Jana Volkmann - Das Zeichen für Regen

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Als Irene nach Kyōto zieht, um als Zimmermädchen in einem Hotel zu arbeiten, fühlt sie sich sofort angekommen. Berlin hat sie hinter sich gelassen, ebenso wie ihren Freund Timo und ihr Studium. Dass sie in Japan die Sprache kaum versteht, ist ihr eigentlich ganz recht, denn auch ihre neue Umgebung hält sie lieber auf Distanz. Bis Irene einen der Hotelgäste etwas besser kennenlernt, als es sich für ein Zimmermädchen gehört. Wer ist der mysteriöse Mann aus Zimmer 1009, und was will er von ihr?
»›Amega futteiru‹, es regnet, sagte der Taxifahrer auf Japanisch, als habe er es eben erst bemerkt. Er sagte es zu keinem seiner beiden Fahrgäste, sprach vielmehr mit der Windschutzscheibe, und Irene malte das Zeichen für Regen auf das beschlagene Fenster neben sich. Ihre Finger merkten sich die Strichfolgen viel zuverlässiger als ihr Gehirn, darum schrieb sie, so oft sie konnte, immer wieder die gleichen Symbole. Regen, ame, 雨.«

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Irene wischte das Fenster, als könne sie so den Himmel dahinter sauber machen, als läge da hinter der gelbbrauntrüben Färbung eine richtigere Farbe, ein echtes Blau, und als müsse sie einfach nur abstauben, herrichten und schön machen, damit man es wieder sieht. Sie reinigte Zimmer 1009 gründlicher als alle anderen und gewissenhafter als jemals zuvor. Sie zog die Düse des Staubsaugers ab und saugte an den Fußleisten entlang, klopfte die Sesselpolster aus, wischte hinter dem Fernseher, unter dem Telefon und in der Nachttischschublade. Wischte die Fugen der Fliesen im Bad ab, die Armaturen, die Abzugshaube, den Mülleimer, den anderen Mülleimer, einen dritten Mülleimer, die Türklinke und die Tür.

Der Mann war nicht da.

Irene fuhr an diesem Tag nicht wie sonst mit der U-Bahn, sondern ging zu Fuß nach Hause. Die Aussicht, die Rolltreppen zu nehmen, um durch das unterirdische Kaufhaus hindurch zur Bahn zu gelangen, sich zu anderen Heimkehrenden und Wegfahrenden in einen Waggon zu stellen, unter der Erde, unter den Straßen und Häusern und Tempeln, war ihr unbehaglich. Sie sehnte sich nach draußen, nach der drückenden Hitze, nach etwas Echtem, wie der hohen Luftfeuchtigkeit und den hohen Temperaturen. Und nach ein wenig Weite, nach natürlichem Licht, zügigen Schritten und der Möglichkeit zu rennen, wenn einem danach war.

Sie hatte gelesen, dass der Bahnhof jeden Tag von fast zweihunderttausend Menschen genutzt wurde. Ihr erschien das ungeheuer wenig in Anbetracht der Massen, die dort hinein- und hinausgingen oder einfach herumstanden. Es war immer voll dort, Ruhephasen schien es nicht zu geben.

Sie durfte den Haupteingang des Hotels nicht nutzen, der war den Gästen vorbehalten. So musste sie beim Verlassen des Hotels nicht durch die Bahnhofshalle. Normalerweise war das ein Umweg, und es erschien ihr unangemessen, dass ausgerechnet die Menschen, die hier im Kikka arbeiten mussten und keinen Urlaub machten, nach Feierabend nicht einmal den kürzesten Weg zur U-Bahn nehmen durften. Heute aber kam ihr dieser Umweg gelegen.

Sie hatte keine Lust auf Menschen, kein Bedürfnis nach Leben und Lärm. Dort, wo sie aus dem Hotel und hinein in die Stadt trat, standen Taxis. Einige Fahrer pausierten. Einer lehnte rauchend am Wagen, ein anderer telefonierte, ein dritter sah Irene mit einem Blick an, mit dem sie nichts anfangen konnte. Vielleicht war er interessiert. Er blickte eindringlich. Zudringlich. Aber da war noch etwas anderes, eine eigenartige Gleichgültigkeit, die zu dem Starren nicht passen mochte. Vielleicht war er gelangweilt. Dieser Widerspruch wurde nicht geringer, je länger Irene den Blick erwiderte. Schließlich riss sie ihre Augen von seinen weg, richtete sie auf die Straße, die Berge, die Häuser, und sie lief los.

Der Weg führte sie durch Wohngegenden. Kyōto sah trist aus, hier, wo es keine spektakulären Kaufhäuser gab oder Tempel oder Schreine, keine Gärten. Die Straßen waren eng. Auf einem Parkplatz stand ein Getränkeautomat. Irene entschied sich für einen Traubensaft, er schmeckte klebrig, zu süß, zu kräftig, nach überreifen Früchten, zu lange in der Sonne gehangen. Aus irgendeinem Grund dachte sie an Portwein, während sie den schmalen Gehweg entlanglief, dabei schmeckte Portwein ganz anders. Der Geschmack der Trauben hing an ihrem Gaumen fest. Sie holte ihren Spiegel aus der Tasche und streckte sich die violette Zunge heraus. Ihr war übel, eigentlich hätte sie jetzt gern einen grünen Tee gehabt, oder einfach ein Glas Wasser. Die Entfernung kam ihr nun viel zu weit vor, aber sie hatte keine Ahnung, wie sie zur nächsten U-Bahn-Station kommen würde, also lief sie einfach weiter, orientierte sich an den Bergen in der Ferne, an den Himmelsrichtungen der Straßen, und am Kamogawa, dem Fluss, an dessen Ufer sie eine Weile gehen musste.

Das Wasser war braun, in ein sattes Grün gehend, und es war kaum zu erkennen, in welche Richtung die Strömung führte. An der gegenüberliegenden Uferseite saß ein Paar. Es sah aus, als würden sie gemeinsam in einer Zeitschrift lesen, Schulter an Schulter, aber aus der Ferne war das nicht genau zu erkennen.

Von einer Brücke aus warf sie die halbvolle Flasche Traubensaft in den Kamogawa. Die Flasche verschwand für einen Augenblick im Fluss, dann tauchte der violette Deckel wieder auf und trieb gemächlich davon. Ein älterer Mann sah Irene verständnislos nach, als sie auf ihrer Uferseite in den Straßen verschwand, und sie verstand selbst nicht, was sie tat; es war nun nicht mehr weit bis zu ihrer Wohnung, und sie versuchte, sich an das Gesicht des Mannes aus Zimmer 1009 zu erinnern, aber es gelang ihr nicht, nur ganz grob hatten seine Züge sich in ihr Gedächtnis hineinskizzieren lassen. Sie würde ihn kaum erkennen, würde er ihr auf der Straße begegnen. An seine Haltung erinnerte sie sich, an die Bewegung, mit der er die Decke über seinen Oberkörper gezogen hatte, nachdem sie in sein Zimmer eingedrungen war. An die Neigung seines Kopfes, als er mit ihr gesprochen hatte.

Im Erdgeschoss ihres Wohnhauses war ein kleines Café, das vor allem von jungen Japanern besucht wurde. Studenten und Studentinnen, vielleicht gingen auch einige noch zur Schule. An einem Tisch gleich am Fenster saß ein einsamer Mann, jedenfalls sah er einsam aus, nicht wie jemand, der auf eine bestimmte Person wartet. Als er den Kopf zur Seite neigte, während Irene an der Fensterfront vorbeilief, sah er aus dem Augenwinkel und für einen Augenblick aus wie der Mann aus dem Hotel. Sei nicht albern, dachte sich Irene und fühlte in ihrer Tasche nach dem Haustürschlüssel. Sie zog ihn heraus, wog ihn in der Hand, und als hätte sie noch nie zuvor einen Schlüssel gesehen, besah sie sich die Zacken, das Metall, die Löcher und Kanten. Dann steckte sie den Schlüssel sorgfältig in die Tasche zurück, als wisse sie nichts damit anzufangen, und lief einfach an ihrem Haus vorbei. Ihre Beine machten das, und Irene gab sich geschlagen, sie leistete keinen Widerstand gegen das, was ihr Körper mit ihr vorhatte. Schnell war sie hinter einer Straßenecke verschwunden, und es kam ihr für einen Augenblick so vor, als sehe sie sich selbst hinterher, immer einen Moment zu langsam, zu unentschlossen folgte sie ihrem Körper nach.

6. Berlin. Früher.

Stephan saß drei Reihen weiter vorn, mittig. Irene sah, wie er Notizen machte. Er war Linkshänder. Es sah ungewohnt aus, wie er den Kugelschreiber hielt, seine Finger griffen irgendwie anders, sein Arm war in einem eigenartigen Winkel vom Körper gestreckt. Hin und wieder sah er auf, in Richtung der Dozentin, die sich bemühte, den Unterschied zwischen Phonemen und Allophonen zu erklären. An der Tafel stand ein wüstes Gekritzel aus Lautschrift und Fremdworten. Irene schrieb einige davon ab, Stephan vielleicht auch. Sicher wusste er, was sie bedeuteten und konnte mit den Lautschriftzeichen etwas anfangen, mit dem umgedrehten e und einem durchgestrichenen l, mit den Längenzeichen und Runen, die man heute eigentlich nur noch aus dem Isländischen kennt, und auch das vermutlich nur, wenn man für Sprachen ungewöhnlich viel übrig hat. Sie konnte sein Gesicht nicht erkennen, aber sie stellte sich vor, wie er der Dozentin direkt ins Gesicht sah. Konzentriert. Interessiert.

Auf Irenes Knien lag ein Buch. Ihr Blick wanderte vom Pult vorn über die Tafel durch die Sitzreihen hinaus aus dem Fenster, hinein zu ihrer Sitznachbarin, hinab auf ihr Buch und wieder zu Stephan.

Die Vorlesung diente der Einführung in die Sprachwissenschaft, und besuchen musste sie jeder, der im ersten Semester in Germanistik eingeschrieben war. Irene war ein Jahr älter als die meisten, jedenfalls als die Frauen, aber die waren hier im Hörsaal ohnehin in der Überzahl. Sie hatte ein Jahr später angefangen mit dem Studium. Während die Jungen aus ihrer früheren Schulklasse Zivildienst machten oder ihren Wehrdienst leisteten und die Mädchen studierten, mit ihren Freunden zusammenzogen oder ein Jahr im Ausland verbrachten, wurde Irene anderswo erwachsen.

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