Julia Moira Radtke - Sich einen Namen machen

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Die Arbeit widmet sich einer bisher übersehenen, im öffentlichen Raum gleichwohl hochpräsenten Namenart: Sie untersucht die Namen im Szenegraffiti. Namen sind für die Graffitiszene von zentraler Bedeutung, weil es im Szenegraffiti darum geht, ein Pseudonym zu wählen und dieses möglichst oft und auf individuelle, qualitativ hochwertige Weise im öffentlichen Raum anzubringen. Die Mitglieder der Graffitiszene, die Writer, müssen sich daher im wörtlichen und im übertragenen Sinne «einen Namen machen».
Mit ihrer empirisch basierten Arbeit, deren Datengrundlage 11.000 Aufnahmen von Graffitis aus Mannheim bilden, legt die Autorin die erste umfassende wissenschaftliche Beschreibung dieser Namenart vor. Da die Graffitinamen im Fokus stehen, ist die Arbeit in erster Linie der Onomastik zuzuordnen. Um die Pseudonyme angemessen beschreiben zu können, werden in der Untersuchung aber auch Ansätze der Multimodalitäts- und Schriftbildlichkeitsforschung sowie der Linguistic-Landscape-Forschung verarbeitet.

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Bereits 1843 formulierte MILL folgende Theorie: „A proper name is but an unmeaning mark which we connect in our minds with the idea of the object“ (MILL 1843: 43). Seinem vielzitiertem Werk „A System of Logic“ ist außerdem die Aussage zu entnehmen, dass Namen „denote the individuals who are called by them; but they do not indicate or imply any attributes as belonging to those individuals“ (MILL 1843: 40). Die Vertreter der Bedeutungsleere-Position argumentieren – wie oben bereits erläutert –, dass Namen nichts über den Gegenstand, den sie benennen, aussagen und deshalb „als bloßes Etikett “ fungieren (NÜBLING ET AL. 2015: 13, Hervorh. i.O., auch bei LEYS 1979: 68).1 Der Name Jonathan sagt über den Träger – abgesehen von der Information des Sexus – nichts Weiteres aus.2 Es ist sogar denkbar, dass Personen mit dem Namen Jonathan außer ihrem Namen und dem Geschlecht keine weiteren gemeinsamen Merkmale aufweisen. Aus diesem Grund werden Namen auch prinzipiell nicht übersetzt; dies würde nämlich den Blick „von der Bezeichnung auf die Bedeutung“ lenken (KUNZE 1998: 11).

Wie bereits erläutert, funktionieren Appellative anders, weil das Referenzobjekt stets charakterisiert wird. Ein Appellativ bezieht sich „auf eine Gruppe ähnlicher Gegenstände, genauer: Diese Gegenstände teilen sich einige wichtige Merkmale (und nicht etwa alle) “ (NÜBLING ET AL. 2015: 48, Hervorh. i.O.). Objekte, auf die das Appellativ Haus referiert, teilen sich beispielsweise Merkmale wie Ortsfestigkeit, räumliche Begrenztheit, menschlicher Wohnraum. Wenn ein Objekt ebendiese Merkmale aufweist, wird es als Haus erkannt; so würde man beispielsweise Fachwerkhäuser, Holzhäuser und Wolkenkratzer trotz ihrer deutlich sichtbaren Unterschiede zur Gattung Haus zählen. Die appellativische Referenzweise hängt demzufolge mit den Merkmalen und Eigenschaften eines Objektes zusammen. Das Referenzpotenzial der Namen besteht hingegen darin, dass der Bezug zum Objekt unabhängig von dessen Merkmalen erfolgt. Die Referenz bleibt sogar konstant, wenn sich das Referenzobjekt optisch verändert oder sogar inexistent wird, beispielsweise indem es zerstört wird oder stirbt (BURKHARDT 2005: 22).3

Die Vertreter der Bedeutungsleere-Theorie nehmen zwar an, dass Namen keine lexikalische Bedeutung haben, sie gehen allerdings davon aus, dass Namen Konnotationen tragen (NÜBLING ET AL. 2015: 14, 34f.). Diese Nebenbedeutungen gehen allerdings „weniger vom Namen selbst als vom Objekt aus, das der Name bezeichnet“ (NÜBLING ET AL. 2015: 14). SEUTTER verweist zur Verdeutlichung auf den Unterschied zwischen sprachsystematischer und sprachpragmatischer Ebene: „Innerhalb der Langue besitzt der Vorname keine lexikalische Bedeutung, in der Parole kann der Vorname konnotative Bedeutung erhalten“ (1996: 104). Namen wie Hartz IV und Kevin sind demnach durch Erfahrungen mit bestimmten Konnotationen behaftet, die individuell jedoch ganz unterschiedlich ausfallen können.4

Die Vertreter der Position, die Namen ein Maximum an Bedeutung zuschreibt, stützen ihre Argumentation auf die Vorstellung von „Ein-Element-Klassen“ (HANSACK 2004: 54). Demnach gehöre jedes Individuum einer Klasse an, die allerdings nur aus ebendiesem Element besteht. HANSACK stellt unter Bezugnahme auf Erkenntnisse der Computational-Brain -Forschung fest, dass sich Benennungsvorgänge adäquat als „das Adressieren einer Informationsmenge“ verstehen lassen (2004: 56). Ein Name steht dieser Ansicht nach nicht für das Referenzobjekt selbst, sondern der Name adressiert die Informationsmenge, die zu dem entsprechenden Referenzobjekt im menschlichen Gehin angelegt wurde (2004: 56). Aus diesen Erkenntnissen schließt HANSACK, dass

zwischen Appellativen und Namen aus sprachtheoretischer Sicht nur ein einziger grundlegender Unterschied [besteht]: Namen bezeichnen Objekte aus Klassen mit nur einem Objekt […], während Appellative Objekte aus offenen Klassen bezeichnen. (HANSACK 2004: 56)

Dieser These nach tragen Namen eine Bedeutung in Form von Merkmalsbündeln, die sich jedoch ausschließlich auf ein einziges Referenzobjekt beziehen.5 JESPERSEN formulierte bereits 1924 in seiner Philosophy of Grammar , „that proper names (as actually used) ,connote‘ the greatest number of attributes“ (1968: 66). Nur aufgrund dieser Fähigkeit sei das Phänomen zu erklären, dass Namen in Appellative übergehen können, wie es etwa bei Caeser zu Kaiser der Fall ist.6 Dabei werde ein Merkmal herausgegriffen, das für den Namenträger charakteristisch ist, und es wird dazu genutzt, andere Personen oder Objekte zu charakterisieren, die das gleiche Merkmal aufweisen (JESPERSEN 1968: 67). Ähnliches lasse sich auch für Appellative annehmen: Wenn ein Politiker als alter Fuchs oder eine Frau als Juwel bezeichnet werde, geschehe diese Übertragung ebenfalls aufgrund der Konnotationen, die den entsprechenden Substantiven anhaften (JESPERSEN 1968: 67). Daraus leitet JESPERSEN ab, dass ein Name – ähnlich wie andere Substantive – „makes the hearer think of a whole complex of distinctive qualities or characteristics“ (1968: 68).

Bei dieser Argumentation geht die Bedeutung jedoch vom Namenträger aus.7 Nach DEBUS wird in diesem Fall ein Name „durch einen Namengebungsakt (Benennung) individuell zugesprochen und durch den neuen Namenträger mit Inhalten gefüllt“ (2012: 43). Ohne die Kenntnis dieser „Inhalte“ kann jedoch keine Verbindung zwischen Name und Referenzobjekt hergestellt werden, denn das Objekt allein gibt seinen Namen nicht zu erkennen. Im Gegensatz dazu kann der Bezug zwischen Appellativ und Objekt – etwa beim Appellativ Hund – über die äußeren, trägerunabhängigen Merkmale erfolgen. Wenn JESPERSEN also davon ausgeht, dass Namen eine Bedeutung haben, dann ist damit weniger eine lexikalische Bedeutung gemeint, als vielmehr eine Bedeutung, die sich aus den Eigenschaften des Namenträgers ergibt.

Ein weiterer viel diskutierter Aspekt in diesem Themenbereich ist die Frage, ob Namen eine kategorische Bedeutung bzw. einen „ Kategorial-Semantische[n] Wert “ (DEBUS 2012: 47, Hervorh. i.O.) besitzen. Die Idee einer kategorischen Bedeutung basiert auf der Vorstellung, dass Menschen alle möglichen Objekte in Kategorien einteilen und Wörter entwickeln, mit denen auf die Objekte einer Kategorie referiert werden kann (NYSTRÖM 2016: 47). Diese Kategorienbildung – so die These – erfolgt auch bei der Wahrnehmung und Verarbeitung von Namen: Wenn wir einen Namen hören, so ordnen wir das Referenzobjekt automatisch einer bestimmten Kategorie zu; auch wenn sich diese Einordnung hinterher als falsch erweisen kann (NYSTRÖM 2016: 47). Ein Name wie Lassie verweist beispielsweise auf die Kategorie „Hund“, Linda verweist auf die Kategorie „Mensch“, obwohl prinzipiell auch ein Hund Linda und ein Mensch Lassie heißen kann. Weitere potenzielle Kategorien sind „male human beings, female human beings, cats, rivers, cities, countries, companies, aircraft, or something else“ (NYSTRÖM 2016: 48).

Die Vorstellung eines kategorischen Wertes der Namen findet sich auch bei FLEISCHER, wenn er zu bedenken gibt, dass Namen „nicht völlig ,reine‘ Identifikationsmarken darstellen, sondern zusätzliche charakterisierende Aussagen vermitteln können“, weil ein Name wie Hans über den Träger immerhin preisgebe, dass er männlich ist und aus dem deutschen Sprachgebiet stammt (FLEISCHER 1992: 12). Hans enthalte damit einzelne Bedeutungskomponenten wie männlich (FLEISCHER 1992: 12).8 An diese Argumentation knüpft auch DEBUS an, der feststellt, dass ein Name auch in der Langue „keine Leerform, kein bloßes Lautetikett“ ist, sondern bestimmte grammatische und semantische Informationen enthält (2012: 43). Der „Kategorial-Grammatische […] Wert“ eines Namens bezieht sich auf die grammatischen Eigenschaften des Namens wie etwa die Wortart sowie Kasus, Numerus und Genus (DEBUS 2012: 46f.). Der „Kategorial-Semantische […] Wert“ eines Namens macht es DEBUS zufolge hingegen möglich, sie in Kategorien wie heimisch/fremd, regional/überregional und sympathisch/unsympathisch einzuordnen (2012: 47).9 Diese Zuordnungsmöglichkeiten entsprechen nicht den Semen der Appellative, aber sie

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