Wilhelm Walloth - Seelenrätsel
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Den Maler interessirte hauptsächlich ein altes Ölgemälde, das die Grabkapelle des Schlosses barg, das Werk eines altdeutschen Meisters; er bat um die Erlaubnis, es sich nochmals ansehen zu dürfen. Gern ward ihm diese Erlaubnis zu teil, und da Frau von Pork den Knaben gewahrte, rief sie ihn herbei und schenkte dem verlegen Dreinschauenden eine Tafel Chokolade, die sie für unvorhergesehene Fälle auf die Reise mitgenommen. Erst auf die Aufforderung des Malers hin dankte der Knabe unbehülflich genug.
»Ist dies Ihr Bruder?« frug die Gesellschafterin.
»Nein,« entgegnete der Künstler, »er ist der Sohn eines mir befreundet gewesenen Malers. Sein Vater starb, ich nahm das Kind zu mir.«
Eduard Enger hatte mit so einfacher Betonung gesprochen, daß Frau von Pork, dieser That des Edelmuts nicht einmal mit Worten Beifall zu zollen wagte. Sie schwieg gerührt und betrachtete mit Teilnahme den jungen Menschen, der, nachdem er dem Knaben einen Augenblick die Hand auf das Haupt gelegt, ruhig weiter malte.
Als Frau von Pork wieder mit der schweigsamen Isabella zusammentraf, wußte sie viel von der breiten Stirn, dem offenen Blick, dem bescheidenen Benehmen des jungen Mannes zu berichten und als sie bereits auf ganz andere Gesprächsgegenstände gekommen war, unterbrach sie sich manchmal mit den Worten, der junge Mann thäte ihr leid, ob sich sein Los nicht vielleicht verbessern ließe.
»Kennst Du ihn denn nicht mehr,« frug sie dann das Mädchen, »er ist ja der Sohn des Försters, der kleine Junge, der Dich, als Du, 7 Jahre alt, Schloß Ibstein besuchtest, über den Mühlbach tragen wollte?«
Die Gräfin schüttelte den Kopf, obgleich sie sich jener Scene wieder dunkel zu erinnern begann. »Du mußt es doch noch wissen,« fuhr die alte Dame fast ärgerlich fort, »erinnere Dich doch! Mama stand in der Nähe der Mühle; Du wolltest ihr in die Arme eilen, doch der reißende Bach trennte euch. Als dies der kleine Eduard gewahrte, lief er herzu, Dir die Hand zu bieten. Erinnerst Du Dich jetzt? Der Kleine stand auf einem Stein mitten im Wasser, als er Dich fassen wollte, schlug der Stein um, Du und er, ihr lagt beide im Bache, ehe man zu Hilfe eilen konnte.«
»Mag sein,« entgegnete Isabella trocken.
»Schade, daß er ein Jude ist,« meinte sie dann. Erst bei dieser Bemerkung erwachte Isabella aus ihrem Hinbrüten und sagte, unwillig lachend: »Zerstöre mir doch meine Illusionen nicht. Ein Jude, das wäre ja abscheulich.«
»Soviel ich mich erinnere, stammt er mütterlicherseits aus jüdischer Familie,« entgegnete Frau von Pork.
»Das werde ich nie glauben,« sagte Isabella fast heftig. Man hatte den Wagen erreicht und während man nun dem Schlosse entgegenfuhr, setzte Frau von Pork dem ungläubigen, aber dennoch neugierigfragenden Mädchen die Familienverhältnisse des Förstersohns auseinander, die sie ziemlich genau kannte, da der alte Förster ungefähr um dieselbe Zeit in den Dienst des Grafen eingetreten war, wie sie selbst. »Eigentlich solle man solche Geschichten nicht erzählen,« meinte Frau von Pork, doch konnte sie ihrem Mitteilungsdrange nicht länger widerstehen und so berichtete sie denn, was ihr der Förster selbst einst ausführlich erzählt hatte, nachdem sie dem sonst schweigsamen Mann durch ihren menschenfreundlichen Zuspruch das Herz weichgemacht. Förster Enger hatte einen verkommenen Juden, den er mehrmals bei Wilddiebereien ertappt, ernstlich gewarnt. Da dies nichts fruchtete, der verwegene Mensch nur immer verwegener wurde, betrat der Förster eines Abends die Wohnung des Juden, eine ärmliche, am Ende des Dorfes gelegene Hütte. Draußen lag der Schnee, durch die Fenster pfiff der Nordsturm; der junge Mann schauerte zusammen, als er die düstre Kammer betrat, aus deren finsterstem Winkel eine schwache Stimme frug wer hier sei! Die untergehende Sonne gab jetzt mit ihrem letzten Strahl, der durch die papierverklebten Scheiben glomm, jenem Winkel eine graue Helle. Dort kauerte, die Hände unter der Schürze verborgen, ein junges Mädchen, das, als sie den Förster erblickte, ihre halberstarrten Glieder erhob und mit zitternder, frostblauer Lippe noch einmal frug, was man hier suche. Der junge Mann drängte das Mitleid gewaltsam zurück, das ihn ergreifen wollte und frug barsch, ob sie die Tochter des Ephraim sei. Wie im Halbschlafe, mit geschlossenen Augenlidern, nickte das Mädchen vor sich hin, die zitternden Arme fest um den Leib gepreßt.
»Nehmt Euch in acht,« fuhr der Förster fort und gab nun in drohendem Tone zu verstehen, daß er, wenn er den Ephraim noch ein einziges Mal im Walde ertappe, kein Erbarmen mehr haben dürfe. Die Jüdin hob langsam ihre Augenlider und flüsterte, sie habe den Vater schon mehrmals gewarnt.
»Nun,« sagte Enger mit möglichst heiterer Stimme, »wenn ich an Deinem Vater so handle, wie es mir das Gesetz vorschreibt, – rechnet Euch die Schuld bei, wenn es ein Unglück giebt. Du verstehst mich.«
Er drückte seinen Hut ins Gesicht und wollte gehen, doch als ihn der ängstlich fragende Blick des Mädchens streifte, glaubte er sich vielleicht nicht deutlich genug ausgedrückt zu haben, er blieb stehen, murmelte noch einmal eine Warnung hervor und ging hierauf in seltsamer Stimmung, ärgerlich darüber, daß er es für nöthig gefunden, den heruntergekommenen Menschen, dem man eine Wohlthat erzeigte, wenn man ihn möglichst bald aus der Welt beförderte, zu warnen. »Was nütztʼs,« kaute er zwischen den Zähnen, »ich habe mir nur die Hand unsicher gemacht.«
Wenige Tage später begegnete er richtig dem Ephraim im beschneiten Walde; er legte sein Gewehr an, ließ es jedoch wieder sinken: der andere aber im Glauben, er hätte die Absicht, zu schießen, sprang hinter einen Baumstamm und drückte ab. Des Försters Hund, den er an der Leine hielt, versetzte, indem er sich losreißen wollte, seinem Herrn einen Ruck; der Förster taumelte und der Wilddieb, wähnend, er habe seinen Feind verwundet, eilte aus seinem Versteck. Ohne sich zu besinnen, riß Enger das Gewehr an die Wange und gleich darauf lag der Jude stöhnend am Boden. Ephraim war nicht tötlich verwundet. Da man ihn am frühen Morgen in die Hütte seiner Tochter brachte, erhob diese ein kurzes Klagegeschrei, verstummte jedoch sogleich, als der Vater dem Förster zu fluchen begann. Ephraim mußte seine That mit einer langjährigen Gefängnisstrafe büßen, indeß seine Tochter auf die Mildthätigkeit ihrer Nachbarn angewiesen war. Eines Tages traf sie, da sie im Walde Holz las, mit dem Förster zusammen, der, als er sie gewahrte, sich rasch hinter einen Holzstoß zurückziehen wollte. Plötzlich kam er jedoch hastig auf die Dirne zugeschritten. Es war ein stürmischer Herbsttag, das Laub wirbelte am Boden, die Äste krachten, der Wind drang feuchtkalt durch die Kleider und das Mädchen stand mit nackten Füßen, wehendem Halstuche, in das sich ihre flatternden Haare verwickelt, vor dem starken Manne, dessen Auge scheu auf sie gerichtet war.
»Hast Du Nachricht vom Vater,« frug er mit sehr lauter Stimme, als müsse er den rauschenden Wald übertönen. Dabei hielt er sich mit der Hand den Hut, als ob er ihm fortzufliegen drohe.
»Ja,« sagte das Mädchen, nach einer anderen Richtung blickend.
»Nun?« frug der Förster, und man wußte nicht, ob er vor Frost zitterte oder ob nur sein Mantel im Winde flatterte.
»Er ist tot,« sagte das Mädchen ausdruckslos.
Der Förster that, als schlucke er einen im Halse festsitzenden Gegenstand hinunter, der Wind riß ihm nun wirklich den Hut vom Kopf, er stand da, als wolle er sich sogleich entfernen.
»Im Gefängnis gestorben?« frug er.
Die Dirne nickte, ihr Holz zusammenlesend. Der Mann im grünen Kleide sah ihr schweigend zu. Sie war schlank gebaut, ihr Gesicht hatte einen orientalischen Schnitt, und wie sie sich so niederbückte, fielen ihr etliche sturmverwehte Blätter auf den feingebauten Hals, in den weißen Rücken hinab. Nun richtete sie sich auf und wollte gehen.
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