Wilhelm Walloth - Seelenrätsel
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»Prächtiges, altes Gerümpel dahinten,« fuhr der Maler, auf die Chaise deutend, fort, während Isabella errötend weiterschritt, noch nicht ganz einig mit sich selbst, ob sie wieder umkehren oder dem Maler seine Art, mit ihr zu verkehren, vorwerfen sollte. Nun hatte sie die Staffelei erreicht; der junge Mann zog seine Hemdärmel über den Arm herunter, machte jedoch in anderer Hinsicht dem Schicklichkeitsgefühl einer Dame weiter keine Concessionen. Die lange Weste hatte er aufgeknöpft, sein Hut lag im Grase, die Halsbinde flatterte im Winde, seine Arbeit zu unterbrechen, fiel ihm nicht ein, ja, seine nun dicht hinter ihm stehende Zuschauerin auch nur eines Blickes oder gar eines Wortes zu würdigen, schien er zur größten Verwirrung derselben für durchaus unnötig zu halten. Isabellaʼs Blick fiel auf die Leinwand, welche eine düstere Waldlandschaft, morsche, gebrochene Stämme, herabdräuende Regenwolken zeigte. Im feuchten Grase saß ein auf einer Rohrflöte spielender Faun, um ihn her lagen, kichernd herbeischleichend, schüchterne Nymphen, die sein Spiel anzulocken schien. Das Mädchen war mit diesem Stoff nicht ganz einverstanden, jedoch fesselte sie die Behandlung des Waldhintergrunds sehr; einen Augenblick hindurch in Betrachtung versunken, vergaß sie, wo sie sich befand, übersah sie die Unhöflichkeit des Künstlers und bemerkte nicht, daß sie mit dem einen ihrer weißseidenen Stiefel in den auf dem Boden liegenden blauen Ölfarbentopf geraten war. Die peinliche Verlegenheit, die sich des Mädchens bemächtigt, machte, daß sie die Umgebung, Wald und Flur allmählig wie durch einen heißen, roten Schleier wahrnahm. Das ihr so neue Gefühl der Demütigung, welches sie vergebens nach Worten ringen ließ, hielt ihr das vielleicht Unschickliche ihrer That vor das Gewissen. Sie wollte sich zurückziehen, doch das trotzige Bewußtsein, thun zu können, was ihr beliebe, der Ärger, den sie darüber empfand, daß dieser Mensch es nicht für der Mühe wert hielt, eine junge, hübsche Aristokratin in ein Gespräch zu ziehen, fesselte ihren Fuß. Nun tönte vom Walde herüber eine helle Knabenstimme. Rasch über die Wiese laufend, schwang der Bursche sein Schmetterlingsnetz und stand bald neben dem Maler.
»Siehʼ, Eduard, ich habe ihn,« rief er keuchend, sich ebenso wenig um Isabella bekümmernd, als sein Freund, sie aber unaufhörlich anstarrend. Er breitete sein Netz aus und zeigte, immer die verwunderten Augen auf die Fremde gerichtet, einen darin flatternden Schmetterling.
»Nun, Ludwig,« sagte der Maler, »was beginnen wir mit dem Schmetterling.«
»Ich meinte, Du wolltest ihn mir malen,« entgegnete der Knabe, dessen von schön geschwungenen Brauen umgebenen Augen immer noch neugierig an den Zügen des Mädchens hingen.
»Gut,« erwiderte ihm der Maler, »dann müssen wir ihn zuvor töten!«
»Töten? Ja, das wollen wir,« sagte Ludwig nach dem Netze greifend, und man konnte sehen, wie seine sonst so sanften Züge neugierig leuchteten.
»Also es bereitet Dir Freude,« entgegnete ihm der Maler, »ein Tier sterben zu sehen?«
Der Knabe hob verdutzt den Kopf, während ihm der Künstler mit der Hand über seine schwarzen, krausen Haare strich, die, da sie sehr dicht in die weiße Stirne hereingewachsen waren, ganz italienisch anmuteten.
Der Künstler wandte sich dann ruhig zu Isabella und sagte: »Auffallend bleibt er doch immer, dieser unbewußte Zug zur Grausamkeit, der erst allmählig unserem Geschlechte durch Bildung ausgetrieben werden kann«
Darauf begann er, weiter malend, in gemütvoller Weise dem Knaben das Leben eines Schmetterlings zu beschreiben, wie er die Seele einer verblichenen Blume sei, wie er sich der Sonne freute, wie er vergnügt von Blume zu Blume gaukelte, denen Allen er zu erzählen hat, wie schön das Leben sei. Allmählig gestaltete sich seine Schilderung zum Märchen, er ließ Freunde, Eltern und Kinder des Schmetterlings auftreten, setzte seine Gefangenschaft in Contrast mit seiner Freiheit, malte seine Sehnsucht nach den Seinigen und ließ endlich als wirkungsvollen Abschluß des Dramas den langsamen Todeskampf des Tieres folgen, den er mit allerlei melodramatischem Nachtigallengeflöte, Abendröten und weinenden Rosen ausstaffirte. Die Erzählung erreichte denn auch die gehoffte Absicht; Ludwig, der im Anfang derselben aufmerksam gelauscht, brach am Schlusse in einen kaum zu stillenden Strom von Thränen aus, sodaß der Maler Mühe hatte, ihn zu trösten.
»Sehen Sie, gnädiges Fräulein,« wandte er sich lächelnd zu Isabella, »hier haben Sie den Beweis, daß Grausamkeit, überhaupt alle Schlechtigkeit, mehr das Ergebnis einer gewissen Dumpfheit des Geistes ist und sich leicht durch Aufklärung heben läßt. Wenn ein Verbrecher fähig wäre, vor der That alle Einzelumstände, alle Folgen derselben sich vorzustellen, würde er in den seltensten Fällen so weit kommen, sie durchzuführen. Der Mangel an Fantasie macht Verbrecher und freilich – auch die Tapferen!!«
Isabella, deren weibliches Gemüt von der Biographie des armen Schmetterlings kaum weniger bewegt war, als dasjenige des immer noch schluchzenden Knaben, fühlte, daß sie unter allen Umständen irgend etwas sagen mußte, da sie jedoch sich ihrer Rührung schämte, verfiel sie, um dieselbe zu verbergen, in den ihr entgegengesetzten Ton. Mit viel rauherer Stimme, als ihr selbst lieb war, sagte sie:
»Darf ich mir die Frage erlauben, mein Herr, auf welche Art Sie eigentlich hierhergekommen?«
Der junge Mann stutzte. Dann huschte ein sarkastischer Zug über seine blassen Lippen, den die Fragerin nicht bemerkte.
»Wenn ich mich nun,« sagte er, »diebischer Weise in diesen Park geschlichen hätte, würden Sie die Grausamkeit besitzen, mich hinausweisen zu lassen?«
Die Gräfin, welcher der ironische Ton dieser Entgegnung nicht entging, errötete. Mit einer Betonung, die eine Anklage enthalten sollte, versetzte sie: »Dieser Park ist Eigentum des Grafen Ibstein.«
»Dann müssen sich allerdings die Bäume sehr geschmeichelt fühlen,« entgegnete er ruhig, »ich dachte nämlich, dieser Park gehöre zu dem Besitztum des lieben Gottes.«
Isabella, die, über alle Standesvorurteile erhaben, jeden Menschen, ja jeden Bettler als mit sich gleichberechtigt betrachtete, konnte es doch nicht ertragen, wenn sich ein Bürgerlicher erlaubte, spöttisch über alle Schranken wegzusetzen. Das Rot wollte gar nicht von den Wangen des Mädchens weichen, sie warf einen verwunderten Blick auf den Sprecher und sagte dann:
»Verzeihen Sie mir, mein Herr, ich selbst habe gar nichts dagegen einzuwenden, wenn Sie Studien in unsrem Park entwerfen, durchaus nichts, jedoch nehmen Sie sich vor Herrn Enger, unserem Förster, in Acht, er soll ein sehr gewissenhafter, beinahe harter Mann sein. Ertappte er Sie, er wäre im Stande, Sie für einen verkappten Wilddieb zu halten und —«
»Mich zu erschießen,« lachte der Maler, während Isabella, die fühlte, daß sie zu weit gegangen war, erschrocken innehielt. Dem Maler kam es hart an, einen Witz zu unterdrücken, dessen Pointe in einer Verwechslung von Rehen und anderen jagdbaren Tieren mit schönen Damen bestand, er begnügte sich, zu entgegnen:
»Sie haben Recht, ich habe wirklich einige Ähnlichkeit mit einem Wilddieb; mein Haarwuchs, meine Kleidung, vielleicht auch mein Blick lassen darauf schließen, daß ich gern in Heuhaufen oder hinter Schloß und Riegel übernachte. Etwas vom Vagabunden haben wir Künstler ja Alle und nicht bloß in der einen Beziehung, daß es uns meistens an Geld fehlt.«
Dem Knaben, der seinem Schmetterling die Freiheit geschenkt, schien diese Bemerkung einzuleuchten, er griff lachend nach seines Freundes keineswegs sehr neuem Hut, um eifrigst die verschiedenen defekten Stellen an demselben zu zählen und mit ihm Ball zu spielen, wodurch er die Verlegenheit des Mädchens nicht wenig steigerte. Sie ging mit sich zu Rate, was sie thun sollte, während der junge Mann dem Knaben sehr besorgt den Hut entriß, dem das Ballspiel augenscheinlich gar nicht zuträglich war.
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