Jana Volkmann - Das Zeichen für Regen

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Als Irene nach Kyōto zieht, um als Zimmermädchen in einem Hotel zu arbeiten, fühlt sie sich sofort angekommen. Berlin hat sie hinter sich gelassen, ebenso wie ihren Freund Timo und ihr Studium. Dass sie in Japan die Sprache kaum versteht, ist ihr eigentlich ganz recht, denn auch ihre neue Umgebung hält sie lieber auf Distanz. Bis Irene einen der Hotelgäste etwas besser kennenlernt, als es sich für ein Zimmermädchen gehört. Wer ist der mysteriöse Mann aus Zimmer 1009, und was will er von ihr?
»›Amega futteiru‹, es regnet, sagte der Taxifahrer auf Japanisch, als habe er es eben erst bemerkt. Er sagte es zu keinem seiner beiden Fahrgäste, sprach vielmehr mit der Windschutzscheibe, und Irene malte das Zeichen für Regen auf das beschlagene Fenster neben sich. Ihre Finger merkten sich die Strichfolgen viel zuverlässiger als ihr Gehirn, darum schrieb sie, so oft sie konnte, immer wieder die gleichen Symbole. Regen, ame, 雨.«

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»Es tut mir wirklich leid. Mir ist so was noch nie passiert.«

In der eigenen Sprache klang Irenes Stimme anders, sie kam ihr viel sanfter vor. Er gähnte und entschuldigte sich dafür.

»Jetlag?«

Irene merkte, dass sie starrte, und wandte den Blick ab, verwirrt über das, was sie fühlte. Scham war das nicht, das war etwas ganz anderes, aber sie vermochte es nicht zu benennen, auch später nicht.

»Ja. Gestern gelandet. Zeitzonen dürfte es eigentlich gar nicht geben, aber mich fragt ja niemand.«

Sie fühlte sich einsam, als sie eine weitere Entschuldigung zu Ende gemurmelt und das Zimmer verlassen hatte. Er hatte gesprächig gewirkt. Für jemanden, der gerade aus einem zeitverschobenen Schlaf gerissen wurde, fast schon geschwätzig. Aber sie durfte das nicht. Sie durfte nicht als Zimmermädchen mit mehr oder weniger nackten Hotelgästen ein Gespräch über Zeitzonen beginnen. Und sie durfte nicht als Irene in Kyōto dieselben Fehler machen, die sie als Irene in Berlin auch schon begangen hatte.

Nun stand sie wieder auf dem Flur, und die Musik kam ganz eindeutig aus den Lautsprecherboxen, da war weder ein Orchester unter der Zimmerdecke, noch wartete jemand unter einer Bettdecke auf ihre Gesellschaft.

Zu Zimmer 1009 kehrte sie erst ganz am Ende ihrer Runde zurück, als sie halbwegs sicher war, dass der Mann nicht mehr schlafen und längst in der Stadt unterwegs sein würde. Das Schild mit der Aufschrift »Do not disturb« hing tatsächlich nicht mehr an der Klinke. Sie klopfte dennoch kräftig an und lauschte an der Tür, ehe sie eintrat.

Der Raum war leer. Der Mann hatte ihn ordentlich zurückgelassen. Sein Koffer stand offen, mit zugeklapptem Deckel, in der Ecke, die Bettdecke war glatt gestrichen, die Vorhänge geöffnet.

Sie hätte gern einen Blick in seine Sachen gewagt. Irgendwo musste sein Pass sein und in dem Pass sein Name. Sie hätte gern an einem Hemdkragen gerochen oder im Bad gestöbert, sein Aftershave geöffnet und in denselben Spiegel geschaut, in den der Mann auch geblickt hatte, nicht bloß, um das Glas zu putzen. Sondern um etwas von ihm darin zu sehen, noch mehr Gemeinsames vielleicht. Ein ähnlich mattes Lächeln oder Augen, die genauso müde waren wie seine. Sie hätte gern über sein Kissen gestreichelt, hätte es mit den Fingernägeln gekratzt und gehört, wie sich die Fasern des Stoffes anhörten, und sie hätte am liebsten nachgesehen, ob er ein Buch dabeihatte. Vielleicht eines von Haruki Murakami, oder etwas von Kazuo Ishiguro. Einfach nur, weil sie sich ein bisschen wünschte, dass er las.

Sie stellte sich vor, wie sie mit dem Mann an einem Strand sitzen würde. Es war Sommer, und niemand außer ihnen beiden hatte Platz in dieser Fantasie. Er saß auf einem weißen Badetuch mit roten Streifen, ein Buch in der Hand, las ihr vor, und sie schaute zu, wie seine Lippen sich bewegten, wie sein Mund auf und zu ging und wie seine Nasenflügel sich ein wenig wölbten, wenn er atmete. Seine Stimme, der Wind und die Brandung rauschten gemeinsam in ihren Ohren, ein einziges Geräusch. Er trug eine Badehose und hatte schöne Füße mit ganz geraden Zehen.

Irenes Arme arbeiteten und arbeiteten, und sie hätte ihnen gern befohlen, den Deckel des Koffers anzuheben, die Schrankwand aufzuschieben, die Nachttischschublade aufzuziehen.

Aber sie ermahnte sich, schließlich wusste sie, dass sich das nicht gehörte, dass man an fremden Sachen weder roch noch sie befühlte, und dass das für ein Zimmermädchen erst recht tabu war, absolut tabu.

Ihre Arme und Hände beeilten sich, das Zimmer herzurichten. Irene versuchte, nicht darauf zu achten, ob der Mann die Zahnbürste benutzt hatte, die sie im Badezimmer bereitgelegt hatte, oder ob er eine eigene dabeihatte. Sie schaute auch nicht weiter nach, ob er etwas aus der Minibar genommen hatte, sie ließ nur ihre Hände den dazugehörigen Zettel ausfüllen, und zum ersten Mal, seit sie hier war, eigentlich seit viel längerer Zeit, war sie auf jemanden neugierig. Nicht darauf, wie jemand ganz theoretisch sein könnte, nicht auf irgendwen in ihren eigenen Geschichten. Sie wollte seinen Namen. Wissen, wer er war. Sie musste raus aus dem Zimmer, fort aus 1009.

Toshio Hayakawa saß an der Rezeption, als Irene die Lobby durchquerte. Er hatte nicht viel zu tun, die meisten Gäste reisten später an, und ausgecheckt hatten diejenigen, die das Hotel verließen, schon längst. Wahrscheinlich hatte er ein Manga unter dem Tisch versteckt. Irene kannte ihn nicht gut, aber wie die meisten Leute, die sie kennengelernt hatte, hatte Toshio eine handvoll Verhaltensmuster, die sich endlos wiederholten. Variationen oder große Überraschungen erwartete sie nicht von ihm.

»Sag mal, Toshio-san, in 1009, wer wohnt da? Ich dachte, ich hätte einen Schauspieler aus dem Zimmer gehen sehen, aber ich weiß den Namen nicht.«

Irene sprach langsam und deutlich. Sie hatte die japanischen Sätze auf dem Weg nach unten in ihrem Kopf zurechtgelegt und mehrmals stumm wiederholt. Sie fand, dass sie richtig und verständlich klangen, und dass es legitim war, nach einem Gast zu fragen, wenn derjenige womöglich berühmt war. Außerdem war ja nicht ausgeschlossen, dass der Mann tatsächlich Schauspieler war. Toshio tippte etwas in seinen PC.

»Nein, das kann nicht sein.«

»Weshalb nicht?«

»1009 steht leer, seit drei Tagen schon. Ist erst morgen wieder belegt. So ist das außerhalb der Saison«, sagte Toshio und runzelte die Stirn, wie nur er das konnte, in ganz feinen Fältchen. Irene traute sich nicht, noch mal nachzufragen und ihn zu bitten, das langsam und ganz deutlich zu wiederholen, falls sie ihn nicht richtig verstanden hatte.

»Achso«, sagte sie nur und bemühte sich, dass das nicht allzu deutsch klang.

5. Kyōto. Heute.

Irene gab sich Mühe, bei der Arbeit nicht an den Mann und die Begegnung in Zimmer 1009 zu denken. Es gelang ihr nicht, nichts konnte sie ablenken, nichts fand Platz in ihren Gedanken, niemand außer ihm. Ein paar Tage lang kümmerte sie sich um andere Räume auf anderen Fluren, kehrte nicht in 1009 zurück, ein freier Tag verstrich, sie hatte keine Ahnung wie. Irgendwie. So, wie eben alle Tage irgendwie verstrichen.

Als sie den Raum danach zum ersten Mal aufschloss, wusste sie nicht, was schlimmer wäre: dort keinerlei Spuren des Mannes zu entdecken oder seine Sachen vorzufinden oder ihn wiederzutreffen. Sie hatte Angst, sich den Mann bloß eingebildet zu haben, dass er ein Hirngespinst war, eine fixe Idee, genau wie das Orchester unter der Decke im Flur oder die Gestalten in ihrer Seifenoper.

Sie hatte Angst, dass sie vergessen hatte, was wirklich war und was nicht. Sie hatte Angst, dass sie dieses Mal, wäre er noch da, seinen Koffer durchsuchen würde, seinen Namen herausfinden würde, Kontakt aufnehmen und machen würde, dass sie sich ineinander verliebten. Sie hatte Angst, dass sie Kontakt aufnehmen und auf sein Desinteresse stoßen würde, und Angst, dass am Ende sie die einzige wäre, die sich verliebt.

Sie fand weder ihn noch sein Gepäck vor. Toshio hatte offenbar recht, zumindest, was den neuen Gast anging, der in 1009 eingezogen war: Da war ein anderer Koffer, Kleidungsstücke hingen über der Sessellehne, ein Pyjama lag gefaltet auf dem Bett, die Vorhänge waren geöffnet und gaben den Blick frei auf die Stadt; dunstig und diesig drückte der Himmel auf die Dächer, in einer Farbe, die keine Himmelsfarbe zu sein schien und die Irene nicht benennen konnte. Gelblich, ein wenig bräunlich vielleicht, sehr hell. Je länger sie den Himmel betrachtete, desto heller wurde er, bis er fast weiß aussah. Die Berge waren verhangen. Sie wirkten weiter weg als sonst.

Draußen auf dem Bahnhofsvorplatz, den sie vom Fenster aus sehen konnte, liefen Leute. Sie sahen einander ähnlich. Blaue und schwarze Anzüge, blaue und schwarze und graue Röcke, schwarze Haare, Rollkoffer, Aktenkoffer, Aktentaschen. Auf einmal erschien Irene die Stadt nicht mehr wohlgeordnet mit ihren Nord-Süd-Achsen und dem weiten Blick in die Straßenschluchten, sie sah nur noch Menschen durcheinanderlaufen und hörte, wie ein Busfahrer hupte, aber es war nicht festzustellen, woher genau das Geräusch kam. Gegenüber, am Kyōto Tower, blinkte eine Leuchtreklame Schriftzeichen in den Himmel. Von einem Wagen am Straßenrand wurde mithilfe eines Megaphons eine Werbebotschaft verlesen, durch das geschlossene Fenster drang Gemurmel. Im Zimmer nebenan unterhielten sich mehrere Menschen, oder es lief der Fernseher.

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