Udo Rauchfleisch - Sexuelle Orientierungen und Geschlechtsentwicklungen im Kindes- und Jugendalter

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Sexuelle Orientierungen und Geschlechtsentwicklungen im Kindes- und Jugendalter: краткое содержание, описание и аннотация

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Die geschlechtliche Entwicklung spielt in medizinischen, psychologischen und pädagogischen Konzepten zwar eine zentrale Rolle, meist wird aber nur die heterosexuelle cis Identität berücksichtigt. Gleichgeschlechtliche Orientierungen und Transgeschlechtlichkeit bleiben hingegen unerwähnt. Anhand vieler Kasuistiken zeigt der Autor, wie wichtig es im Umgang mit lesbischen, schwulen, bisexuellen sowie trans Kindern und Jugendlichen ist, die spezifischen Bedingungen, unter denen diese in unserer cis heteronormativen Gesellschaft aufwachsen, in Familie, Schule und Psychotherapie zu berücksichtigen, um sie beim Aufbau einer stabilen Selbstidentität unterstützen zu können.

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Ein Teil der trans Personen fühlt sich – im Sinne der binären Auffassung der Geschlechter – dem »anderen« Geschlecht zugehörig. Ein keineswegs geringer Teil von Menschen mit Transgeschlechtlichkeit hat jedoch eine nicht-binäre Identität (»genderqueer«). Diese Personen können sich keinem der beiden dichotom gedachten Geschlechter, Mann oder Frau zuordnen, sondern empfinden sich »dazwischen«. Dies kann eine stabile Identität sein. Sie kann aber auch gender-fluid sein, d. h. zwischen dem weiblichen und dem männlichen Pol fluktuieren.

Was die Ätiologie der Entwicklung der Geschlechtlichkeit wie auch der Geschlechtspartner*innen-Orientierungen angeht, müssen wir zugeben, dass wir letztlich nicht wissen, wie es zu diesen Entwicklungen kommt. Wir müssen, wie oben dargestellt, davon ausgehen, dass genetische, hormonelle und hirnorganische Determinanten sowie unbekannte psychologische und soziale Einwirkungen bereits von vorgeburtlicher Zeit an eine Rolle spielen. Insofern lautet die Antwort auf die im Titel dieses Kapitels gestellte Frage nach der Entstehung der sexuellen Orientierungen und der Trans- und Cisgeschlechtlichkeiten im Rahmen der Geschlechtsentwicklung: Wir besitzen diesbezüglich keine verlässlichen Informationen.

Dies mag ein enttäuschendes Fazit sein. Zugleich scheint es mir aber auch wichtig, diese Tatsache und die sich daraus ergebenden Konsequenzen ernst zu nehmen, wenn es um die Geschlechtsentwicklung mit ihren verschiedenen Varianten und die sexuellen Orientierungen geht. So kann uns diese Einsicht beispielsweise davor schützen, in unzulässiger Weise eine Entwicklung, für die wir keine plausible Erklärung haben und für die keine evidenzbasierten Studien vorliegen, als etwas Pathologisches zu bezeichnen. In diesem Fall müssten wir nämlich auch die Cisgeschlechtlichkeiten und die heterosexuellen Orientierungen, deren Ätiologie wir nicht kennen, als pathologische Entwicklungen betrachten.

Obschon uns die psychodynamischen Konzepte keine Klärung bei Ätiologiefragen bringen, können sie indes hilfreich bei der Beschreibung des Entwicklungsweges sein, den homo-, bi- und trans Kinder und Jugendliche zurückzulegen haben, um sich ihrer Identität und ihrer sexuellen Ausrichtung bewusst zu werden und sie schließlich anderen Menschen mitzuteilen. Ich habe dies am Beispiel eines Phasenmodells für Menschen mit Transgeschlechtlichkeit dargestellt.

1.5 Welchen Nutzen haben die Fragen nach dem »Warum« und die verwendeten Kategorisierungen?

Auf die Gefahr hin, die Leser*innen völlig zu verwirren, möchte ich am Ende dieses Kapitels noch die Frage diskutieren, ob die Suche nach der Ätiologie der in diesem Kapitel beschriebenen Phänomene überhaupt einen Sinn hat. Wir sind in unserem Alltagsleben ebenso wie in unserem Wissenschaftsverständnis zwar daran gewöhnt, die Frage nach dem »Warum« zu stellen, sobald wir mit einem uns »fremd« anmutenden Phänomen konfrontiert sind. Nur bei den uns »selbstverständlich« erscheinenden Phänomenen tritt diese Suche nach dem »Warum« im Allgemeinen nicht auf.

Wie oben dargestellt, haben wir letztlich keine eindeutigen Befunde bezüglich der Ätiologie der Entwicklung der Geschlechtlichkeiten und der sexuellen Orientierungen. Nicht zuletzt deshalb drängt sich die Frage auf, ob es überhaupt Sinn macht, weiter nach dem »Warum?« und »Woher?« zu fragen. Binswanger (2016, S. 18) hat in seinem Artikel »(K)ein Grund zur Homosexualität. Ein Plädoyer zum Verzicht auf psychogenetische Erklärungsversuche von homosexuellen, heterosexuellen und anderen Orientierungen« vom »unstillbaren Bedürfnis« von uns Psychoanalytiker*innen gesprochen, mögliche Psychogenesen der verschiedenen Sexualorganisationen zu suchen. Anstelle dieser – nach seiner Ansicht vergeblichen – Suche schlägt er die »Totalabstinenz« vor.

Zu einem ähnlichen Schluss kommt Hutfless (2016) in ihrer in der gleichen Zeitschrift veröffentlichten Arbeit »Wider die Binarität – Psychoanalyse und Queer Theory«. Hutfless äußert Kritik an der binären Entgegensetzung von Homo- und Heterosexualität und meint, die Queer Theory könne Ansätze für eine nicht-pathologisierende Auseinandersetzung auch mit der Transgeschlechtlichkeit liefern, indem sie die sexuellen Orientierungen und die geschlechtlichen Identitäten als »dynamisch, instabil und prozesshaft« (Hutfless, 2016, S. 101) sieht: »Das Konzept ›queer’ stellt den Versuch dar, Sexualitäten und Geschlechter jenseits von fixen Identitätskategorien zu denken. Dieser Ansatz resultiert aus der Erkenntnis, dass das Identitätsdenken selbst wesentlicher Bestandteil jenes Prozesses ist, der Ausschlüsse, Abwertungen und Pathologisierungen produziert« (Hutfless, 2016, S. 101–102).

Eine solche Sicht stellt nicht nur ein Abrücken vom fruchtlosen, zu Pathologisierungen führenden Suchen nach den Ursachen der Geschlechtsentwicklung und der sexuellen Orientierungen dar, sondern würde auch eine enorme Befreiung aus der Enge der Heteronormativität und der binären Cisnormativität bedeuten. Es könnte uns dadurch ein direkterer, nicht von Pathologiekonzepten belasteter Zugang zu Menschen mit Transgeschlechtlichkeit gelingen und neue Dimensionen auch für unsere eigene Entwicklung öffnen (Rauchfleisch, 2016, 2019c).

Zweifellos hilft uns die Bildung von Kategorien, unsere Wahrnehmung zu strukturieren und gewisse Ordnungsprinzipien aufzustellen, die uns Orientierung bieten. Gleichwohl verbauen uns derartige Strukturen aber auch den unvoreingenommenen Zugang zu Menschen und Phänomenen, die uns fremd sind. Ich werde im Folgenden zwar die Kategorien der Geschlechtsentwicklung und der Orientierungen verwenden, wie wir sie in der gebräuchlichen Bezeichnung LGBTIQ* finden. Dabei gilt es jedoch zu beachten, dass wir die durch diese Kategorisierungen entstehende Enge immer wieder auch hinterfragen und aufbrechen müssen, um der Komplexität des menschlichen Lebens gerecht zu werden.

Zusammenfassung

Die Fragen nach dem »Wie?« und »Warum?« werden im Allgemeinen nur bei den Phänomenen gestellt, die vom Mainstream abweichen, so bei den sexuellen Orientierungen der Bi- und Homosexualitäten und bei den Transgeschlechtlichkeiten. Bei den als »selbstverständlich« und »normal« betrachteten Heterosexualitäten und den Cisgeschlechtlichkeiten hingegen werden diese Fragen nicht gestellt.

Bezüglich der Entstehung der sexuellen Orientierungen und Geschlechtlichkeiten haben wir letztlich nur Hypothesen.

Terminologisch wird der Identitätsbegriff von verschiedenen Seiten kritisch hinterfragt, weil er zu vage sei und ihm die Evidenzbasierung fehle. Er wird hier dennoch zur Bezeichnung der psychischen Seite der Geschlechtsidentität verwendet, während die körperliche Seite durch den Begriff der Geschlechtlichkeit beschrieben wird.

Es wird ein hypothetisches Modell zum Verständnis der Geschlechtsentwicklung und der sexuellen Orientierungen mit den »Bausteinen« Protogeschlechtlichkeit, sexuelle Kern-Identität, Geschlechtsrollen-Identität und Geschlechtspartner*innen-Identität dargestellt. Für die Behandlung von trans Menschen ist die Beachtung von für ihre Entwicklung spezifischen Phasen notwendig.

Die Cis- und Transgeschlechtlichkeiten werden ebenso wie die Bi-, Homo- und Heterosexualitäten nicht als distinkte Kategorien, sondern als Kristallisationspunkte auf Kontinua mit fließenden Übergängen angesehen. Es wird auf die Problematik von Kategorienbildungen hingewiesen, die leicht zu Ausgrenzungen und Pathologisierungen führen und der Vielfalt des menschlichen Lebens nicht gerecht werden.

Literatur zur vertiefenden Lektüre

Ermann, M. (2019): Identität und Begehren. Zur Psychodynamik der Sexualität. Stuttgart: Kohlhammer.

Güldenring, A. (2009): Phasenspezifische Konfliktthemen eines transsexuellen Entwicklungsweges. Psychotherapie im Dialog 10, 25–31.

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