Wilhelm Walloth - Seelenrätsel

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»Machen Sie sich keine Sorge, betreffs des Försters,« sagte sie endlich mit einer mitleidigen Protektorstimme, »ich werde mit dem alten Manne reden und —« sie zerbrach sich den Kopf, wie sie am besten zu verstehen geben könne, daß sie beabsichtige, ihm eine kleine Unterstützung zu gewähren. Während sie noch einige unbeholfene Worte stammelte, aus denen man mit Aufwand einigen Scharfsinns ihre edle Absicht vielleicht heraushören konnte, fiel ihr der Maler in die Rede.

»Ich fürchte den alten Förster nicht,« sagte er barsch, »wir stehen auf ganz gutem Fuß. Ich bin sein Sohn.«

Nun war es mit Isabellaʼs Fassung zu Ende. »O, ich bitte, ich bitte,« stammelte sie entschuldigend, entfernte mit hastiger Hand ein Schlinggewächs, das sich an die Spitzen ihres Kleides geklammert, warf einen fast furchtsamen Blick auf den Maler und schritt an die Chaise heran. Am liebsten hätte sie jetzt ihrer Verwirrung durch Thränen Luft gemacht; sie wußte gar nicht, wie ihr war, ärgerte sie sich eigentlich oder schämte sie sich? Doch warum sollte sie sich ärgern oder schämen; Frau von Pork schnarchte so überaus komisch im Wagen und sie beschloß, sich einen Scherz zu bereiten. Sie wollte dem Kutscher etwas zurufen, die Stimme versagte ihr. Wie verwundert der Lakai von dem Kutschersitze auf sie herabsah, das respektvoll-neugierige Gesicht des Menschen war wirklich unerträglich. Nun suchte sie langsam wie im Halbschlaf einen Strohhalm; als sie einen gefunden, trat sie dicht an die schlafende Frau von Pork heran; es war ein Lächeln, das nun über ihr brennendes Gesicht huschte, wie sie es noch nie gelächelt, ein verdrossenes, mißmuthiges Lächeln, und als sie nun der schlafenden Dame mit dem Strohhalm leise über die Nase fuhr, die dem ehrwürdigen Gesicht eine anʼs burleske streifende Majestät gab, hätte sie sich selbst ohrfeigen mögen, so kindisch kam ihr der triviale Spaß auf einmal vor. Freilich als nun die Gesellschafterin so heftig nieste, daß ihr alterthümlicher Kopfputz in Konvulsionen zu verfallen begann und als sie, die Augen aufschlagend, mit einer unheilvoraussehenden Miene, die Versicherung aussprach, der große Koffer, der das Meißener Kaffeeservice enthielt, sei heruntergefallen, nahm das Lächeln auf Isabellaʼs Zügen mehr und mehr seine natürliche Form an. Nachdem die alte Dame sich davon überzeugt hatte, daß der große Koffer noch seinen Platz auf dem Dach der Kutsche inne hatte, begann sie allerlei mysteriöse Befürchtungen zu hegen, sie habe ihren Sonnenschirm, ihr Schnupftuch, ihr Kopfkissen, ihre Handschuhe, ihr Portemonaie und noch einige andere Gegenstände verloren, welche Ansicht sie mit der größten Hartnäckigkeit nicht eher preisgab, als bis man sie von dem Gegenteil überzeugt. Schließlich fehlte allerdings der Sonnenschirm, welchen zu suchen der Lakai sogleich ausgesandt ward. Dann machte sich das Herz der Dame in verschiedenen Anklagen Luft. Warum man sie denn habe einschlafen lassen, sobald sie ein Auge zuthue, passiere ein Unglück, man solle doch nie mehr (wie sie es heute gethan) sein Geschick preisen, ohne das Wort: »unberufen« dazuzufügen. Und warum habe Isabella, da sie ausgestiegen, nicht ihren Mantel angezogen, die Luft fange an kühl zu werden und wie sie etwa ein Fieber ihrer Schutzbefohlenen vor Gott und dem Grafen verantworten solle. Isabella behandelte Frau von Porks Sonderbarkeiten mit der größten Geduld und hatte nur ein nachsichtiges Lächeln für dieselben. Was diese Frau für das früh verwaiste Kind gethan hatte, würde die Weltgeschichte längst aufgezeichnet haben, wenn diese hohe Schriftstellerin es nicht vorzöge, die Grausamkeiten eines Tiberius lieber als die Fürsorglichkeit einer armen Erzieherin zu schildern. Rasch entschloß sich Frau von Pork trotz dem ihr unbegreiflichen Widerstreben Isabellaʼs den Wagen, so lange nach dem Schirme gesucht wurde, zu verlassen. Nun verband diese starkknochige Frau mit der Trockenheit und Nüchternheit ihrer Lebensanschauung ein ganz klein wenig Schwärmerei und als sie am Arm ihres Kindes unter den Ästen breitstämmiger Eichen dahinwandelte, konnte sie nicht umhin, einige französische Verse zu recitiren, unterbrach jedoch z. B. Kloppstocks Ode: »Schön ist Mutter Natur Deiner Erfindung Pracht,« mit der trockenen Frage, wie sich das Milchgeschäft der gräflichen Meierei wohl in diesem Jahr rentieren würde. Sodann freute sie sich über ihre Zimmerblumen, die in diesem Jahre herrlich zu gedeihen versprachen und mit welchen sie sich von jeher die liebevollste Mühe gegeben. Sie warf hierauf, wie sie es schon oft gethan, Isabella ihre Gleichgültigkeit diesen schönen Pflanzen gegenüber vor, es sei doch so befriedigend, dieselben wachsen zu sehen, sie zu waschen, zu pflegen. Isabella erwiderte nichts, doch als man sich dem Standorte des Malers näherte, ward sie sichtlich unruhig und ersuchte ihre Begleiterin, die lebhaftes Interesse an dem Kunstwerk zu nehmen schien, dasselbe lieber ungesehen zu lassen, hier führe ja ein schöner Weg abseits an dem Maler vorüber. Frau von Pork sah gar nicht ein, warum sie an dem Maler vorübergehen sollte; sie drückte ihr Erstaunen über die Teilnahmlosigkeit ihrer Pflegetochter aus, die doch selbst zuweilen den Pinsel führe, und schritt mit gutmüthigem Lächeln auf dem ehrwürdigen Gesicht dem Maler entgegen. Es lag ein Trieb in dieser Frau, jedem Menschen etwas Angenehmes zu sagen, sich stets ein Ideal von allen noch unbekannten Menschen zu bilden, und wenn sie dadurch zuweilen auch zudringlich erschien, oder diese Sucht das Leben zu idealisieren einen Hauch von Affektation erhielt, so verzieh man ihr das gern, denn sie verband mit allen ihren Handlungen eine Naivität, von der man hätte sagen können, sie wandle diese sechzigjährige Matrone in ein achtzehnjähriges Mädchen um. So sprach sie denn auch sofort den Maler mit einer Freundlichkeit an, die denselben nötigte, mit derselben Freundlichkeit zu antworten. Isabella aber hielt sich im Hintergrunde auf, wagte sich nicht herbei, hörte jedoch, indem sie that, als pflücke sie Blumen, den größten Theil der Unterhaltung mit an. Der alten Frau gegenüber benahm sich der Künstler auffallend ernst, sein Lächeln glich eher einer andern Art von Schmerzausbruch und Isabella hörte mit Erstaunen, daß er, als die gutmütige Frau sein Bild loben wollte, sich mit sehr entschiedener Betonung einen Stümper nannte. Frau von Porks Augen leuchteten, sie sah sogleich ein Ideal von Bescheidenheit in dem jungen Manne und ihr menschenfreundliches Herz legte ihr die schönsten Worte des Trostes auf die Zunge, die indeß der Maler mit Kopfschütteln begleitete.

»Ich spreche mich Ihnen gegenüber offener aus,« sagte er, »weil Sie eine ältere Frau sind, weil ich sehe, daß Sie mir mit nicht gewöhnlicher Herzlichkeit entgegengekommen. Ich wollte, ich könnte die ganze Malerei an den Nagel hängen, so sehr ich sie liebe. Was ich kann, können Hunderte auch. Architekt hätte ich werden sollen, doch dazu istʼs nun zu spät. Wir müssen weiter pinseln.«

Frau von Pork erfuhr nun, daß sie den Sohn des gräflichen Försters Enger vor sich habe, was sie sehr erfreute.

»Wie?« sagte sie, »so sind Sie mir ja gar nicht fremd? Habe ich doch, als Sie ein kleiner Knabe waren, das Vergnügen gehabt, Sie, der Sie in den Mühlbach gefallen, mit einem neuen Kleide zu versehen. O, welchʼ ergötzliche Scene das war, und welchen Schrecken die Gräfin damals hatte.«

Auch Eduard erinnerte sich jener Scene.

»Ja,« sagte er lachend, »mir blieben von diesem Vorfall einige dunkle Spuren im Gedächtnis, vornehmlich die Schläge, die mir mein Vater dabei applicirte vermochte kein Lethe vergessen zu machen.«

»Wie groß und stattlich Sie geworden sind,« fuhr die Dame fort, »d. h. eigentlich mehr schlank, denn den zarten Knaben von damals erkennt man noch in Ihnen wieder. Sehen Sie dort? Das ist Isabella, die Tochter des Grafen. Sie haben der Familie manches zu verdanken, ich hoffe, Sie zeigen sich dadurch erkenntlich, daß Sie uns bisweilen durch Ihren Besuch, Ihre Unterhaltung in dieser Einsamkeit von Ibstein eine vergnügte Stunde bereiten. Besuchen Sie uns zuweilen,« setzte sie hinzu, »die Sammlungen des Schlosses stehen Ihnen zu Diensten, sie enthalten manches, was Sie vielleicht bei Ihrer Arbeit benutzen können.«

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