Erich Maria Remarque - Arc de Triomphe

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Sie öffnete die Tür. »Ich wollte dich nicht wecken.« »Das ist gleichgültig. Ich kann immer schlafen. Aber wozu bist du schon auf?«

Sie hatte eine Badekappe übergezogen und tropfte vor Wasser. Ihre Schultern schimmerten hellbraun. Sie sah aus wie eine Amazone mit einem eng anliegenden Helm. »Ich bin keine Nachteule mehr. Ravic. Ich bin nicht mehr in der Scheherazade.«

»Das weiß ich.« »Von wem?«

»Von Morosow.«

Sie sah ihn eine Sekunde forschend an. »Morosow«, sagte sie. »Der alte Schwätzer. Was hat er dir sonst erzählt?«

»Nichts. Gibt es sonst noch etwas zu erzählen?«

»Nichts, was ein Nachtportier erzählen könnte. Die sind wie Garderobefrauen. Gewerbsmäßige Klatsch Vermittler.«

»Laß Morosow in Frieden. Nachtportiers und Ärzte sind gewerbsmäßige Pessimisten. Sie leben von den Schattenseiten des Lebens. Aber sie klatschen nicht. Sie sind verpflichtet zur Diskretion.«

»Schattenseite des Lebens«, sagte Joan. »Wer will das schon?«

»Keiner. Aber die meisten leben darin. Morosow hat dir übrigens damals die Stelle in der Scheherazade besorgt.«

»Dafür kann ich ihm nicht ewig unter Tränen dankbar sein. Ich war keine Enttäuschung. Ich war mein Geld wert, sonst hätten sie mich nicht behalten. Er hat es außerdem für dich getan. Nicht für mich.«

Ravic griff nach einer Zigarette. »Was hast du eigentlich gegen ihn?«

»Nichts. Ich mag ihn nicht. Er sieht einen immer so an. Ich würde ihm nicht trauen, Du solltest es auch nicht.«

»Was?«

»Du solltest ihm nicht trauen. Du weißt, Portiers in Frankreich sind alle Polizeispitzel.«

»Sonst noch was?« fragte Ravic ruhig.

»Du glaubst mir natürlich nicht. Jeder in der Scheherazade wußte es. Wer weiß, ob...«

»Joan!« Er warf die Decke zurück und stand auf. »Rede keinen Unsinn. Was ist los mit dir?«

»Nichts. Was soll mit mir los sein? Ich kann ihn nicht leiden, das ist alles. Er hat einen schlechten Einfluß. Und du steckst dauernd mit ihm zusammen.«

»Ach so«, sagte Ravic. »Deshalb.«

Sie lächelte plötzlich. »Ja, deshalb.«

Ravic spürte, daß es nicht allein deshalb war. Da war noch etwas anderes. »Was willst du zum Frühstück haben?« fragte er.

»Bist du ärgerlich?« fragte sie zurück.

»Nein.«

Sie kam aus dem Badezimmer und legte die Arme um seinen Nacken. Er fühlte die Feuchtigkeit ihrer Haut durch den dünnen Stoff seines Pyjamas. Er fühlte den Körper, und er fühlte sein Blut. »Bist du ärgerlich, weil ich eifersüchtig auf deine Freunde bin?« fragte sie.

Er schüttelte den Kopf. Ein Helm. Eine Amazone. Eine Najade, dem Ozean entstiegen, den Geruch von Wasser und Jugend noch auf der glatten Haut. »Laß mich los«, sagte er.

Sie antwortete nicht. Die Linie von den hohen Wangenknochen zum Kinn. Der Mund. Die zu schweren Augenlider. Die Brüste, die sich gegen seine nackte Haut unter der offenen Pyjamajacke drängten. »Laß mich los, oder...«

»Oder was?« fragte sie.

Eine Biene summte vor dem offenen Fenster. Ravic folgte ihr mit den Augen.Wahrscheinlich war sie von den Nelken des Emigranten Wiesenhoff angelockt worden und suchte nun nach andern Blumen. Sie flog herein und ließ sich auf einem gebrauchten Calvadosglas nieder, das auf dem Fensterbrett stand.

»Hast du mich vermißt?« fragte Joan.

»Ja.« — »Sehr?«

»Ja.«

Die Biene flog auf. Sie zirkelte einige Male um das Glas. Dann summte sie durch das Fenster zurück in die Sonne und zu den Nelken des Emigranten Wiesenhoff.

Ravic lag neben Joan. Sommer, dachte er. Sommer, Wiesen am Morgen, das Haar mit dem Geruch nach Heu und die Haut wie Klee — das dankbare Blut, das lautlos strömte wie ein Bach und sich hob und wunschlos die sandigen Stellen überflutete, eine glatte Fläche, in der sich hoch ein Gesicht spiegelte, in dem es lächelte. Nichts war mehr trocken und tot, einen hellen Augenblick lang, Birken und Pappeln, Stille und das leise Murmeln, das wie ein Echo aus fernen verlorenen Himmeln kam und in den Adern klopfte.

»Ich möchte hierbleiben«, sagte Joan an seiner Schulter.

»Bleib hier. Laß uns schlafen.Wir haben wenig geschlafen.«

»Ich kann nicht. Ich muß fort.«

»Du kannst in deinem Abendkleid jetzt nirgendwo hingehen.«

»Ich habe ein anderes Kleid mitgebracht.«

»Wo?«

»Ich hatte es unter meinem Mantel. Schuhe auch. Es muß unter meinen Sachen liegen. Ich habe alles bei mir.«

Sie sagte nicht, wohin sie gehen mußte. Auch nicht warum. Und Ravic fragte nicht.

Die Biene erschien wieder. Sie summte nicht mehr ziellos umher. Sie flog geradezu auf das Glas zu und setzte sich auf den Rand. Sie schien etwas von Calvados zu verstehen. Oder von Obstzucker.

»Warst du so sicher, daß du hierbleiben würdest?«

»Ja«, sagte Joan, ohne sich zu rühren.

Rolande brachte ein Tablett mit Flaschen und Gläsern.

»Keinen Schnaps«, sagte Ravic.

»Du willst keinen Wodka? Es ist Subrowka.«

»Heute nicht. Du kannst mir Kaffee geben. Starken Kaffee.«

»Gut.«

Er packte das Mikroskop beiseite. Dann zündete er sich eine Zigarette an und trat ans Fenster. Die Platanen draußen hatten frisches, volles Laub. Das letztemal, als er hier war, waren sie noch kahl gewesen.

Rolande brachte den Kaffee. »Ihr habt mehr Mädchen als früher«, sagte Ravic.

»Zwanzig mehr.«

»Ist das Geschäft so gut? Jetzt, im Juni?«

Rolande setzte sich zu ihm. »Das Geschäft ist so gut, daß wir es nicht verstehen. Die Leute scheinen verrückt geworden zu sein. Es geht schon nachmittags los. Aber abends erst...«

»Vielleicht ist es das Wetter.«

»Es ist nicht das Wetter. Ich weiß, wie es sonst im Mai und Juni ist. Dies hier ist eine Art von Verrücktheit. Du glaubst nicht, wie die Bar geht. Kannst du dir vorstellen, daß Franzosen bei uns Champagner bestellen?«

»Nein.«

»Ausländer, gut. Dafür haben wir sie ja. Aber Franzosen! Sogar Pariser! Champagner! Und zahlen ihn! Statt Dubonnet oder Bier oder Fine. Kannst du das glauben?«

»Nur wenn ich es sehe.«

Rolande schenkte ihm Kaffee ein. »Und der Betrieb«, sagte sie. »Zum Taubwerden. Du wirst es ja sehen, wenn du herunter kommst. Um diese Zeit schon! Nicht mehr die vorsichtigen Fachleute, die auf deine Visiten warten. Eine ganze Bande hockt da schon! Was ist nur in die Leute gefahren, Ravic?«

Ravic hob die Schultern. »Es gibt da eine Geschichte von einem sinkenden Ozeandampfer.«

»Aber bei uns sinkt doch nichts, Ravic! Das Geschäft ist glänzend.«

Die Tür öffnete sich. Ninette, einundzwanzig Jahre alt, schmal wie ein Knabe, in ihren kurzen rosa Seidenhosen, trat ein. Sie hatte das Gesicht einer Heiligen und war eine der besten Huren des Etablissements. Im Augenblick trug sie ein Tablett mit Brot, Butter und zwei Töpfen Marmelade vor sich her. »Madame hat gehört, daß der Doktor Kaffee trinkt«, erklärte sie mit heiserer Baßstimme. »Sie schickt hier Marmelade zum Probieren. Selbstgemacht!« Ninette grinste plötzlich. Das Engelsgesicht barst in eine Gaminfratze. Sie schubste das Tablett auf den Tisch und entschwand tänzelnd.

»Da siehst du es«, seufzte Rolande. »Sofort frech! Wissen, daß wir sie brauchen.«

»Richtig«, sagte Ravic. »Wann sonst sollen sie es sein? Was bedeutet diese Marmelade?«

»Madames Stolz. Sie macht sie selbst. Auf ihrem Besitz an der Riviera. Ist wirklich gut. Willst du sie probieren?«

»Ich hasse Marmelade. Besonders, wenn Millionärinnen sie gekocht haben.«

Rolande schraubte die Glasdeckel ab, nahm ein paar Löffel voll Marmelade heraus, strich sie in ein dickes Stück Papier, tat ein Stück Butter und ein paar Scheiben Toast dazu, wickelte alles fest ein und gab es Ravic. »Wirf es nachher weg«, sagte sie. »Tue es ihr zuliebe. Sie kontrolliert nachher, ob du gegessen hast. Letzter Stolz einer alternden Frau ohne Illusionen. Tu es aus Höflichkeit.«

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