Klaus Hübner - KAISERSCHMARRN, RÖSCHTI UND ANDERE SCHMANKERL

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Wer weder Twitter noch Facebook noch andere angeblich soziale Medien nutzt, wird schon seine Gründe haben. Ein im moralischen Sinne besserer Mensch ist er deswegen noch lange nicht. Einen ignoranten Technik- und Modernitätsverweigerer darf man ihn auch nicht nennen. Was aber dann? Man muss sich ihn nicht zwingend als einen Menschen vorstellen, der eher von Künstlern, Büchern, Bildern, Städten und Landschaften angeregt wird als von noch schnelleren Rechnern und noch spezielleren Apps. Aber man darf. Auch als einen, der weiß, dass es nicht wenige Zeitgenossen gibt, denen es ähnlich geht. Für solche Menschen ist dieses Buch gedacht.
Der zweite Band versammelt Arbeiten zur Gegenwartsliteratur aus Österreich und der Schweiz. Man lernt einen alttestamentarischen Aphoristiker kennen, einen ewigen Existentialisten, einen Lachsfischer aus Barbarswila, einen passionierten Helfer namens Viktor, einen albanischen Wiener und einen Berner aus Süditalien. Dazu siebenundsiebzig Geschwister, Pferdekutschen im Prater, erotische Malerei und einiges mehr. Sogar Habsburg steht in Flammen.

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Verwirrend? Skurril! Was ist denn das für ein merkwürdiges Werk? Literatur? Ohne Zweifel – das ist bei diesem Autor gar nicht anders möglich. Ein Roman? Man kann es so nennen, aber man darf auch von einer längeren Erzählung sprechen. Ein Sachbuch? Gewiss auch, und zwar ein hervorragendes zur Landeskunde der Republik Österreich. Eine Biografie? Eigentlich nicht, denn Historiker können ihr nicht trauen – aber irgendwie doch, denn erzählt wird in der Hauptsache das Leben einer historisch gewordenen und immer noch weiter werdenden Person der Zeitgeschichte. Wohin also mit diesem Buch? Genau in dieser Frage übrigens liegt auch eine gewisse Gefahr verborgen – die nämlich, dass Braendle einmal mehr durch die herkömmlichen Raster des Literaturbetriebs und der Feuilletons fallen könnte. Und auch durch die der politischen Lager, zumal in Österreich: den Konservativen zu kritisch, den Linken zu eigensinnig. Das aber hätte er nicht verdient, und sein jüngstes Buch erst recht nicht.

»Der Mann ist alt, traurig und von der Erschöpfung grau im Gesicht. Er hat geredet. Einen Tag und eine Nacht lang hat er pausenlos geredet und mir die lange Geschichte eines langen Lebens erzählt, das voll der Höhepunkte und Freuden war. Jetzt ist die Kraft verbraucht.« Mit diesen Sätzen beginnt Braendles Buch, und weil es ein Roman sein soll, taucht gleich ein »Arbeitgeber« des fiktiven Ichs auf, der einen Bildband namens »Helden des 20. Jahrhunderts« plane und jenem Ich-Erzähler befohlen habe, nach Wien zu fahren und diesen Fritz Molden zu besuchen. Was tut der Erzähler? »Ich höre den Geschichten zu, ich mache Notizen, frage nach und maße mir trotzdem nicht an, ein Urteil zu fällen, weil es einen unzulässigen Eingriff in die Bewertungen meines Arbeitgebers bedeutete, und weil ich dafür bekannt bin, dass meine Meinung hin und her schwankt wie Schilf im Wind. Ich muss anfügen, dass ich Schweizer bin. Für einen Schweizer ist dieses Schwanken typisch und wird im Allgemeinen nicht verachtet, sondern im Gegenteil hoch geschätzt als Unabhängigkeit und als neutraler Sinn.« Der Erzähler also wird ein Protokoll verfassen, übrigens eines, das sich zunehmend von ihm emanzipiert und zu einer eigenen Instanz mausert, und erst der Leser – pardon, der Arbeitgeber – wird entscheiden, ob Fritz Molden das ist, »was man vermutet, nämlich ein österreichischer Held«. Das klingt ein wenig kompliziert und sogar ein bisschen hölzern, und das ist es auch immer mal wieder, bei Passagen nämlich, in denen sich das Protokoll ein bisschen zu oft in die so spannende wie lehrreiche Geschichte des Helden einmischt. Man muss sich erst einmal gewöhnen an die Erzählbrüche, die Braendles Konstruktion mit sich bringt. Aber keine Sorge – das gelingt zumindest dem literarisch erfahrenen Leser bald, und dafür wird er auch reichlich belohnt. Denn was hier erzählt wird, erreicht das Niveau der allerbesten Unterhaltungsliteratur und das der nachdenkenswertesten Essayistik zugleich. Es wird äußerst feinfühlig und scharfsinnig dargeboten, ist mit höchster sprachlicher Souveränität verdichtet – poetische Passagen fehlen nicht – und weist all die Eigenschaften auf, die auf die Werkstatt eines Könners schließen lassen. Weil das so ist, liest man oft atemlos immer weiter und wird bisweilen schwindelig vor einer solchen Fülle von Lebensstoff. Und vor dem Ernst und der Tiefe vieler philosophischer Reflexionen über Ethik und Moral, die das Protokoll ihm abgewinnt. Das literarische Können ihres Autors also macht diese Romanbiografie zum Ereignis – übrigens auch für Leser, die mit dem Namen Molden bisher nur wenig anfangen konnten.

Fritz Molden wird im April 1924 in Wien geboren und wächst im 19. Bezirk auf, im vornehmen Döbling. Er wächst hinein in eine »wilde Epoche«, die »Stoff für manchen Roman« böte, heißt es in einer der vielen Protokollreflexionen, die den prallen Stoff ordnen und zusammenfassen. Von dieser Epoche – von der Mitte der Zwanzigerjahre bis zu Hitlers Einmarsch in Österreich – und vom wertkonservativen Döblinger Milieu, in dem weder die einstige Größe des Habsburger Imperiums noch dessen letzter Kaiser ganz vergessen sind, erzählt die Romanbiografie spannend und anschaulich. Im Zentrum steht naturgemäß der junge Held – und seine Familie. Der Vater ist ein bekannter Journalist und einflussreicher Redakteur, der die landesweit bekannte Molden-Dynastie selbstbewusst verkörpert, die Mutter Paula ist eine viel gelesene Dichterin, und der Bruder Otto wird schon als Gymnasiast zum aktiven Nazigegner. »Die Molden waren im Kaiserreich das Sprachrohr der Macht. Sie waren in der Republik das Sprachrohr und im Ständestaat. Dafür verlangen die Nazis einen Preis. Papa wird Österreich verlassen müssen. Otto ist schon jetzt in ernster Gefahr.« Bald tobt der Krieg, und die Brüder, zu jungen Männern herangewachsen, sind plötzlich bei der Wehrmacht. »Fritz ist zeit seines Kriegseintritts durch eine Hochschaubahn der Gefühle gerast, die ihn von den östlichen Sümpfen über Paris und Berlin an die Front trug und von dort stracks in die Vogelfreiheit hinein.« Denn Fritz schleicht sich aus seiner in Italien stationierten Einheit, was nicht ohne Gefahren und Abenteuer von sich geht, und rettet sich vorerst in die Schweiz – um sich dort zu fragen, ob es einen österreichischen Widerstand gegen Hitler gibt und was er, Fritz Molden, dafür tun kann. Und dass er sich dann dazu entschließt, unter größten Gefahren von Zürich nach Wien zu gehen, um den dortigen Widerstand zu organisieren und seine Pläne für ein Österreich nach Hitler voranzutreiben, wird zum »Grundstein seines künftigen Rufes … als Held, weil er handelt, und als österreichischer Held, weil er den Teufel besiegt«. Der Krieg geht zu Ende, die Zeiten sind hart und hoch politisiert – doch Fritz ist nun einmal kein Realpolitiker. Er ist zu ungeduldig, zu wenig ausdauernd, zu undiszipliniert, ein bald als gefragter Zeitungsreporter arbeitender Abenteurertyp, der für die Befreiung des Landes mehr getan hat als alle nun plötzlich auftauchenden Realpolitiker zusammen. »Wo Fritz verkehrt, da ist Prominenz. Fritz redet und diskutiert und erzählt und belehrt und merkt doch, dass irgendetwas mit ihm nicht richtig ist. Er reist hektisch und säuft und hurt und prahlt und spielt, wie nur der Fritz es kann. Es hilft alles nichts. Ihm ist fad.« Er meint, dass die Sowjets sein Wien, womöglich das ganze Österreich, am liebsten zur Diktatur umgestaltet sähen, und dass die größte Gefahr dabei von der KPÖ ausgehe. Jetzt geht es also gegen die Kommunisten, und Fritz, der inzwischen über ein »Pressehaus« verfügt, ist der kälteste aller Kalten Krieger. Doch dieser zeittypische Konservative, der sich gern auf die angeblich ewigen Werte des christlichen Abendlandes beruft, ist so zeittypisch nun auch wieder nicht: Ein maßloser Genussmensch ist er, eine Ausnahmeerscheinung, ein Siegertyp, geschäftig, erfolgshungrig, ehrgeizig.

Noch mehr Ruhm erwirbt sich der allmählich nicht mehr ganz junge Molden weniger als Sünder wider die von ihm selbst unablässig propagierten christlichen Tugenden, sondern als Geschäftsmann mit weltanschaulicher Mission, vor allem als erfolgreicher und mächtiger Buchverleger – anlässlich des Todes von Hildegard Knef erinnerte er sich öffentlich an deren Erfolgsbuch Der geschenkte Gaul , das natürlich bei Molden erschienen war. Wie viele seiner Zeitgenossen übersieht er den »kulturellen Paradigmenwechsel« der Jahre um 1968 und bekämpft diejenigen, »die er instinktiv als antireligiös empfindet«. Doch der Zeitgeschmack wandelt sich, und er geht weg von den Molden-Büchern und weg von Gestalten wie Fritz Molden. Die »Sturmwolken« kommen näher, die »Haarrisse« häufen sich – von nun an, um Hildegard Knef zu paraphrasieren, ging’s bergab. Braendles Held »merkt nicht, in welchen Abgrund er mit Vollgas rast«, und so nimmt die Katastrophe ihren Lauf und macht Fritz Molden von einem sehr reichen zu einem sehr armen Mann. Doch sogar als Hauptfigur einer der größten Verlagspleiten der letzten Jahrzehnte bleibt er im Bewusstsein vieler Österreicher der charmante Tausendsassa aus dem offenbar unsterblichen Arsenal der typischen Wiener Originale, denen man einfach nicht wirklich böse sein kann. Allerdings macht ihm doch zu schaffen, dass viele Jüngere Österreich als Täter- und nicht nur als Opferland zu sehen beginnen – denn dadurch gerät seine Lebensleistung als anti-totalitaristischer Kämpfer in die Gefahr des Uminterpretiert- oder gar Vergessenwerdens.

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