Udo Rauchfleisch - Sexuelle Orientierungen und Geschlechtsentwicklungen im Kindes- und Jugendalter

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Sexuelle Orientierungen und Geschlechtsentwicklungen im Kindes- und Jugendalter: краткое содержание, описание и аннотация

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Die geschlechtliche Entwicklung spielt in medizinischen, psychologischen und pädagogischen Konzepten zwar eine zentrale Rolle, meist wird aber nur die heterosexuelle cis Identität berücksichtigt. Gleichgeschlechtliche Orientierungen und Transgeschlechtlichkeit bleiben hingegen unerwähnt. Anhand vieler Kasuistiken zeigt der Autor, wie wichtig es im Umgang mit lesbischen, schwulen, bisexuellen sowie trans Kindern und Jugendlichen ist, die spezifischen Bedingungen, unter denen diese in unserer cis heteronormativen Gesellschaft aufwachsen, in Familie, Schule und Psychotherapie zu berücksichtigen, um sie beim Aufbau einer stabilen Selbstidentität unterstützen zu können.

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Auf der Suche nach einem anderen Begriff, der möglichst vorurteilsfrei ist und sowohl die körperliche als auch die psychische Dimension berücksichtigt, bin ich auf den Begriff der »Transgeschlechtlichkeit« gestoßen, der immer wieder in der Diskussion um »Transsexualismus«, »Transgender«, »Transidentität«, »genderqueer« etc. auftaucht. Ich werde ihn deshalb in diesem Buch verwenden, weil er mir am besten geeignet erscheint, darauf hinzuweisen, dass das Phänomen »Trans« die Person als Ganze, körperlich wie psychisch, betrifft.

Gleichwohl werde ich in diesem Buch neben dem Begriff der Transgeschlechtlichkeit auch den der Identität verwenden. Im Sinne der erwähnten körperlich-seelischen Ganzheit stellen diese Begriffe für mich keinen Widerspruch dar. Vielmehr betrachte ich sie als zwei Aspekte desselben Phänomens, wobei einmal die psychologische Ebene (Identität) und einmal die somatische Ebene (Geschlechtlichkeit) thematisiert wird.

Wie meine Ausführungen über die verschiedenen Konzepte der Identität gezeigt haben, ist auch dieser Begriff, ebenso wie der der Transgeschlechtlichkeit, im Grunde wertfrei und nicht vorurteilsbeladen. Er hat seine negative Konnotation erst durch die ICD-Diagnose der »Störung der Geschlechtsidentität« (F 64.0) erhalten. Im Folgenden verwende ich »Identität« hingegen im Sinne der zitierten psychologischen Autor*innen, die von der Ich-Identität sprechen, die den Kern unserer Persönlichkeit, das Selbst, bildet und zu Kohärenz und Konsistenz der Persönlichkeit führt.

1.3 Ein Modell der Geschlechtsentwicklung und der Entwicklung der sexuellen Orientierungen

Mit Ermann (Ermann, 2019) können wir die Geschlechtsentwicklung und die Ausbildung der sexuellen Orientierungen als einen stufenweisen Entwicklungsprozess verstehen. An seinem Ursprung steht die Protogeschlechtsidentität (Reiche, 1997) als eine schon von Geburt an bestehende »unbestimmte Ahnung der Geschlechtlichkeit« (Ermann, 2019, S. 15), eine Grundbereitschaft des Menschen, sich sexuell zu fühlen.

Im Grunde ist bei diesem Begriff der zweite Teil des Wortes, »Identität«, meines Erachtens überflüssig und in Anbetracht der oben diskutierten terminologischen Probleme irreführend. Es geht hierbei ja nicht um einen Identitätsanteil im psychologischen Sinne, sondern, wie Ermann (2019, S. 15) es beschreibt, um eine Grundbereitschaft des Menschen, sich sexuell zu fühlen und, so müssen wir wohl ergänzen: sexuell zu sein. Aus diesem Grunde erscheint es mir besser und zutreffender, von »Protogeschlechtlichkeit « zu sprechen.

Eine solche Sicht steht auch in weitgehender Übereinstimmung mit den oben zitierten neurowissenschaftlichen Ansätzen (vgl. Haupt, 2019). Ich werde im Folgenden deshalb diesen Begriff verwenden. Worauf die Protogeschlechtlichkeit beruht, ist nach Ermann (2019, S. 15) bis heute nicht sicher bekannt. Es kommen genetische, hormonelle und hirnorganische Determinanten in Betracht sowie unbekannte psychologische und soziale Einwirkungen, die bereits in die vorgeburtliche Zeit zurückreichen.

Auf der Grundlage der Protogeschlechtlichkeit baut sich im Verlauf der Entwicklung das auf, was wir mit Mertens (1992) als »Bausteine« der sexuellen Identität bezeichnen können. Es sei an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich darauf hingewiesen, dass mit »Identität« hier eine Kerndimension der Persönlichkeit gemeint ist, die dem Individuum das Erleben von Kohärenz und Konsistenz vermittelt.

Eine zentrale Dimension dabei ist die sexuelle Kernidentität (core gender identity),

»das primordiale, bewusste und unbewusste Erleben (…), entweder ein Junge oder ein Mädchen bezüglich seines biologischen Geschlechts (im Englischen »sex« im Unterschied zu »gender«) zu sein. Sie entwickelt sich aufgrund des komplexen Zusammenwirkens von biologischen und psychischen Einflüssen ab der Geburt des Kindes, wenn die Eltern mit ihrer Geschlechtszuweisung zumeist geschlechtsrollenstereotyp auf ihre Kinder als Junge oder Mädchen reagieren, und ist gegen Ende des zweiten Lebensjahres als (relativ) konfliktfreie Gewissheit etabliert« (Mertens, 1992, S. 24).

Dieses Konzept von der sexuellen Kernidentität bedarf indes aus meiner Sicht einer Ergänzung: Die Formulierung, das Kind sei sich früh der Tatsache gewiss, ein Junge oder ein Mädchen zu sein, ist von der in unserer Gesellschaft herrschenden Vorstellung von der Binarität der Geschlechter geprägt. Tatsächlich jedoch müssen wir auch innerhalb der sexuellen Kernidentität sicher von einem größeren Spektrum von Varianten der Geschlechtsentwicklung ausgehen, z. B. genderqueer, agender, gender-fluid etc.

Im Hinblick auf die Entwicklung von Menschen mit einer Transgeschlechtlichkeit habe ich in meiner inzwischen 50-jährigen Beschäftigung mit diesem Thema und der Begutachtung, Therapie und Begleitung von trans Menschen diverse somatische und psychologische Theorien und Konzepte zur Ätiologie kommen und gehen sehen. Dabei hat sich keines von ihnen letztlich als gültiges Erklärungsmodell erwiesen (Literatur s. Rauchfleisch, 2016). Diese Hypothesen haben eher zur Stigmatisierung und Pathologisierung von trans Menschen geführt.

Einen weiteren »Baustein« der sexuellen Identität stellen die Geschlechtsrollen dar (Geschlechtsrollen-Identität, gender role identity). Sie zeichnen sich durch ein höheres symbolisch-sprachliches Niveau aus und bilden das »Insgesamt der Erwartungen an das eigene Verhalten wie auch an das Verhalten des Interaktionspartners bezüglich des jeweiligen Geschlechts« (Mertens, 1992, S. 47). Es sind mehrheitlich Inhalte aus der frühen Sozialisation, die bewusstseinsfähig sind und vor allem von kulturspezifischen Vorschriften und Normen darüber bestimmt werden, was im Zusammenhang mit dem biologischen Geschlecht als »männlich« oder »weiblich« erwünscht oder unerwünscht ist.

Trotz mancher Veränderungen in den Geschlechtsrollen werden diese in unserer Gesellschaft nach wie vor zumeist dichotom gedacht. Bei einer differenzierten Betrachtung der Geschlechtsentwicklung müssen wir jedoch auch bezüglich der Geschlechtsrollen-Identität von einer Vielfalt an Varianten ausgehen.

Die dritte Komponente der sexuellen Identität ist die sexuelle Orientierung, die Geschlechtspartner*innen- Orientierung (sexual partner orientation), die sich auf das bevorzugte Geschlecht der Geschlechts- und Liebespartner*innen bezieht. Auch die Geschlechtspartner*innen-Orientierungen müssen wir, wie die sexuelle Kernidentität, über die allgemein übliche Dreiteilung (Hetero-, Bi- und Homosexualitäten) hinaus erweitern, indem wir diese drei Formen je als Kristallisationspunkte einer Vielzahl von Orientierungen betrachten und daneben auch pansexuelle, asexuelle, objektsexuelle, metrosexuelle und andere Varianten in unsere Betrachtung einbeziehen.

Die Geschlechtspartner*innen-Orientierung ist das Resultat einer Vielzahl von Einflüssen: Sie basiert auf der sexuellen Kernidentität, wird durch die verinnerlichten Geschlechtsrollen (zu denen unter anderem auch die verschiedenen Vorstellungen bezüglich Homo-, Bi- und Heterosexualitäten gehören) determiniert und wird geprägt durch die Erfahrungen, die das Kind mit den Eltern macht, sowie durch das Modell, das die Eltern ihm von ihrem Umgang miteinander als Frau und Mann bieten. Von großer Bedeutung sind schließlich auch die erotischen und sexuellen Fantasien, die in der späteren Kindheit und in der Adoleszenz dazu führen, dass die Jugendlichen deutlich ihre sexuelle Orientierung spüren und sich im Rahmen ihrer Identitätsentwicklung als hetero-, bi- oder homosexuell definieren.

Noch nicht beantwortet ist bei dieser Schilderung indes die Frage nach der spezifischen »Weichenstellung« (Morgenthaler, 1987), d. h. warum die Orientierung sich einmal in Richtung Heterosexualitäten, ein anderes Mal in Richtung Bisexualitäten und ein wiederum anderes Mal in Richtung Homosexualitäten entwickelt. Ausgehend von den psychoanalytischen Überlegungen Morgenthalers (1987) und Gissraus (1989, 1993) habe ich 1994 versucht, eine Theorie der Entwicklung homosexueller und bisexueller Menschen zu entwerfen. Obschon mich diese Überlegungen nie wirklich überzeugt haben – dafür spricht auch, dass ich dieses Kapitel in meinem erwähnten Buch über alle vier Auflagen hin nicht verändert habe –, sollen sie hier kurz resümiert werden, um zu zeigen, dass sie uns zwar einige interessante Hypothesen bieten, uns letztlich aber keine verbindliche Antwort auf die Frage nach den Ursachen der »Weichenstellungen« zu den verschiedenen sexuellen Orientierungen zu geben vermögen.

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