Wilhelm Walloth - Seelenrätsel
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»Fluchst Du dem, der Schuld an Deinem Elend trägt?« flüsterte der Mann wie verloren vor sich hin, den Blick an den Boden geheftet. Sie sah ihn mit großen, ahnungslosen Augen an, dann, als er nach einiger Zeit zu ihr aufblickte, schüttelte sie den Kopf, und die großen, regungslosen Augen füllten sich mit Thränen. Einen neuen Anlauf nahm der Sturm gegen die ächzenden Waldriesen, es begann zu regnen, ein kalter, nasser Schauer rauschte herab und der Jäger sah, wie das Mädchen sein Tuch fester um den fröstelnden Hals schlang.
»Du hattest ihn gewarnt,« sagte sie und wollte gehen.
»Gehe nicht,« bat er mit milderer Stimme, »folge mir. Willst Du?« Er reckte die Hand aus; die sie nicht erfaßte, aber sie nickte träumerisch vor sich hin, faßte ihr Holzbündel fester und folgte ihm.
So weit hatte Frau von Pork die Familienchronik des gräflichen Försters erzählt, als sich der Wagen dem Schlosse näherte, wodurch die Aufmerksamkeit der Frau von Pork sehr durch den sie erwartenden Inspektor in Anspruch genommen wurde, welcher bereits lächelnd am Portale stand. Isabellas Neugierde war jedoch so heftig erregt, daß sie verlangte, nun in Kürze noch den Schluß der Erzählung zu hören und Frau von Pork in ihren Gedanken schon mit der Auspackung des Kaffeeservices, der Einrichtung mehrerer Gemächer, der Auswahl der Schlaf- und Wohnzimmer beschäftigt, berichtete, sich selbst oft unterbrechend, daß die Jüdin ein Jahr im Hause des Försters als Magd gedient habe und zwar mit solcher Gewissenhaftigkeit, daß der Förster nicht anstand, ihr nach Ablauf dieses Jahres die Hand vor dem Altare zu reichen, trotz aller Schwierigkeiten, die ein solches Verhältnis zwischen Christ und Jüdin dem ehrlichen Manne bereitet habe. Der Wagen fuhr bereits in die Thorhalle ein, als Isabella noch etliche Fragen in Bezug auf den Sohn des Försters zu stellen wagte, Frau von Pork jedoch erteilte, diese Fragen überhörend, ganz in ihre Pflichten vertieft, den Dienern bereits Aufträge. Erst am folgenden Tag erfuhr Isabella, daß Eduard, der Sohn des Försters, bis zu seinem 13. Jahre als Christ erzogen worden sei; als jedoch in Ungarn und anderen Orten Judenverfolgungen ausbrachen, empörte dies den Mann dergestalt, daß er, von seinem ersten Entschluß zurückkommend, den Christen zum Trotz, den Sohn in die jüdische Schule schickte, ihn vollständig israelitisch erziehen ließ. Frau von Pork tadelte diese Starrköpfigkeit des Försters sehr. Isabella jedoch meinte, gerade dieser Charakterzug gefiele ihr an dem Alten ausnehmend, übrigens könne man nicht wissen, ob Eduard in der That ein Jude sei, ob er nicht in späteren Jahren aus freien Stücken wieder den alten, christlichen Glauben angenommen.
II
Das Residenzschloß des Grafen Ibstein lag unweit des gräflichen Landstädtchens Ibstein, dicht am sogen. Ibsteiner See. Zuweilen ward das große im 15. Jahrhundert erneuerte und im Jahre 1685 nochmals umgebaute Renaissanceschloß von einigen Fremden seiner Rüstkammer halber besucht; auch ein Museum, eine Hirschgallerie, eine Grabkapelle und ein Rittersaal bildeten zuweilen Anziehungspunkte für Vorüberreisende. Rechts und links vor dem Portal stand je ein eiserner Hirsch; prächtige Eichen umrauschten seine reichornamentirten, rötlichen Facaden, und der wohlgepflegte Garten, der sich rings um seine altersgrauen Türme hinzog, verlor sich nach beiden Seiten in den wildromantischen Park, während er nach der nördlichen Seite eine Terrasse bildete, die senkrecht aus dem See emporstieg. Man bewahrte außer verschiedenen griechischen Altertümern, die der verstorbene Graf Leopold aus Italien, man darf wohl sagen entwendet hatte, den Sarg einer deutschen Kaiserin in der Grabkapelle auf. Das Museum, dessen Schätze ebenfalls dem Kunstsinn und dem Aneignungstalente des Grafen Leopold ihre Aufspeicherung verdankten, enthielt nebst einer ägyptischen Mumie, deren Byssusbinden eine neugierige Hand teilweise entfernt hatte, das Schweißtuch des Grafen August und den hohlen Zahn der Gräfin Leontine, welchen ihr, wie das Gerücht geht, einer ihrer Kavaliere nächtlicher Weile auf eine rätselhafte Weise ausgezogen haben soll. Eine prächtige Urne bewahrte die Nasenspitze des jungen Grafen Ulrich, die derselbe im Duell mit dem General X . . . . verloren hatte. In der Hirschgallerie war selbstverständlich das ganze Mobiliar aus Hirschgeweihen verfertigt, das hierdurch völlig unbrauchbar, ja geradezu häßlich wurde; der Kronleuchter z. B. bestand aus einem Zweiunddreißig-Ender, den der regierende Fürst erlegt hatte, nachdem sein ihn begleitender Förster mit ihm zugleich geschossen. Es war bereits gegen fünf Uhr abends, als Isabella, nachdem sie sich umgekleidet, durch die verschiedenen Gemächer des Schlosses eilte, getrieben von der Neugier, die Orte, an welchen sie ihre Jugend verlebt, wiederzusehen. Nichts schien sich hier verändert zu haben während ihrer Abwesenheit; den alten Möbeln, den Sammlungen, den langen, nachhallenden Korridoren waren hundert Jahre wie ein Tag. Wie ihr der kühle Hauch der lang verschlossenen Räume die Stirne streifte, war es Isabella, als empfinge sie den Kuß einer Fee, so plötzlich sah sich ihr Geist in verklungene Zeiten entrückt, mit so seltsam, verblaßten Bildern füllte sich die schwere, modrige Luft um sie her an. Und doch fühlte sie sich nicht glücklich, wenn sie das Vergangene mit der Gegenwart verglich. Etwas, das sie auf der Reise vergessen hatte, Gedanken, Befürchtungen, die sie in der Residenz bereits gequält, traten nun an diesem Orte der Ruhe, der Erholung wieder vor sie hin. Wirklich? Hier sollte es sich friedlich leben lassen? Mit dieser Aussicht in die Zukunft? Sie öffnete rasch den Laden, um das beklemmende Gefühl, das sie beschleichen wollte, durch das noch immer kräftige Licht des scheidenden Tages zu verscheuchen und stand dann sinnend am Fenster, den stillen Spiegel des Sees in seinen waldigen Ufern betrachtend, während vom Hofe herüber die Stimmen der Diener ertönten, die unter Anleitung der Frau von Pork die Koffer behutsam die Treppe hinauftrugen. Die alten Rokokomöbel schienen vergnügt den frischen Windhauch einzuatmen, der jetzt die Tapeten leise streifte, die Vorhänge rauschen ließ. Das lang entbehrte Licht fiel auf die vergoldeten Tapeten, die leise knisternd alte Märchen von Festen oder Jagden zu erzählen schienen. Das sonst so heitre Mädchen lehnte das Haupt an das reichverzierte Fenstersims und zog die Brauen finster zusammen, was ihrem Gesichtchen einen knabenhaft trotzigen Ausdruck verlieh. Manchmal verriet eine zuckende Bewegung ihrer Hand, das verächtliche Kräuseln ihrer Lippen, daß sie unwillig über jene ernste Angelegenheit nachgrübelte, bis sie endlich mit raschem Entschluß das Fenster schloß. Sie wollte sich gewaltsam zerstreuen, dies kündigte ihr unstäter Blick an, der nach einem einer längeren Betrachtung würdigen Gegenstand suchte, das verkündigte die Unsicherheit ihres Schrittes, der den Widerhall der dunklen Corridore wachrief. Endlich nach langem Wandern war sie, ohne es zu wollen, vor der unterirdischen Grabkapelle, die im linken Flügel des Schlosses lag, ihr Licht von einem dicht am Erdboden befindlichen Fenster empfangend, angekommen. Ein Druck öffnete die eisenbeschlagene Thüre: sie war überrascht, sich hier zu sehen. Die Feierlichkeit des Ortes, sein gedämpftes, graues Licht, der altertümliche Altar mit dem bald undeutlichen Ölgemälde darüber, die schweren, goldenen Leuchter, diese ganze abgestorbene Pracht wirkte wohl auf ihr ästhetisches, nicht auf ihr religiöses Gefühl. Links an der Wand stand der verwitterte Steinsarg der deutschen Kaiserin, einem großen Troge ähnlich. Das Mädchen betrachtete ihn mit der Empfindung, als sei dieser Sarg für sie bestimmt. Sie verfiel einen Augenblick hindurch in eine seltsame Geistesabwesenheit. Wie groß mein Sarg ist, dachte sie, bin ich denn von solcher Länge, solcher Breite? Und warum fehlen die Kissen? Sie trat näher heran und befühlte das kalte, ausgezackte Gestein. Wir wollen uns ein feierliches Begräbnis versinnbildlichen, sagte sie zu sich. Dann bedauerte sie, daß sie kein Feuerzeug zur Hand hatte, um die beiden thränenden Wachskerzen auf dem Altare anzuzünden, und fühlte auf einmal den unwiderstehlichen Drang, sich in den Sarg der Kaiserin zu legen. Sie faßte ihr Kleid, stieg über den Rand des Steines, konnte sich aber einer ans Gruseln streifenden Heiterkeit nicht erwehren, als durch die gemalten Fenster ein roter Strahl der untergehenden Sonne über die Goldleuchter des Altars glitt, um den mageren Christus des alten Gemäldes mit Blut zu übergießen. So, halb sitzend, halb liegend, wartete sie fröstelnd, bis der Purpur des Abends die graue Steinwand der Kapelle verlassen; kaum sichtbar mehr wurde das Ölbild; wie zwei unheimliche Augen blinkten die Goldleuchter aus der Nacht herüber. Wie stille es ringsum war! Wollten sie vielleicht die Geister Derjenigen besuchen, die sich über diesem Altare einst die Hand gereicht. Das Mädchen überließ sich mit schaudernder Wonne allerlei Fantasieen und belebte sich auf diese Art die Einsamkeit dieses Raums. »Hier unten müßte an heißen Sommertagen, Lenauʼs Gedichte in der Hand, gut weilen sein,« lachte sie auf, daß es dumpf von der Decke zurückdröhnte, als hätten unsichtbare Geister nur auf dieses Signal gewartet, um ihrem Hohngelächter den Lauf zu lassen. Erschrocken sprang sie empor und eilte, sich ihrer Beklemmung schämend, aus der Kapelle. Kaum hatte sie die Thüre geschlossen, als sie stehen blieb, dann, gleichsam um sich zu strafen, dieselbe Thüre noch einmal öffnete, langsam, den Blick starr auf den abschreckend häßlichen Christus des Gemäldes gerichtet, an den Sarg herantrat, sich einen Augenblick auf dessen Einfassung niederließ und ebenso langsam, wie um ihre Seelenkraft zu prüfen, wieder aus der Kapelle hinausschritt. Warum sich fürchten, dachte sie bei sich, man muß seine Fantasie bändigen und dabei fühlte sie das behagliche Schaudern, das sie schon in frühester Jugend sich gerne zu erwecken suchte. Als Kind besaß sie ein Märchenbuch, vor dessen einer Seite, die eine gemalte Kröte zeigte, sie sich von jeher gefürchtet. Jetzt erinnerte sie sich wieder an jenes Bild und dachte mit Lächeln an die Angst, mit der sie damals die Blätter umwendete, bis das gefürchtete Krötenportrait auftauchte. Alsdann hatte sie das Buch schreiend zu Boden fallen lassen und war schutzsuchend an die Brust Frau von Porkʼs geflüchtet. Dies Spiel hatte sie jeden Tag getrieben, bis man ihr das Buch wegnahm. Und jetzt suchte sie mit ähnlicher kindischer Abenteurerlust das Angsteinflößende auf. So weilte sie bis zum Abend allein in dem einsamsten Teile des weitläufigen Gebäudes, ließ sich dann durch den Diener bei Frau von Pork entschuldigen und eilte auf ihr Zimmer, das die Fürsorge der Gesellschafterin bereits wohnlich hergerichtet hatte. Wie müde sie sich fühlte, wie wohlthuend die Dunkelheit des Gemaches sie umfing. Sie legte sich angekleidet auf das Bett und ließ den Nachtwind, der einen feuchten Waldgeruch in das Zimmer brachte, mit ihren Haaren spielen. Sonderbar, dieser Waldgeruch weckte plötzlich ihre Erinnerung an jenen Maler, den Sohn des Försters Enger. Sie lächelte, ärgerte sich über ein Erröten, das sie wie einen brennenden Hauch über die Stirne ziehen fühlte und fragte sich selbst, ob sie etwa vor den Wänden ihres Zimmers in Verlegenheit zu kommen nötig habe, oder was denn dies Erröten bedeuten solle. Nun! er möge nur zusehen, der stolze Mensch, sie werde ihm die Kränkung zurückgeben, meinte sie, unwillkürlich mit dem Kopfe nickend. Auf welche Art man ihn wohl am besten in Verlegenheit setzen könnte, denn gedemütigt mußte er werden. Freilich war es rachsüchtig, sie fühlte es und schämte sich dieses unweiblichen Zugs. Was hatte sie vor ihm voraus? Daß sein Vater der Untergebene ihres Vaters war, sollte sie das nicht eher zum Mitleid bewegen? Und schien er nicht unglücklich zu sein? Vielleicht waren seine Antworten nur die Ausflüsse einer tief gereizten, unglücklichen Seele. Vielleicht waren diese Leute sehr arm. Arm sein! Isabella hatte nur sehr unvollkommene Vorstellungen von diesem Zustand. Jeden, von dem sie hörte, er sei arm, bemitleidete sie, mehrmals schon hatte ihr der Anblick eines Bettlers für einen ganzen Tag die Lebensfreude geraubt. Nicht nur, daß sie in solchen Fällen gern Alles hingab, sondern sie machte sich dann meist Vorwürfe über ihren Reichtum, verachtete ihr Wohlleben und umgab das Leben des Bedürftigen mit einer Glorie. Als nun die Dienerin Licht in das Zimmer brachte, erhob sich die Gräfin, um sich beim Auskleiden Hülfe leisten zu lassen. Sie sei müde, möge man Frau von Pork sagen, sei deshalb früher zu Bette gegangen. Ob sie nicht den Thee wünsche, frug die Zofe. Nein, sie wünsche nicht zu Abend zu speisen. Als die Zofe den jugendlichen Körper von den engen Kleidungsstücken befreite, fiel der Blick Isabellaʼs auf ihren eignen, einen Moment hindurch entblößten Arm. Wunderlicherweise mußte sie, was ihr noch niemals begegnet war, über diesen Anblick erröten. Ja, es fuhr ihr plötzlich der Einfall durch den Kopf: Du hast doch schöne Arme. Welche Thorheit! Emma, die Zofe, konnte sich anfangs nicht erklären, warum ihre Herrin heute mit so auffallender Hast in das Nachtkleid schlüpfte, sagte jedoch mit jener instinktiven Dienerschlauheit, die jede kleine Schwäche der Herrin zu ihrem Vorteil zu benutzen weiß:
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