Grigori Bjelych - SCHKID. Die republik der strolche

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SCHKID. Die republik der strolche: краткое содержание, описание и аннотация

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Titel der Originalausgabe: Республика ШКИД.
Übersetzung aus dem Russischen von Lieselotte Remane.

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Vikniksor schwieg. Ein verlorenes, kummervolles, fast verzweifeltes Lächeln stand in seinen Augen.

Dann saß er lange an dem schweren Schreibtisch in seinem Arbeitszimmer, hatte die Lampe abgeschirmt und dachte nach. Ist Dolgoruki wirklich ein hoffnungsloser Fall? Ein fünfzehnjähriger Junge? Unmöglich. Da wurde irgendein Mittel vergessen, nicht alles versucht…

Er zog die Schublade auf und nahm eine braune Akte heraus. Sie trug die Aufschrift: „Charakteristiken B-K“.

Vikniksor schlug die Akte auf und holte eine Charakteristik heraus. „Siwer Dolgoruki… Dieb. Stahl im Heim für Künstlerkinder, bestahl die eigenen Kameraden… Kinderheim Nr. 18… Stahl… Gymnasium von Zarskoje Selo. Stahl, wurde aus der Schule verwiesen… lernte schlecht… Institut für schwererziehbare Minderjährige… Diebstahl, Flucht… Kloster…“

Trotzdem — ein Erziehungsmittel war noch nicht angewandt worden. Aber welches?

Plötzlich fiel es ihm ein: Erziehung durch Arbeit!

Arbeit, körperliche Arbeit… in Werkstätten, Fabriken, am Hochofen, hinter dem Pflug, auf dem Traktor. Sie ist der beste Erzieher der Welt, sie kann das erreichen, was Menschen mit Büchern nicht schaffen. Und weil die Sache hoffnungslos schien, wollte sich Vikniksor die Arbeit zu Hilfe holen.

Am gleichen Tage lief er trotz seiner Müdigkeit von der Abteilung Volksbildung zur Landwirtschaftsverwaltung und von dort zur Stelle für Berufsausbildung. Er berichtete und suchte zu überzeugen, bis er sein Ziel erreicht hatte. Und als er nach seiner Rückkehr in die Schkid die Treppe hinaufging, summte er vor sich hin:

Arbeit steht noch viel bevor,
bis sich öffnet uns das Tor,
um uns freizugeben
für den Weg ins Leben.

Beim Abendbrot kam Vikniksor mit finsterem Gesicht in den Eßraum. „Guten Abend.“

„Guten Abend, Viktor Nikolajewitsch!“ antwortete ein Chor von dumpfen Stimmen.

Abwartend saßen die Jungen da. Sie wußten, daß Vikniksor etwas sagen würde und auf jeden Fall etwas Unerfreuliches. Alle schwiegen. Sie bliesen auf den heißen Tee und kauten ihr Brot. Marx, dessen Bild über dem Tisch der Sumpfonier hing, bohrte die Blicke in Fjodor Dostojewskis düstere Augen. Die Jungen sahen Vikniksor an. Er schwieg. Dampf wölkte sich über den Tischen.

„Heute ist allgemeine Versammlung“, erklärte Vikniksor schließlich. Einer seufzte.

„Wann?“ fragte ein anderer. „Gleich… nach dem Abendbrot.“ Nach dem Essen räumten die Diensthabenden das Geschirr ab und fegten die Brotkrümel von den mit schwarzem Wachstuch bezogenen Tischen.

Vikniksor stand auf, klopfte sich nachdenklich mit dem Finger gegen die Schläfe und begann zu sprechen — zuweilen laut, zuweilen fast im Flüsterton.

„Jungen! Ihr wißt, wovon ich reden werde und reden muß, was ich nicht verschweigen kann. Ihr wißt, daß während meiner Abwesenheit in der Schule Dinge vorgekommen sind, die es früher niemals gegeben hat. Alles wurde in der 'Chronik' festgehalten. Die Schule hat sich in eine Räuberhöhle verwandelt, in einen Schlupfwinkel für gemeingefährliches Gesindel. Aber das ist nur scheinbar so. Ich bin überzeugt, daß die Schkid unverändert geblieben ist und sich die meisten von euch nur insofern zum Schlechten gewandelt haben, als sie an Niveau verloren. Doch das sind Kleinigkeiten. Das kann man wieder in Ordnung bringen. Allein schuldig ist eine Gruppe…“ Vikniksor blickte zu Dolgoruki hin. Die Blicke aller folgten ihm. Kutscher duckte sich und schlug die Augen nieder. „Eine Gruppe“, wiederholte Vikniksor, „eine Gruppe von Schurken, rückfälligen Verbrechern, Rädelsführern… Dazu gehören meines Erachtens…“, die Jungen spitzten die Ohren, gespannte, lastende Stille trat ein, „… Dolgoruki, Gromonoszew, Bessowestin. Sie sind im Rahmen unserer Schule nicht zu bessern. Das einzige Mittel, das ich mir für sie ausdenken konnte, ist Erziehung durch Arbeit. Sie werden in das landwirtschaftliche Technikum des Petershofer Kreises versetzt. Ich hoffe, daß sie sich dort, in der friedlichen ländlichen Umgebung, bei dauernder körperlicher Arbeit bessern werden. Ich hoffe…“

Wildes, verweifeltes Schluchzen, jammervolles Stöhnen unterbrach Vikniksor. Es hörte sich an, als heule der Wind im Schornstein und suche durch die klappernde Ofentür einen Ausweg ins Freie. Zigeuner war es, der da schluchzte. Er weinte, das Gesicht in den verschränkten Armen vergraben, daß seine Schultern zuckten. Er weinte zum erstenmal, seit er in der Schkid war.

„Ich will nicht!“ schrie er. „Ich will nicht ins Landtechnikum. In die mathematische Fakultät möchte ich. Schweine hüten mag ich nicht!“ Und wieder schluchzte er mit zuckenden Schultern. Dann wurde er still.

Vikniksor war abwartend im Zimmer hin und her gegangen. „Gromonoszew will studieren“, fuhr er jetzt fort. „Aber das kann er nicht. Er ist moralisch zu schwach. Aus ihm würde nur ein Schuft werden, und ein gebildeter Schuft ist hundertmal schlimmer als ein ungebildeter. Wenn die Arbeit ihn bessert, kann er zu den Büchern zurückkehren. Deshalb — ich wiederhole es — sehe ich keinen anderen Ausweg.“

Er fuhr fort: „Aber auch die übrigen müssen bestraft werden. Das wollen wir selbst machen. Ihr sollt bestimmen, wer von euch ein Dieb ist. Zu diesem Zweck werden wir ein Scherbengericht abhalten…“ Der Eßraum kam in Bewegung. Die Stimmen rauschten auf wie der Wald in einer Herbstnacht. „Ablehnen!“ schrie einer.

Ein anderer zischte ihn nieder und rief zurück: „Richtig! Ein Scherbengericht!“

Vikniksor liebte bekanntlich originelle Einfälle. Er hatte deshalb das Scherbengericht aus dem Altertum geholt und gesagt: Hier habt ihr ein Mittel für euren sozialen Schutz, ihr Schkider, eine Maßnahme gegen Diebe. Nur schade, daß ich mir diese Erfindung nicht patentieren lassen kann, denn sie wurde schon vor zweieinhalbtausend Jahren in Athen gemacht…

Amöbe, der diensthabende Erzieher, schnitt sechzig Papierstreifen zurecht und verteilte sie auf den Tischen.

„Jeder soll drei Namen aufschreiben“, sagte Vikniksor. „Nämlich die Namen derer, die er für die Gefährlichsten hält. Wer mehr als fünfmal aufgeschrieben ist, wird aus der Schule entfernt und in eine andere Anstalt versetzt. Wer mehr als dreimal auf den Zetteln steht, kommt in die fünfte Gruppe unter dem Buchstaben 'D' (Dieb). Und alle, die mehr als einmal aufgeführt werden, kommen eine Gruppe tiefer als die, in der sie sich augenblicklich befinden. Wenn ihr nun schreibt, dann bemüht euch, gerecht zu sein, laßt euch nicht aus persönlicher Feindschaft verleiten, Unschuldige anzuschwärzen. Jetzt fangt an!“ Wieder ein Stimmengewirr, das aber sofort verstummte. Langsam glitten die Bleistifte über das Papier. Der Graphit knirschte. Die Jungen saßen nachdenklich da und hielten die Hand zum Schutz gegen fremde Blicke über ihren Zettel.

Wenn sie fertig waren, rollten sie die Zettel zusammen und übergaben sie den Diensthabenden, die diese „Papierscherben“ zum Lehrertisch brachten und sie in den dazu bestimmten Kasten legten. Als sich genau sechzig Zettel in dem Kasten angesammelt hatten, stand Vikniksor auf.

„Wir schreiten jetzt zur Auszählung“, erklärte er. „Wählt Kontrolleure.“

Hühnchen, Japs, Falke und Mamachen wurden ausersehen. Japs holte Papier und Tinte aus der Klasse und setzte sich zum Auszählen der Stimmen neben Vikniksor. Der Direktor nahm den ersten Zettel aus dem Kasten.

Wieder trat angespannte, lastende Stille ein. Vikniksor rollte den Zettel auseinander und las vor: „Gromonoszew, Dolgoruki, Ustinowitsch.“ Der zweite Zettel wurde auseinandergerollt. „Dolgoruki, Gromonoszew, Fedulow.“

Nun kam der dritte. „Dolgoruki, Koslow, Petrow.“

Auf den vierten Zettel reagierte der Eßraum mit nervösem Gelächter. „Hab' Angst vor Dresche, wenn ich einen hinschreibe.“ Wohl aus demselben Grunde waren ungefähr zwanzig Zettel unbeschrieben.

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