Wolfgang Mebs - Blick ins Kaleidoskop
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Fünf Menschen durchstreifen die Stadt auf der Suche nach ihrem Leben.
Fünf Schicksale, fünf Träume, fünf Charaktere, deren Wege sich zufällig kreuzen.
Am Ende des Tages ist alles anders …
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Auch kann er sie gut beobachten von seiner versteckten Warte aus, am Rande eines Weißdorngebüschs. Seit er im Stadtwald lebt, hat er ein besonderes Verhältnis zu Vögeln entwickelt, den einzigen Lebewesen, die ihn in seiner Existenz einfach akzeptieren, sich hin und wieder ein paar Brotkrumen von ihm holen und mit ihrem Gesang daran erinnern, dass es auch schöne Dinge auf der Welt gibt.
Manchmal liegt er einfach da, mit geschlossenen Augen, und lauscht, entrückt von allem, von seiner Vergangenheit, der Gegenwart und der so unsicheren wie gewissen Zukunft. Aber wie alles im Leben ist auch das nicht von Dauer, denn zum einen ist, was sich so fröhlich anhört, in Wirklichkeit Überlebenskampf, das ewig neue Streiten um ein Revier, um einen Platz im Universum, den auch er einmal hatte, und zum anderen währt es nur eine relativ begrenzte Zeit, und dann wird es stiller im Park, dann bleibt nur noch das zänkische Schnattern der Enten und gelegentliche Fauchen der Schwäne.
Stattdessen summt er selbst – die Szene am Bach aus der Pastorale. Sie erleichtert ihm, die ersten Momente des Tages zu ertragen, hilft, die Verkrampfungen der Nacht zu lösen.
Es dauert eine Weile, bis das Leben in seine Knochen und Muskeln zurückkehrt. Seine Glieder schmerzen, als er zuerst kniet und sich dann ächzend am Baumstamm abstützend erhebt. Es wird immer mühseliger. Er braucht eine halbe Stunde, um Müdigkeit und Schwäche abzuschütteln wie ein aus dem Winter erwachender Bär, der nicht weiß, ob er den nächsten Schlaf überlebt.
Das dumpfe Hämmern in seinem Kopf lässt nach, nicht aber der undefinierbare Schmerz in seinem Inneren, an den er sich eigentlich gewöhnt hat, den er einfach als naturgegeben hinnehmen will wie eine zu lange Nase oder abstehende Ohren, der einfach immer da ist, in letzter Zeit aber heftiger wird, drängender, aufdringlicher.
Er geht ein paar Meter das Gebüsch entlang, um sich zu entleeren, schleicht dann zum See, wäscht sich und putzt sich die Zähne. Paul ist immer noch darauf bedacht, nicht völlig zu verrotten. Er legt immer noch Wert auf sein Äußeres, so paradox das jenen erscheinen mag, deren bürgerliches Leben nicht in Ruinen liegt, die seine abgerissene Erscheinung und seine verschlissene Kleidung mit Verwahrlosung gleichsetzen. Aber sie ist sauber, so wie er, soweit das möglich ist.
Das erbettelte Geld gibt er auch für den Waschsalon aus und für die Dusche in der Sporthochschule. Man kennt ihn dort. Jeder weiß, dass er nicht zum Badminton oder Squash kommt, da genügt ein Blick, aber sie weisen ihn auch nicht mehr ab wie zu Beginn, als er jedem erklären musste, dass auch ein Obdachloser den Wunsch nach warmem Wasser und Seife verspürt.
Paul bindet die Plastikplane von den Zweigen, faltet sie zusammen und versteckt sie unter Büschen und Laub. Dann schützt er seinen Schlafplatz mit ein paar Ästen und Zweigen vor neugierigen Blicken und geht den Hügel hinauf zur einer Parkbank mit Blick über den See, die Kastanienallee, die Wiesen mit ihren Eichen, Linden und Ahornbäumen, vor langer Zeit einmal gepflanzt als Kulisse für hochherrschaftliche Spaziergänge. Heute darf auch jemand wie er sich an ihrem Anblick erfreuen.
Hier verbringt er die erste Stunde des Tages. Er betrachtet alles lange und intensiv. Da sind die Kastanien auf ihren kräftigen, gefurchten Stämmen, mit dem ausladenden Astwerk und seinem üppigen Laub; Blatt an Blatt wie zahllose Hände, die sich übereinanderlegen.
Eine Zeit lang hat er sich drei Kastanien in den Schlafsack gelegt, aber der Zauber hat nicht gewirkt. Er hat doch immer wieder Erkältungen bekommen.
Da sind die nicht minder imposanten Eichen, der heilige Lebensbaum aus mächtigem Holz, die dagegen fast durchsichtigen Linden, der Ahorn auf seinem eigentlich zu schmalen Stamm, und doch wehrhaft gegen böse Geister und Hexen. Ein mythisches Potpourri.
Das Ende des Sommers deutet sich an. Das Grün der Blätter ist nicht mehr so intensiv, Erste rollen sich bereits ein wenig ein an den Rändern, und bald schon wird der Herbst die Palette hervorholen, sodass sich Paul nicht sattsehen kann an Rot und Gelb und Gold.
Der See füllt sich mit Enten, stattlichen Kanadagänsen und kieksenden Blesshühnern. Aber nichts verschönt ihm den Morgen so sehr wie der Anblick der Schwäne, die im Morgennebel mit gefiederten Segeln über dem See schweben. Zwei erheben sich wassertretend und flügelschlagend in die Luft und landen direkt wieder am anderen Ufer.
Paul schüttelt den Kopf und lacht. »Jaja, euch hat man auch die Flügel gestutzt. Ihr kommt hier auch nicht weg.« Er trinkt etwas Wasser, öffnet sein Taschenmesser und entkernt einen schon etwas weichen Apfel, dessen Saft das harte Brot kaubar macht. Immerhin, das geht nach wie vor ganz gut. Er hat erst sechs Zähne verloren.
»So, Herr Winter, das war’s schon. Alles bestens«, sagte Dr. Hausner. »Frau Gieser wird Ihnen noch die Zähne polieren.« Er besprach sich kurz mit seiner Sprechstundenhilfe. »Und, wo geht’s hin in den Urlaub?«
»Wir fahren nach Holland, nach Efteling. Wegen Melanie. Als wir mal übers Wochenende hingefahren sind, war Melanie so was von begeistert. Die wollte gar nicht mehr weg.«
»Efteling, das kenn’ ich. Wir waren auch schon mal da, als unsere Söhne noch kleiner waren. Ich bin zwar nicht so für Freizeitparks zu haben, aber da die Jungs den ganzen Tag unterwegs waren, hatten wir endlich auch einmal Zeit für uns.«
»Ja, darauf freuen wir uns auch schon. Und ich freue mich darauf, endlich mal Zeit für meine Tochter zu haben. Ich seh’ sie ja praktisch gar nicht aufwachsen. Letztes Jahr hab’ ich gar keinen Urlaub gehabt.«
Dr. Hausner sah Paul einen Moment lang an. »Ich bin zwar nicht Ihr Hausarzt, aber Sie sollten wirklich mehr auf sich achten. Dass Sie nachts dauernd mit den Zähnen knirschen, kommt nicht von ungefähr!«
»Ich weiß, ich weiß. Das sagt meine Frau auch immer. Aber das sagt sich so einfach. Das wissen Sie doch auch, schließlich sind Sie ja auch selbständig. Und zu Ihnen kommen die Patienten von alleine. Ich muss mich ständig um neue Aufträge bemühen. Aber natürlich haben Sie recht.
Melanie sagte letztens, es hat mich fast umgehauen: ›Papa, sagt denen doch einfach, sie sollen hierhin kommen, dann können wir zusammen auf den Spielplatz gehen. Dann kannst du reden und reden, und ich kann spielen.‹«
Dr. Hausner lacht. »Ja, die Kleinen. Wie einfach die Welt doch sein kann.«
»Tja. Das wünsche ich mir auch manchmal.«
Kapitel 2
Zu seiner eigenen Überraschung verspürt Karl ungewöhnlichen Frühstückshunger, aber wie üblich ist der Kühlschrank leer. Er schlurft Richtung Kochnische, um sich einen Kaffee zu brauen, und das muss man wörtlich nehmen. Er verabscheut Filter und jedwede Art von Apparatur, Pads sind ihm ein Gräuel, auch wenn er zugeben muss, dass der Kapitalismus zum einen mal wieder seinen grenzenlosen Einfallsreichtum unter Beweis gestellt und zum anderen erneut bewiesen hat, dass der mündige Konsument ein Hirngespinst ist, dem man nur etwas schön verpackt und mit viel neumodischem Schnickschnack präsentieren muss, und schon ist er bereit, das Fünffache zu zahlen.
Karl schüttet Bohnen in die Mühle, und während er kurbelt und dem Knacken und Knirschen des Mahlwerks zuhört, führt er diesen Konsumidioten vor Augen, dass sie Wucherpreise für Kaffeeportiönchen bezahlen, aber gleichzeitig einer debilen Geiz-ist-geil-Mentalität frönen und sich über die sündhaften Preise in Bioläden echauffieren. Schwachsinn, dein Name ist Mensch.
»Schmeiß doch mal diese dämliche Kaffeemühle weg und kauf dir eine vernünftige elektrische oder gleich Pulverkaffee!«
»Mein lieber Vater«, erwiderte Karl, »erstens ist dies ein Meisterwerk einfachsten und ästhetisch dennoch ansprechenden Designs auf der einen und höchster mechanischer Funktionalität auf der anderen Seite. Zweitens ist Pulverkaffee zweitklassig und deshalb nichts für meinen Gaumen. Drittens hat, wie du dich sicher erinnerst, Oma diese Mühle schon zu schätzen gewusst und verkörpert daher den kleinen erinnerungs- und erhaltenswerten Teil unserer Familiengeschichte.«
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