Lise Gast - Anja, Petra und die Pferde
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Sie holten die beiden kleinen Jungen, die aufgewacht waren und nun angezogen und gefüttert werden mußten. Vater versorgte den einen und Anja den anderen.
„Es paßt ganz gut, ich gehe heute nicht in die Schule“, sagte Vater. „Heute ist Ausflug, und mit meiner Klasse sollte sowieso ein junger Kollege mitgehen. Ich rufe an. Und du kannst auch zu Hause bleiben, Anja, finde ich. Wir haben genug zu tun mit den beiden Kleinen. Oder möchtest du sehr gern in die Schule?“
Anja sah Vater an. Sehr gern – natürlich wollte sie das nicht. Aber mit Petra sprechen und etwas anderes sehen und denken können – hier dachte man nur pausenlos dasselbe.
Nein, es war keine reine Freude, nicht in die Schule zu müssen. Natürlich war sie bereit, Vater zu helfen, die Kleinen zu versorgen, einkaufen zu gehen – was eben nötig war. Vater war kein hilfloser Vater, er hatte die Kleinen oft mit an- oder ausgezogen, gefüttert, gewickelt, so, wie Väter das heute als selbstverständlich ansehen. Immerhin waren es zwei Kleinkinder, und während man sich mit dem einen beschäftigte, machte der andere Dummheiten, zog etwas herunter oder brüllte, meistens jedenfalls. Zum ersten Mal begann Anja zu ahnen, was dazu gehörte, zwei solch kleine Ungeheuer liebevoll und geduldig zu versorgen und daneben noch einen Mann – und eine große Tochter ...
„Doch, ich bleibe gern“, sagte sie schnell, denn sie wollte Vater eine Freude machen. Als sie ihn dabei ansah, gab es ihr einen Stoß ins Herz. Er lächelte nicht.
Stand es so schlimm um Mutter? Hatte Vater Angst, allein zu bleiben mit den Kleinen, die noch nichts von seiner Sorge verstehen konnten, brauchte er sie, Anja, weil er nicht allein sein wollte? Vorhin hatte er geweint – großer Gott, Mutter würde doch nicht ...
„Nicht wahr, sie lebt noch? Nicht wahr, sie kann wieder gesund werden“, flüsterte sie erstickt und blickte mit weit aufgerissenen Augen zu ihm auf. Es erbarmte ihn.
„Doch, Anja, doch, sie lebt noch“, sagte er, legte den kleinen Jungen, den er eben hochgenommen hatte, auf die Couch und nahm Anja in die Arme. „Wir müssen tapfer sein und hoffen, du und ich, und sie mit unserer Liebe festhalten.“ Er verstummte.
Anja sagte nichts mehr. Sie hatte das Gefühl, als stünden sie, Vater und sie, ganz nahe an einem Abgrund, ganz, ganz nahe. Nicht hinuntersehen, nicht hineinstürzen – unwillkürlich griff sie nach Vaters Arm. Und auf einmal fühlte sie, daß nicht nur sie sich an ihm festhielt, sondern auch er an ihr. Er hatte dieselbe Angst wie sie, er, der große und starke Erwachsene, hielt sich an ihr fest –
„Ich bleibe bei dir, Vater“, flüsterte sie, und dabei kam eine merkwürdige Zuversicht über sie. „Mutter wird wieder gesund, paß nur auf – und für die Jungen sind wir da, du und ich.“
Andere trösten ist oft der beste Trost. Anja sollte das zeitig in ihrem Leben erfahren. Sie sah zu Vater auf, verschluckte die Tränen und versuchte ein Lächeln. Und da nickte Vater ihr zu und lächelte zurück.
Anja wird diesen Augenblick nie vergessen.
... gibt es manchmal dunkle Stunden
Am Nachmittag hielt es Vater nicht mehr aus. Er rief im Krankenhaus an. Anja wagte nicht, mit ihm ans Telefon zu gehen und mitzuhören. Sie stand im Flur und wartete, die Daumen in die Fäuste eingeschlagen. Als er zurückkam, war keinerlei Erleichterung in seinem Gesicht zu sehen. Er merkte auch gar nicht, wie Anja zu ihm aufblickte.
„Vater?“ fragte sie schließlich halblaut.
„Ach, Anja, du. Ja, ich fahre hin. Die geben einem ja keine Auskunft –“ Er riß seine Jacke vom Haken und wollte an Anja vorbeihasten. Im letzten Augenblick hielt er inne, sah sie an – und dann strich er ihr zärtlich über den Kopf.
„Anja, Kleines! Paß mir gut auf die Jungen auf! Und halt die Ohren steif. Du bist ja gar kein Kleines mehr, du bist groß – und tapfer!“ Er nickte ihr zu, gleich darauf war er hinaus.
Anja lauschte seinen Schritten, solange sie sie hören konnte. Sie stand wie erstarrt. Dann, als sie das Gartentürchen zufallen hörte, rannte sie ins Zimmer und ans Telefon. Wählte mit fliegenden Fingern: Petra! Sie mußte mit Petra sprechen. Petra mußte herkommen, sofort, und bei ihr bleiben, bis Vater wiederkam, damit sie nicht allein mit dieser entsetzlichen Angst war. Petra sah immer und überall das Gute, das Hoffnungsvolle. Sie würde auch jetzt etwas wissen, was tröstete, vor allem aber würde sie bei ihr sein. Anja sehnte sich nach ihr wie noch nie, so meinte sie, in ihrem ganzen Leben.
Hoffentlich war die Leitung nicht besetzt. Nein, es tutete. Und dann hörte sie eine Stimme, aber nicht Petras Stimme: „Hier bei Hartwig, guten Tag.“
Eine von Petras Schwestern oder die Hausangestellte. Hartwigs hatten eine Haushilfe, Anja wußte das.
„Hier ist Anja. Kann ich Petra sprechen? Es ist dringend.“
„Petra? Nein, bedauere. Petra ist nicht im Haus.“ Anjas Herz sank.
„Und wo? Wo kann sie denn sein?“
„Im Reitverein, nehme ich an. Kann ich etwas ausrichten?“
„Nein, danke.“ Anja brachte die Worte kaum heraus. Sie legte auf. Und dann setzte sie sich auf die Couch neben dem Telefon, verbarg das Gesicht in der Armbeuge und blieb lange so sitzen, regungslos. Sie hatte das Gefühl, als würde es nie wieder hell um sie werden, als sei sie von Gott und allen Menschen verlassen.
Wie lange sie so saß, wußte sie nicht. Als sie einen Bums aus dem Kinderzimmer hörte, raffte sie sich auf und schlich hinüber. Sie sollte ja auf die Jungen achtgeben! Vater hatte sie extra gebeten.
Nein, es war keiner aus dem Bett gefallen, wie sie einen Augenblick lang befürchtet hatte. Mutter und Vater setzten die beiden, wenn sie einen Augenblick sich selbst überlassen bleiben mußten, meist in ihre Bettchen, die hohe Holzgitter hatten, damit sie nicht herausfallen konnten. Was aber bringen kleine Kinder um den ersten Geburtstag herum nicht alles fertig!
Der eine, Volker, hatte seinen Holzkasper hinausgeworfen, das war der Bums gewesen. Anja hob ihn geistesabwesend auf, gab ihn ihm zurück und half Reinhold, der aufstehen wollte und sich dauernd mit einem Fuß auf den anderen trat, in die richtige Lage. Dann setzte sie sich und blieb regungslos sitzen und starrte die Jungen an.
Petra im Reitverein. Petra fort, einfach so, ohne sie. Sonst kam sie immer hier vorbei, warum heute nicht? Warum ausgerechnet heute nicht, da sie, Anja, so grenzenlos und schrecklich allein war? O Petra, ist das Freundschaft, ist das Treue? Anja hatte das Gefühl, erst jetzt, aber jetzt wirklich, in die tiefste Dunkelheit der Angst und Sorge hinuntergerutscht zu sein. Wie sollte sie je wieder daraus hervorkommen?
Nach einer Weile merkte sie, daß die beiden Kleinen brüllten. Volker hatte damit angefangen, er lag auf dem Bauch, halb auf seinem Kasper, der ihn wahrscheinlich drückte. Und als er seine Stimme erhob, stimmte Reinhold ein. Anja wurde es erst jetzt bewußt. Schwerfällig stand sie auf, rückte den Kleinen zurecht und schlich in die Küche, um eine Banane zu holen. Sie schälte sie, brach sie in der Mitte durch und gab jedem der Jungen eine Hälfte in die Hand. Und dann putzte sie sich die Nase und begann einzusammeln, was die Jungen aus dem Bettchen geworfen hatten.
Wenn Mutter nicht wiederkam! Wenn sie nicht wieder gesund wurde! So etwas gab es doch. Wenn sie Vater und sie und die kleinen Jungen allein ließ!
O nein, o nein! Bitte, bitte nicht, lieber Gott! Anja, von Angst gepeinigt, sah sich um – was konnte man tun, was unternehmen? Nur dasitzen und auf die Jungen aufpassen machte einen verrückt, vollkommen verrückt.
Ihr Blick blieb am Spielzeugregal hängen. Alles war wüst hineingestopft, Bausteine und Brummkreisel und Schlaftiere. Ruckartig sprang sie hoch, warf – nun aber entschlossen, ganze Arbeit zu machen – alles, was in dem Regal lag, erst einmal auf die Erde. Und dann fing sie an zu sortieren: die Bausteine in den Baukasten, die Schlaftiere auf den Wickeltisch –
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