Wolfgang Jeschke - Die Verwandlung. Internationale SF- Erzählungen.

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Die Verwandlung. Internationale SF- Erzählungen.: краткое содержание, описание и аннотация

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Herausragende Erzählungen internationaler Autoren, u.a. aus Australien, den USA, Polen und den Niederlanden. Stories, die mit den renommiertesten Preisen des Genres - dem NEBULA und dem HUGO AWARD - ausgezeichnet wurden.

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Ich glaube, ich war damals ein ziemlich verrückter Bursche. Ich war mit siebzehn von zu Hause ausgerissen und mit einer Pentax im Rucksack durch Europa gestrolcht. Ich wollte nach Asien. Ich war damals schon entschlossen, Kriegsfotograf zu werden. Den Anfang wollte ich 1967 mit dem arabisch-israelischen Krieg machen. Ich brauchte eine Woche, um hinzukommen. Der Krieg dauerte nur sechs Tage. Ich überwand meine Enttäuschung und fuhr weiter nach Süden bis Aden, wo es Terroranschläge gegen die Briten gab, die sich aus der Kolonie zurückziehen wollten. Die Behörden wollten mich nicht reinlassen. Sie wollten mich zu meinen Eltern nach Hause schicken. Ich zog weiter nach Osten in Richtung Vietnam, blieb aber in Indien hängen und vergaß die Zeit in einer Opiumwolke und in den Klängen einer Sitar meine Objektivität. Schließlich kam ich rechtzeitig zur Schlacht von Khe Sanh in Vietnam an.

Meine ersten Fotos waren schlecht, und niemand wollte sie haben. (Erst später, nach dem ersten Buch, waren sie gefragt.) Aber ich war viel zu besessen, um aufzuhören. Ich fotografierte weiter, wurde besser und lernte etwas von amerikanischen Kollegen. Als Mi Lai Schlagzeilen machte, war ich gut genug, und man wollte meine Fotos kaufen.

Etwa zu dieser Zeit sah ich den tätowierten Mann. Ich war mit einem Spähtrupp im Land unterwegs. Ein nervöser Scharfschütze feuerte mit seiner M-16 auf einen Schatten. »Ich habe da eine Bewegung gesehen«, sagte er. »Ich habe gesehen, wie der Farn gewackelt hat.« Wir überprüften die Gegend und fanden eine blutige Fährte, die zu einer Höhle neben einem Wasserfall führte. Die Patrouille hatte nur zwei Splittergranaten mit. Die Männer warfen nacheinander beide Granaten, aber es wollte immer noch niemand in die Höhle eindringen. Ich konnte es ihnen nicht verdenken. Die Höhle sah aus wie ein Felsmaul, das nur darauf wartete, grüne Jungs zu verschlucken. Das Brüllen des Wasserfalls war unserer Moral auch nicht zuträglich. Ich war froh, daß ich nur zum Fotografieren mitgekommen war.

Sie forderten Verstärkung an, und etwas später warf ein Huey einen Flammenwerfer ab, mit dem sie das Innere der Höhle ausräucherten. Dann ging ein einzelner Mann mit einem 45er rein. Er kam rückwärts wieder heraus und zerrte eine nackte Männerleiche hinter sich her. Die Haut des Toten war zum größten Teil weggebrannt. Nur sein linker Arm und ein Teil seiner Brust war unbeschädigt. Er mußte mit dem Gesicht nach unten auf seinem Arm gelegen haben, als die Flammen sein Versteck ausleckten. Die unversehrten Hautstücke waren mit Tätowierungen bedeckt, die beim Betrachten einen seltsamen Eindruck hervorriefen: ähnlich dem Gefühl, das man bekommt, wenn man aus der Nähe schwarzweiße Zickzacklinien betrachtet.

Die nächsten Tätowierungen waren stärker verschlungen und feiner, und er begann sich zu fragen, ob sie eine Art Botschaft wären. Er starrte sie im Spiegel an, bis ihm schwindlig wurde. Er versuchte, Strukturen zu erkennen, die an eine Sprache erinnerten. Er versuchte sogar, sich zu bewegen. Er wanderte vor dem Spiegel herum, um zu beobachten, ob die Nachricht deutlicher würde, wenn die Muskeln seines straffen, schlanken Körpers sich spannten und seine Glieder und seinen Torso bewegten. Aber es führte zu nichts.

Er hatte schlaflose Nächte verbracht – nicht in Bars, sondern in Chinatown – und praktisch jeden gefragt, der aussah, als könnte er Tätowierungen machen. Schließlich fuhr ihn ein Taxifahrer zu einem Dreckloch von Keller, wo es angeblich ein illegales Tätowierstudio gab. Als die Tür geöffnet wurde, wußte er, daß er an der richtigen Stelle war.

»Wollen Sie noch eine?« fragte der Mann.

Er erklärte dem Künstler, daß er keine Erinnerungen an seine vorhergehenden Besuche habe. Er sei jedesmal betrunken gewesen und habe nicht gewußt, was er tat.

Der Künstler schüttelte mit undurchdringlichem Gesicht den Kopf.

»Doch, Sie wußten es«, sagte er mit dem Akzent eines Einwanderers.

Plötzlich kam ihm der erschreckende Gedanke, daß der Tätowierer womöglich kein Chinese, sondern Vietnamese sei. Hatten sie ihn quer über den Ozean verfolgt? Wollten sie ihm hier, in seiner Heimat, ans Leder?

Er schüttelte den Kopf, um die Paranoia abzustreifen.

»Hören Sie, guter Mann, ich will keine Tätowierungen mehr. Ich will keine mehr, ist das klar? Egal, ob ich betrunken oder nüchtern herkomme, schicken Sie mich wieder weg. Machen Sie mir keine Tätowierungen mehr. Okay?«

»Nicht okay.« Wieder ein Kopfschütteln. »Sie nicht wollen herkommen. Sie wollen woanders hingehen. Ich mache gute Tätowierungen. Sie kommen her, ich mache gute Tätowierung …«

Er drohte dem Mann, der Polizei von diesem illegalen Geschäft zu erzählen, aber der Tätowierer lächelte nur sein aufreizendes asiatisches Lächeln.

»Sie gehen nicht zur Polizei.«

Noch am gleichen Abend zog er sich eine weitere Tätowierung zu. Als er sie am nächsten Morgen entdeckte, ging er wieder hin, um den Künstler windelweich zu prügeln, sah sich aber einem nicht minder wütenden Tätowierer gegenüber.

»Sie Fliegen im Kopf. Sie verrückt. Warum kommen am Abend zu mir und sagen: ›Mach mir Tätowierung‹ und kommen am Tag wütend wieder her? Ich mache, was Sie sagen. Wenn Sie keine Tätowierung wollen, Sie nicht herkommen dürfen, Sie verrückter Irrer.«

Aus dem Unterholz des Kellers schienen Freunde und Verwandte des Tätowierers aufzutauchen, die sich im Schatten hinter dem Mann mit verschränkten Armen aufbauten. Der Veteran wußte, daß sie binnen weniger Sekunden womöglich sogar mit Messern über ihn herfallen würden, wenn er Ärger machte.

»Ihr Ärsche habt mich hypnotisiert oder so was«, sagte er. »Warum, in Gottes Namen, komme ich immer wieder her? Ich verstehe das nicht. Was, zum Teufel, ist hier los?«

Der Tätowierer zuckte die Achseln.

»Woher haben Sie überhaupt die Motive? Solche Motive habe ich im Leben noch nicht gesehen.«

Der Künstler kramte in einer Schublade herum und zog einen Stapel Blätter hervor. Auf jedem Blatt war die Zeichnung eines Symbols, das den Tätowierungen ähnelte. Er starrte die Blätter verständnislos an, bis ihm der Asiate erklärte: »Sie zeichnen. Sie zeichnen sie. Immer wenn Sie herkommen, nehmen Papier und zeichnen Bild.«

»Das glaube ich nicht«, sagte er betroffen.

»Ist mir doch egal«, lautete die Antwort.

Er ging nach Hause und starrte die Wand an. Nach und nach erinnerte er sich an den Vorfall. Er zerrte ihn aus dem Winkel seines Bewußtseins, wo er ihn zusammen mit all den anderen Alpträumen des Dschungels hatte begraben wollen, nach vorn. Der Vietcong, den er in der Höhle verbrannt hatte. Die Leiche hatte Tätowierungen auf dem Arm gehabt, die denen auf seinem eigenen Körper ähnelten. Kleine Kringel und Umrisse, die aussahen, als wären sie von den Ornamenten einer Säule in einem Schlangentempel kopiert. Phil war auf dieser Patrouille dabei gewesen. Sie hatten unter vier Augen darüber geredet. Phil hatte vermutet, daß es sich um religiöse Symbole handelte – Symbole, die so alt waren wie Vietnam selbst.

»Es hieß früher ›Das Land der tätowierten Männer‹«, hatte Phil erklärt.

»Was hieß so?«

»Dieses Land hier. Vietnam. Vor dreitausend Jahren war hier das Königreich von Van Tank, oder das Land der tätowierten Männer …«

Phil war sein Lieutenant gewesen. Phil war sein bester Freund. Sie waren zusammen auf dem College gewesen, und er hatte eine Berufung abgelehnt, damit sie zusammen bleiben konnten. Sie hatten ihr Jahr in der Hölle zusammen überlebt, und sie waren zusammen heimgekommen. Phil hatte ihn in seinem Apartment wohnen lassen, während er sich nach einer eigenen Wohnung umgesehen hatte. Nur drei Wochen nach ihrer Rückkehr war Phil ermordet worden. In der U-Bahn von einem oder mehreren Unbekannten erstochen. Sie hatten seine Uhr und seine Ringe und drei Dollar aus seiner Brieftasche gestohlen. Ein ganzes Jahr in Vietnam, wo einem ständig die Brocken um die Ohren flogen und wo amerikanische Soldaten starben wie die Fliegen, und Phil hatte es geschafft, er hatte überlebt. Er hatte es überlebt, bis ihn in der U-Bahn ein Schweinehund aufgeschlitzt hatte, dem der Krieg in Asien nicht reichte und der in New York noch einen anfangen mußte.

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