Ilse Tielsch - Heimatsuchen

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Mit viel Mühe hat Wundraschek sein Pferd durch den Krieg gebracht, jetzt, im Mai und Juni 1945, sollen seine Entbehrungen belohnt werden. Mithilfe eines klapprigen Wagens und gegen fürstliche Bezahlung führt er die letzten Deutschen, die sich noch in der kleinen südmährischen Stadt aufhalten, bis zur tschechisch-österreichischen Grenze. Darunter befinden sich auch der Arzt Heinrich und seine Frau Valerie, die ihrer Tochter Anni ins Exil folgen. Es ist ein Aufbruch ins Ungewisse – werden sie Anni wiederfinden, werden sie je zurückkehren können? Für die ganze Familie beginnt ein langer Kampf ums Überleben, eine Odyssee durch fremde Dörfer, Städte und Besatzungszonen. Jahrzehnte später sammelt die nun erwachsene Anna Erinnerungen der einst Vertriebenen und schreibt auf, wie es gewesen ist – auch in Gedenken an die vielen Menschen, die ihnen in dieser Zeit beigestanden sind.

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Der Zug, von Budweis nach Süden fahrend, behängt, beladen mit Menschen, immer mehr Menschen haben sich an den Trittbrettern festgebunden, sitzen auf den Puffern zwischen den Waggons, liegen auf den Dächern, klammern sich am Rand dieser Dächer feststehen, sitzen, hocken aneinandergedrängt im Inneren der Wagen, halten sich an Gepäckstücken, aber auch aneinander an. Niemand steigt unterwegs aus, immer noch versuchen weitere Menschen mit Bündeln, Rucksäcken, Koffern, in diesen hoffnungslos überfüllten Zug hineinzukommen. Mütter heben ihre Kleinkinder zu den Fenstern hoch, niemand ist in der Lage, ihnen zu helfen. Irgendwann sind die Soldaten nicht mehr im Zug, es sind die einzigen Fahrgäste, die unterwegs verschwunden, irgendwo ausgestiegen, verlorengegangen sind. In Linz an der Donau ist dann die Fahrt zu Ende, der Zug spuckt die Menschenmassen mit ihren Bündeln und Koffern aus.

Ein Zettel ist erhalten geblieben, ein vielfach gefaltetes, schon vergilbtes Stückchen Papier, das die Sechzehnjährige in einem um den Hals gebundenen Beutel auf dieser Fahrt bei sich getragen hat. Auf diesen Zettel hat Heinrich eine größere Anzahl von Namen und Adressen geschrieben, Leute, die er irgendwann näher kennengelernt hat, mit denen er im Briefwechsel gestanden ist, Verwandte, Freunde, Gastwirte, bei denen er mit Valerie während der spärlichen Urlaubswochen gewohnt hat. Daß diese Anschriften über niederösterreichische Kleinstädte, die Orte Furthof und Hohenberg, von Leoben bis Bad Goisern, von Passau bis Wien reichten, daß sogar eine Pariser Adresse darunter war, beweist, wie unmöglich die Berechnung von Annis Reiseroute gewesen ist. Irgendwo würde sie ankommen, irgendwo würde sie hoffentlich bleiben dürfen, würde man die Tochter aufnehmen, eine Zeitlang behalten, so hofften Heinrich und Valerie. Sie hätten, wäre das Kind eines Freundes oder Bekannten in ähnlicher Situation zu ihnen gekommen, das gleiche getan.

In einem Ausschnitt des Erinnerungsfilms sitzt Anni auf ihrem Rucksack auf dem Bahnhof in Linz an der Donau, der noch nicht durch jenen allerletzten, schwersten Bombenangriff des Zweiten Weltkriegs auf diese Stadt zerstört worden ist. Sie studiert den vom Vater mitgegebenen Zettel, findet den nächstgelegenen möglichen Zufluchtsort auf der Strecke Linz-Liezen, beschließt, sich versuchsweise dorthin zu wenden.

Sie besteigt wieder einen überfüllten Zug, erreicht den auf der Liste des Vaters rot unterstrichenen Ort, verläßt den Zug mangels anderer Gelegenheit durch das Fenster, ihr Gepäck wird ihr, ebenfalls auf diesem Wege, nachgereicht. Ihre Entscheidung ist eine gute Entscheidung gewesen. Die Adresse bezeichnet einen einsam gelegenen Vierkanthof, die Bäuerin, Witwe nach einem Verwandten der Mutter Valerie, nimmt Anni bei sich auf.

Erinnerungsreste, aneinandergereiht, ergeben ein Filmstück, das, rasch ablaufend, das Wesentliche aus dem Leben von Heinrichs und Valeries Tochter während der folgenden Monate erkennen läßt.

Anni, auf der Flucht vor amerikanischen Besatzungssoldaten, die das Kriegsende feiern, bei der Arbeit auf den Hof umgebenden Wiesen, Heu wendend, Ochsen treibend, Milchkannen schleppend, am ganzen Körper, vor allem an den Händen und Füßen, von ständig eiternden Wunden bedeckt, deren Narben lange sichtbar bleiben werden. Anni, papierdünne Scheiben vom schmalen Segment eines Brotlaibs schneidend, das sie wöchentlich zugeteilt bekommt, mehlige, bitter schmeckende Mostbirnen sind zusätzliche Nahrung gewesen.

Dann kommt eine Stelle, an welcher der Film angehalten werden muß, oder an welcher er von selbst anhält, weil das Gedächtnis den Schrecken festgehalten hat, der mit dem aufgezeichneten Augenblick verbunden gewesen ist. Ein Mann nähert sich dem Hof, betritt das Wohnhaus, sitzt in der Wohnstube neben dem Kachelofen auf einer mit gestickten Polstern belegten Bank, sagt, er habe B. BRENNEN sehen, er sei dabeigewesen, wie Annis Vater, Heinrich, GEFALLEN sei. Auch ihre Mutter sei nicht mehr am Leben. Kaum jemandem von der Bevölkerung könne die Flucht aus der brennenden Stadt gelungen sein. Er selbst sei wie durch ein Wunder davongekommen, von den in der Stadt Gebliebenen habe vermutlich niemand überlebt. (Später wird sich niemand finden, der sagen kann, wer dieser Mann gewesen ist. Ein Sadist, ein Irrsinniger, einer, der geträumt hat, was er nun als Realität weitergab, einer, der von anderen gehört hatte, was diese von anderen gehört hatten, der dieses vielleicht von Mund zu Mund immer schrecklicher Weitererzählte, in immer grelleren Farben Gemalte nun als sein eigenes Erlebnis wiedergab? Einer, der beauftragt worden war, Heinrichs Tochter zu ängstigen, ein Gespenst? Wie und wann und vor allem von wem hat der Mann von Annis Aufenthalt auf dem einsam gelegenen oberösterreichischen Bauernhof erfahren, wenn Anni selbst erst auf dem Bahnhof in Linz an der Donau auf die Idee gekommen ist, dort um Unterkunft zu bitten? Züge verkehrten kaum, Post wurde nicht befördert, Zeitungen waren seit dem Ende des Krieges noch nicht gedruckt worden, Botschaften wurden weitergesagt, gingen von Mund zu Mund, bis sie, in besonders günstigen Fällen, endlich ihre Adresse erreichten. Eine Möglichkeit, zu überprüfen, was der Mann erzählt hatte, gab es nicht. Man hatte die Wahl: zu glauben oder nicht zu glauben. Aber welche Veranlassung hätte Anni gehabt, zu bezweifeln, daß sich tatsächlich ereignet hat, was ihr erzählt worden ist?)

Die Stube mit dem Tisch, den Stühlen, der Eckbank aus Lärchenholz, mit dem bemalten Bauernschrank neben der Kammertür, mit Heiligenbild, hölzernem Herrgott am hölzernen Kreuz, mit den auf einer holzgerahmten Fotografie pyramidenförmig übereinandergeschichteten Mitgliedern eines Turnvereins, die kleinen, durch Gitter gesicherten, nach außen sich verjüngenden Fensteröffnungen, der Sonnenfleck auf der weiß gekalkten Wand, die gestickten Sprüche auf den Polstern, der grünweiß geflammte Milchkrug auf dem Regal, das Reh- und das Hirschgeweih, all das mit den Augen Erfaßbare ist eingeflossen in jenen Moment des Schreckens, es taucht in der Erinnerung an ihn, mit ihm, wieder auf.

Der Mann, der auf der mit bestickten Polstern belegten Bank neben dem Kachelofen gesessen ist, war mittelgroß, glatzköpfig, untersetzt. Auch er läßt sich aus der Vergangenheit heraufholen, sein gedrungener Körper, sein Rundschädel, seine Arme und sogar seine kurzen, stämmigen Beine, aber nicht seine Stimme, auch nicht sein Gesicht. Wo sein Gesicht sein müßte, ist ein leerer Fleck, Augen, Nase, Mundform sind nicht einmal angedeutet.

Obwohl wahrscheinlich ein Name genannt worden ist, ist kein Name im Gedächtnis, auch nicht im Gedächtnis der anderen, die damals auf dem Hof gelebt haben, haften geblieben.

Anni hatte von diesem Augenblick an beim Heuwenden, bei allen anderen zu verrichtenden Arbeiten über ihre weitere Zukunft nachzudenken. Sie hatte zu überlegen, auf welche Weise sie ihren Unterhalt verdienen würde, ohne anderen eine Last zu sein, ohne betteln zu müssen, ohne Bauernmagd bleiben, in Zukunft weiterhin ausschließlich Hilfsarbeiten verrichten zu müssen. Für eine Sechzehnjährige in jenen Monaten eine nicht ungewöhnliche Situation, wenn man bedenkt, daß wenige Wochen vorher Zwölfjährige nicht zu jung gewesen sind, in einem längst verlorenen Krieg zu sterben, daß jetzt überall im Land elternlose Kinder und Jugendliche unterwegs waren, daß überall Obdachlose auf den Straßen dahinzogen, die kein Ziel hatten, die nicht wußten, wovon sie in nächster Zukunft ihren Unterhalt bestreiten würden. Trotzdem, oder gerade deshalb, eine schwierige Situation. Es waren zu viele, die unterwegs waren, zu viele, die keine Unterkunft, keine Mittel, keinen Besitz mehr hatten, zu viele, die ihre Angehörigen suchten, zu viele, die unterzubringen waren, für die zu sorgen gewesen wäre. Dazu kam, daß sie, Anni, zu jenen gehörte, die man in diesem Land, das nun wieder Österreich heißen durfte, keineswegs brauchte, auch nicht haben, behalten wollte. Man hatte genug Sorgen mit den eigenen Bürgern, mit jenen, die durch Geburt, Herkunft, Heirat ein RECHT darauf hatten, in diesem Land zu leben, man brauchte keine anderen, Fremden, die aus Ländern kamen, in denen man sie auch nicht mehr haben wollte, sie sollten weiterwandern, möglichst rasch, möglichst bald, nach Deutschland ziehen, dort, so fand man, gehörten sie hin.

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