Ingrid Noll - Der Hahn ist tot

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Sie hält sich für eine Benachteiligte, die ungerecht behandelt wird und zu kurz kommt. Mit zweiundfünfzig Jahren trifft sie die Liebe wie ein Hexenschuß. Diese letzte Chance muß wahrgenommen werden, Hindernisse müssen beiseite geräumt werden. Sie entwickelt eine bittere Tatkraft: Rosemarie Hirte, Versicherungsangestellte, geht buchstäblich über Leichen, um den Mann ihrer Träume zu erbeuten.

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Sie war von klein auf lebensklug gewesen und mir weit überlegen. Ich hatte nur eine bigotte Mutter, die mir einmal im Jahr an meinem Geburtstag erlaubte, drei Freundinnen einzuladen. In meiner Klasse — wir waren übrigens nur Mädchen — gab es noch ein paar von meiner Sorte, nämlich fleißig und brav, eher häßlich, wenig beliebt. Aber die meisten gingen in die Tanzstunde, redeten über Jungs und hatten einen Freund. Auch ohne reiches Elternhaus hatten sie eine Mutter, die sich für ein schönes Kleid begeistern konnte oder es sogar selbst nähte. Die andern: selbstbewußt, lustig, verliebt. So fing es an, so ging es weiter, die Ungerechtigkeit hat bis heute nicht aufgehört.

Zehn Jahre nach dem Abitur besuchte ich ein Klassentreffen.

Es wurden fast nur Fotos von Hochzeiten, Babys und Kleinkindern herumgereicht, ein anderes Thema existierte nicht. Ich und noch ein paar andere Übriggebliebene saßen versteinert dabei. Nie wieder habe ich ein Klassentreffen besucht. Ich hasse diese glücklichen Mütter mit ihren Wunderkindern, hasse diese selbstgefälligen Ehefrauen. Aber ich habe mich nicht gegen sie gewehrt.

Zum ersten Mal im Leben wollte ich nun auch etwas ganz entschieden für mich, mit aller Kraft, aus ganzer Seele: Ich wollte Witold. Dafür wollte ich alles tun, wozu ich fähig war, dafür wollte ich meine ganze Intelligenz aufbieten, dafür hätte ich auch Karriere und Geld aufs Spiel gesetzt.

Nachdem ich sie mehrere Wochen hatte wachsen lassen, gefielen mir meine Haare gar nicht. Als Beate anrief, beschloß ich, sie um Rat zu fragen. Aber sie unterbrach mich.

»Gleich reden wir über Haare. Zuerst muß ich dir wichtige Neuigkeiten erzählen. Erstens: Lessi kriegt gar kein Kind!«

Ich erfuhr, daß Lessi vor vier Wochen einen schwach positiven Apothekentest vorzuweisen hatte, aber nie zum Arzt gegangen war. Trotzdem hatte sie der ganzen Welt von ihrer Schwangerschaft erzählt. Vor einigen Tagen war Beate mit ihr zur Frauenärztin gegangen, die sie nach einer Ultraschallaufnahme eines Besseren belehrte. Heute hatte sie ihre Tage gekriegt.

»Ehrlich gesagt«, meinte Beate, »ich bin doch sehr erleichtert. Ich hätte meinen Job bei der Volkshochschule aufgeben müssen, um Lessis Kind großzuziehen. Denn wie sollte sie studieren ohne Mann, der sich mit ihr beim Babysitten abwechselt?«

Also war Beates Großmutterfreude reines Theater gewesen, dachte ich bitter.

»Und was ist die zweite Neuigkeit?« wollte ich wissen, schon erregt beim Gedanken, es könnte sich um Witold handeln.

»Denk dir, ich habe einen netten Mann kennengelernt«, erzählte Beate und schilderte mir die Vorzüge eines zehn Jahre jüngeren Handelsvertreters.

Obgleich ich ahnte, daß Beate ein offenes Haus und Bett hielt, wurde ich ironisch: »Ist das jetzt also das große Glück?« fragte ich.

Beate ließ sich nicht ärgern. »Ach du«, meinte sie, »ich kenne keine Frau von fünfzig, der das große Glück über den Weg läuft. Es gibt überhaupt nur kleines oder kurzes Glück.

Ich will dir die Schattenseiten auch nicht verschweigen: Er ist verheiratet und hat kleine Kinder. Sie wohnen aber im Münchner Raum, und er fährt nur am Wochenende heim.«

Na, das war aber wirklich nur ein kleines Glück. Ich wunderte mich, daß Beate da mitspielte.

»Was gibt’s Neues in der Mordsache?« fragte ich.

»Nie hätte ich geglaubt, daß du dich so fürs Morden interessierst«, jetzt wurde Beate leicht spitz. Aber sie erzählte mir doch, daß Witolds Söhne die letzten Wochen beim Vater gewohnt hätten, obgleich sie eigentlich längst eigene Buden in Heidelberg hatten. Sie wollten aber demnächst mit ihren Freundinnen nach Mexiko fahren, schließlich seien noch Semesterferien. Sie hätten sogar erwogen, ihren armen Vater mitzunehmen. Aber das ginge nicht.

Warum nicht, wollte ich wissen.

»Ja, erstens kann er nicht, denn die Schule fängt wieder an, und er muß unterrichten; zweitens darf er nicht, denn er muß für die Polizei erreichbar sein. Und drittens will er nicht.

Soweit Lessi weiß, hat ihm ein Freund ein Wochenendhäuschen im Odenwald zur Verfügung gestellt, dahin möchte er sich zurückziehen, wenn die Jungs weg sind.

Verständlicherweise hat er wenig Lust, in Ladenburg allein in seinem Haus zu hocken und von Reportern und mitleidigen Nachbarn belämmert zu werden.«

Über meine Haare hatten wir zwar nicht geredet, dafür über etwas Interessanteres. Ich war mir sicher, dieses Odenwälder Häuschen ausfindig machen zu können.

Als die Schule wieder angefangen hatte, rief ich beim Sekretariat des Ladenburger Gymnasiums an. Ich behauptete, ich sei die Sekretärin von Kommissar Krüger, denn diesen Namen kannte ich zum Glück aus der Zeitung; Krüger bearbeitete den Fall Engstern. Aber hatte die Polizei überhaupt Sekretärinnen? Als ich vor kurzem als Zeugin eines Verkehrsunfalls aussagen mußte, hatte ich ausschließlich Männer entdeckt, und meine Aussage war von einem jungen Polizisten eigenhändig und langsam getippt worden. Doch, mir fiel ein, daß in den Fernsehkrimis zuweilen ein säuerliches weibliches Wesen für das Polizisten-Team Kaffee kochte.

Also, ich sagte der Schulsekretärin, sie brauchte eventuell Herrn Engstern nicht extra aus dem Unterricht zu holen, sondern könnte mir vielleicht selbst eine kurze Auskunft erteilen.

»Herr Engstern ist krankgeschrieben, den können Sie sowieso hier nicht sprechen«, kam die Antwort. Ich erklärte, daß er mir neulich seine neue Anschrift telefonisch durchgesagt habe und ich leider diesen Zettel verlegt hätte. Mein Chef würde wütend werden, wenn das rauskäme. Sie hatte großes Verständnis dafür, daß die Wut eines Chefs zu vermeiden sei, und schien in ihren Unterlagen zu blättern.

»Ja, ich hab’s schon«, sagte sie erfreut, »vom Direktor persönlich eingetragen. Also, er ist zu erreichen bei Dr. Schröder, Bickelbach im Odenwald, Holzweg.«

Ich bedankte mich höflich. Das war ja gut gegangen. Wenn Witold selbst am Telefon gewesen wäre, hätte ich vor Aufregung nicht sprechen können und hätte aufgelegt. Das zumindest wäre ihm verdächtig vorgekommen.

Auf der Karte fand ich das winzige Bickelbach. Ob ich abends noch hinfahren sollte oder lieber am Wochenende?

Endlich hatte ich wieder ein Ziel, der Feierabend hatte einen Sinn.

Natürlich konnte ich es nicht bis zum Wochenende aushalten. Ich fuhr am frühen Abend los, nahm den Dieskau mit. In Bickelbach ließ ich den Wagen in einer kleinen Straße stehen und machte mich zu Fuß auf die Suche nach dem Holzweg. Fragen wollte ich nicht, außerdem traf ich auch niemand, der Ort wirkte ziemlich öde. Der Holzweg war schließlich am anderen Ende des Dorfes und führte einen Hang hinauf. Es gab mehrere Bauernhäuser, die offensichtlich von Städtern renoviert und umgebaut worden waren. Gärten voller Kohl, Löwenmäulchen, Mohren, Petersilie und Phlox konnten eine Städterin wie mich entzücken. Eine Hausnummer wußte ich allerdings nicht, aber ich kannte ja Witolds Wagen.

Inzwischen war ich schon eine gute halbe Stunde mit dem Hund unterwegs. Der Holzweg zog, dehnte und schlängelte sich den Berg hinauf. Da — auf einer Wiese stand Witolds Auto, vor Schreck wurde ich ganz flattrig. Nein, ich mochte heute noch nicht an seine Tür klopfen, ich mußte erst alles auskundschaften. Aber hier ging es nicht so einfach; das Häuschen, eine umgebaute Scheune, war von einer offenen Wiese umgeben, von allen Seiten hätte man mich ausmachen können. Ich wanderte wie eine zügige Spaziergängerin vorbei; außer dem Auto sah ich keine Spur von Witold. Als der Holzweg endlich in den Wald mündete, machte ich kehrt und begab mich zu meinem Wagen zurück; ich wußte jetzt Bescheid.

In den drei Tagen bis zum Samstag legte ich mir immer neue Pläne zurecht, bedachte sorgfältig, was ich anziehen wollte, ob der Hund mit sollte und so weiter. Schließlich war es soweit.

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