Maria von Hall - Aus der Sicht der Fremden

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Die Autorin beschreibt in eindrucksvoller und lebendiger Weise ihr Leben als Flüchtling aus Schlesien und ihre schicksalhafte Begegnung mit einem die Naturheilkunde praktizierenden Theologen, der als Radiästhet und mentaler Heiler weit über die Grenzen Deutschlands bekannt war. Die Prägung durch diesen universalen Geist hat ihr Leben verändert. Das Buch gibt unter anderem Einblicke in das humanitär dienende Wirken eines außergewöhnlichen Menschen.

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Ich bin mit den Kindern zurück nach Hause gefahren. Ab diesem Zeitpunkt habe ich regelmäßig Radio angehört. Es wurde über den Aufstand in der Tschechei berichtet. Das Land befand sich im Krieg. Kurz danach habe ich an einem Nachmittag Besuch vom staatlichen Geheimdienst bekommen. Der Mann fragte mich genau aus, stellte gezielte Fragen, wollte alles über meine Schwester und meinen Schwager wissen, aber ich konnte auf seine Fragen keine Antwort geben, weil mich Toni nicht in ihre Fluchtpläne eingeweiht hatte. Und das war richtig so, denn ich konnte wirklich keine Auskunft geben. Der Mann hat sich in meiner bescheidenen Wohnung umgeschaut und ist nicht wiedergekommen. In dem zweiten Brief, der schon nach Laziska Gorne adressiert war, bat mich meine Schwester um die Liquidation ihrer Wohnung in Beuthen.

Die Sache mit dem Umzug war schnell erledigt. Mein Bruder Fritz hat mir mit seiner Frau und seinem Freund geholfen und wir haben uns sehr beeilt, die Wohnung zu leeren. Wir waren uns nicht sicher, ob uns doch jemand dabei hindern würde. Der Transporter, mit dem wir aus Tychy nach Beuthen gekommen waren, stand im Hof des Hauses, das zu der Firma gehörte, in der mein Schwager tätig war. Als wir die Möbel aus der Dreizimmerwohnung trugen, schauten uns die Nachbarn durch die Fenster schweigend zu, aber niemand stellte eine Frage, niemand sprach uns an, wahrscheinlich deswegen, weil sie mich als Schwester erkannt haben. Trotzdem haben wir in Eile gearbeitet, die Wohnung abgeschlossen und sind schnell weggefahren. Nachdem die Wohnung ausgeräumt war, wollte ich nach ein paar Tagen nochmal nach Beuthen fahren, um den Rest zu beseitigen und aufzuräumen. Meine zwölfjährige Nichte Halinka wollte mitfahren, also nahm ich das Kind mit. Als sie die leere Wohnung erblickte, fing sie bitterlich zu weinen an. Sie hatte begriffen, dass sie verlassen worden war. Sie tat mir in diesem Moment unheimlich leid und ich bereute es, dass ich sie mitgenommen hatte.

Ich habe meine Nichte in der Schule in Laziska Gorne angemeldet und Halinka ging mit meiner ältere Tochter Renate um 7:45 Uhr allein zur Schule, während ich das Haus mit meiner jüngeren Tochter Neli schon um 6:25 Uhr verlassen musste.

Ich habe nicht daran geglaubt, dass das Kind irgendwann aus Polen herauskommen würde, da die Grenzen zu waren, deswegen habe ich mich noch im selben Jahr um eine größere Wohnung gekümmert. Ich bin noch im November 1968 nach Tychy gefahren und suchte die Wohnungsgesellschaft Oskard auf. Das war die einzige Möglichkeit, eine Wohnung zu bekommen, weil die Stadt Tychy immer noch ausgebaut wurde. Mit jedem Jahr entstanden neue Siedlungen. Diese wurden mit Buchstaben bezeichnet und in Bau war erst die Siedlung E. Die nette Dame, mit der ich dort sprach, wollte wissen, wo ich arbeite und ob ich einen gut verdienenden Mann habe. Die neuen Wohnungen waren ja sehr teuer und ich habe damals im Gesundheitsamt nur 931 Zloty verdient. Das war sehr wenig! Ich war aber die jüngste Angestellte des Amtes. Als sie hörte, dass ich alleine bin und im Gesundheitsamt arbeite, sagte sie gleich mit Bedauern in der Stimme, dass ich auf eine Wohnung keine Chance habe. Das Gesundheitsamt galt eben als eine arme „Firma“, die über kein Geld für Wohnungszuschüsse verfügte. Ich war erstmal sprachlos. Ich dachte kurz nach und dann wagte ich ganz langsam und leise eine Frage auszusprechen: „Weil ich eine alleinstehende Mutter bin und mein Arbeitgeber kein Geld für einen Wohnungszuschuss hat, haben meine drei Kinder kein Recht auf normale Wohnverhältnisse?“ Jetzt war die nette Dame sprachlos. Da ich immer noch dastand, sagte sie nach einer Weile auch ganz leise und langsam zu mir: „Kommen Sie in einem Monat wieder zu mir.“ Das war unser ganzes Gespräch. Als ich nach einem Monat, vor Weihnachten 1968, die Wohnungsgesellschaft wieder aufsuchte, empfing mich die nette Dame mit Freude in der Stimme und sagte: „Sie haben Glück! Die Kommission unserer Wohnungsgesellschaft hat Ihren Fall untersucht und hat einen Zuschuss für Ihre künftige Wohnung bewilligt! Sie bekommen 19.600 Zloty Zuschuss von uns, aber sie müssen noch alleine 9.600 Zloty aufbringen. Sie haben wirklich Glück, weil es weitere Zuschüsse überhaupt nicht mehr geben wird. Das war die letzte Sitzung in diesem Jahr – zu diesem Zweck.“ Das war eine richtige Überraschung. Das war ein riesiges Geschenk, wie ein Lottogewinn! Die Wohngemeinschaft hatte mir 19.600 Zloty geschenkt! Okay, aber woher sollte ich die fehlenden 9.600 Zloty noch bekommen? Ich hatte keine Ersparnisse, ich war ja erst 28 Jahre alt. Mein Vater hat die Situation natürlich gerettet, er hat mir die fehlende Summe gegeben und ich wurde in die Warteliste für eine Wohnung aufgenommen.

***

Meine Nichte Halinka hat sich schnell an die neue Lebenssituation gewöhnt. Sie war ein kluges Kind mit einem hellem Kopf und eine sehr gute Schülerin. Auch in der Klasse hat sie schnell Anschluss gefunden und Kameradschaften geknüpft.

Anfangs gab es keine Hoffnung, dass das Kind legal aus Polen ausreisen konnte, aber nach zwei Jahren hat sich die Situation doch geändert und sie durfte das Land verlassen. Es hieß, im Rahmen der Familienzusammenführung. Ich habe sie am Tag der Abreise mit meinem Bekannten nach Warschau begleitet. Dieser kannte die Stadt wie seine eigene Hosentasche, weil er dort geboren worden war. Er liebte die Stadt und besuchte sie mehrmals pro Jahr, weil er sehen wollte, wie sie sich entwickelt und was sich verändert hatte. Er half mir, wo er konnte – ohne seine Hilfe wäre ich total ratlos gewesen und die Sache war ja ernst. Halinka und ich waren um 04:00 Uhr morgens aufgestanden, die Verbindung sollte doch klappen, um den Flieger aus Warschau nach Wien nicht zu verpassen. Meine Nichte hatte vor dem Fliegen keine Angst und das war für mich schon sehr beruhigend.

Um dieselbe Zeit warteten die Eltern auf dem Flugplatz in Wien auf ihre Tochter. Als wir so auf die Ansage des Fluges nach Wien warteten, schlug das Wetter um und der Flug nach Wien wurde abgesagt. Man hat umdisponiert und das Kind ist erst nach Paris geflogen, wo es umsteigen mußte, um weiter nach Wien zu fliegen. Halinka ist mit einer sehr großen Verspätung in Wien angekommen. Man hat die Wartenden in Wien nicht darüber informiert, dass der Flug aus Warschau nach Wien nicht hatte stattfinden können! Die Eltern haben schreckliche Stunden der Ungewissheit und Angst erlebt, aber sie haben konsequent so lange gewartet, bis sie schließlich ihre Tochter in die Arme schließen konnten.

Das Kind war in der neuen Heimat aber nicht glücklich. Ich habe Briefe von ihr bekommen mit der Nachricht, dass sie zurückkommen möchte. Zu Hause bei den Eltern durfte sie nicht bleiben, sie wurde – so verlangte es das Gesetz – mit anderen gleichaltrigen Kindern, die aus verschiedenen Ländern stammten und auch wie sie erst Deutsch lernen mussten, in einem Internat untergebracht. Das Leben unter einem Dach mit den fremden Kindern hat sich nicht gerade erfreulich gestaltet, deswegen wollte sie unbedingt zurück.

***

Nach fünf Jahren Wartezeit hat sich im Jahre 1973 die Wohnungsgemeinschaft in Tychy bei mir gemeldet. Man hatte mich schriftlich informiert, dass ich eine Wohnung zugeteilt bekommen sollte und gratulierte mir sogar zu diesem Ereignis. Nachdem ich die gute Nachricht erhalten hatte, bin ich eines Tages nach Tychy gefahren und habe mich bei der Wohnungsgemeinschaft gemeldet. Diesmal hat mich eine andere Dame empfangen. Sie gab mir den Schlüssel und die Adresse der zugeteilten Wohnung und erklärte mir den Weg zu der Siedlung D, in der sie sich befand. Das Hochhaus habe ich gleich gefunden. Die Wohnung befand sich im achten Stock. Ich öffnete sie mit klopfendem Herzen und bin ganz erschrocken im ersten Zimmer stehengeblieben. Die Wohnung hatte denselben Grundriss und dieselbe Größe von 35 Quadratmetern wie die in Laziska Gorne. Außerdem habe ich festgestellt, dass an der längsten Wand im ersten Zimmer der Heizkörper in der Mitte der Wand befestigt worden war. Noch dazu war die Miete viermal höher als meine bisherige. Sehr enttäuscht bin ich in die Wohnungsgemeinschaft Oskard zurückgekommen, habe den Schlüssel abgegeben und gesagt, dass ich dazu bereit bin, weitere Jahre abzuwarten, bis man vernünftige Wohnungen in der Stadt bauen wird. Die Dame sagte daraufhin nichts – sie wusste genau, was für eine Wohnung man mir angeboten hatte. Die Sache war für mich vorläufig erledigt.

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