Ilija Trojanow - Der Weltensammler
Здесь есть возможность читать онлайн «Ilija Trojanow - Der Weltensammler» весь текст электронной книги совершенно бесплатно (целиком полную версию без сокращений). В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Год выпуска: 2007, Издательство: DTV, Жанр: Современная проза, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.
- Название:Der Weltensammler
- Автор:
- Издательство:DTV
- Жанр:
- Год:2007
- ISBN:нет данных
- Рейтинг книги:3 / 5. Голосов: 1
-
Избранное:Добавить в избранное
- Отзывы:
-
Ваша оценка:
- 60
- 1
- 2
- 3
- 4
- 5
Der Weltensammler: краткое содержание, описание и аннотация
Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Der Weltensammler»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.
Der Weltensammler — читать онлайн бесплатно полную книгу (весь текст) целиком
Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Der Weltensammler», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.
Интервал:
Закладка:
Der Tag verlangte nach einem weiteren Gebet. Der alte Mann auf der Baraza vor seinem Haus richtete ein Auge auf das Rinnsal der Ereignisse, das an ihm vorbeisickerte. Gedanken trieben durch seine Schläfrigkeit, die Wachablösung der Flaggen, das Einziehen der blutroten Fahne des Sultans, der er einst ins Ungewisse gefolgt war, angesteckt von dem eitlen Selbstbewußtsein jener beiden Fremden — hellhaarig und rothäutig der eine, dunkel wie ein Araber und vernarbt wie ein Krieger der andere —, die blind darauf vertrauten, daß ihre Herrlichkeit und die Flagge des Sultans bei den Herrschern im Inneren des Landes die erhoffte Wirkung zeitigen würden. Und zu seiner nachträglichen Verwunderung hatte sich dieses Vertrauen bewährt. Er hatte überlebt, diese und drei weitere Reisen. Er hatte überlebt.
Und dann, viel später, kurz nachdem er zum ersten Mal Großvater geworden war, tauchte wieder ein Mzungu auf, hellhäutiger als die anderen — der Ruhm des alten Mannes mußte ihm den Weg gewiesen haben. Ein gehetzter Mann, linkisch wie Bwana Speke, ehrgeizig wie Bwana Stanley. Er forderte Sidi Mubarak Bombay auf, ihn ins Landesinnere zu führen. Sie hatten im Innenhof gesessen — die Wazungu empfanden es als unhöflich, wenn man sie auf der Straße empfing, bat man sie aber in den Innenhof, spiegelte sich auf ihrem Gesicht die Abscheu vor den umherschweifenden Hunden und Hühnern und dem in einer Ecke dösenden Sklaven, dem Speichel aus dem aufgefallenen Mund rann — und seine Gedanken hatten mit der Idee einer weiteren, einer fünften Reise gespielt, als er die Stimme hörte, die vom ersten Stock herabfiel wie ein Knüppel. Wenn du mich noch einmal verläßt … der Mzungu verstand die Sprache nicht, gewiß aber den Tonfall … werde ich den letzten Rest Freude aus deinem Leben kratzen! Eine Angst, klebrig wie eine überreife Mango, hatte sich auf einmal seiner bemächtigt. Nicht wegen dieser Drohung seiner Frau. Zum ersten Mal verspürte er die Angst, nicht heimzukehren. Der Mzungu verlangte nach Auskünften, die nach Blut rochen, nach Verhängnis schmeckten — alles an ihm war maßlos. Er schien zu glauben, die Welt wäre so, wie er sie sich in seinem Kopf ausmalte. Und wenn die Welt ihn enttäuschen sollte, würde er die Welt verändern? Sei unbesorgt, hatte er seiner Frau zugerufen. Du wirst mich nicht los! Einen Augenblick lang hatte er überlegt, ob er diesen Besessenen mit falschen Angaben in die Irre führen sollte, doch er gab den Gedanken gleich wieder auf, es hätte nichts gefruchtet. Seinerzeit hatte er seine Spielchen mit den Wazungu getrieben, und trotzdem waren sie stets an ihr Ziel gelangt. Halb blind manchmal, oder halb verrückt, gelähmt und gepeinigt, aber stets im vollen Bewußtsein ihres Erfolges. Und an diesem Tag hatten sie sogar ihre Fahne über Sansibar gehißt. Es hatte den alten Mann nicht überrascht, nahe dem zentralen Mast, inmitten all der hochrangigen Wazungu, den maßlosen Bwana Peters zu entdecken, der ihn damals zu Hause aufgesucht hatte, steif und vor Stolz erglüht in seiner prächtigen Uniform. Die Welt sah jetzt tatsächlich so aus, wie er sie sich vorgestellt hatte.
— Was schüttelst du den Kopf?
— Ich schüttele den Kopf über einen gewissen Herrn, der mich immerzu mit dummen Fragen belästigen muß.
— Andere Fragen würdest du nicht verstehen.
— Woher weißt du das? Du hast es nie ausprobiert.
— Assalaamu Alaikum.
— Waleikum is-salaam.
— Ist die Welt in Ordnung?
— Sie ist es und ist es doch nicht.
— Der Familie geht es gut?
— Das Haus ist voller Gesundheit.
— Wie voll Gold?
— Wie voll Gold, voll Korallen, voll Perlen.
— Und voll Glück?
— Hem!
— Marhaba.
— Marhaba.
— Es gelüstet mich nach einem starken Kaffee.
— Sei willkommen.
— Sollte er mir schmecken, werde ich dir anvertrauen, was ich über den Schatzmeister des Sultans erfahren habe.
— Mit der Fahne des Sultans wird man bald Staub wischen.
— Deswegen hat der Schatzmeister seine Dienste den Wazungu angeboten.
— Bei denen kann man mit Herkunft allein keinen Eindruck schinden. Bei denen zählt nur, was du zu leisten vermagst.
— Die brauchen auch ihre Blutsauger, und wer wäre besser dazu geeignet als der altbewährte Schatzmeister. Wer den Gestrigen gut gedient hat, der wird den Künftigen noch besser dienen.
— Recht hast du, ich gebe es sofort zu. Jetzt nimm endlich Platz, sonst denken die Leute, wir hätten uns verkracht, und als nächstes fangen sie an, deinem Geschwätz Glauben zu schenken.
— Deine Güte zeichnet dich aus.
— Eine alte Gewohnheit, von der ich mich schlecht befreien kann. Ich habe gerade nachgedacht, sag jetzt nichts, unterbrich mich nicht gleich, ich habe über das Selbstvertrauen der Wazungu nachgedacht, wie schlecht habe ich sie am Anfang gekannt, wie wenig habe ich sie verstanden, und heute, heute haben sie uns ihre Fahne gezeigt, an dem höchsten Mast der Insel. Überhaupt, bei der ersten Reise war alles wie eine Offenbarung … ach, Salim, komm zu mir, komm, mein Kleiner, setz dich zu uns … eine Offenbarung, die nicht völlig unerwartet kam, denn das war es, was mich mitgehen ließ, diese Zuversicht, die mir der eine, der dunklere Mzungu von Anfang an gab, diese Zuversicht, an seiner Seite überall hingelangen zu können. Erst später stellte ich fest, sie brauchten uns, um dort hinzugelangen. Aber sie waren voller Zuversicht. Verstehst du das?
— Kanntest du Großmutter schon?
— Nein, Salim, ich kannte deine Großmutter noch nicht, aber eines kannst du mir glauben: Ich bin nicht losgezogen, um sie kennenzulernen. Es war vielmehr so, als hätten mich die Ahnen gerufen, zurück in das Land, aus dem ich stamme und in das ich nie zurückgekehrt war. Etwa so alt, wie du jetzt bist, mein Morgenschein, so alt war ich, als sie mich jagten, als sie mich einfingen, als sie mich verschleppten, Araber mit schweren Gewändern und lauten Gewehren, von denen wir schon gehört hatten, oh ja, vor denen wir gewarnt worden waren, aber glaubst du an den Dschinn, dem du noch nie begegnet bist? Hast du schon einmal einen Dschinn gesehen? Was wirst du tun, wenn er dich überfällt, mein Sonnenlicht? Du weißt es nicht! Sie fielen über uns her, schneller als der Tod, sie waren überall, sie schossen mit ihren lauten Gewehren, und sie brüllten Befehle, die sich einbrannten in meine Ohren, wunde Befehle, vermischt mit den Schreien unserer Mütter und Großmütter und Schwestern, die sich einbrannten in meine Ohren, und heute noch, wenn ich einen Schrei höre, ähnlich den Schreien damals, einen Kesselflicker, der seinen Diener beschimpft, einen Perlensucher, der müde und schlechtgelaunt nach Hause kommt, dann höre ich alles wieder, jeden der Schreie, und sehe alles wieder, ich sehe unsere Sohlen zum See fliegen, oh ja, ich sehe die Sohlen meiner Angst. Wer weiß, warum wir am See Rettung suchten, anstatt uns im Wald zu verstecken, wie es andere taten, so vermute ich, denn nachher, als wir aneinandergereiht waren, die Hände an einen Balken gekettet, fehlten einige meiner Brüder, sie waren nicht unter uns, und das war die einzige Freude, die ich noch empfand. Ich war so jung wie du, alt genug, um bald vom Messer gegessen zu werden, ein Vogel noch, der sich hier niederlassen konnte und dort, ein Vogel, der zu keiner Medresa mußte, der in keinem Innenhof ausharren mußte, der durch Wald und Grasland hüpfen konnte, der in den See sprang, wenn jemand auf die Krokodile achtgab und auf das Wasser klatschte, wenn sie sich näherten. Dann kam der Tag, der die Maske eines Unbekannten trug, der Tag, an dem mir Flügel und Beine gebrochen wurden, bis ich nicht mehr wußte, ob ich mehr war als nur ein Stück Fleisch, das über die aufgeheizte Erde geschleppt wurde. Die unbekannten Masken sprachen mit der Zunge der Peitschen. Mein Liebling, du kennst nicht die Zunge der Peitschen, nicht einmal den Knüppel kennst du, dein Vater vergißt in deiner Gegenwart jeglichen Zorn, du weißt nicht, wie sie dich beleidigt, bevor sie dir weh tut, wie sie dich bestraft, bevor sie dir droht, wie sie dir durch die Sinne schneidet, dich in die Knie zwingt, dich weitertaumeln läßt, sie ist eine Zunge, die man herausschneiden will, aber unsere Hände waren gefesselt, und wenn wir einmal nachts rasteten, denn wir mußten durch manche Nacht hindurch laufen, wurden auch unsere Füße gefesselt, und wenn du dir heute, drei Menschenleben weiter, das Handgelenk deines Großvaters anschaust, hier, siehst du die Narben aus jenen Tagen, an denen mein erstes Leben starb, mein Kinderleben, das Leben mit meinen Ahnen und meinen Nächsten. Ich habe nie wieder jemanden getroffen, der mein Dorf kannte, der seine Gebete an dieselben Ahnen richtete wie ich, und es dauerte viele Regenzeiten, bevor ich wieder jemanden traf, der meine Sprache kannte.
Читать дальшеИнтервал:
Закладка:
Похожие книги на «Der Weltensammler»
Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Der Weltensammler» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.
Обсуждение, отзывы о книге «Der Weltensammler» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.