Auf einem PC wie auch auf einem Mac können sich mehr als ein Benutzer anmelden. Zu einem Benutzer gehören dann immer bestimmte Verzeichnisse, die die Dokumente, die Videos, die Bilder und auch Einstellungen und andere Dateien enthalten. Auch wenn diese Dateien immer nur für den jeweils berechtigten Benutzer zugänglich sind und kein anderer Benutzer darauf zugreifen kann, sind sie trotzdem auf dem Gerät gespeichert.
Wenn Sie an einem Computer in einem Firmennetzwerk arbeiten, finden sich diese Profile nicht nur lokal auf Ihrem Rechner, sondern auch auf einem zentralen Server. Bei jeder Anmeldung werden automatisch die Benutzerdaten vom Server heruntergeladen und lokal gespeichert.
Die Historie Ihrer Sitzungen
Wenn Sie mit Windows oder macOS arbeiten, führen Sie bestimmte Schritte immer wieder aus. Ob Sie nun eine Datei öffnen und diese später weiterbearbeiten oder eine Webseite aufrufen und später wiederfinden möchten: Die Betriebssysteme sammeln diese Informationen und stellen Sie Ihnen dann wieder zur Verfügung. Die Historie der geöffneten Dateien in den Office-Programmen, die Liste der geöffneten Webseiten, Suchvorschläge in Bing, all diese Informationen sind ungemein hilfreich. Allerdings sind sie auch mit Risiken verbunden. Vielleicht wollen Sie zum Beispiel nicht, dass ein Kollege sieht, dass Sie mehrfach ein bekanntes Jobportal im Internet aufgerufen haben.
Die Analyse Ihrer Eingaben
Auch bei Ihren Eingaben versucht das Betriebssystem Sie zu unterstützen. Windows und macOS korrigieren Texte, die Sie eingeben, automatisch. Wenn Sie aber bestimmte Begriffe verwenden, die im Standard nicht bekannt sind, werden diese immer wieder falsch korrigiert oder als Fehler angezeigt. Nichts ist einfacher, als diese Begriffe dann in Ihr Benutzerwörterbuch aufzunehmen, damit sie nicht mehr als Fehler angezeigt werden. Dieses Benutzerwörterbuch ist ein Quell an Informationen für jeden, der darauf zugreifen kann. Nirgendwo sonst findet man konzentrierter Hinweise darauf, mit welchen Themen Sie sich beschäftigen.
Dasselbe gilt für die Umsetzung von Sprache und Schrift: Wenn Sie ein Gerät mit einem Stift haben, dann können Sie nicht nur über die Tastatur Text eingeben, sondern auch handschriftlich. Nun ist die Schrift eines jeden Anwenders einzigartig. Das Betriebssystem hat am Anfang einiges zu tun, um Ihre Schrift zu erkennen. Erst mit der Zeit – und vor allem durch die Korrekturen, die Sie vornehmen – wird die Erkennung besser. Das funktioniert daher so gut, weil Ihr Computer die Schriftdaten und die Korrekturen zur Analyse einsendet. Die Rechenkapazität Ihres lokalen Geräts reicht dafür bei Weitem nicht aus.
Cortana oder Siri als Sprachassistenten auf Ihrem PC oder Mac und zusätzlich installierte wie Amazons Alexa sind ähnlich aufgestellt: Sie nehmen über das Mikrofon Ihre Stimme auf, schicken sie an den Server des Anbieters und bekommen den erkannten Befehl zurückübermittelt. Einfache Befehle wie „Alexa, schalte Fernseher ein“ sind sicher unkritischer als Text, den Sie über die Spracherkennung eingeben. Denn dieser enthält jedes einzelne Zeichen Ihrer Äußerung. Hier kollidiert der Wunsch nach komfortablem Arbeiten mit dem Anspruch, dass möglichst wenige Daten außerhalb der eigenen Zugriffsmöglichkeiten gespeichert sind.
Während die automatisch aufgezeichneten Informationen, die das Betriebssystem verwaltet, meist auf Ihrem Rechner verbleiben, verhält es sich beim Surfen im Internet ein wenig anders. Hier werden die Informationen an einen Rechner außerhalb Ihres eigenen Netzwerkes übertragen. Was dort mit ihnen geschieht, liegt meist nicht in Ihrer Kontrolle. Auf jeden Fall übermitteln Sie Ihre eigene IP-Adresse ins Internet, die zum Übertragen der abgerufenen Daten aus dem Internet auf Ihren Rechner unbedingt benötigt wird. Wie schon erwähnt, verwenden darüber hinaus viele Internetseiten Cookies, um Sie bei einem erneuten Besuch zu identifizieren und Ihnen passende Informationen und zielgerichtete Werbung zu zeigen.
Keine Angst vor Cookies!
Lassen Sie sich nicht verunsichern: Ein Cookie ist kein Programm und kein Virus, sondern lediglich eine kleine Textdatei, die der Webseite die Identifikation des Besuchers ermöglicht. Anrichten kann ein Cookie für sich allein auf Ihrem Rechner erst einmal gar nichts. Außerdem gibt es Möglichkeiten, Cookies loszuwerden oder gar nicht erst zu speichern, wie Sie ab S. 104 erfahren.
Wann immer Sie eine Webseite aus dem Internet abrufen, werden deren Elemente automatisch auf Ihrer Festplatte gespeichert. Eine Webseite besteht aus Bildern, aus kleinen Programmteilen, aus Text und anderen Komponenten. Ihr Internetbrowser setzt die Seite dann aus diesen Elementen zusammen und zeigt sie Ihnen auf dem Bildschirm an. Diese temporären Dateien bleiben so lange auf Ihrer Festplatte, bis sie automatisch gelöscht werden oder Sie den Löschvorgang manuell starten. Ebenfalls speichert Ihr Browser die Liste der aufgerufenen Webseiten, Daten, die Sie in Formulare eingeben, und gegebenenfalls sogar Benutzernamen und Passwörter.
Schließlich gibt es ein eigenes Verzeichnis auf der Festplatte, in dem alle Dateien, die Sie aus dem Internet heruntergeladen haben, gespeichert sind. Auf diese Dateien können Sie wieder zugreifen, wenn Sie ein Programm oder eine Datei erneut verwenden wollen. Das ist vollkommen unabhängig davon, welchen Browser oder welches Betriebssystem Sie verwenden.
Wenn Sie per E-Mail kommunizieren, dann schicken Sie nicht nur Textinhalte an bestimmte E-Mail-Adressen, sondern Sie hängen den E-Mails oft auch Dateien an. All diese Elemente werden nicht nur auf dem E-Mail-Server gespeichert, sondern auch auf Ihrem PC im E-Mail-Programm.
Was dabei oft übersehen wird: Eine erhaltene E-Mail ist oft nur der Anfang einer ganzen Reihe. Sie bekommen eine E-Mail, beantworten sie, erhalten daraufhin wieder eine Antwort und so geht es immer weiter. Die E-Mails legen Sie dann in einem Ordner auf der Festplatte ab. In der Summe kann eine einzelne E-Mail nachher an vielen verschiedenen Orten liegen, was das Löschen zu einer Herausforderung macht.
Auch bei E-Mails gibt es eine Vielzahl von Protokollinformationen: Nach dem Versand hält Ihr Computer in Zusammenarbeit mit dem E-Mail-Server akribisch fest, über welche Server die E-Mail läuft, zu welcher Zeit und mit welcher IP-Adresse sie versandt wurde und vieles mehr. Es ist kaum möglich, eine E-Mail ohne spezielle Maßnahmen anonym zu verschicken!
Dateien auf dem Rechner und in der Cloud
Der eigentliche Schatz, den Sie auf Ihrem Rechner verwalten, sind die Dateien. Sie installieren Programme, geben dort Daten ein und speichern das Ergebnis als Datei auf der Festplatte ab. Diese Dateien enthalten eine riesige Menge an Informationen – nicht nur die, die Sie selbst eingegeben haben, sondern auch viele Verwaltungsinformationen, die automatisch vom Betriebssystem und den Programmen hinzugefügt werden.
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