf den Pferderücken gelegt und mit dem Sattelgurt geschlossen. Etwaige Ausbinder wie Martingal, Dreieckszügel etc. müssen, bevor der Gurt geschlossen wird, sachkundig angebracht werden.
9. Es ist wichtig, das Tier während des gesamten Vorgangs zu beobachten. Steht es ruhig und entspannt am Putzplatz, spricht nichts dagegen, es aufzutrensen und sich mit dem Pferd in die Halle zu begeben.
10. Das Loben nicht vergessen! All die einzelnen Schritte sind für Pferd und Reiter nicht selbstverständlich. In diesem Sinne dürfen die Lorbeeren nicht fehlen.
Welches Zubehör wird benötigt?
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