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Datensparsamkeit: Weniger ist mehr
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Sie haben etwas zu verbergen!
Das Internet – unendliche Weiten. Und auch unendliche Mengen von Daten. Wenn Sie eine Seite aufrufen, hinterlassen Sie Spuren. Wenn Sie online etwas kaufen, geben Sie Daten ein. Wenn Sie eine E-Mail verschicken: Daten. Soziale Netzwerke? Daten, Daten, Daten. Es lohnt sich, etwas genauer hinzuschauen: Welche Daten schwirren da draußen herum und was ist deren Nutzen oder Risiko?
Anonymität schafft Privatsphäre
Es gibt nahezu endlos viele Geräte, die miteinander vernetzt sind. Nicht nur PC, Tablet und Smartphone, sondern auch Ihr Fernseher, der Sprachassistent, Ihre Webcam im Ferienhaus und der intelligente Rauchmelder – sie alle sammeln Informationen, oder anders genannt: Daten. Diese Geräte stehen nicht allein da, sondern sie verbinden sich. Über das Internet, im heimischen Netzwerk, durch eigene sogenannte Mesh-Netzwerke. Damit befinden sich Ihre Daten nicht nur an einem Ort, sondern wandern von Gerät zu Gerät, von Speicher zu Speicher. Eines sollten Sie dabei nicht vergessen: Diese Daten gehören Ihnen. Die klassische Aussage „Ich habe nichts zu verbergen“ nehmen viele zurück, sobald ihnen klar wird, wie viel vermeintlich harmlose Daten verraten und für welche Zwecke sie sich verwenden lassen. Sie sollten selbst entscheiden (können), wer welche Daten von Ihnen sieht und nutzt.
Die öffentliche Diskussion geht seit einigen Jahren deutlich in eine Richtung: Datenschutz geht vor allem anderen, wer Daten verarbeitet, ist ein potenzieller Bösewicht, und Datenlecks sind ohnehin die Schuld, ja vielleicht sogar Absicht desjenigen, der die Daten gespeichert hat. Die Unternehmen, die Ihre Daten verwenden, haben da eine ganz andere Sicht: Sie bekommen eine Dienstleistung, dafür bekommen die Unternehmen Ihre Daten. Ein einfaches Geschäft. Wie immer liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen.
Uns Nutzern ist eine gewissermaßen schizophrene Haltung eigen: Wenn wir etwas gut finden, dann schieben wir unsere Bedenken beiseite. Nur, um sie dann wieder hervorzuholen, wenn es uns in den Kram passt. Ein paar Beispiele gefällig?
Die sozialen Netzwerke sind ja oft ein Jahrmarkt der Eitelkeiten. Wir fühlen uns gut, wenn wir der Welt mitteilen können, dass wir gerade an einem exklusiven Ort Urlaub machen. Die Kehrseite vergessen wir gern: Jeder, der den entsprechenden Eintrag in den sozialen Netzwerken sieht, kann messerscharf schließen, dass wir nicht zu Hause sind. Optimale Voraussetzungen für einen Einbruch!
Oder die Sprachassistenten: Nicht erst seit Amazons Alexa sind Sprachassistenten in Mode. Von den ersten Diktierprogrammen bis zu Siri, Bixby und Cortana nutzen wir die Freiheit und den Komfort der Sprachbedienung, auch in dem Bewusstsein, dass diese Daten ja an irgendeiner Stelle verarbeitet und in ausführbare Befehle umgesetzt werden müssen. Eine Wanze im Smartphone ist hingegen eine Horrorvision aus einem Agententhriller, die keiner von uns möchte.
Vielleicht noch deutlicher macht es die – durchaus angemessene – Skepsis gegenüber den großen Konzernen. Google, Microsoft, Apple, Amazon und viele mehr sind so in unser Leben integriert, dass sie unvermeidbar Daten sammeln. Allein mag man das noch akzeptieren. Als Facebook 2014 aber den Messenger WhatsApp übernahm, war das Geschrei groß: Facebook noch mehr Daten in den virtuellen Hals werfen? Für viele Anwender keine Option. Auch für die nicht, die vorher schon WhatsApp und Facebook eifrig genutzt haben.
Hier wurden viele Anwender wach und einfallsreich: Weniger datenhungrige Alternativen sollten her. Für WhatsApp gab es mit Threema eine Alternative, die eine wirklich vertrauliche Kommunikation ermöglichen sollte. Erst wenn zwei Geräte sich tatsächlich einmal „gesehen hatten“, galten sie als vertrauenswürdig. Das Verfahren war einfach: Das eine Gerät zeigte auf seinem Bildschirm einen QR-Code an, das andere musste ihn scannen. Damit war klar, dass die beiden Geräte (und damit auch deren Besitzer) sich gegenseitig begegnet sind und ihr Vertrauen ausgesprochen haben. Klingt gut, meinen Sie? Prinzipiell schon. Wenn da nicht der ein oder andere Schlaukopf auf die Idee gekommen wäre, seinen geheimen Threema-QR-Code auf Facebook zu posten, damit all seine Freunde ihn scannen konnten. Vertraulichkeit geht anders!
Ein immer wieder genannter Begriff in diesem Zusammenhang ist Anonymität. Wikipedia definiert diesen Begriff so:
Anonymität
Anonymität (von altgriechisch anónymos „ohne Namen“) bezeichnet das Fehlen der Zuordnung einer Person zu einer von ihr ausgeübten Handlung bis hin zur absichtlichen Geheimhaltung. Sie kann zum Schutz der Freiheit des Einzelnen dienen. Der Gesetzgeber hat sie deswegen in verschiedenen Bereichen vorgesehen. So werden beispielsweise das Wahlgeheimnis verpflichtend, die anonyme Information, Meinungsäußerung und Versammlung als Rechte verfassungsrechtlich garantiert.
Im Internet bedeutet Anonymität, dass das, was Sie online tun, und die Daten, die Sie dabei hinterlassen, nicht auf Sie als Person zurückgeführt werden können. Je anonymer Sie im Internet sind, desto weniger kann Ihnen passieren. Wer Sie nicht kennt, kann Ihnen nichts Böses. Damit ist es eines der wichtigsten Ziele bei der Nutzung des Internets und seiner Dienste, die Anonymität zu wahren.
Private Daten: Währung und Risiko
Wenn die vorangegangenen Ausführungen den Eindruck erweckt haben, dass die Preisgabe Ihrer Daten immer ein Risiko und das Internet deshalb „böse“ ist, dann ist das nur ein Teil der Wahrheit. Das Internet funktioniert nun mal nur mit Daten und mit dem Bezug zu Personen. Wenn Sie in Ihrem Browser eine Internetseite aufrufen, indem Sie deren Adresse eingeben, dann muss ja in irgendeiner Form hinterlegt sein, wohin die aufgerufene Webseite „geliefert“ werden soll. Das funktioniert über die IP-Adresse, die von Ihrem Internetanbieter automatisch vergeben wird, wenn Ihr Router eine Verbindung zum Internet aufbaut.
Diese IP-Adresse ist über eine gewisse Zeit gültig und über den Anbieter Ihrem Anschluss – und damit Ihnen – zuordenbar. Die seit Jahren schwelende Diskussion um die Vorratsdatenspeicherung dreht sich genau um diesen Punkt: Wie lange muss der Bezug zwischen IP-Adresse und Anschlussinhaber gespeichert bleiben und wer hat unter welchen Bedingungen Zugriff darauf?
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