Günter Pelzl - Der Fälscher

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Günter Pelzl, Jahrgang 1948, wuchs mit dem Leitsatz auf: Nie wieder Krieg! Dafür wollte er etwas tun. Schon als Schüler ließ er sich als Inoffizieller Mitarbeiter (IM) des MfS anwerben und wurde überzeugter Kandidat zur Mitgliedschaft in der SED. Nach dem Studium und seiner Promotion im Fach Chemie trat er als hauptamtlicher Mitarbeiter dem DDR-Geheimdienst bei, wo er von 1976 bis 1990 im Operativ-Technischen Sektor tätig war. 1982 wurde er von der Abteilung 34, «Markierung und Geheimschriften», in die Abteilung 35, «Analyse, Reproduktion und Produktion von Dokumenten», versetzt und stieg dort bis zum Abteilungsleiter auf. Es war die Zeit, in der es in der BRD Bestrebungen gab, einen fälschungssicheren Personalausweis einzuführen. Den Forscher und Entwickler Günter Pelzl reizten die großen Herausforderungen: «Bei meiner Arbeit stellte ich mir oft die Frage: ›Würdest du mit einem deiner falschen Pässe auf die Reise gehen?‹ Ich habe diese Frage für mich immer mit ja beantwortet und sie später auch meinen Mitarbeitern gestellt. Hätte ich das zu irgendeiner Zeit nicht mehr gekonnt, hätte ich die Arbeit auch nicht weitergemacht.»
Dreißig Jahre nach dem Ende des Kalten Krieges legt Günter Pelzl seine unverfälschte und imposant kurzweilig geschriebene Autobiografie vor und damit einen schillernden Insiderbericht, der einen tiefen Einblick in das Leben des «Meisterfälschers der Stasi» und in einen weithin unterbeleuchteten Bereich des Geheimdienstes der DDR gewährt.

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Sein Kamerad und er gelangten schließlich auf der Flucht vor der Roten Armee von Küstrin an der Oder über ein Lazarett in Berlin-Spandau zu Fuß bis nach Hamburg. Am 4. Mai 1945 geriet mein Vater in Travemünde in britische Gefangenschaft. Als Verwundeter wurde er schließlich im Juli 1945 aus dem Internierungslager Eutin entlassen. Um nach Jena zu kommen, musste mein Vater über die Zonengrenze, damals allerdings von West nach Ost. »Wiedereinreise in die britische Zone unerwünscht«, stand auf seinem Passierschein. Im August 1945 kehrte er endlich zurück nach Ammerbach.

Dem Dorf hatte der Krieg keine sichtbaren materiellen Schäden zugefügt, von einigen zerborstenen Dachziegeln abgesehen, die herabregnende Flaksplitter verursacht hatten. Auf der Coppanzer Höhe oberhalb des Dorfes befanden sich schwere Flakstellungen, die die Aufgabe hatten, die Bombardierung Jenas und der Zeiss-Werke zu verhindern. Besetzt waren sie mit Hitlers letztem Aufgebot: sechzehnjährigen Flakhelfern. Die erste Welle der Bomber kam am 19. März 1945 genau über diese Höhen und pulverisierte in wenigen Minuten diese Stellungen. Eine einzige Bäuerin aus dem Dorf spannte nach dem Luft­angriff auf die Coppanzer Höhen ihre Pferde ein, rumpelte hinauf auf den Berg, holte die jungen Kerle, die überlebt hatten, aus den zerstörten Stellungen und versteckte sie in ihrer Scheune. Später suchten diese dann – von ihr mit Zivilkleidern versorgt – das Weite. Das war ein lebensgefährliches Unterfangen. Irgendwann, als es wieder ruhiger war, machte sich auch der Schuster des Dorfes auf den Weg hinauf. Seine Beute waren blau-weiß karierte Federbetten, ein Spind und zwei Feldtelefone mit Zubehör. Mehr passte nicht auf sein Wägelchen. So zumindest hat es mir meine Mutter später erzählt. Die Frau des Schusters, von allen »die Schustern« genannt, war ihre Großtante.

Die Wälder um Ammerbach waren noch lange unsicher. Bauernjungen aus dem Dorf fanden beim Holzeinfahren im Wald eine Panzerfaust, luden sie kurzerhand auf den Pferdewagen und wollten sie mit hinunter ins Dorf transportieren. Auf der Fahrt explodierte sie und riss einem der Jungen ein Bein ab. Der Krieg war doch schon lange zu Ende!

In dieses Dorf wurde ich also als halber Sachse und halber Sudetendeutscher hineingeboren und – obwohl Thüringen hier evangelisch war – katholisch getauft. Diese Idee hatte wohl mein Vater aus dem katholischen Sudetenland importiert. Meine Schwester Martina war schon evangelisch. Besonders praktisch war das allerdings für mich nicht, weswegen ich auch später meine Zugehörigkeit zur katholischen Kirche auf Eis legte. Vorher legte mich aber der katholische Pfarrer auf dasselbe, nachdem ich in seinem Garten Kirschen für die eigene Ernährung abgezweigt hatte. Mein ständiges Dazwischenfragen, wenn er seine Heiligengeschichten erzählte, hatte ihn ­ohnehin genervt. Folgerichtig musste unser Bruder Thomas, nachdem beide Religionen bereits durch seine Geschwister verbraucht waren, als Heide aufwachsen.

Der eherne Bezugspunkt meiner Familie im Dorf war meine Urgroßmutter Elsa. Ihr Geburtsname war Müller-Deck, und sie stammte aus Lauscha, dem tief im Thüringer Wald gelegenen Ort der Weihnachtsbaumkugeln und Glasaugen. Sie behauptete immer, der Erfinder des Glasauges, Ludwig Müller-Uri, sei mit ihr verwandt gewesen. In ihrer Schatulle bewahrte sie einen Zeitungsausschnitt auf, den sie mir manchmal zeigte und in dem Müller-Uri mit Bild und Text ausgiebig gewürdigt wurde. In Lauscha hießen fast alle Greiner oder Müller, und die Versuche, diese Wirrnis bei Eheschließungen durch Doppelnamen, wie beispielsweise Müller-Deck oder Müller-Uri, aufzulösen, waren nicht sehr erfolgreich. Jeder war eben mit jedem verwandt. Urgroßmutter angelte sich einen Hartmann, wahrscheinlich war es genau andersherum, und so heiratete sie in ein anderes thüringisches Dorf ein. Da es in Ammerbach aber schon seit dem 18. Jahrhundert reichlich »Hartmänner« gab, war das Ergebnis ähnlich wie weiter oben in den Bergen. Auch alle »Hartmänner« waren miteinander verwandt. Auf die Verwendung von Doppelnamen war man hier noch nicht gekommen.

Wir hatten einen Hartmann, der wurde immer »Baron« genannt, er tat aber nur so, als wäre er einer. Eine sehr schöne Kutsche, ein Landauer, komplettierte das. Auch die dazu passenden Pferde besaß er, die eigentlich zum Pflügen zu schade waren. Das machte natürlich andere im Dorf neidisch. Umso mehr freuten sie sich dann, als bei einer schneeweißen Hochzeit in seiner Familie beim Mittagessen der Kachelofen platzte.

Der Sohn eines anderen Hartmanns war mein Freund und Namensvetter Günter. Zusammen mit dessen Nachbarssohn Wolfgang bildeten wir ein passendes Dreigestirn. Wolfgang hatte einen Großvater, der etwas eigenartig war. Uns störte das nicht, aber alle im Dorf nannten ihn »Kuttein«. Sein Steckenpferd waren Nägel: rostige, krumme Nägel. Die sammelte er auf der Straße ein, wenn er unterwegs war, um für seine Karnickel Grünzeug zu holen. Das nannten wir hier »einkutten«. In seinem Kar­nickelstall hatte er ein großes Regal mit Marmeladen­gläsern voller krummer Nägel, natürlich nach der Größe sortiert. Manchmal saß er in der Sonne und kloppte sie gerade. Sein Markenzeichen waren ein kleines Wägelchen, eine große Sense, Gummistiefel oder Gummi­galoschen und – im Sommer – eine grüne Turnhose. Auch im Winter trug er keine Socken. Höllischen Respekt hatte er vor Autos. Er brauchte jedes Mal viele Minuten, um an der Schule die Kreuzung zu überqueren, obwohl kein Auto in Sicht war. Als er das erste Mal zu seiner Schwester in den Westen fuhr, wurde er von einem Auto überfahren.

Wie schon angedeutet, konnte ich die Hartmanns im Dorf und der Umgebung verwandtschaftlich nicht eindeutig zuordnen. Es war auch nicht notwendig. Die Frauen hatten zu Urgroßmutters Zeiten für gewöhnlich viele Kinder zur Welt gebracht. Wichtig schienen jedoch nur die männlichen Nachkommen. Später wurde mir klar, dass das oft mit der Landwirtschaft zu tun hatte. Meine Urgroßmutter Elsa brachte es auf fünf Töchter, ehe ihr erster Sohn Richard geboren wurde. Viele ihrer Kinder blieben in der näheren Umgebung wohnhaft. Da niemand genau wusste, wie man den entsprechenden Grad der Verwandtschaft korrekt titulierte, waren und blieben es eben »die Tanten« und »der Onkel Richard«, der als erster Sohn wie üblich den Namen seines Vaters erhalten hatte, was die Verwirrung natürlich noch größer machte. Aber so waren eben die Sitten.

Elsa – ich nannte sie ebenfalls einfach »Oma« – hatte einen ausgezeichneten Beobachtungsplatz im Dorf. Ihr Haus grenzte direkt an den Kirchhof. Wahlweise konnte sie sowohl die Dorfstraße als auch den auf der anderen Seite der Kirche gelegenen Kastanienplatz von den Fenstern im ersten Stock aus »überwachen«.

Der Kastanienplatz war sicher einmal der zentrale Ort des Dorfes gewesen, als die Autofahrerei noch keine Rolle spielte. Hier war der mit einem hohen Torbogen eingerahmte Eingang zum Kirchhof, der die umschließende Mauer überragte. Auf der gegenüberliegenden Seite befand sich der Hof des »Barons« mit seiner roten Backsteinfront, und auf der rechten Seite lag der Hof der ebenfalls alteingesessenen Ammerbacher Bauernfamilie Gretscher. In unmittelbarer Nähe stand das Spritzenhaus der Freiwilligen Feuerwehr. Zwischen dem Hof des »Barons« und dem Spritzenhaus ging die Waldstraße den Berg hinauf. Sie war gesäumt von Bauernhöfen, deren Alter man oft an den Torbögen der Hofeinfahrten, in Stein gehauen, ablesen konnte.

Richard, Elsas Mann, war Maurer von Beruf und ein ziemlich knorziger Typ. Wenn man ihn auf einem Foto in seiner kaiserlichen Uniform des Ersten Weltkriegs sah, hätte man annehmen können, dieser Krieg wäre bereits gewonnen. Das war bei Richard so falsch wie bei meinem Vater Josef. Als ich später selbst von Zeit zu Zeit eine Uniform anziehen musste, fühlte ich mich darin nicht besonders wohl, aber ich hatte das Glück, damit niemals in einen Krieg ziehen zu müssen. Eines Tages beschloss Richard, im Gärtchen vor dem Haus einen kleinen Gänse­stall zu errichten. Es war keine große Sache. Elsa konnte das Ganze von oben durch ihr kleines Stubenfenster überblicken, und mehr als einen Tag würde der Bau nicht dauern. Als sie zu Mittag den Kopf erneut aus dem Fenster steckte, um Richard zum Essen zu rufen, traute sie ihren Augen nicht: Richard stand im Gänsestall und mauerte sich ein. Mehr als Schulterhöhe brauchte er für die Gänse nicht, und die war bereits erreicht. Eine Öffnung für das Federvieh war auch schon vorhanden. Als Elsa rief, blickte sich Richard um und suchte einen Ausweg. Durch das Gänseloch passte er nicht, und oben hinaus ging’s ohne Flügel auch nicht. Elsa schaute gemütlich zu, wie Richard nach einer Weile fluchend buchstäblich mit dem Kopf durch die Wand ging.

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