Erich Maria Remarque - Arc de Triomphe

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»Bald. Reg dich nicht auf deswegen. Es wird schon in Ordnung sein.«

Jeannot bewegte den Mund, als kaue er an etwas. »Manchmal zahlen sie das Geld auch auf einen Schlag aus. Als Abfindung. Statt einer Rente. Wir könnten ein Geschäft damit anfangen, Mutter und ich.«

»Ruh dich jetzt aus«, sagte Ravic. »Du kannst darüber noch immer nachdenken.«

Der Junge schüttelte den Kopf. »Doch«, sagte Ravic. »Du mußt frisch sein, wenn die Polizei kommt.«

»Ja, richtig. Was soll ich denn machen?«

»Schlafen.« — »Aber dann...«

»Man wird dich schon wecken.«

»Rotes Licht. Es war bestimmt rotes Licht.«

»Bestimmt. Und nun versuche, etwas zu schlafen. Da ist eine Klingel, wenn du etwas brauchst.«

»Doktor...«

Ravic drehte sich um.

»Wenn alles klappt...« Jeannot lag in seinen Kissen, und etwas wie ein Lächeln ging über sein altkluges, verkrampftes Gesicht... »Manchmal hat man doch Glück, was?«

Der Abend war feucht und warm. Zerrissene Wolken zogen niedrig über die Stadt. Vor dem Restaurant Fouquet’s waren runde Koksöfen aufgestellt. Ein paar Tische und Stühle standen darum herum. An einem Morosow. Er winkte Ravic zu. »Komm, trink was mit mir.«

Ravic setzte sich zu ihm. »Wir sitzen zuviel in Zimmern«, erklärte Morosow. »Ist dir das schon mal aufgefallen?«

»Du nicht. Du stehst ja dauernd auf der Straße vor der Scheherazade.«

»Knabe, laß deine armselige Logik. Ich bin abends eine Art zweibeiniger Tür zur Scheherazade, aber kein Mensch im Freien. Wir sitzen zuviel in Zimmern, sage ich. Wir denken zuviel in Zimmern. Wir leben zuviel in Zimmern. Wir verzweifeln zuviel in Zimmern. Kann man im Freien verzweifeln?«

»Und wie!« sagte Ravic.

»Nur weil man zuviel in Zimmern lebt. Nicht, wenn man es gewohnt ist. Man verzweifelt anständiger in einer Landschaft als in einem Zimmer-Appartement mit Küche. Auch komfortabler. Widersprich nicht! Widerspruch zeigt abendländische Enge des Geistes. Wer will schon recht haben? Ich habe heute meinen freien Abend und will das Leben spüren. Wir trinken übrigens auch zuviel in Zimmern.«

»Wir pissen auch zuviel in Zimmern.«

»Bleib mir mit deiner Ironie vom Leibe. Die Fakten des Daseins sind simpel und trivial. Erst unsere Phantasie gibt ihnen Leben. Sie macht aus den Wäschepfählen der Tatsachen Flaggenmaste der Träume. Habe ich recht?«

»Nein.«

»Selbstverständlich nicht. Will ich auch gar nicht.«

»Natürlich hast du recht.«

»Gut, Bruder. Wir schlafen auch zuviel in Zimmern. Wir werden Möbelstücke. Die Steinhäuser haben unser Rückgrat gebrochen. Wir sind wandelnde Sofas, Toilettentische, Kassenschränke, Mietkontrakte, Gehaltsempfänger, Kochtöpfe und Wasserklosetts geworden.«

»Richtig. Wandelnde Parteiprogramme, Munitionsfabriken, Blindenanstalten und Irrenhäuser.«

»Unterbrich mich nicht dauernd. Trink, schweige und lebe, du Mörder mit dem Skalpell. Sieh, was aus uns geworden ist! Soviel ich weiß, hatten nur die alten Griechen Götter für das Trinken und die Lebenslust: Bacchus und Dionysos. Wir haben dafür Freud, Minderwertigkeitskomplexe und die Psychoanalyse — Angst vor zu großen Worten in der Liebe und viel zu große Worte in der Politik. Ein trauriges Geschlecht?« Morosow blinzelte.

Ravic blinzelte. »Alter, braver Zyniker mit Träumen«, sagte er.

Morosow grinste. »Elender Romantiker ohne Illusion — für eine kurze Zeit auf Erden Ravic genannt.«

»Für eine sehr kurze Zeit. Was Namen anbelangt, ist dieses bereits mein drittes Leben. Ist das polnischer Wodka?«

»Estnischer. Von Riga. Der beste. Schenk dir ein — und dann laß uns ruhig hier sitzen und auf die schönste Straße der Welt starren und diesen milden Abend loben und gelassen der Verzweiflung in die Schnauze spucken.«

Die Feuer in den Koksöfen knackten. Ein Mann mit einer Violine stellte sich am Rand des Bürgersteiges auf und begann »Auprès de ma blonde« zu spielen. Die Vorübergehenden stießen ihn an. Der Bogen kratzte, aber der Mann spielte weiter, als wäre er allein. Es klang dürr und leer. Die Violine schien zu frieren. Zwei Marokkaner gingen zwischen den Tischen umher und boten Teppiche aus greller Kunstseide an.

Die Zeitungsjungen kamen mit den letzten Ausgaben vorbei. Morosow kaufte den »Paris Soir« und den »Intransigeant«. Er überflog die Überschriften und schob dann die Zeitung beiseite. »Falschmünzer«, knurrte er. »Hast du schon mal bemerkt, wie wir im Zeitalter der Falschmünzer leben?«

»Nein. Ich dachte, wir lebten im Zeitalter der Konserven.«

»Konserven? Wieso?«

Ravic zeigte auf die Zeitungen. »Wir brauchen nicht mehr zu denken. Alles ist vorgedacht, vorgekaut, vorgefühlt. Konserven. Nur aufzumachen. Dreimal am Tage ins Haus geliefert. Nichts mehr selbst zu ziehen, wachsen zu lassen, auf dem Feuer der Fragen, des Zweifels und der Sehnsucht zu kochen. Konserven.« Er grinste. »Wir leben nicht leicht, Boris. Nur billig.«

»Wir leben als Falschmünzer.« Morosow hob die Zeitungen hoch. »Sieh dir das an. Ihre Waffenfabriken bauen sie, weil sie Frieden wollen; ihre Konzentrationslager, weil sie die Wahrheit lieben; Gerechtigkeit ist der Deckmantel für jede Parteiraserei; politische Gangster sind Erlöser, und Freiheit ist das große Wort für alle Gier nach Macht. Falsches Geld! Falsches geistiges Geld! Die Lüge der Propaganda. Küchenmacchiavellismus. Der Idealismus in den Händen der Unterwelt. Wenn sie noch wenigstens ehrlich wären...« Er knüllte die Blätter zusammen und warf sie fort.

»Wir lesen auch zuviel Zeitungen in Zimmern«, sagte Ravic.

Morosow lachte. »Natürlich. Im Freien braucht man sie, um Feuer...«

Er hielt inne. Ravic saß nicht mehr neben ihm. Er war aufgesprungen und drängte sich durch die Menge vor dem Café in der Richtung zur Avenue George V.

Morosow saß nur eine Sekunde überrascht da. Dann zog er Geld aus der Tasche, warf es in einen der Porzellanuntersätze unter den Gläsern und folgte Ravic. Er wußte nicht, was los war, aber er folgte ihm auf alle Fälle, um dazusein, wenn er ihn brauchte. Er sah keine Polizei. Auch nicht, daß ein Zivildetektiv hinter Ravic her war. Der Bürgersteig war gepackt voll von Menschen. Gut für ihn, dachte Morosow. Wenn ein Polizist ihn wiedererkannt hat, kann er leicht entwischen. Er sah ihn erst wieder, als er die Avenue George V. erreichte. Der Verkehr wechselte gerade, und die gestauten Wagenreihen schössen vorwärts. Ravic versuchte trotzdem, die Straße zu überqueren. Ein Taxi fuhr ihn fast um. Der Chauffeur tobte. Morosow packte Ravic von hinten am Arm und riß ihn zurück. »Bist du verrückt?« schrie er. »Willst du Selbstmord begehen? Was ist los?«

Ravic antwortete nicht. Er starrte zur anderen Seite hinüber. Der Verkehr war sehr dicht. Wagen schob sich an Wagen, vier Reihen tief. Es war unmöglich, durchzukommen. Ravic stand am Rande des Trottoirs, vorgebeugt und starrte hinüber.

Morosow schüttelte ihn. »Was ist los? Polizei?«

»Nein.« Ravic ließ die Augen nicht von den gleitenden Wagen.

»Was denn? Was denn, Ravic?«

»Haake...«

»Was?« Morosows Augen verengten sich. »Wie sieht er aus? — Rasch!«

»Grauer Mantel...«

Der schrille Pfiff des Verkehrspolizisten kam von der Mitte der Champs-Elysées her. Ravic stürzte los, zwischen den letzten Wagen hindurch. Ein dunkelgrauer Mantel — das war alles, was er wußte. Er überquerte die Avenue George V. und die Rue de Bassano. Es gab plötzlich Dutzende von grauen Mänteln. Er fluchte und drängte sich weiter, so rasch er konnte. An der Rue de Galilée war der Verkehr gestoppt. Er überquerte sie eilig und schob sich rücksichtslos vorwärts durch die Menschenmasse, weiter die Champs-Elysées entlang. Er kam an die Rue de Presbourg, er lief über die Kreuzung weiter und stand plötzlich still: Vor ihm lag der Place de l’Etoile, riesig, verwirrend, voll Verkehr, mit Straßenmündungen nach allen Seiten. Vorbei! Hier war nichts mehr zu finden.

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