Hanno Millesi - Der Schmetterlingstrieb

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Der Sinn des Lebens lässt sich ebenso unter dem eigenen Sofa aufspüren, wie ein Stück Unendlichkeit im auslaufenden Badewasser verlorengehen kann.
Hanno Millesi erzählt in seinem humorvollen und hintergründigen Roman von einem Menschen, der sich auf Expeditionen begibt, ohne die eigene Wohnung zu verlassen: ein Winterspaziergang bei geöffneten Fenstern, eine Radtour von der Küche ins Schlafzimmer, ein paar Stunden im Schrank bei den Winterkleidern oder Detektivarbeit vorm Bücherregal – auf hingebungsvolle und inspirierende Weise wird der Alltag zum Abenteuer und die Wohnung zu einer eigenen Welt.

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Als ich wieder zu mir komme, liege ich inmitten einer getrockneten, übel riechenden Lacke und fühle mich … befreit. Das musste früher oder später heraus, sage ich mir und greife instinktiv dorthin, wo mein Herz vor all diesen Ereignissen gewesen ist. Ich spüre es ganz deutlich. Gleichmäßig schlägt es in einem Takt, der mich glauben lässt, es kichere darüber, wie leicht ich aus der Fassung zu bringen bin.

Als ich den Inhalt meiner Wäschelade begutachte, geht plötzlich das Licht aus. Ich begreife recht schnell, dass das nicht ausschließlich mir gilt. Vor meinem inneren Auge sehe ich zahlreiche Haushalte sich verfinstern, Maschinen, die zum Stillstand kommen, Tätigkeiten, die aussetzen. Filme reißen ab, Musik verstummt – es sei denn, sie entstammt einem akustischen Instrument –, Elektrostrahler, Bügeleisen und tröstliche Stimmen in Hörbüchern spenden mit einem Mal keine Wärme mehr.

Ich frage mich, ob etwas daran nicht doch mir gilt. Soll ich regungslos hier sitzen bleiben und im Finstern in die Lade starren, bis um mich herum allesamt den Betrieb wieder aufnehmen? Auf diese Art ließe sich aus der völligen Ereignislosigkeit ein unserer Zeit gemäßer Wettkampf machen. Aber das ist nichts als die faule Ausrede mangelnden Selbstbewusstseins. Ich bin ein Mensch, der begriffen hat, dass die ewige Wiederkehr von Fragen à la wer wir sind, woher wir kommen und wohin wir gehen lediglich jahrhundertelanger Einfallslosigkeit geschuldet ist. Mittlerweile gilt es, viel mehr und viel Interessanteres herauszufinden. Ich verlasse meine abwartende Position und begebe mich im Dunkeln – was mir nicht schwerfällt – in die Küche, wo ich eine Kerze aus dem Schrank nehme. Die brennende Kerze in der Hand gehe ich zurück in das Zimmer mit der Wäschekommode und komme mir feierlich vor und altertümlich, wie in ein längst vergangenes Zeitalter zurückversetzt. In der Dunkelheit sieht man nicht, was modern ist. Die Kerze beleuchtet nur, was immer so war, seit es dieses Gebäude gibt. Weiter lässt sich das Rad der Zeit nicht zurückdrehen. Mit einem Mal erfüllt es mich mit großer Zufriedenheit, hier zu stehen und die Dunkelheit zu beleuchten. Ich wäre froh, würde das reichen. Wäre zum Beispiel jemand da, der Licht benötigt, hätte meine momentane Tätigkeit bereits ausreichend Sinn. Dann wieder gefällt mir, dass die Kerze vorwiegend ihr eigenes Leuchten beleuchtet. Außerdem noch meine Hand, in der sie steckt.

In dem vor der Wärme zurückgewichenen Hof unterhalb des Dochtes hat sich flüssiges Wachs angesammelt und beginnt allmählich, am Körper der Kerze herunterzurinnen. Zwischen dem Docht mit der Flamme und meiner Hand befindet sich nichts, um das herannahende Wachs aufzuhalten. Mir fallen Geburtstage, Taufe und Kommunion ein, und ich bedaure, dass sich am Hals der Kerze keine Skala befindet, an der ich ablesen könnte, wie viel Zeit mir noch bleibt. Würde ich die Kerze schräg halten, liefe das Wachs auf der anderen Seite und noch dazu unkontrolliert herunter. Ich antizipiere den Schmerz und nehme mir vor, die Zähne zusammenzubeißen. Es wird kurz wehtun, dann trocknet die Flüssigkeit, wodurch eine undurchdringliche Schicht entsteht, die das nachkommende Wachs auffängt und den zusätzlichen Schmerz mildert. Während das heiße Wachs langsam, aber stetig zu meiner Hand herunterrinnt, bilde ich mir ein, einem immens wichtigen Vorgang, der unter gar keinen Umständen den Blicken entzogen werden darf, Licht zu spenden. Alles hängt jetzt davon ab, ob ich durchhalte. Als das Wachs beinahe schon meine Hand erreicht hat, erscheint mir das plötzlich unsinnig, weil hier ja gar nichts geschieht. Allerdings fällt mir gerade noch ein, dass auch die Tatsache, dass eben nichts geschieht, mitunter von großer Bedeutung sein kann. Dieses Argument überzeugt mich.

Als das heiße Wachs schließlich mit meiner Hand in Berührung kommt, lasse ich die Kerze dennoch fallen. Der Schmerz war größer, als ich erwartet hatte.

II.

Meine Schmutzwäsche sammle ich in einem taillierten Flechtkorb, wie ihn Schlangenbeschwörer verwenden, um ihre gelehrigen Tiere darin aufzubewahren. Die den Schlangen eigene, gespenstische Physiognomie erlaubt es diesen Tieren, in sich zusammengerollt auf jenen Zeitpunkt zu warten, an dem sie von einer betörenden Melodie herausgelockt werden. Bis es so weit ist, vertreiben sie sich die Zeit mit ihrer Verdauung. Ihre Körperhaltung hat etwas von einem Kabel oder einem Lasso, die für den unverzüglichen Einsatz bereitliegen.

Solange mein Schmutzwäschekorb nicht bis über die Hälfte gefüllt ist, passt mein gesamter Körper in seinen Bauch. Ich stelle mich auf die Wäschestücke am Boden des Korbes und gehe ganz langsam in die Hocke. Den geflochtenen Deckel halte ich mit beiden Händen über meinem Kopf wie ein orientalischer Kellner sein Tablett und verschließe damit vorübergehend meine Anwesenheit in meiner Wohnung wie zwischen Anführungszeichen, die etwas, das man eigentlich gar nicht sagen will, nur gedämpft ausgesprochen wirken lassen. In dem Korb setze ich mich behutsam auf die unter mir versammelte Wäsche, die mich an die abgetragene Haut eines Pythons erinnert. Knie und Arme halte ich angewinkelt und lege die Hände auf meine Schultern. In dieser Position verharren Astronauten in ihren Raumkapseln. Bei meinem ersten Aufenthalt im Wäschekorb schwebte mir eine embryonale Körperhaltung vor, aber das ist zu gefährlich. Der Korb könnte umkippen und über den Boden der menschenleeren Wohnung rollen. Embryonal hingebettet liefe ich außerdem Gefahr, in eine Art ewigen Tiefschlaf zu verfallen, mein Ziel jedoch liegt darin, es in die meditative Warteschleife der Schlangen zu schaffen, in der diese die Geduld aufbringen, die Melodie ihres Meisters zu erwarten. Während ich in einer von einem Gewirr schwacher Lichtstrahlen durchlöcherten Finsternis des Korbes sitze, fällt mir ein, dass ich meinen Radiowecker hätte programmieren sollen. Beispielweise könnte ich mich begleitet von einem Stück klassischer Musik aus dem Schmutzwäschekorb erheben. Stilvoll wäre es auch, mit einem Gongschlag zur vollen Stunde aufzustehen wie ein Kuckuck, den ein Mechanismus aus seinem Kuckuckshäuschen holt, oder wie ein Toter, der von den Kirchenglocken in seiner Urne geweckt wird. Jedes Mal vergesse ich diesbezügliche Vorkehrungen. Das liegt daran, dass es mir zunächst ausschließlich um einen Zustand des Abwartens und der Geduld geht. Alles andere erscheint nebensächlich. Sobald mir wieder einmal bewusst wird, wie schwer es ist, in einen solchen Zustand zu gelangen, meine ich zu begreifen, dass sich ein mit der Außenwelt verbundener Schlusspunkt versöhnlich anfühlen würde. Als würde mir die Welt da draußen zurufen, dass es ohne mich einsam und trostlos sei. Tatsächlich aber kommt nicht einmal jemand vorbei, um mich mit schmutziger Wäsche zu überhäufen. Eines Tages habe ich so lange gewartet, bis der Refrain von I Don’t Know How to Love Him in Form eines Klingeltons aus dem Stiegenhaus zu mir in den Schmutzwäschekorb drang. Ein anderes Mal fiel mir nichts Besseres ein, als das Geräusch einer Kreissäge, das von der Straße oder aus einem benachbarten Gebäude herüberkam, gelten zu lassen. Am häufigsten hat mich eine Ambulanz mit ihrer Sirene aus meinem selbst gewählten Refugium geholt.

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