Erich Maria Remarque - Arc de Triomphe

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Arc de Triomphe: краткое содержание, описание и аннотация

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Ravic nickte. So etwas war nichts Neues. »Lucienne«, sagte er, »wir können versuchen, von der Frau, die den Eingriff gemacht hat, etwas zu bekommen. Sie war schuld. Sie müssen uns nur ihren Namen geben.«

Das Mädchen richtete sich rasch auf. Es war plötzlich nichts als Abwehr. »Polizei? Nein, da fliege ich selbst ’rein.«

»Ohne Polizei. Wir drohen nur.«

Sie lachte nur. »Von der kriegen Sie damit nichts. Die ist aus Eisen. Dreihundert Frank habe ich ihr bezahlen müssen. Und dafür...« Sie strich ihren Kimono glatt. »Manche Menschen haben eben gar kein Glück«, sagte sie ohne Resignation, als spräche sie von jemand anderem als sich selbst.

»Doch«, erwiderte Ravic. »Sie hatten eine Menge Glück.«

Er sah Eugenie im Operationssaal. Sie putzte Nickelsachen blank. Es war eine ihrer Liebhabereien. Sie war so versunken in ihre Arbeit, daß sie ihn nicht kommen hörte.

»Eugenie«, sagte er.

Sie fuhr herum. »Ach Sie! Müssen Sie einen dauernd erschrecken?«

»Ich glaube nicht, daß ich soviel Persönlichkeit habe. Aber Sie sollten die Patienten nicht erschrecken mit Ihren Geschichten über Honorare und Kosten.«

Eugenie richtete sich auf, die Putzlappen in der Hand. »Die Hure hat natürlich sofort geklatscht.«

»Eugenie«, sagte Ravic. »Es gibt mehr Huren unter Frauen, die nie mit einem Mann geschlafen haben, als unter denen, die einen schwierigen Broterwerb daraus machen. Ganz zu schweigen von den Verheirateten. Außerdem hat das Mädchen nicht geklatscht. Sie haben ihm nur den Tag verdorben, das ist alles.«

»Na, wennschon! Empfindlichkeit noch bei dem Lebenswandel!«

Du wandelnder Moralkatechismus, dachte Ravic. Du ekelhafter Tugendprotz — was weißt du von der Verlassenheit dieser kleinen Hutmacherin, die tapfer zu derselben Hebamme gegangen ist, die ihre Freundin verpfuscht hat — und zum selben Hospital, in dem die andere gestorben ist, und die nichts weiter dazu sagt als: Was sollte ich machen, und: wie kann ich es bezahlen...

»Sie sollten heiraten, Eugenie«, sagte er. »Einen Witwer mit Kindern. Oder den Besitzer eines Begräbnisinstituts.«

»Herr Ravic«, sagte die Schwester mit Würde. »Wollen Sie sich bitte nicht um meine Privatsachen kümmern? Ich muß mich sonst bei Herrn Doktor Veber beschweren.«

»Das tun Sie ohnehin den ganzen Tag.« Ravic sah mit Freude zwei rote Flecken auf ihren Wangenknochen erscheinen. »Warum können fromme Menschen so selten loyal sein, Eugenie? Den besten Charakter haben Zyniker; am unerträglichsten sind Idealisten. Gibt Ihnen das nicht zu denken?«

»Gottlob nein.«

»Das dachte ich mir. Ich gehe jetzt hinüber zu den Kindern der Sünde. Zum ›Osiris.‹ Für den Fall, daß Doktor Veber etwas für mich hat.«

»Ich glaube kaum, daß Doktor Veber etwas für Sie haben wird.«

»Jungfräulichkeit macht noch nicht zur Hellseherin. Es könnte doch sein. Ich werde bis ungefähr fünf Uhr dort sein. Dann in meinem Hotel.«

»Schönes Hotel, die Judenbude.«

Ravic drehte sich um. »Eugenie, nicht alle Refugiés sind Juden. Noch nicht einmal alle Juden sind Juden. Und manche sind es, von denen man es nicht glaubt. Ich kannte sogar mal einen jüdischen Neger. War ein furchtbar einsamer Mensch. Das einzige, was er liebte, war chinesisches Essen. So geht es in der Welt zu.«

Die Schwester antwortete nicht. Sie putzte eine Nickelplatte, die völlig blank war.

Ravic saß in dem Bistro an der Rue La Boissiere und starrte durch die verregneten Scheiben, als er den Mann draußen sah. Es war wie ein Schlag in den Magen. Im ersten Augenblick fühlte er nur den Schock, ohne zu realisieren, was es war — aber gleich darauf stieß er den Tisch beiseite, sprang von seinem Stuhl auf und drängte sich rücksichtslos durch den vollen Raum der Tür zu.

Jemand hielt ihn am Arm fest. Er drehte sich um. »Was?« fragte er verständnislos. »Was?«

Es war der Kellner. »Sie haben nicht bezahlt, mein Herr.«

»Was? — Ach so... ich komme zurück...« Er zerrte seinen Arm los.

Der Kellner wurde rot. »Das gibt es hier nicht! Sie...«

»Hier...«

Ravic riß einen Schein aus der Tasche, warf ihn dem Kellner zu und riß die Tür auf. Er drängte sich an einer Gruppe von Leuten vorbei und stürzte nach rechts, um die Ecke, die Rue La Boissiere entlang.

Jemand schimpfte hinter ihm her. Er besann sich, hörte auf zu laufen und ging weiter, so schnell er konnte, ohne aufzufallen. Es ist unmöglich, dachte er, es ist völlig unmöglich, ich bin verrückt, es ist unmöglich! Das Gesicht, dieses Gesicht, es muß eine Ähnlichkeit sein, irgendeine hundsgemeine, verfluchte Ähnlichkeit, ein blöder Trick, den meine Nerven mir spielen — es kann nicht in Paris sein, dieses Gesicht, es ist in Deutschland, es ist in Berlin, die Scheibe war verregnet, man konnte nicht deutlich sehen, ich muß mich geirrt haben, bestimmt…

Er ging weiter, eilig, er schob sich durch die Menge, die aus einem Kino strömte, er musterte jedes Gesicht, das er überholte, genau, er starrte unter Hüte, er begegnete ärgerlichen und erstaunten Blicken, weiter, weiter, andere Gesichter, andere Hüte, graue, schwarze, blaue, er überholte sie, er wandte sich um, er starrte sie an...

An der Kreuzung der Avenue Kléber blieb er stehen. Eine Frau, eine Frau mit einem Pudel, erinnerte er sich plötzlich. Gleich hinterher war der andere gekommen.

Die Frau mit dem Pudel hatte er schon längst überholt. Rasch ging er zurück. Als er die Frau mit dem Hund von weitem sah, blieb er an der Bordkante stehen. Er ballte die Fäuste in den Taschen und musterte jeden Vorübergehenden genau. Der Pudel blieb an einem Laternenpfahl stehen, schnupperte und hob unendlich langsam ein Hinterbein. Dann kratzte er umständlich das Pflaster und lief weiter. Ravic spürte plötzlich, daß sein Nacken naß war von Schweiß. Er wartete noch einige Minuten — das Gesicht kam nicht. Er musterte die geparkten Autos. Niemand saß darin. Er kehrte wieder um und ging bis zur Untergrundbahn an der Avenue Kleber. Er lief den Eingang hinunter, löste ein Billett und ging den Bahnsteig entlang. Es waren ziemlich viel Leute da. Bevor er durch war, lief ein Zug ein, hielt und verschwand in dem Tunnel. Der Bahnsteig war leer.

Langsam ging er zurück in das Bistro. Er setzte sich an den Tisch, an dem er vorher gesessen hatte. Da stand noch ein Glas, halbvoll mit Calvados. Es schien sonderbar, daß es immer noch da stand...

Der Kellner schlurfte heran. »Entschuldigen Sie, mein Herr. Ich wußte nicht...«

»Gut, gut«, sagte Ravic. »Bringen Sie mir ein anderes Glas Calvados.«

»Ein anderes?« Der Kellner blickte auf das halbvolle Glas auf dem Tisch. »Wollen Sie dieses nicht erst trinken?«

»Nein. Bringen Sie mir ein anderes.«

Der Kellner nahm das Glas und roch daran. »Ist er nicht gut?«

»Doch. Ich will nur ein anderes haben.«

»Gut, mein Herr.«

Ich habe mich geirrt, dachte Ravic. Die verregnete Scheibe, halb beschlagen, wie konnte man da etwas genau erkennen? Er starrte durch das Fenster. Er starrte aufmerksam hinaus, wie ein Jäger auf dem Anstand, er beobachtete jeden Menschen, der vorüberging — aber schattenhaft, grau und scharf, jagte gleichzeitig ein Film darüber, ein Fetzen Erinnerung...

Berlin. Ein Sommerabend 1934 — das Haus der Gestapo; Blut; ein kahles Zimmer ohne Fenster; das grelle Licht nackter elektrischer Birnen; ein rotbespritzter Tisch mit Riemen zum Festschnallen; die übernächtige Helligkeit seines Gehirns, das ein dutzendmal aus Ohnmachten durch halbes Ersticken in einem Wassereimer wieder aufgeschreckt worden war; seine Nieren, die so zerschlagen waren, daß sie nicht mehr schmerzten; das verzerrte, fassungslose Gesicht Sybils; ein paar Henkersknechte in Uniform, die sie hielten — und eine Stimme und ein lächelndes Gesicht, das freundlich erklärte, was mit der Frau geschehen würde, wenn man nicht gestand — Sybil, die dann drei Tage später angeblich erhängt aufgefunden wurde.

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