Uwe Tellkamp - Der Turm

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Hausmusik, Lektüre, intellektueller Austausch: Das Dresdner Villenviertel, vom real existierenden Sozialismus längst mit Verfallsgrau überzogen, schottet sich ab. Resigniert, aber humorvoll kommentiert man den Niedergang eines Gesellschaftssystems, in dem Bildungsbürger eigentlich nicht vorgesehen sind. Anne und Richard Hoffmann, sie Krankenschwester, er Chirurg, stehen im Konflikt zwischen Anpassung und Aufbegehren: Kann man den Zumutungen des Systems in der Nische, der "süßen Krankheit Gestern" der Dresdner Nostalgie entfliehen wie Richards Cousin Niklas Tietze — oder ist der Zeitpunkt gekommen, die Ausreise zu wählen? Christian, ihr ältester Sohn, der Medizin studieren will, bekommt die Härte des Systems in der NVA zu spüren. Sein Weg scheint als Strafgefangener am Ofen eines Chemiewerks zu enden. Sein Onkel Meno Rohde steht zwischen den Welten: Als Kind der "roten Aristokratie" im Moskauer Exil hat er Zugang zum seltsamen Bezirk "Ostrom", wo die Nomenklatura residiert, die Lebensläufe der Menschen verwaltet werden und deutsches demokratisches Recht gesprochen wird.

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«Bei den Amis gibt’s Rassendiskriminierung. Im übrigen wurde dieser Paragraph abgeschafft. — Mein Bruder geht auch drei Jahre zur Armee.«

«Aus Überzeugung?«zweifelte Christian.

«Was willst du damit andeuten?«

Widerwillig mußte er lachen.»Nichts Anzügliches.«

«Ich würde auf dich warten«, sagte Reina.

Turgenjew-Herzklopfen nun doch; er wußte, daß er rot wurde und hielt sich in der Dämmerung des Weges; Reinas Achselhöhlen, Reinas Leib, von dem das Laken gerutscht war, wie einfach wäre es jetzt, sie zu berühren, die Lippen ihres schiefen, sommersprossenumstreuten Munds zu suchen, das übliche Zeug zu stammeln, wehrte er sich: seine Akne, über deren eiterbekappte Buckel ihre Finger tasten, für eine Sekunde zögern, sagen würden: Pickelvergiftung; widerliches Suppenhuhngefühl, ich will mir doch keine Pickelvergiftung holen, dann würde sie aus Takt etwas Besänftigendes murmeln und doch sich insgeheim ekeln: eben doch abschmierendes Flugzeug das Ganze; wie würde es sein, mit Reina zu schlafen, er sehnte sich, fürchtete sich.

«Würdest du zu einer Überzeugung stehen, ganz gleich, was passiert?«

«Ich würde es versuchen«, antwortete Reina nach einiger Zeit, ohne ihn anzusehen, der Abstand zwischen ihnen war größer als ihr ausgestreckter Arm; seine Hand hätte helfen müssen.

«Auch wenn du erpreßt oder gefoltert werden würdest?«

«Wenn ich jetzt ja sage, denkst du, ich gebe an oder überschätze einfach, was ich aushalten kann. Wer kann das schon wissen. — Müssen wir darüber reden?«Reina war genervt, er hörte es, und trotzdem reizte er weiter, nun gerade, es bereitete ihm ein gewisses Vergnügen.»Und wenn sie nicht dich foltern würden, sondern jemanden, den du liebst?«

Reina holte tief Luft:»Wer sollte dich foltern wollen.«

«Hüte dich vor Reina«, sagte Verena eines Abends,»ich glaube, sie ist eine von denen. Sei vorsichtig bei dem, was du sagst.«

Eine Magnetnadel pendelte über den Kompaß, flatternde, unentschlossene Schwimmbewegungen; Verena schien unerreichbar, sie hielt nun offen Händchen mit Siegbert, und Christian konnte das Musikinstrumentenbraun ihres Haars so lange ansehen, bis ihm Schweißsträhnen und auf den Schultern der dunklen Nikkis, die sie trug, gepuderte Schuppen auffielen; er konnte ihren Blick ertragen, ohne sofort etwas zur laufenden Diskussion beitragen zu müssen, ohne mit einer fahrigen Geste: Faustkrampfen, Kopfkratzen, die Nacktheit dieses Blicktauschs zu verhüllen, alles entschieden wegzuschieben. Plötzlich war die Magnetnadel stehengeblieben.

Hüte dich vor Reina.

Aber er mußte nun sein, wo sie war; er konnte es nicht ertragen, wenn sie bergab das Gleichgewicht verlor und Falk oder Siegbert ihre haltsuchende Hand griffen; er glotzte, wenn sie rasteten, den Flaum ihres Nackens an, die verletzbaren, zu hellen Wirbeln gebogenen Haare, von denen ein gefährlicher Sog ausging: manchmal hatte er schon den Finger ausgestreckt, weil eine Mücke dort saß oder eine Vergewisserung notwendig war, auch glaubte er, daß die Narbe weh tun müsse und daß der Schmerz aufhöre, wenn er ihn berührte. Rechtzeitig genug fiel ihm ein, daß Falk auf seine Bewegung achtgab und es nur noch Sekunden dauern konnte, bis das Gespräch erstorben und Reina versteinert sein würde; abends wünschte er, sie läge noch immer auf der Matratze neben ihm, und er könnte bestimmen, wo sie der Schauer des ersten Kusses treffen sollte — aber sie hatte sich einen anderen Platz gesucht, weit weg von ihm. Rücken, Anlauf der Schulter, die Stelle der Haarwirbel (zu erwartbar, sagte er sich, vielleicht würde sie es später vergessen, wenn er sie danach fragte: Wo war mein erster Kuß, erinnerst du dich? oder ein anderer hatte sie bereits dort geküßt, sofort bildete er sich ein, daß es so sein mußte, wahrscheinlich auf die Narbe, so ging es in Piratenfilmen — er wußte ja nicht einmal, ob er für Reina der erste Freund sein würde: unwahrscheinlich, sicherlich hatte es Liebeleien in früheren Schuljahren gegeben; ob sie nicht überhaupt einen Freund hatte; er nahm sich vor, ihn zu verprügeln, den Mistkäfer); vielleicht doch die Narbe, oder besser einen Punkt auf der Linie, die das Bettlaken gezeichnet hatte und wo der Rücken ins Becken überging; ihr Ohrläppchen (rechts oder links? sie waren beide gut durchblutet), ihren Bauchnabel (bei dieser Vorstellung schrie er leise auf vor Freude: ihr Bauch würde kurz vor dem Kuß wie elektrisiert zurückweichen, wie wenn man ein Eisstück daraufwarf, würde langsam, wie beim Ausatmen, wieder hochkommen, genau in diese steigende Bewegung würde er seine Lippen halten, so daß ihr Nabel seine Lippen berühren würde, nicht umgekehrt), ihren Ellbogen (ungewöhnlich, aber trocken, so küßten, dachte er, Modelleisenbahner), ihre Nasenspitze (aber sie war schließlich keine Katze), ihren großen Zeh (der linke war schöner; ein tapferer, wahrscheinlich nach Sauerkraut schmeckender Kuß), besser noch der Ring-Zeh, der zweite von außen (da küßte nie jemand, aber würde sie sich das merken? vielleicht war das zu gesucht, zu kompliziert?), ihre Brüste (natürlich, na klar, logisch; er malte sich auf fiebrigen Spaziergängen die Farbe ihrer Brustwarzen aus, ob sie rosig waren oder blaßbraun wie Milchkaffee, ob er zart hineinbeißen könnte ohne ihr Schmerz zuzufügen, ob sie auf seine Zunge, seine Lippen, womöglich sein Nasenloch reagieren würden — dies, wenn er besonders gierig schnüffelte), oder die Kniekehle? Nein.

Er würde ihre Achselhöhle küssen. Natürlich gab es noch ihren Mund, aber der kam nicht in Frage für den ersten Kuß, den würde er später besuchen. Der erste Kuß, beschloß er, sollte ihrer Achselhöhle gehören, der rasierten, schwitzenden, brötchenweißen, taubenbäuchigen Bucht unter ihrem linken Arm.

Kurt hatte kein Telefon, Einladungen erhielt er schriftlich, auch Lene hatte keins; Christian ging in den Ort, um Barbara anzurufen. Er wollte Anne nicht beunruhigen, und was Richard gesagt hätte, konnte er sich denken. Als er die Nummer wählte, sah er den baufälligen Balkon am Italienischen Haus vor sich, das Treppenfenster mit den Nachtviolen, die Meno und er im Winter, am Geburtstagsabend, bewundert hatten. Es war Freitag, Ina würde aus sein: Es hätte ihn sehr gestört, wenn sie ihm geantwortet hätte; Barbara kam freitags oft eher nach Hause; sie würde wahrscheinlich in der Küche stehen und kochen. Sie meldete sich. Er erzählte ihr von Reina.

«Und da fragst du, ob du das Mädel lieben sollst? Sag mal, bei dir knistert’s wohl unterm Turban? Jetzt hör mal zu. Glaubst du, uns hat Politik interessiert, als wir in deinem Alter waren? Denkst du, Ina interessiert sich einen Deut für die politischen Einstellungen ihrer Aktuellen?«

Sollte sie vielleicht, dachte Christian.

«Aber das hast du von deinem Vater. Christian, eins im Vertrauen: Dein Vater ist ein bißchen … na, wie soll ich sagen? Verklemmt? Wir hatten neulich eine Diskussion, aber da fällt mir ein, von der darfst du gar nichts wissen. Enöff. Du brauchst eine Freundin, ein Junge in deinem Alter ohne, da würde ich mir als Mutter aber Gedanken machen. — Warum rufst du Anne eigentlich nicht an?«»Sie soll sich keine Sorgen machen, Tante Barbara. Bitte sag ihr auch nichts.«

«Na, enöff. Ich bin verschwiegen wie ein Grab. Weißt du, wie ein Mädchen küßt, und was da sonst noch folgt … Rote Rosen, na ja, undsoweiter: Das hat mit Politik nichts zu tun. «Barbara seufzte, und er sah ihre gespreizten, beringten Finger vor sich, hörte die Armreifen in der Telefonmuschel aufklirrren:»Du bist nur einmal jung!«

Meno warnte. So ungehalten hatte Christian seinen Onkel noch nie erlebt. Er hätte gern einmal mit ihm über Hanna gesprochen, aber niemand in der Familie schien je danach gefragt zu haben, warum Menos Ehe gescheitert war.

«Wenn sie dich denunziert? — Danach zu urteilen, was du mir erzählt hast, solltest du damit rechnen.«

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