Lipizzaner: Diese Pferderasse zeichnet sich besonders durch den edlen Körperbau, die graziöse Bewegung und durch die bereitwillige Gelehrigkeit aus. Sie wird überwiegend in der spanischen Reitweise und als Showpferd genutzt. Aber auch im freizeitlichen Reiten ist der Lipizzaner ein temperamentvoller, aber sehr treuer Begleiter.
Kaltblüter
Kaltblüter fallen üblicherweise durch ihren kräftigen Körperbau und ihr geringes Maß an Temperament auf. Idealerweise werden sie deshalb als Zugpferd für Kutschen und im freizeitlichen Reiten genutzt. Früher wurde diese Rasse ausschließlich für die Arbeiten im Wald und auf dem Acker verwendet. Auch in der Zucht finden sich einige Liebhaber und stellen ihre schönsten Tiere auf nationalen und internationalen Show-Sichtungen vor.
Die beliebtesten Kaltblutrassen
Schwarzwälder Kaltblut: Das breit gebaute Arbeitspferd ist eines der am häufigsten gezüchteten Kaltblutrassen. Es ist besonders als Kultpferd bei Umzügen wie dem Leonhardiritt oder dem Oktoberfest zu sehen und erfreut sich zunehmender Beliebtheit als Freizeitpferd.
Noriker: Der Noriker ist ein mittelschweres Kaltblut mit einem hohen Maß an Ausdauer. Er ist sehr ausgeglichen und ruhig. Außerdem ist diese Rasse neugierig und interessiert, weshalb sie als gelehrig und unerschrocken gilt und gerne für Wanderritte genutzt wird.
Shire Horse: Dieser Kaltblüter zählt zu den größten Pferderassen dieser Erde und weist Maximalmaße bis zu 1,90 m im Stockmaß auf (selten darüber). Durchschnittlich wird das Shire Horse 1,80 m groß. Seine gutmütige Art ist außergewöhnlich und es wird deshalb auch gerne der sanfte Riese genannt. Shire Horse sind sehr umgänglich und können sowohl als Zugpferd als auch im freizeitlichen Reiten eingesetzt werden.
Fazit
Ob Pony, Warmblut oder Kaltblut, alle Rassen haben etwas für sich und dienen mit ganz besonderen Talenten. Das Pony eignet sich gut für Kinder und hat gleichzeitig Rassen unter sich, die zu den beliebtesten Pferden für Erwachsene und Einsteiger zählen. Das Warmblut ist überwiegend in der Turniersportszene oder dem gehobenen Freizeitsport zu sehen. Kaltblüter hingegen sind bekannt für ihre Sanftmütigkeit und finden sich in allen freizeitlichen Bereichen und als Zugpferde wieder. Allgemein ist zu sagen, dass alle Rassen in vielerlei Hinsicht einsetzbar sind und es außer auf die Voraussetzungen des Körperbaus auch auf den Charakter des Pferdes ankommt. Ein Trakehner kann genauso gut vor der Kutsche laufen und ein Pony im Kader springen, wenn die entsprechenden Veranlagungen vorhanden sind.
Der Umgang mit dem Reitpferd
Beim Umgang mit Pferden ist es wichtig, neben der Leidenschaft für die Tiere auch einige Grundregeln zu kennen und diese sicher anzuwenden. Die Regeln dienen der Sicherheit und fördern den Spaß beim gemeinsamen Miteinander. Es ist von Anfang an wichtig, im Hinterkopf zu behalten, dass Pferde sehr sensibel sind und zu den Fluchttieren zählen. Ein Reiter sollte zu jeder Zeit darauf eingestellt sein, dass ein Pferd bei einer Gefahrensituation überraschend Reißaus nehmen könnte und unerwartete Situationen keine Seltenheit sind. Dies ist allerdings stark abhängig davon, wie unerschrocken oder temperamentvoll ein Pferd ist. Im Vordergrund steht
immer ein ruhiger und ausgeglichener Umgang, der beiden Seiten Spaß bereitet.
Pferde leben in der freien Natur in einer Herde und können deshalb nur das verstehen, was sie aus dem natürlichen Herdenverhalten kennen. Deshalb ist es wichtig, dem Tier immer auf einer ihm verständlichen Ebene zu begegnen. Hierfür ist dringend notwendig, die eigene Ansicht stetig zu überdenken und den Wissensschatz fachkundig zu erweitern.
Die persönliche Einstellung
• Pferde sind sehr empfindsame Wesen und müssen auch dementsprechend achtsam behandelt werden. Dieser Gedanke sollte in der Zusammenarbeit mit den Tieren allgegenwärtig sein.
• Positive Gedanken, Gefühle und Emotionen verbessern die Zusammenarbeit mit Pferden immens. Negative Gedanken und eine nervöse Grundhaltung können sich im Gegensatz dazu schnell auf das Tier übertragen und eine gemeinsame Arbeit erschweren.
• Es ist wichtig, eine aufrichtige und liebevolle innere Haltung dem Pferd gegenüber zu entwickeln und auch zu zeigen. Ein Pferd ist nie von sich aus böswillig. Alles was „schiefläuft“ sollte unter dem Gesichtspunkt betrachtet werden, dass etwas im Umgang vonseiten des Menschen nicht richtig gelaufen ist. Die Situation ist zu reflektieren und ggf. umzugestalten.
Der Einstieg in die Umgangsregeln
Bevor man das erste Mal an ein Pferd herantritt, ist es gut zu wissen, dass ein Pferd meist anders reagiert als man es zum Beispiel von einem Hund oder einer Katze gewohnt ist. Ein unüberlegtes Herantreten mit hastigen Bewegungen und Streicheln über den Kopf, ist nur wenig sinnvoll und könnte das Pferd erschrecken. Vorab kann man sich ein paar Verhaltensregeln verinnerlichen und hat somit eine sehr gute Voraussetzung für die ersten Schritte im Umgang mit einem Pferd.
• Auf sich aufmerksam machen: Aufgrund dessen, dass Pferde Fluchttiere sind, ist es wichtig, sie nicht einfach zu überrumpeln. Denn das würde für das Tier bedeuten, dass es womöglich einer Gefahr ausgesetzt sein könnte und führt zu Fluchtverhalten. Deshalb ist es generell besser, das Tier mit Abstand anzusprechen, bevor man sich von der Seite nähert. Das Pferd sollte immer sehen können, wenn man darauf zugeht.
• Handlungen im Pferdebereich: Es gilt zuallererst, sich ruhig und nicht hektisch zu bewegen. In der Pflege eines Pferdes ist es oft zu sehen, dass Reiter sich unmittelbar hinter dem Pferd befinden und großes Vertrauen voraussetzen. Der sicherste Platz ist aber neben dem Pferd und keinesfalls dahinter. Auch das bravste Pferd kann einmal ausschlagen. Deshalb empfiehlt es sich auch, besser vorne an der Schulter auf die andere Seite zu wechseln oder aber mit großem Abstand hinter dem Pferd vorbeizugehen.
• Die richtigen Schuhe: Das richtige Schuhwerk wird deshalb bei den Grundregeln aufgegriffen, weil es eine wichtige Rolle in Bezug auf die Sicherheit der eigenen Füße spielt. Ein Pferd wiegt nun mal ein paar hundert Kilo, was nicht unterschätzt werden sollte. Viele Reitstiefel besitzen eine kleine Stahlkappe im vorderen Teil der Schuhe, um für den Fall, dass ein Pferd darauf tritt, das Gewicht abzufangen und Quetschungen zu vermeiden.
• Putzen und Pflegen: Während man ein Pferd putzt und pflegt (vor allem im Hufbereich), sollte man sich nicht hinknien oder in die Hocke gehen. Wenn das Pferd erschrickt, ist der Reiter meist nicht schnell genug, um aus dem Gefahrenbereich zu entkommen. Außerdem ist es wichtig, während des gesamten Pflegevorgangs immer ein wachsames Auge darauf zu haben, ob das Pferd entspannt ist oder es Gründe (womöglich unbegründet) zur Panik gibt. In manchen Reitställen dürfen Reiter die Pflege anfänglich nur mit Reithelm ausführen, was vor allem bei Kindern durchaus angebracht erscheint.
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