Maria von Hall - Aus der Sicht der Fremden

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Die Autorin beschreibt in eindrucksvoller und lebendiger Weise ihr Leben als Flüchtling aus Schlesien und ihre schicksalhafte Begegnung mit einem die Naturheilkunde praktizierenden Theologen, der als Radiästhet und mentaler Heiler weit über die Grenzen Deutschlands bekannt war. Die Prägung durch diesen universalen Geist hat ihr Leben verändert. Das Buch gibt unter anderem Einblicke in das humanitär dienende Wirken eines außergewöhnlichen Menschen.

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Nördlich von meiner Heimatstadt Bielitz liegt die kleine Industriestadt Mikolow, die in den Sechzigerjahren ungefähr 22.000 Einwohner hatte. Es ist eine sehr alte, aber schöne und ruhige Stadt, die damals mit vielen Blumenrabatten geschmückt war. Das Zentrum der Stadt bildete ein großer Platz vor dem Rathaus, der damals noch mit Katzenkopfpflaster ausgelegt war. Um diesen herum befanden sich Lebensmittelgeschäfte, eine Apotheke, ein Restaurant, ein Kräutergeschäft und in einer schmalen und kurzen Gasse, die zum Rathaus führte, das einzige private Geschäft der Stadt, in dem ich Getreide kaufen konnte. Auch eine Buchhandlung und die Stadtbibliothek waren im Zentrum zu finden. Außerhalb befanden sich das Krankenhaus, das Kreisgericht und das Gymnasium, das meine beiden Töchter in den Siebzigerjahren besucht haben. Das Flair der Stadt hatte damals noch etwas Mittelalterliches.

Fünfzehn Minuten Busfahrt von der Stadt Mikolow entfernt liegt das kleine Städtchen Laziska Gorne, in das ich im Jahre 1964 mit meinen beiden kleinen Kindern zog. Hier wohnten überwiegend Bergmänner, die in der Grube „Boleslaw Smialy“ beschäftigt waren, mit ihren Familien. Da meine Kinder ein Altersunterschied von vier Jahren trennt, musste ich acht Jahre lang um 06:30 Uhr in der Früh zum einzigen Kindergarten gehen, der zur Kohlengrube gehörte, und danach weiter zur Bushaltestelle am Rathaus eilen, um den Bus um 7:05 nach Mikolow zu erwischen. Auf dem großen Platz im Zentrum dieser Stadt befand sich eine Bushaltestelle, wo ich nach Tychy umsteigen musste. Ich habe dort im Gesundheitsamt gearbeitet, und wenn es mir gelang, um halb acht in Mikolow umzusteigen, bin ich trotzdem jeden Tag zwanzig Minuten zu spät im Amt angekommen. Unannehmlichkeiten habe ich deswegen aber nicht bekommen, weil der Chef wusste, dass es für mich keine andere Verbindung gab.

Die rot bemalten Busse hatten damals noch ganz einfache Türen, die man selber aufmachen und schließen musste. Die Busse waren nicht immer pünktlich und jeden Tag gab es dasselbe Theater auf der weiteren Fahrt nach Tychy. Der Bus war in den Morgenstunden dermaßen überfüllt, dass die Menschen wie Trauben an den Treppen hängenblieben, um weiterzukommen. Der nächste Bus ist erst nach zwanzig Minuten gekommen und die meisten Bewohner der Stadt waren auf den Bus angewiesen, wenn sie nach Tychy oder weiter nach Bierun oder Auschwitz fahren wollten. Nur wenige Menschen konnten sich in den Sechzigerjahren ein Auto leisten. Es war ein Kampf hineinzukommen und ich musste oft auf einem Bein zwischen den anderen Passagieren stehen. Der Busfahrer, der sich an den Fahrplan halten wollte, hat den überfüllten Bus bei offenstehenden Türen in Fahrt gebracht, und die an der Treppe dicht aneinandergedrängten Menschen haben sich an den Innengriffen der Türrahmen festgehalten, die jederzeit abbrechen konnten. In Tychy angekommen hatte ich noch zwanzig Minuten zu Fuß zum Amt. Obwohl ich mich sehr beeilen musste, habe ich den Weg genossen, weil ich durchatmen konnte.

Es waren extrem schwere Jahre für mich, die ich durchhalten musste. Ich war aber jung und gesund, und an jedem späten Abend war ich froh, wenn ich mit allen Pflichten und geplanten Arbeiten fertig geworden war. Das Haus, in dem ich die kleine Wohnung bekam, war ein Neubau, aber es hatte keine Zentralheizung. Jeden Abend, wenn die Kinder schon schliefen, holte ich die Kohle für den nächsten Tag in den zweiten Stock, und mit dieser Tätigkeit war der Tag für mich erst abgeschlossen. Das waren Jahre ohne freie Wochenenden und Urlaub.

Meine einzige Schwester Toni, die neun Jahre älter war als ich, wohnte damals mit ihrem Mann Kurt und den beiden kleinen Kindern Halinka und Kornelius in der Stadt Beuthen, die nahe der Stadt Katowice liegt. Seitdem meine Schwester das Elternhaus in Bielitz mit neunzehn Jahren verlassen hatte und mit ihrem Mann nach Beuthen gezogen war, pflegte sie einen engen Kontakt zu mir. Ich war erst zehn Jahre alt gewesen, als sie uns verlassen hatte. Sie besuchte mich aber in Bielitz regelmäßig mit Kurt, der damals den Militärdienst als Deutscher unter der Erde in einer Grube in Beuthen leisten musste. In den späteren Jahren lief der Kontakt per Telefon während der Arbeit im Büro oder wir tauschten Briefe aus. Das war in der Zeit, in der sehr wenige Menschen sich ein Telefon zu Hause leisten konnten. Wir haben uns trotzdem unser Leben lang nicht aus den Augen verloren.

Im Jahre 1968 wollte ich mit meinen beiden Kindern, die fünf und neun Jahre jung waren, in meinen ersten Urlaub fahren. Ich habe von der Firma meiner Schwägerin kostenlos ein Campinghäuschen, das sich in den Bergen befand, zur Verfügung gestellt bekommen. Ein solches Angebot wollte ich mir nicht entgehen lassen. Als ich meiner Schwester von dem Urlaub erzählte, fragte sie mich plötzlich, ob ich ihre Tochter Halinka mitnehmen würde. Ich habe mir bei der Frage nichts gedacht, wunderte mich aber, dass sie keinen Urlaub für diesen Sommer planten. Ich war natürlich einverstanden, und so bin ich dann mit meinen Kindern und der damals zwölfjährigen Halinka in die Berge in die kleine Touristenstadt Weishell gefahren, die an der südlichen Grenze Polens lag. Aus dem Zentrum der kleinen Stadt führte uns ein steiler Weg zu unserem Urlaubsziel. Es hat genieselt und fast eine Stunde lang gedauert, bis wir mit unseren Rucksäcken auf dem Berg angekommen waren. Auf dem kleinen Campingplatz auf der Alm befanden sich circa zwölf kleine Campinghäuser. Rundherum stand ein dichter Wald und neben den Häusern sprudelte ein Bach. Einfach herrlich! Es war kein Mensch zu sehen. Das Campinghaus war klein und die Ausstattung bescheiden. Wir hatten vier einfache Klappbetten zur Verfügung, weiters standen ein kleiner Tisch und vier Stühle darin. Zum Kochen gab es einen kleinen Kocher mit einer Platte. Das alles hat mich aber nicht erschreckt. Wichtig war, dass die Kinder aus der Stadt weg waren und die frische, kristallreine Luft atmen konnten. Die Kinder haben sich schnell eingelebt, der dichte Wald, der sprudelnde Bach, das waren natürlich Attraktionen für die Kinder und sie haben trotz des Nieselns Stunden am Ufer spielend verbracht, und die kleinen, zahlreichen Salamander haben zusätzlich Spaß gemacht. Jeden Tag nach dem Frühstück haben wir uns alle gleich auf einen Wanderweg begeben und die Bauern in der Gegend aufgesucht, um Eier, Butter und Quark einzukaufen. Den bescheidenen Rest wie Obst und Brot haben wir aus dem Städtchen holen müssen. Da hatten wir schon nach unserer Rückkehr den halben Tag hinter uns. Während ich mich schnell um das Mittagessen kümmerte, haben die Kinder am Bach gespielt und ich freute mich, dass sie dort so viel Spaß hatten. Nachdem das Mittagsessen auf dem Tisch stand, ging ich zum Bach, um die Kinder zu holen und zu sehen, was sie sich da aus den Steinen alles gebaut und einfallen lassen hatten. Ich staunte, die Kinder hatten Fantasie! Die Beschäftigung mit den Steinen hat die Kinder doch am Bach gehalten und machte sichtbar Freude. Die Sonne wollte sich in diesen Tagen nicht richtig zeigen, es hat überwiegend genieselt und war kühl. Die Kinder haben ständig die Pelerine tragen müssen, aber das hat sie nicht gestört. An all den Tagen hatte ich keine Urlauber auf der Alm und auf den Wegen durch die Berge getroffen. Zum Nachdenken hatte mich die Tatsache nicht gebracht, ich dachte, dass die Leute sich einfach im Campinghaus die Zeit vertrieben oder unterwegs waren.

Ich hatte mit den Kindern kaum eine Woche in den Bergen verbracht, da weckte mich eines Tages – um 03:00 Uhr in der Früh – eine heftige Detonation! Sie war ganz nah und die Angst raubte mir sofort den Atem. Da ich wie ein Hase schlief, bin ich gleich erschrocken aus dem Bett hochgesprungen und ging wie ich war vor das Häuschen. Plötzlich hörte ich die nächste Detonation und Schüsse! Was war da los? Die Geräusche kamen von ganz nah. Dann schaute ich endlich genauer hin und merkte, dass an allen Campinghäusern eine Kette mit einem Vorhängeschloss hing! Das hat mich noch zusätzlich erschreckt, weil mir in diesem Moment klar wurde, dass ich mit den Kindern alleine auf der Alm war! Die Kinder haben tief geschlafen und nichts mitbekommen. Ich fing schnell an, unsere Sachen zu packen und das Frühstück vorzubereiten. Das schlechte Wetter war Ausrede genug, um den Urlaub abzubrechen. Erst bin ich mit den Kindern zu meinen Eltern nach Tychy gefahren, und als ich erzählte, was ich in der Früh erlebt hatte, sagte der Vater zu mir: „Bei uns haben die Fensterscheiben gezittert, wir haben es auch mitgekriegt.“ Mehr wollte er vor den Kindern nicht sagen, nur, dass ich zu Hause Radio einschalten sollte. Die Eltern haben jeden Tag die Nachrichten im Radio verfolgt und wussten, was los war. Dann zeigte mir die Mutter einen Brief von Toni, der grade angekommen war. Er war an mich adressiert. Ich machte schnell den Umschlag auf und las folgende Worte: „Liebe Maria, bitte kümmere Dich um unsere Halinka! Wir sind in den Urlaub nach Österreich gefahren und kommen nicht mehr zurück.“ Diese Nachricht hat das Kind nicht erschreckt, es schien, dass es sie noch nicht so richtig verstand.

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