Erich Maria Remarque - Arc de Triomphe

Здесь есть возможность читать онлайн «Erich Maria Remarque - Arc de Triomphe» весь текст электронной книги совершенно бесплатно (целиком полную версию без сокращений). В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: Классическая проза, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Arc de Triomphe: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Arc de Triomphe»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

Arc de Triomphe — читать онлайн бесплатно полную книгу (весь текст) целиком

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Arc de Triomphe», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

»Dieser Finkenstein spielt wie eine Nähmaschine«, erklärte er. »Zum Speien! Ein Mathematiker. Ich hasse Perfektion. Es ist nicht menschlich.« Er sah Ravic an. »Wozu bist du hier an einem solchen Abend?«

»Ich warte auf einen Anruf.«

»Bist du wieder einmal dabei, jemand auf eine wissenschaftliche Weise umzubringen?«

»Ich habe gestern jemand den Magen herausgeschnitten.«

Morosow schenkte die Gläser voll. »Da sitzt du und trinkst«, sagte er. »Und drüben liegt dein Opfer und deliriert. Auch darin ist etwas Unmenschliches. Du solltest zum wenigsten Magenschmerzen haben.«

»Richtig«, erwiderte Ravic. »Darin liegt das Elend der Welt, Boris, wir spüren nie, was wir anrichten. Aber warum willst du gerade bei den Ärzten mit deiner Reform beginnen? Politiker und Generäle wären besser dafür.Wir würden dann Weltfrieden haben.«

Morosow lehnte sich zurück und betrachtete Ravic. »Ärzte soll man nie persönlich kennen«, erklärte er. »Es nimmt etwas vom Vertrauen. Ich bin mit dir betrunken gewesen — wie kann ich mich da von dir operieren lassen? Ich könnte wissen, daß du ein besserer Operateur bist als ein anderer, den ich nicht kenne — ich würde trotzdem den anderen nehmen. Vertrauen zum Unbekannten — eine tiefe, menschliche Eigenschaft, alter Knabe! Ärzte sollten in Hospitälern wohnen und nie ’rausgelassen werden ins Profane. Eure Vorgänger, die Hexen und Zauberdoktoren, wußten das. Wenn ich operiert werde, will ich an Übermenschliches glauben.«

»Ich würde dich auch nicht operieren, Boris.«

»Warum nicht?«

»Kein Arzt operiert gern seinen Bruder.«

»Ich werde dir den Gefallen ohnehin nicht tun. Ich sterbe an Herzschlag im Schlaf. Arbeite munter darauf hin.«

Morosow starrte Ravic an wie ein fröhliches Kind. Dann stand er auf.

»Ich muß los. Türen öffnen im Kulturzentrum Montmartre. Wozu lebt der Mensch eigentlich?«

»Um darüber nachzudenken. Sonst vielleicht noch irgendwelche Fragen?«

»Ja. Wozu, wenn er das getan hat und etwas Vernünftiges geworden ist, stirbt er dann gerade?«

»Manche Menschen sterben auch, ohne vernünftiger geworden zu sein.«

»Weiche mir nicht aus. Und komm mir nicht mit Seelenwanderung.«

»Ich will dich vorher etwas anderes fragen. Löwen töten Antilopen; Spinnen Fliegen; Füchse Hühner — welches ist die einzige Rasse der Welt, die sich immerfort selbst bekriegt, bekämpft und tötet?«

»Das sind Fragen für Kinder. Die Krone der Schöpfung natürlich, der Mensch, der die Worte Liebe, Güte und Barmherzigkeit erfunden hat.«

»Gut. Wer ist das einzige Wesen in der Natur, das Selbstmord begehen kann und begeht?«

»Der Mensch wiederum — der die Ewigkeit, Gott und die Auferstehung erfunden hat.«

»Vortrefflich«, sagte Ravic. »Du siehst, aus wie vielen Widersprüchen wir bestehen. Und du willst wissen, warum wir sterben?«

Morosow blickte überrascht auf. Dann nahm er einen großen Schluck. »Du Sophist«, erklärte er. »Du Drückeberger.«

Ravic sah ihn an. Joan, dachte etwas in ihm. Wenn sie jetzt hereinkäme durch die schmutzige Glastür drüben. »Der Fehler war, Boris«, sagte er, »daß wir zu denken anfingen. Wären wir bei der Seligkeit der Brunst und des Fressens geblieben, wäre alles nicht passiert. Irgend jemand experimentiert mit uns — aber er scheint die Lösung noch nicht gefunden zu haben. Wir wollen uns nicht beklagen. Auch Versuchstiere sollten professionellen Stolz haben.«

»Sagen die Schlächter. Nicht die Ochsen. Sagen die Wissenschaftler. Nie die Meerschweinchen. Sagen die Ärzte. Nie die weißen Mäuse.«

»Richtig. — Es lebe das Gesetz vom zureichenden Grund. Komm, Boris, laß uns ein Glas trinken auf die Schönheit — die holde Ewigkeit der Sekunde. Weißt du, was der Mensch auch als einziger kann? Lachen und weinen.«

»Und sich betrinken. Mit Schnaps, Wein, Philosophie und Weibern und Hoffnung und Verzweiflung. Weißt du, was er auch als einziger weiß? Daß er sterben muß. Als Gegengift bekam er die Phantasie. Der Stein ist real. Die Pflanze auch. Das Tier ebenfalls. Sie sind zweckmäßig. Sie wissen nicht, daß sie sterben müssen. Der Mensch weiß es. Hebe dich, Seele! Fliege! Schluchze nicht, du legaler Mörder! Haben wir nicht soeben das Hohelied der Menschheit gesungen?«

Morosow schüttelte die graue Palme, daß der Staub flog. »Braves Symbol rührend südlicher Hoffnung, Traumpflanze einer französischen Hotelwirtin, lebe wohl! Und du auch, Mann ohne Heimat, Schlinggewächs ohne Erde, Taschendieb des Todes, lebe wohl! Sei stolz, daß du ein Romantiker bist!«

Er grinste Ravic an.

Ravic grinste nicht zurück. Er sah zur Tür. Sie hatte sich geöffnet. Der Nachtportier kam herein. Er kam auf den Tisch zu. Telefon, dachte Ravic. Endlich! Doch!

Er stand nicht auf.

Er wartete. Er fühlte, wie seine Arme sich spannten.

»Ihre Zigaretten, Herr Morosow«, sagte der Portier. »Der Junge hat sie gerade gebracht.«

»Danke.« Morosow steckte die Schachtel mit den russischen Zigaretten ein. »Servus, Ravic. Sehe ich dich später?«

»Vielleicht. Servus, Boris.«

Der Mann ohne Magen starrte Ravic an. Ihm war schlecht, aber er konnte nicht erbrechen. Er hatte nichts mehr, womit er erbrechen konnte. Ihm war wie einem Mann ohne Beine, dem die Füße schmerzten.

Er war sehr unruhig. Ravic gab ihm eine Spritze. Der Mann hatte nicht viel Chance, am Leben zu bleiben. Das Herz war nicht besonders, und eine der Lungen war voll von verkapselten Kavernen. Für fünfunddreißig Jahre hatte er nicht viel Gesundheit in seinem Leben gehabt. Magenulcus seit Jahren, eine verheilte Tuberkulose und jetzt Krebs. Die Krankengeschichte zeigte, daß er vier Jahre verheiratet gewesen war; die Frau war im Kindbett gestorben; das Kind drei Jahre später an Tuberkulose. Keine andern Angehörigen. Da lag das nun und starrte ihn an und wollte nicht sterben und war geduldig und mutig und wußte nicht, daß er durch den Darm ernährt werden mußte und nicht mehr eine der wenigen Freuden seines Daseins, Senfgurken und gekochtes Rindfleisch, essen durfte. Er lag da und roch und war zerschnitten und hatte irgend etwas, das seine Augen bewegte und das man Seele nannte. Sei stolz, daß du ein Romantiker bist! Das Hohelied der Menschheit.

Ravic hängte die Tafel mit der Fieberziffer und der Pulsangabe zurück. Die Schwester stand auf und wartete. Sie hatte einen angefangenen Sweater neben sich auf dem Stuhl liegen. Die Stricknadel steckte darin, und ein Knäuel Wolle lag auf dem Boden.

Der dünne Faden Wolle, der herunterhing, war wie ein dünner Faden Blut; als blute der Sweater herunter.

Der liegt da, dachte Ravic, und selbst mit der Spritze wird er eine scheußliche Nacht haben mit Schmerzen, Unbeweglichkeit, Atemnot und Schreckensträumen, und ich warte auf eine Frau und glaube, daß es eine schwierige Nacht für mich werden wird, wenn sie nicht kommt. Ich weiß, wie lächerlich das ist, verglichen mit diesem Sterbenden hier, verglichen mit Gaston Perrier nebenan, dessen Arm zerschmettert ist, verglichen mit tausend andern, verglichen mit all dem, was in der Welt heute nacht passiert, und es nützt mir trotzdem nichts. Es nützt nichts, es hilft nichts, es ändert nichts, es bleibt dasselbe. Was hatte Morosow gesagt? Warum hast du keine Magenschmerzen? Ja, warum nicht?

»Rufen Sie mich an, wenn irgend etwas passiert«, sagte er zu der Schwester. Es war dieselbe, die von Kate Hegström das Grammophon geschenkt bekommen hatte.

»Der Herr ist sehr ergeben«, sagte sie.

»Was ist er?« fragte Ravic erstaunt.

»Sehr ergeben. Ein guter Patient.«

Ravic sah umher. Da war nichts, was die Nurse als Geschenk erwarten konnte. Sehr ergeben — was für Ausdrükke die Krankenschwestern manchmal hatten! Der arme Teufel da kämpfte mit allen Armeen seiner Blutkörper und seiner Nervenzellen gegen den Tod — er war nicht die Spur ergeben.

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Arc de Triomphe»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Arc de Triomphe» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Отзывы о книге «Arc de Triomphe»

Обсуждение, отзывы о книге «Arc de Triomphe» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.