Günter Pelzl - Der Fälscher

Здесь есть возможность читать онлайн «Günter Pelzl - Der Fälscher» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Der Fälscher: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Der Fälscher»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

Günter Pelzl, Jahrgang 1948, wuchs mit dem Leitsatz auf: Nie wieder Krieg! Dafür wollte er etwas tun. Schon als Schüler ließ er sich als Inoffizieller Mitarbeiter (IM) des MfS anwerben und wurde überzeugter Kandidat zur Mitgliedschaft in der SED. Nach dem Studium und seiner Promotion im Fach Chemie trat er als hauptamtlicher Mitarbeiter dem DDR-Geheimdienst bei, wo er von 1976 bis 1990 im Operativ-Technischen Sektor tätig war. 1982 wurde er von der Abteilung 34, «Markierung und Geheimschriften», in die Abteilung 35, «Analyse, Reproduktion und Produktion von Dokumenten», versetzt und stieg dort bis zum Abteilungsleiter auf. Es war die Zeit, in der es in der BRD Bestrebungen gab, einen fälschungssicheren Personalausweis einzuführen. Den Forscher und Entwickler Günter Pelzl reizten die großen Herausforderungen: «Bei meiner Arbeit stellte ich mir oft die Frage: ›Würdest du mit einem deiner falschen Pässe auf die Reise gehen?‹ Ich habe diese Frage für mich immer mit ja beantwortet und sie später auch meinen Mitarbeitern gestellt. Hätte ich das zu irgendeiner Zeit nicht mehr gekonnt, hätte ich die Arbeit auch nicht weitergemacht.»
Dreißig Jahre nach dem Ende des Kalten Krieges legt Günter Pelzl seine unverfälschte und imposant kurzweilig geschriebene Autobiografie vor und damit einen schillernden Insiderbericht, der einen tiefen Einblick in das Leben des «Meisterfälschers der Stasi» und in einen weithin unterbeleuchteten Bereich des Geheimdienstes der DDR gewährt.

Der Fälscher — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Der Fälscher», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Meine Mutter erzählte mir später von der Rückkehr eines Ammerbachers aus dem Konzentrationslager Buchenwald bei Weimar. Er wusste, wer aus unserem Dorf ihn bei den Nazis als Kommunisten denunziert hatte, verzichtete aber auf dessen Anzeige, mit der Bemerkung, der habe fünf Kinder und sei ein armes Schwein. Das allein hatte für alle anderen ausgereicht, ihn zu identifizieren. Das ganze Dorf wusste, um wen es sich handelte.

Der ehemalige Häftling ging indessen wieder seiner gewohnten Tätigkeit nach, er war Korbmacher. Uns Kindern fiel er immer durch sein gewaltiges, knatterndes Motorrad und seine schwarze, zerknautschte Thälmann-Mütze auf. Besonders beliebt war er aber bei uns wegen seiner Rolle als »unabhängiger« Weihnachtsmann. Alle Kinder im Dorf wussten, dass er kommt, aber keiner wusste, wann. Wenn es dann im Treppenhaus rumpelte und jemand mit einem Knotenstock ordentlich Lärm machte, war er endlich da. Er hatte es nicht nötig, sich zu verkleiden, jeder erkannte ihn sofort und akzeptierte ihn trotzdem als den »echten« Weihnachtsmann. Ein Gedicht oder ein Lied war der Preis für seine Gaben, und die stammten allesamt von seinen Erkundungen durch die Ammerbacher Flur auf der Suche nach Weidenruten für seine Körbe. Walnüsse, Haselnüsse und Äpfel brachte er immer mit. Er besuchte auch die Bauernfamilien, aus deren Gärten vermutlich ein Teil seiner Geschenke stammte, was sie sicherlich wussten. Der Weihnachtsmann wurde vom jeweiligen Familienvorstand mit einem Gläschen in Ehren verabschiedet, was sich zunehmend auf seine Standfestigkeit auswirkte und uns Kinder ungemein belustigte. Das war unsere Entschädigung für das Stottern und die Aufregung beim Darbieten eines Gedichts oder Liedes. Kaum war die Tür wieder ins Schloss gefallen, klingelte es erneut – aber diesmal war es die Frau des Weihnachtsmanns, die ständig auf seiner Spur war und hoffte, ihn noch rechtzeitig zu erwischen, bevor er irgendwo endgültig versackte.

Das Fernsehen gab es noch nicht, und ein Radio besaßen wir nicht mehr. Das hatte mein Vater gegen einen Handwagen eingetauscht. Er hatte es immer »Goebbelslerche« genannt. Wer Goebbels war, wusste ich nicht und auch nicht, ob der singen konnte. Der Handwagen war wichtiger, denn mit ihm konnte man Heizmaterial vom Kohlenhof holen oder Wäsche zum Waschen wegbringen. Eines Tages holten meine Eltern wieder einmal Briketts vom Kohlenhof und bewältigten den mindestens fünf Kilometer langen Fußmarsch mit der schweren Last auf einer rumpligen Straße. Vater zog vorn, Mutter schob hinten. Nach einer Weile stieg ihr ein komischer, brenzliger Geruch in die Nase. Als sie aufblickte, sah sie, dass ihrem Mann das halbe Hosenbein fehlte. Kurz unter dem Knie qualmte es wie ein feuchter Docht. Es war seine alte umgefärbte Wehrmachtshose. Mein Vater hatte als Raucher die Angewohnheit, seine Zigaretten so lange zu rauchen, bis der Stummel nur noch wenige Millimeter lang war. Die Kippe hatte er lässig im Mundwinkel – er musste ja den Handwagen ziehen. Offensichtlich war ihm die Glut der Zigarette in den Hosenumschlag gefallen. Meine Mutter lachte sich halb kaputt. Je wütender mein Vater wurde, desto schallender musste sie lachen. Humor war nicht seine starke Seite, trotzdem baten wir Mutter immerzu, uns diese Geschichte zu erzählen, obwohl wir sie schon auswendig kannten. Sie war eine vorzügliche Erzählerin, konnte sich aber bei dieser Geschichte nie das Lachen verkneifen. Vater war jedes Mal schon vorher verschwunden, um sich nicht erneut ärgern zu müssen.

Die Abende verbrachte unsere Familie häufig mit zwei wesentlichen Beschäftigungen. Zum einen: unsere Klebearbeiten. Da fast alle Lebensmittel rationiert waren und nur gegen entsprechende Bezugsmarken verkauft wurden, mussten diese beim Einkauf im Dorfkonsum von meiner Mutter abgeschnippelten und eingesammelten Marken für die Abrechnung wieder in eine brauchbare Form gebracht werden. Sie wurden auf Papierbögen mit einem übelriechenden Büroleim aufgeklebt. Mein Vater, der seine Stelle als E-Lokfahrer aufgegeben hatte und inzwischen auch beim Konsum im benachbarten Dorf Oßmaritz arbeitete, war der Anführer dieser »Klebefeste«. Er war ziemlich pedantisch und hatte immer einen Kopierstift hinter dem Ohr, den er bei Benutzung auch vor dem Schreiben anleckte, was sowohl eine blaue Schrift als auch eine blaue Zunge hinterließ.

Schöner waren da zum anderen unsere Gesangsabende. Mutter spielte Zither und Vater Akkordeon, das wir immer »Zerrwanst« nannten. Sie waren auch im Gesangsverein des Dorfes aktiv und nutzten diese Abende zum Üben. Diesen Gesangsverein gab es schon zu Kaisers Zeiten, und meine Urgroßmutter Elsa war darin bereits ein sehr engagiertes Mitglied gewesen. Auf einem Bild aus ihrer Fotoschachtel thront sie als Alma Mater inmitten junger Mädchen, flankiert von drei Hakenkreuzwimpeln. Der Chorleiter trägt eine meterlange Stimmgabel. Was sie damals für Lieder sangen, weiß ich nicht, aber alle auf dem Bild blicken freundlich in die Kamera. Bilder allein sagen nicht immer alles. Bei unseren häuslichen Abenden waren erzgebirgische Volkslieder sehr beliebt, und ich kann mich noch gut an ein grünleinenes Büchlein mit den Noten und den halsbrecherischen Texten erinnern: Wenn es Raachermannel nabelt un es sat kaa Wort drzu …

Das Erzgebirgische war nicht meine Mundart, und ich brauchte eine Weile, um zu verstehen, dass hier niemand abgenabelt wurde, sondern der nach Waldbrand duftende Rauch gemeint war, der aus dem Mundloch des sonst stummen Räuchermännchens qualmte. Obwohl sie die Erzgebirgischen Weihnachtslieder mochten, konnten sich meine Eltern mit Thüringer Folklore nicht anfreunden. Die wurde weitgehend dominiert von Herbert Roth (1926 –1983). Mein Vater mochte die Roth’sche Schunkel­seligkeit überhaupt nicht. Einmal geriet er sogar mit ihm persönlich aneinander. Meine Eltern hatten von der Gewerkschaft einen Urlaubsplatz in Masserberg im Thüringer Wald erhalten. In Masserberg wohnte auch Herbert Roth in seiner mit viel Mühe »ersungenen« Villa. Nichtsahnend gingen sie eines Abends zu einer Kulturveranstaltung. Sie hatten im Saal des Kulturhauses ihre Plätze in der Mitte der dritten Reihe eingenommen, als der Vorhang aufging und Herbert Roth und seine Partnerin Waltraut Schulz ins Rampenlicht traten: Es war ein Herbert-Roth-Abend, und mein Vater hatte das nicht gewusst. Der Saal war voll und eine Flucht nicht mehr möglich. Schon bei dem ersten Lied forderte der fröhliche Sänger alle zum Schunkeln auf. Es schunkelten wirklich alle, der ganze Saal – außer mein Vater. Er saß stocksteif da und presste die Ellenbogen an den Oberkörper, damit sich auch ja keiner einhenkeln konnte. Meiner Mutter war das peinlich, aber sie hielt zu ihrem Josef. Roth sah natürlich die Schunkelstörung in der sich hin und her wiegenden Masse und sprach den einzelnen Schunkelverweigerer von der Bühne herab an. Mein Vater reagierte überhaupt nicht auf die Roth’sche Anmache und hielt sein Nichtschunkeln bis zur Pause tapfer durch. Danach blieben die beiden Plätze in der dritten Reihe leer.

In den 1960ern versuchte Herbert Roth, auch einen Auftritt im Jenaer Volkshaus zu geben. Die Studenten störten die Veranstaltung mit Erfolg. Er kam nie wieder nach Jena. Mir war Roth ziemlich egal. Als Studenten sangen wir, wenn wir entsprechend getrunken hatten, eine nicht jugendfreie Version seines berühmten Liedes vom »Köhlerliesel«. Liesel kam aber aus dem Harz.

Unser Wohnzimmer hatte einen schönen Erker, der auf die einzige Kreuzung im Dorf hinausging. Dort stand immer unser Weihnachtsbaum, selbstverständlich eine Fichte, geschmückt mit echten Kerzen, nicht mit Watte, sondern mit Lametta aus Aluminium und mit Lauschaer Baumschmuck, der natürlich von Oma Elsa stammte und mindestens fünfzig Jahre alt war. Das Lametta wurde stets wieder eingesammelt und im nächsten Jahr erneut verwendet. Andere Familien im Dorf erzählten später, dass sie den Zeitpunkt der Bescherung ihrer Kinder immer nach dem Angehen der Lichter des Weihnachtsbaums bei uns im Erker ausrichteten.

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Der Fälscher»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Der Fälscher» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Отзывы о книге «Der Fälscher»

Обсуждение, отзывы о книге «Der Fälscher» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x