Franz Jung - Der Weg nach unten

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Als expressionistischer Dichter, Dada-Trommler, Freiwilliger und Deserteur des 1. Weltkriegs, Aktivist des Spartakusbundes, Mitbegründer der KAPD, Vagabund, Schiffsentführer, Leiter einer russischen Zündholzfabrik, Wirtschaftsanalytiker und Börsenspekulant war Franz Jung schon zu Lebzeiten eine Legende. Er war oft im Gefängnis, vielfach auf der Flucht, schrieb ca. 30 Romane, mehr als zehn Theaterstücke sowie Essays, Radiofeatures, ökonomische und politische Analysen.
Er war der Inbegriff des Abenteuertums, des Aufbruchs und Ausbruchs. «Ein Charakter, wie man sie heutzutage nur noch auf Leinwänden trifft», beschreibt ihn Günter Kunert. Jung war immer kompromißlos und ist dadurch in diesem «Jahrhundert des Verrats» zu einer paradigmatischen Figur geworden. Zur Zertrümmerung der großen Illusionen und Ideologien hat er einen bedeutenden Teil beigetragen.
"Einer der imponierenden Väter, in deren Fußstapfen wir traditionell sicherer stehen könnten in unserem Land", sagt Günter Herburger über ihn und Michael Rohrwasser bezeichnet den «Weg nach unten» als eines der wichtigsten Bücher, die nach dem Krieg erschienen sind.
"Vielschichtiger, widerspruchsvoller, anregender sind nur wenige erfundene Charaktere … Franz Jung fesselt und fasziniert vor allem durch seine Persönlichkeit, diese seltsame Mischung aus Beharrlichkeit und Flucht, Menschenliebe und Unerbittlichkeit, Weitsicht und Ressentiment."
Die Zeit
"Der Stoff, der sich in 75 Jahren anhäufte, hätte für mehrere Leben ausgereicht … Indem sich diese Figur mit ihren fremden und abenteuerlichen Spielregeln aufbrauchte, indem sie gleichsam in ihrem Labyrinth verschwindet, ist sie eine leuchtende Chiffre."
Süddeutsche Zeitung

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Francé ist in Budapest 1943 gestorben. Mir war die Ehre zuteil geworden, am Grabe vor einem kleinen Kreis ungarischer Wissenschaftler und einem halben Dutzend seiner deutschen Freunde einige Worte als Nachruf für den Toten zu sprechen.

Ich bin trotzdem noch einigen Nachfahren der echten Schwabinger Boheme begegnet. Da war vor allem Fritz Klein, der wandernde Scholar, aus dem Jahrhundert der Romantik überkommen, der zu Fuß Griechenland, Italien und Frankreich durchwandert hatte; ein Genie in der Beschaffung von Existenzmitteln. Durch ihn habe ich Karl Otten kennengelernt, der damals nur noch sporadisch in München aufgekreuzt ist. Otten hatte aber auch noch weitere Anhänger, die in einer scheuen und schwärmerischen Verehrung zu ihm standen, die Holzer Buben zum Beispiel, Konstantin, der Bildhauer, Carlo, der Maler und Poet, Emilio, der Kunstgewerbler, der seiner Mutter zu helfen hatte, die mit kunstgewerblichen Arbeiten für eine streng ausgewählte Kundschaft die Jungen über Wasser hielt; Eugenio, der vierte der Buben, war damals ausgewandert.

Die Atmosphäre im Hause der Holzer war die einer Fürstenwitwe im Exil in der Zeit der italienischen Frührenaissance. Sie waren sehr arm, die Holzers; das war ihr Stolz. Mir ist nicht bekannt geworden, dass von den Holzer Buben bemerkenswerte künstlerische Leistungen in die Öffentlichkeit gekommen sind. Trotzdem war ihr Ruf in den Kreisen der Kunstakademie fest begründet: verkannte Genies.

Fritz Kleins kostbarster Besitz war hingegen ein langatmiges Gedicht an die Menschheit, das er Leuten verlieh, die zu ihm kamen und denen er helfen wollte. Man musste es neu in Handschrift abschreiben und sich damit zur Schillerstiftung oder zum Schillerbund begeben, dessen Geschäftsführer ein pensionierter Gymnasialprofessor war. Die Stiftung zahlte einen einmaligen Unterstützungsbeitrag von zehn bis zwanzig Mark an angehende Dichter, vorausgesetzt, dass der Unterstützungssuchende eine Probe seiner dichterischen Versuche vorzulegen imstande war; dazu diente das Gedicht, dessen Verfasser nicht etwa Fritz Klein selbst gewesen ist, darüber hat niemals ein Zweifel bestanden. Es ist im Laufe der Jahre unbeschadet einige Dutzend Male vorgelegt worden. Ich selbst habe mit diesem Gedicht zu gelegener Zeit zwanzig Mark einkassiert, von denen ich die Hälfte an Klein abzugeben hatte.

Fritz Klein ist wie noch viele andere aus den Resten der Künstler-Boheme in Schwabing in den ersten Monaten des Krieges gefallen, Kriegsfreiwilliger im Leibregiment. Vor Ypern. Jemand war auf die Idee verfallen, die jungen Kriegsfreiwilligen in englische Uniformen zu stecken und sie in einem Überraschungsangriff auf die englischen Stellungen auf den Ypernhöhen einzusetzen. Dabei sind die Pseudo-Engländer im Vorgelände liegen geblieben und dort von der eigenen Artillerie niederkartätscht worden. Von einem sächsischen Artillerie-Regiment. Seit der Zeit, heißt es, besteht in der Kunst zwischen München und Sachsen ein tiefer Trennungsstrich.

Obwohl ich im zweiten Münchner Jahr – das „Trottelbuch“ war noch nicht erschienen – bereits angefangen hatte, in der Berliner Zeitschrift „Sturm“ regelmäßig kleine Skizzen und Dialoge zu veröffentlichen, handwerkliche Übungsstücke – soweit im Textteil noch Platz übrig geblieben war, Döblin veröffentlichte dort einen Roman in endlosen Fortsetzungen –, was mir zu einiger Beachtung in den Münchener Caféhäusern hätte verhelfen sollen, hatte ich keinen Zugang zur kleineren oder größeren literarischen Prominenz. Ich habe das auch nicht gerade gesucht. Ich habe wahrscheinlich eher noch durch Provokationen eine beiderseitige Annäherung von vornherein unmöglich gemacht.

Das so vielgerühmte Simplizissimus-Kabarett der Kathi Kobus war bereits in diesen Jahren mehr oder weniger eine geschlossene Gesellschaft; die Leute drinnen gehörten zusammen, mit einigen wohlsortierten Bohemiens aus verflossener Zeit als Schaustücke dazwischen. Ich habe zwar auch Emmi Hennings kennengelernt, mit der sich Margot angefreundet hatte, aber keinen Eindruck von ihr zurückbehalten, als die spätere Bewunderung, wie dieses so zerbrechliche Menschenkind die Kraft aufgebracht hatte, sich an der Seite Hugo Balls und nachher im Leben mit einer von tiefem moralischen Ernst erfüllten Aufgabe zu behaupten.

Als Kabarett hätte ich dem Kathi-Kobus-Laden das Benz-Varieté in der Ludwigstraße vorgezogen. Es war freier und ungezwungener, und die Tränen der vergessenen Genies tropften nicht von der Decke.

Aber wie dem auch sei: Die Boheme existierte nicht mehr. Am Kreuzwege angelangt, wies die weitere Richtung sie bereits in sozial kritischer betonte Aufgaben, so verschwommen und so illusionistisch diese auch noch erschienen sein mögen.

Ich habe zwar gleichfalls zeitweise in der Künstlerpension des Fürmann gewohnt. An den dort fast Woche für Woche veranstalteten Künstlerfesten, zu denen auch die Arrivierteren aus Kunst und Literatur erschienen, habe ich nicht teilgenommen. Ich wurde auch sehr bald aus der Pension hinausgeworfen, weil wir die Miete nicht bezahlen konnten. Fürmann, der Kavalier, hatte Margot gestattet, wohnen zu bleiben, die auch bis zum Ende meines Aufenthalts in München dort gewohnt hat.

Ich glitt in eine Doppelexistenz, nicht zuletzt getrieben von dem Wunsch und auch der Notwendigkeit, mich von Margot und ihrem Umgang noch mehr abzusetzen. Es kam zu Konflikten, manchmal zu stürmischen Auftritten von Seiten Margots. Ich habe darüber die wenigen Freunde, denen ich glaubte näher zu stehen, verloren. Auch später noch im Laufe der Jahre, wenn ich gezwungen gewesen bin, einem Idol, das andere aufgebaut haben, entgegenzutreten. Ich bin weder ein Minnesänger gewesen noch ein Verteidiger und Befreier der Frauen. Ihre Vergewaltigung durch die bürgerliche Gesellschaftsform und den daraus gebildeten Moraltabus hat tiefere Wurzeln. Es muss aus der Gesellschaft heraus bekämpft werden.

Bezeichnenderweise bin ich lange Zeit, zum Teil auch heute noch, literarisch abgestempelt nach meinem äußeren Auftreten mit Margot in den Münchener und Berliner Cafés und Künstlerpensionen. Es hat sich kaum jemand die Mühe genommen, sich zu fragen, was es damit auf sich gehabt habe; wahrscheinlich hat Margot etwas erwartet, das nicht von mir erfüllt werden konnte. Wir waren beide nahe daran, zugrunde zu gehen. Es ist vorläufig wenig Anlass, eingehender darüber zu schreiben.

Ich habe das Wesen der Frau nicht verstanden, und ich verstehe die Frauen nicht. Das ist auch heute noch so. Wer aufnahmefähig und gewillt ist, das Erlebnis der Frau in sich wirken zu lassen, wer bereit ist … dem wird es ähnlich ergehen. Die gegenwärtige Form der gesellschaftlichen Tabus lässt ein gegenseitiges Verständnis nicht zu, noch nicht … wir glauben daran, wir hoffen, aber wir können es nicht erreichen, noch nicht.

Das erklärt vielleicht, warum es mir immer gleichgültig gewesen ist, wie die Leute mich aus dieser Zeit eingeschätzt haben, auch diejenigen, die es hätten besser wissen können.

Ich hatte mich dem Kreis um Erich Mühsam angeschlossen. Gustav Landauer war unser Prophet. Wir gerieten in die Bewegung der Syndikalisten, mit denen der Kreis um Mühsam, der sich Gruppe Tat nannte, in Verbindung stand.

Es gibt eine Fiktion von der anarchistischen Bewegung, die als Bürgerschreck aufgezogen wird. Der Italiener Luccheni, der die Kaiserin Elisabeth erstochen hat, der Pariser Autobandit Garnier, die Bomben und die russischen Emigranten aus der Revolution 1905, Winitschenkos Roman „Ehrlich zu sich selbst“ , der von Männerbordellen spricht, die von den Frauen als zahlende Gäste besucht werden – Winitschenko ist übrigens später erstaunlicherweise Präsident der Ukraine unter der ersten deutschen Okkupation gewesen –, das waren so einige Helden und Grundsätze, die in der Gruppe Tat diskutiert worden sind.

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