Ich blickte mich um und sah in lauter entsetzte und angeekelte erstaunte Gesichter um mich herum.
Eine ältere Frau sprang jäh auf und rannte an die hintere Ausgangstür. Zum Glück fuhren wir gerade in eine weitere Haltestelle, die Bahn bremste etwas quietschend ab und kam dann zum Stillstand. Die ältere Frau drückte hastig mit dem Finger auf den Öffnerknopf, riss hastig an der sich endlich öffnenden Tür, presste sich die linke Hand vor ihren Mund, zwischen ihren fest geschlossenen Fingern floss langsam eine Flüssigkeit hervor, tropfte auf ihre weiße und frisch gebügelte Bluse und in einem Wahnsinnstempo, das keiner ihr je in ihrem Alter zugetraut hätte, preschte sie auf den Bahnsteig und die Bahnsteigmitte, denn dort hatte die Bahnverwaltung ein langgezogenes Blumenbeet angelegt mit einigen jetzt blühenden Büschen, dort angekommen, gab es dann kein Halten mehr, es schoss wie eine Fontäne aus ihrem Mund, das herrliche Frühstück des Tages, alles fort, in einen blühenden Busch. Verkrampft, etwas verschämt, stand sie dort noch eine Weile und schnappte nach frischer Morgenluft. Als unser Zug erneut anfuhr, sah ich sie da noch stehen, überwältigt von einem weiteren Würgeanfall und noch einigen Resten mit viel Schleim aus ihrem Magen. Dan entschwand sie meinen sie interessiert beobachtenden Blicken auf nimmer wiedersehen.
„Du, ich merke auch so ein komisches Gefühl, da unten, in meiner Magengegend, braute sich da jetzt für mich etwas zusammen?“ fragte ich besorgt mein Ich.
„Keine Sorge, mein Junge, das ist die Tablette von der Ärztin die sich gerade mit deinen beiden Scheiben Marmeladenbrot und den beiden Tassen Milchkaffee vermischt. So eine Zusammensetzung hat dein Magen schon lange nicht mehr gehabt. Frühstück mit einer Tablette, daran muss sich dein Organismus erst mal wieder gewöhnen,“ belehrte mich mein Ich.
„Verdammt, ist das ein Morgen zum Jubeln, oder zum drauftreten heute!“ fluchte ich halblaut. Denn laut fluchen, jetzt, ich hätte alle empfindlich gestört und schockiert so früh am Morgen schimpfte man doch noch nicht, was sollte da noch aus dem übrigen Tag geschehen? Viele Weisheiten hin und her. Ich war noch immer auf dem Weg zu meiner Arbeitsstelle, da irgendwo in Hamburg-Niendorf.
Ein Zeitungsrascheln schlich durch unseren U-Bahnwaggon. Alle Köpfe versteckten sich wieder hinter ihren Morgenzeitungen. Bei einigen, mit oder ohne eine Zeitung, sanken die Augendeckel ganz langsam tiefer und tiefer, bis die Augen fest verschlossen waren.
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