Carl Hauptmann - Mathilde

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Carl Hauptmann erzählt in seinem Debütroman aus dem Jahr 1902 das Leben einer Fabrikarbeiterin.
Hauptmanns Augenmerk liegt insbesondere auf der Genauigkeit der Milieubeschreibung und der psychologischen Verfassung seiner Protagonistin.

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Es waren alles junge, kräftige Männer, sie waren erhitzt im Gesicht und angetrunken und rücksichtslos – und wie sie hinaustraten auf die Gasse, mussten sich die Passanten vorsehen, weil sie in ihrer Wildheit jetzt auch Lust verspürten, sich am anständigen Rocke zu reiben, und Mädchen und Frauen mussten eilig und ohne sich umzublicken, hinübergehen auf die andere Seite, dass sie nicht Wort und Hohn aus ihnen neu herauslockten. Jung waren sie, und waren doch schon wie die Alten – sie kannten alles zur Genüge – und waren ausgenützt. Keine Seelen, die noch etwas anderes dachten und wünschten, als was kalt und trocken wie ein harter Stein zuletzt in ihren Händen blieb. Sie sahen Blumen nicht blühen – und sahen nicht, dass weiße Wolken am Himmel zogen – hoch über den engen Straßen – und Vögel zogen in den Lüften. Sie gingen hinein noch in die Destille, wo sie um den Schenktisch standen – und tranken sich zu, die Mützen hinten, und lachten und tollten wie oft.

Nur einer hatte nicht gesprochen, aber er war kränklich und schmächtig und klein. Er wusste, dass er nicht aufkam gegen die Gesunden. Deshalb schwieg er. Und vor der Destille hatte er sich von ihnen getrennt und war heimgegangen. Und es nagte an ihm. Er war dann noch einmal bis vor Mathildes Haus gelaufen, um zu sehen, ob er sie treffen könnte, und hatte vor ihren Fenstern gestanden. Derselbe, der sie versucht hatte, anzureden, den sie hart und unbarmherzig abgewiesen. Dem sie einen Zornblick zugeworfen und nie ein Wort mit ihm gewechselt hatte. Es nagte an ihm. Er empfand einen Gram. Er hatte den Wunsch, Mathilde zu warnen. Er versuchte, die Treppe im Hause aufzugehen und dann ging er doch nicht, weil jemand oben aus dem Zimmer trat – er eilte in die Nacht und ging nun tagelang, gequält von einem Gedanken.

4

Wie Saleck sich nähert

Mathilde lebte noch immer bei den beiden Wäscherinnen, still und häuslich. Ihre jungen Mienen waren frisch und stark. Sie liebte die Alten, die ganz selbstlos nur immer Gutes brachten, und sie empfand, dass sie kräftiger und weiblicher wurde. Am Hause war neben Schutt und Schuppen ein winziger Rasenplatz und es begannen Veilchen am Rande des Zaunes aufzusprossen. Und die Abende waren länger. Da saß sie und nähte manchmal auch. Und wenn sie sich abends ihren Leib waschend im Spiegel sah, erschien sie sich kräftig und schön, und dachte an den Frühlingsbaum, der im Hofe eingeschlossen, weiß schäumte. Sie wusste nicht, dass sie es war, die in der kleinen Scherbe widerschien. Wie eine am Brunnen, dachte sie. Und es fiel ihr ein, dass wiederholt eine Stimme heimlich sie neckend »Großmutter« rief, heimlich und freundlich. So wie sie dastand in der drängenden Frische des Lebens, sah sie nicht wie eine Großmutter aus. Aber wenn sie die Fabrik im Strome verließ, und Lachen und Hohn und gemeine Worte und lüsterne Fragen und Spöttereien der Jungen, wohl gar einmal ein wirkliches Angreifen und Festhalten und Geküsstwerdensollen eines Menschen, den sie nicht beachten mochte, und gegen den sie sich mit schneller Kraft wehrte, vorüber waren – hatte sich immer wieder eine freundliche Stimme heimlich, dass sie nie den Rufenden finden konnte, vorgewagt: »Großmutter, Großmutter.« Und nun sie dastand vor ihrem Waschschäffchen, musste sie sogar darüber lachen. Es war ein Witz. Sie hatte zwar auch dabei immer mit Härte und sicher wie ein Vogel, der zum Auffliegen bereit ist, um sich geblickt. Aber im Grunde gefiel ihr, dass sie ein Zartes und Zurückhaltendes hörte, und dass jemand mit ihr einen freundlichen Witz machen konnte. Und wenn sie auch eilte und froh war, wenn der Schwarm hinter ihr verstummte, so erfüllte sie doch nur gegen die Menschen eine ganz ungedeutete und im Grunde unerfahrene Abneigung, die sie aus dem Gemeindehause mit in die Stadt gebracht hatte – es wäre ein Wunder gewesen in ihrer jungen Seele, wenn sie sich nicht schließlich heimlich gesehnt hätte, den zu finden, der so zurückhaltend und zärtlich »Großmutter« rief. So war es gekommen, dass sie eines Maiabends an die Stelle zurücklief, wo sie den Ruf hatte hören müssen, und dass im Schatten der alten Linde, die aus dem Direktorenpark über die Mauer und den Weg sich breitete, einer plötzlich heraustrat und sie festhielt. Sie war furchtbar erschrocken. Es ging ein Schrei aus ihr aus. Aber sie war stehengeblieben, weil sie gleich sehen konnte an den Schultern, die fast den Kopf hielten, dass es wieder nur der junge, schmächtige Mensch war, der dort heimlich gewartet hatte. »Scheer' dich«, sagte sie hart. »Rühr mich ni a.«

Der Huckige wagte auch nicht, sie festzuhalten, aber er war froh, dass er sie einmal allein vor sich sah.

»Warum biste denn a su?« sagte er nur ganz entschlusslos.

»Wie bin ich denn?« sagte sie – »was willste denn vo mir?«

»Nu Jeses,« sagte er, »ich will weiter nischt, du brauchst doch nee asu verächtlich zu tun.«

»Grade – ich tu ni a su – ich bin's.«

»Ich wiss gar ni, was hot denn das fir'n Zweck?«

»Zweck hot's nee« – lachte sie höhnisch, wie sie einst zur Mutter lachte.

»Wenn ich dir gutt bin, kannst du doch mit mir gihn«, sagte er, immer noch eingeschüchtert. Oh, sie war streng und hell wie eine klare Glocke.

»Ich geh ni mit jedem, an sulche bin ich nee. Heute und morne. Verstihste? Und wenn de mir noch amol an sulchen Schreckschuss eijagst«, sagte sie zögernd und sah, dass er fast verlegen niedersah – lachte auf einmal über die demütige Gebärde hell auf, und indem sie zurückgewandt wieder weiterzugehen versuchte, » n Zweck Hot's ni – gar keenen – ich bin a su –.« Aber weil er entschlossen bat und gütig und ohne Verlangen sagte:

»Nee, bleib ock – an Augenblick wenigstens – sei a su freundlich!« Da kam es ihr wie ein ganz warmer Hauch vor, der aus dem zarten, bartflaumigen Mannesgesicht ausströmte. Sie dachte gar nicht, dass das es wäre, worum sie stolz und hart sein wollte, und sie verstand auch gar nicht, was in ihr vorging – sie hatte auf einmal ihr Kaffeetöpfchen fester ergriffen und sich umgesehen, ob jemand in der Nähe wäre und war davongerannt –, ängstlich und scheu und unsicher und doch mit einem Glück, was ihr warm in den Gliedern rann.

Jetzt begann ein eigentümliches und neues Leben in ihr. Sie raffte sich. Sie sah nun alles, als hätte jemand ihr die Welt klarer gemacht. Sie ging auch noch eifriger in die Arbeit, versuchte Überstunden zu machen, dass sie reichlicher noch verdiente. Sie hielt auf sich. Die enge Jacke und den kurzen Rock hatte sie bald für ihre Geschwister nach Haus gegeben und kleidete sich wie eine Erwachsene, nur sauberer und frischer wie die andern. Ihr Haar legte sie in Zöpfe, reichlich wie es war und goldig, und in ihren Augen glänzte ein heimliches Aufmerken, wie auf etwas Frohes, was kommen konnte. Dabei schritt sie einher, ohne groß um sich zu blicken. Sie empfand es plötzlich fast wie einen Ekel: das Feile, das die andern jungen Mädchen und gar die alten darunter hatten, wenn sie aus dem Tore sich auf die Straße drängten und jedem Gutgekleideten nachblickten und nachlachten. Sie ging immer, als hätte sie ihr Ziel anderwärts. Nur sah sie alles doch um sich. Und alles empfand sie fein oder grob – dass es sie anzog, oder abstieß, bestimmter und klarer als je –, und sie hatte ganz das Gefühl verloren, auf der Hut zu sein. Als wenn sie jetzt ganz sicher wäre. So kam sie und ging sie. Und saß daheim. Und nähte und wusch, und wenn sie jetzt nach Hause schrieb, man konnte es fast nicht glauben, was da in die kalte, rauchige Stube für ein heller Schein aus einer jungen Seele sich wie eine weiße Taube niederließ: »Innig geliebte Mutter – oh – nun verdiene ich viel – und ich kleide mich gut – und die Menschen in der Stadt, Du kannst gar nicht denken, wie anständig die Menschen hier leben und gehen – und ich bin ganz sauber und anständig und halte wirklich darauf, dass ich Euch, geliebte Eltern, keine Schande mache« – usw. So klang es. Die Seele war voll jungen Lebens, die solche Worte sorgfältig auf einen schönen Bogen schrieb, einen extra schönen mit einer roten Blume, als wollte sie zum Geburtstage grüßen, oder sonst eine Feststimmung zum Auedruck bringen, wie sie in Unterrock und Hemd auf dem Schube hockte am Fensterschlitz. Und es war auch wieder Sonnabend, am frühen Nachmittag. Fast störte es sie, dass die narbigen Mädchen im Zimmer waren. Das Gefühl war ihr bisher noch fremd gewesen. Aber es begann sie zögern zu machen, dass die alten Dirnen sie ansahen, wenn sie, die Junge, Rosige, nackt am Waschfass stand. Und sie begann zu horchen, ob sie daheim blieben. Sie war in Hemd und Rock sitzengeblieben und machte sich immer noch eine Beschäftigung. Sie zögerte. Es war in sie gekommen, wie ein plötzliches Aufblitzen, dass sie sich vor sich und andern verhüllen wollte, es war ein ganz unbekanntes, hohes Gefühl. Es erschien ihr zuwider, die Augen, die sie ansehen wollten und ihr junges Fleisch wohl gar berührten. Heimlich und tastend versuchte sie, ihre Zeit hinzudehnen. Und erst wie sie hinaus waren, wusch und kleidete sie sich rein und sah sich nicht an, als wenn sie selbst sich nicht feil wäre – und dachte nur an etwas, als wenn es am Horizont sich in Golde und Glanz nahte.

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