Erich Maria Remarque - Arc de Triomphe

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Sie sah ihn an. »In kleinen Dingen soll man schon fragen. In großen nie.«

»Auch richtig.«

Sie ging ins Badezimmer und ließ das Wasser ein. Ravic setzte sich ans Fenster und zog eine Schachtel Zigaretten hervor. Über den Dächern draußen stand der rötliche Widerschein der Stadt, in dem lautlos der Schnee wirbelte. Ein Taxi kläffte durch die Straßen. Die Chrysanthemen schimmerten bleich auf dem Fußboden. Auf dem Sofa lag eine Zeitung. Er hatte sie abends mitgebracht. — Kämpfe an der tschechischen Grenze, Kämpfe in China, ein Ultimatum, ein gestürztes Kabinett. Er nahm die Zeitung und schob sie unter die Blumen.

Joan kam aus dem Badezimmer. Sie war warm und hockte sich auf den Boden neben ihn, zwischen die Blumen. »Wo warst du gestern nacht?« fragte sie.

Er reichte ihr eine Zigarette herüber. »Willst du es wirklich wissen?«

»Ja.«

Er zögerte. »Ich war hier«, sagte er dann, »und wartete auf dich. Ich glaubte, du würdest nicht mehr kommen, und da bin ich fortgegangen.«

Joan wartete. Ihre Zigarette glühte in der Dunkelheit auf und erlosch wieder.

»Das ist alles«, sagte Ravic.

»Bist du trinken gegangen?«

»Ja...«

Joan drehte sich um und sah ihn an. »Ravic«, sagte sie, »bist du wirklich deswegen fortgegangen?«

»Ja.«

Sie legte die Arme auf seine Knie. Er fühlte ihre Wärme durch seinen Mantel. Es war ihre Wärme und die Wärme des Mantels, der ihm bekannter war, als manche Jahre seines Lebens, und es erschien ihm plötzlich, als gehörten beide schon lange zusammen und als wäre Joan von irgendwoher aus seinem Leben zurückgekehrt.

»Ravic, ich bin doch jeden Abend zu dir gekommen. Du mußtest doch wissen, daß ich gestern auch kommen würde. Bist du nicht fortgegangen, weil du mich nicht sehen wolltest?«

»Nein.«

»Du kannst es mir ruhig sagen, wenn du mich nicht sehen willst.«

»Ich würde es dir sagen.«

»War es nicht das?«

»Nein, es war wirklich nicht das.«

»Dann bin ich glücklich.«

Ravic sah sie an. »Was sagst du da?«

»Ich bin glücklich«, wiederholte sie.

Er schwieg eine Weile. »Weißt du auch, was du sagst?« fragte er dann.

»Ja.«

Der matte Lichtschein von draußen spiegelte sich in ihren Augen. »Man soll so etwas nicht leichtfertig sagen, Joan.«

»Ich sage es auch nicht leichtfertig.«

»Glück«, sagte Ravic. »Wo fängt es an, und wo hört es auf?«

Sein Fuß stieß an die Chrysanthemen. Glück, dachte er. Die blauen Horizonte der Jugend. Die goldhelle Balance des Lebens, Glück! Mein Gott, wo war das geblieben?

»Es fängt mit dir an und hört mit dir auf«, sagte Joan. »Das ist doch ganz einfach.«

Ravic erwiderte nichts. Was redete sie da, dachte er. »Du wirst mir gleich noch sagen, daß du mich liebst«, sagte er dann.

»Ich liebe dich.«

Er machte eine Bewegung. »Du kennst mich doch kaum.«

»Was hat das damit zu tun?«

»Viel. Lieben — das ist jemand, mit dem man alt werden will.«

»Davon weiß ich nichts. Es ist jemand, ohne den man nicht leben kann. Das weiß ich.«

»Wo ist der Calvados?«

»Auf dem Tisch. Ich hole ihn dir. Bleib sitzen.«

Sie brachte die Flasche und ein Glas und stellte sie auf den Boden zwischen die Blumen. »Ich weiß, daß du mich nicht liebst«, sagte sie.

»Dann weißt du mehr als ich.«

Sie sah rasch auf. »Du wirst mich lieben.«

»Gut. Darauf wollen wir trinken.«

»Warte.« Sie füllte das Glas und trank es aus. Dann goß sie es wieder voll und reichte es ihm. Er nahm es und hielt es einen Augenblick. Dies alles ist nicht wahr, dachte er.

Ein halber Traum in der verwelkenden Nacht. Worte, im Dunkeln gesprochen — wie können sie schon wahr sein? Wirkliche Worte brauchen viel Licht. »Woher weißt du das alles so genau?« fragte er.

»Weil ich dich liebe.«

Wie sie mit dem Wort umgeht, dachte Ravic. Ohne Bedenken, wie mit einer leeren Schüssel. Sie füllt sie mit irgend etwas und nennt es Liebe. Was hat man schon alles hineingefüllt! Angst vor dem Alleinsein, Aufregung an einem andern Ich, Steigerung des Selbstgefühls, schimmernde Spiegelung der Phantasie! Aber wer weiß es wirklich? Ist das, was ich gesagt habe vom Altwerden, nicht das Törichtste von allem? Hat sie nicht viel mehr recht mit ihrer Unbedenklichkeit? Und wozu sitze ich hier in einer Winternacht zwischen Krieg und Krieg wie ein Schulmeister und spalte Worte? Wozu wehre ich mich, anstatt mich ungläubig hineinzustürzen?

»Wozu wehrst du dich?« fragte Joan.

»Was?«

»Wozu wehrst du dich?« wiederholte sie.

»Ich wehre mich nicht — wogegen sollte ich mich wehren?«

»Ich weiß es nicht. Irgend etwas in dir ist verschlossen, und du willst nichts und niemand hineinlassen.«

»Komm«, sagte Ravic. »Gib mir noch etwas zu trinken.«

»Ich bin glücklich, und ich möchte, daß du auch glücklich bist. Ich bin ganz glücklich. Ich wache auf mit dir, und ich gehe schlafen mit dir. Ich weiß nichts anderes. Mein Kopf ist aus Silber, wenn ich an uns denke, und manchmal wie eine Violine. Die Straßen sind voll von uns wie von Musik, und ab und zu reden Menschen hinein, und wie im Film gleiten Bilder vorbei, aber die Musik bleibt. Sie bleibt immer.«

Vor ein paar Wochen noch warst du unglücklich, dachte Ravic, und kanntest mich nicht. Ein leichtes Glück! Er trank das Glas Calvados aus. »Warst du oft glücklich?« fragte er.

»Nicht oft .«

»Aber manchmal. Wann war dein Kopf das letztemal aus Silber?«

»Wozu fragst du das?«

»Um etwas zu fragen. Ohne Grund.«

»Ich habe es vergessen. Ich will es auch nicht mehr wissen. Es war anders.«

»Es ist immer anders.«

Sie lächelte ihm zu. Ihr Gesicht war hell und offen wie eine Blume mit wenigen Blütenblättern, die nichts versteckt. »Vor zwei Jahren«, sagte sie. »Es dauerte nicht lange. In Mailand.«

»Warst du damals allein?«

»Nein. Ich war schon mit jemand anderem. Er war sehr unglücklich und eifersüchtig und verstand es nicht.«

»Natürlich nicht.«

»Du würdest es verstehen. Er machte furchtbare Szenen.« Sie rückte sich zurecht, zog ein Kissen vom Sofa und schob es hinter den Rücken. Dann lehnte sie sich gegen das Sofa. »Er beschimpfte mich. Ich sei eine Hure und untreu und undankbar. Es war nicht wahr. Ich war ihm treu, solange ich ihn liebte. Er verstand nicht, daß ich ihn nicht mehr liebte.«

»Das versteht man nie.«

»Doch, du würdest es verstehen. Aber ich werde dich auch immer lieben. Du bist anders, und alles ist anders mit uns. Er wollte mich töten.« Sie lachte. »Immer wollen sie einen töten. Ein paar Monate später wollte mich der andere töten. Sie tun das nie. Du würdest mich nie töten wollen.«

»Höchstens mit Calvados«, sagte Ravic. »Gib mir die Flasche mal her. Die Unterhaltung wird gottlob menschlicher. Vor ein paar Minuten war ich ziemlich erschrokken.«

»Weil ich dich liebe?«

»Wir wollen nicht wieder davon anfangen. Das ist wie Spazierengehen in Reifrock und Perücke. Wir sind zusammen — für kurz oder lang, wer weiß das? Wir sind zusammen, das ist genug. Wozu brauchen wir dann ein Etikett?«

»Für kurz oder lang gefällt mir nicht. Aber das sind ja nur Worte. Du wirst mich nicht verlassen. Das sind auch nur Worte, und du weißt es.«

»Natürlich. Hat dich schon einmal jemand verlassen, den du liebtest?«

»Ja.« Sie sah ihn an. »Einer verläßt doch immer. Manchmal ist der andere schneller.«

»Und was hast du getan?«

»Alles!« Sie nahm das Glas aus seiner Hand und trank den Rest aus. »Alles! Aber es hat nichts genutzt. Ich war entsetzlich unglücklich.«

»Lange?«

»Eine Woche.«

»Das ist nicht lange.«

»Es ist eine Ewigkeit, wenn man wirklich unglücklich ist. Ich war so, mit allem, was ich bin, unglücklich, daß nach einer Woche alles erschöpft war. Mein Haar war unglücklich, meine Haut, mein Bett, meine Kleider sogar. Ich war so voll Unglück, daß nichts sonst existierte. Und wenn nichts anderes existiert, fängt Unglück an, kein Unglück mehr zu sein — weil nichts mehr da ist, womit man es vergleichen kann. Dann ist es nur noch völlige Erschöpfung. Und dann ist es vorbei. Man fängt langsam wieder an zu leben.«

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