Lina Loos - Das Buch ohne Titel

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Lina Loos: Sie war die erste Ehefrau von Adolf Loos, die Weggefährtin von Egon Friedell und Franz Theodor Csokor und eine enge Freundin von Peter Altenberg, vor allem aber war sie eine scharfsinnige Beobachterin und pointierte Kritikerin ihrer Zeit.
Erstmals 1947 erschienen und nun nach vielen Jahren neu aufgelegt präsentiert «Das Buch ohne Titel» einen unverstellten, direkten Einblick in das Wien ihrer Zeit. Eine elegante, kluge, sinnliche und humorvolle Lebenschronik, reich an Anekdoten, Einsichten und Erinnerungen, die Presse und Publikum begeisterte.

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Ein junger Polizeibeamter schrieb eifrig, es war heiß und still.

»Was wünschen Sie?« rief er plötzlich. Paul erschrak fürchterlich und brüllte auch schon wie besessen; das war aber gar nichts gegen die Angst meiner Mutter.

Sie stand zitternd auf und sagte: »Bitte, meinen der Herr Wachtmeister mich?«

»Natürlich, es ist doch sonst niemand da! Also?« Der Wachtmeister war sichtlich erbittert. Mutter erzählte den Hergang. Er warf die Feder fort und erklärte, so etwas Unerhörtes noch nie gehört zu haben. »Also, man braucht bei Ihnen nur zu läuten und ein Kind abzugeben, und schon nehmen Sie es? Ja, sagen Sie mir, wie alt sind Sie denn? Da hört sich doch alles auf, wie heißen die Leute, wo wohnen sie?«

»Ich habe nicht gefragt«, stammelte Mutter, »sie haben nur gesagt, mein Sohn schickte sie.«

»Verstehen Sie denn nicht, daß das jeder sagen kann? Was soll denn jetzt mit dem Kind geschehen?«

»Ich nehme es auf keinen Fall mehr mit«, sagte Mutter.

»So, wie können Sie sich überhaupt unterstehen, ein fremdes Kind zwei Tage bei sich zu behalten? Sie hätten augenblicklich kommen müssen.«

Dann kam er noch einmal in beleidigender Form auf das Alter meiner Mutter zu sprechen und ließ den Polizeiarzt holen. Paul wurde ausgezogen und einer gründlichen Musterung unterzogen. Der Arzt drehte und wendete ihn nach allen Seiten, behorchte und beklopfte ihn; aber Paul war einfach tadellos. Mutter wurde ganz stolz, sie hatte doch wenigstens ein einwandfreies Kind gebracht. So eines wurde nicht jeden Tag abgegeben.

Dann fuhr sie in einer Droschke mit Paul, der Milchflasche und einem Aufnahmeschein in das Findelhaus. Dort wurde Paul gewogen, bekam einen Zettel um den Hals, der Mutter wurde eine Nummer eingehändigt, und alles war erledigt. Nun kam der schöne Moment, als Mutter an das Fenster der Hausbesorgerin klopfte, die Arme ausbreitete und sich nach allen Seiten drehte, um zu zeigen, daß sie nirgends mehr ein Kind habe.

In München hatte sich inzwischen folgendes begeben. Wir saßen alle gemütlich beim Frühstück, als der Brief der Mutter kam.

Meine Schwester las vor: »Liebe Kinder! Ihr werdet sehr erstaunt sein, ich habe ein Kind bekommen.« Meine Schwester ließ den Brief sinken. Wir sahen alle drei auf den Vater, aber der sah ebenso erstaunt drein. Meine Schwester las weiter: »Freunde Eures Bruders Karl haben es mir gebracht …« Da sahen wieder alle auf mich, es wurde nicht weitergelesen. Meine Schwester zog sich mit meinem Schwager zu einer längeren Aussprache zurück. Dann zog sich mein Schwager mit meinem Vater zurück, meine Schwester blieb bei mir und weinte. Dann zog sich mein Vater mit meiner Schwester zurück, und endlich wurde ein Telegramm an meine Mutter abgeschickt.

Mutter schlief in Wien tief und fest bis abends – als es plötzlich läutete. Draußen standen die jungen Leute. Wieder stürzten sie mit einem Wortschwall über sie her. Es wäre so schön gewesen in Wien, und sie hätten doch gleich gesehen, wie lieb die Mutter ihres Kollegen sei, und sie sollte doch nicht böse sein. Eigentlich wollten sie gleich zwei Tage in Wien bleiben, aber sie hätten es sich nicht zu sagen getraut, es wäre doch zu unverschämt gewesen, aber Mutter würde ihnen doch verzeihen, und sie seien doch noch jung …

Mutter schwankte und mußte auf einen Stuhl gesetzt werden.

Neue Fragen. Ob sie krank sei und ob es etwas Ansteckendes sei und ob Paul nichts bekommen könnte. Und wo Paul sei.

»Er ist nicht mehr da«, flüsterte Mutter.

»Wo ist mein Kind?« schrie die junge Frau mit einem Stimmaufwand, der keinen Zweifel mehr zuließ, daß sie eine Kollegin meines Bruders war.

Der junge Mann hatte gerade noch Zeit, meine Mutter von ihrem Stuhl hochzureißen, um seiner Braut Platz zu machen. Mutter hatte sich aber schon gefaßt, und während sie der jetzt Fassungslosen mit der Schürze Luft zufächelte, sagte sie:

»Na, na, gehn wir’s eben wieder holen.«

Als Mutter kühn voran, die beiden Jüngeren hinterher den Hof überquerten, waren alle Fenster schon dicht besetzt. Einige rohe Naturen winkten mit Taschentüchern.

»Zuerst wieder auf die Polizei!« kommandierte Mutter.

Der Beamte erhob sich drohend, als er Mutter erblickte. Kaum hatte er aber die schöne junge, elegante Frau gesehen, fragte er nach einer kleinen Verbeugung, womit er dienen könne.

Während die beiden in ihrer anscheinend angeborenen temperamentvollen Weise redeten, zog sich Mutter auf die Bank im Hintergrund zurück.

Aber man ließ sie dort nicht sitzen. Der Beamte, außer sich vor Empörung, zog sie in den Vordergrund. Er erklärte wieder, daß ihm so etwas noch nicht vorgekommen sei, und ob Mutter nicht gesehen hätte, wen sie vor sich habe. Wie sie sich unterstehen konnte, das Kind auf die Polizei zu bringen, ob sie nicht noch einige Tage hätte warten können, und wie alt sie eigentlich sei und vieles mehr.

Zur jungen Frau sagte er, daß die Menschen im allgemeinen kein Verständnis für Künstler hätten, er aber könnte alles sehr gut verstehen und gab ihr mit innigem Händedruck den Ausfolgeschein.

Das Wiedersehen mit Paul im Findelhaus soll unbeschreiblich gewesen sein; fremde Leute, die zufällig anwesend waren, weinten vor Freude mit.

Mutter kam sehr müde und erschöpft nach Hause und legte sich sofort zu Bett.

Sie war aber noch nicht zur Ruhe gekommen – als es läutete.

Es war unser Telegramm aus München.

Wie übersättigt von Sensationen mußte die arme Frau gewesen sein, wenn sie »Nur ein Telegramm!« sagte. – Sie legte sich wieder zu Bett, setzte die Brille auf und las: »Mein Mann erlaubt mir, Kind anzunehmen, bin überglücklich, wann kann ich es holen? Kein Zweifel, Kind von Bruder Karl, verzeihe ihm. Deine dankschuldige Tochter.«

Mutter telegraphierte: »Vater und Lina sofort zurück. Bin sehr nervös. Bei Ankunft klopfen, nicht läuten! Mutter.«

Es geht wieder aufwärts Die reiche Großmutter stirbt und die Eltern kaufen das Café Casa piccola

Unsre Mutter

Ich kann mir eine bessere Mutter als die unsre gar nicht denken. Sie hatte die einzig richtige Erziehungsmethode, die es gibt: sie war uns ein ständig gutes Beispiel. Ließ uns Bewegungsfreiheit und freute sich über unsre wilden Entwicklungskräfte.

»Ja«, sagte sie einmal in einer philosophischen Anwandlung, »wenn die Kinder von mir allein wären, möchte ich schon wissen, was für sie das beste ist, aber sie sind doch von zwei verschiedenen Menschen. Wer kann wissen, was dabei herausgekommen ist.«

Sie hatte viele schwere Schicksalsschläge erlitten, aber sie blieb immer mutig und hat ihr Leben so tapfer zu Ende gelebt wie kaum ein Mensch.

Geheimnisse vor Mutter gab es einfach nicht, sie lebte unser Leben mit, blieb jung dabei und war der zuverlässigste Kamerad, den man sich nur denken konnte. Sie stammte aus einem reichen niederösterreichischen Bauernhof, hatte etwas Klavier und ein wenig Französisch gelernt; im übrigen wurde sie nicht viel mit Bildung beschwert. Sie behielt ihr ganzes Leben eine so merkwürdige einfache, natürliche Denkungsweise, die oft die lustigsten Aussprüche ergab. Es verband sich in ihr glücklich ein angeborner künstlerischer Instinkt mit einem ausgesprochenen Mut zum ureigensten Urteil, und wenn wir Kinder »Muttergeschichten« erzählten, lachte sie herzlich mit. Nannte uns dann »respektlose Fratzen«, fügte aber versöhnend hinzu, »aber was, besser als fade Kinder«.

картинка 7

Mutter war eine begeisterte Kaffeesiederin; sie liebte ihren Beruf und war schwer von Wien fortzulocken.

Aber einmal machte ich eine kleine Sommerreise mit ihr; wir kamen nachts in Salzburg an. Morgens um zehn Uhr weckte sie mich und sagte:

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