Hans Leip - Am Rande der See

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Es sind anrührende Geschichten des Dichters von der Wasserkante, die uns mitten in die norddeutsche Küstenlandschaft führen. In Hamburg, an der Elbe und an Nord- und Ostsee liegen die Schauplätze von Hans Leips dichterischen Berichten von den kleinen und großen Schicksalen der Küstenbewohner und Seeleute. Vor Jahren waren aus der Stadt Handwerker in einem Boot in das Dorf mit dem Leuchtturm gekommen, und als der Leuchtturm von ihnen auftragsgemäß neu angestrichen war, hatte es einige Veränderungen im Dorf gegeben: Unter anderem kriegte Berta ein Kind. Jahre später, der Leuchtturm benötigt einen neuen Anstrich, legt wieder ein Boot an. In einer anderen Geschichte sorgt ein Schiffer, der Steine für den Deichausbau heranzuschaffen hat, für Unruhe unter den «Deichflickern».-

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Als alles still war, kam der Schiffer wieder aus seiner Luke, ging an Land und setzte sich oben auf den Deich ins Gras. Die Sonne rollte sich in einen wurstförmigen Wolkenflunsch, daraus wuchsen Windbäume auf, es glusterte an ihren Wurzeln, als sollte es Feuer geben. Das Wasser war hart und grau. Ein Dampfer glitt nach Amerika wie auf rostigen Eisenschienen. Die Möwen miauten ihm nach. Die Flut knisterte an den neuen Böschungssteinen, kam höher und färbte die hell abgeschlagenen Flächen dunkelnaß. Die Ziege riß an ihrem Pfahl. Sie schwieg und sah den Schiffer mit bösen gelben Augen an, und ihr ganzes höllisches Aussehen paßte gut zu dem brandigen Himmel und der steigenden Sintflut. Die Schwalben flitzten tief, sie stießen fast an des Schiffers Beine, um die Mücken zu gnappen, die sich um seine Socken sammelten. Er bohrte verdrossen mit einem Kieferspan im Boden. Dünne Regenwürmer spulten sich hervor, die glaubten, der Maulwurf komme. Er faßte sie spitz mit seinen klobigen Fingern und warf sie in die Luft. Aber die Schwalben wiesen ihm die weißen Bäuche und hatten keinen Appetit. Und die Kinder kamen den Abend auch nicht. Die Väter hatten es ihnen gründlich verboten.

Dafür aber wandelte der Landjäger übern Deich und hatte den Zöllner bei sich. Die beiden blieben bei dem Schiffer stehen, an ihre Fahrräder gelehnt wie pappene Reklamebilder an die hintergeklebte Stütze. Der Schiffer ließ sich nicht stören, und sie begannen, über das Wetter zu sprechen, und daß man mit den Metten lieber angeln solle. Schließlich räusperte sich der Landjäger und sagte, sie wollten eigentlich mal einen Blick in seinen Kahn schmeißen. Und der Zöllner rückte seinen Schnurbart zurecht und sagte: „Sie haben nämlich Rum an Bord!“

„Stimmt!“ antwortete der Schiffer grienend: „Ihr könnt ’n Schluck kriegen!“ Und damit blieb er sitzen. Die beiden Grünröcke wiesen den Bestechungsversuch in seine Grenzen zurück und schoben sich mit gebreiteten Armen und wackelnden Knien über die mageren Laufbretter, tauchten in den Bauch des Kahnes, rumorten zwischen den Steinen, kletterten in die Kabüse, stocherten mit der Plempe in die Koje, den Ofen, ins Kabelgatt, ins Gemach und in alle Ecken. Mit einer Rumflasche, die halb gefüllt war, erschienen sie wieder an der Oberwelt. „Ist das alles“: schrie der Zöllner.

„Müßt ihr ja wissen!“ rief der Schiffer gnatzig zurück. Kam dann aber auch seinerseits an Bord und ließ die Güte der Flüssigkeit probieren, pur, da man keine Zeit mit Wasserheißmachen vergeuden wollte. Und er sagte, er trinke ihn gewöhnlich mit heißer Milch und Klundjezucker, das sei gut für die Brust. Und wie sie auf die Idee gekommen seien?

Oh, es war so Gerede in der Wirtschaft. Gerüchte. Dazu sind wir als Beamte ja da, erklärten sie wegwerfend.

Der Schiffer pfiff böse durch eine Zahnlücke. Denn komme es auf ein büschen mehr oder weniger Gerede ja nicht auf an. Denn sollten sie man mal im Grenzhaus vorgehen, da neumünstert sich was. Und das seien die richtigen Schmuggelanten, die sich vorn von der Regierung bezahlen lassen für ihr Deichgeflicke und Faulenzen und sie hinten umstürzen. Die Grünen zwinkerten ihm zu. Und er sagte prost und versöhnte sich; denn durch die Luke sah er die junge Frau von der Geest, wie sie die Ziege vom Deich holte. Als sie die Flasche ledig hatten, nahmen die Beamten ihre Räder. Ihre Mienen waren kriegerisch, sie fuhren in Richtung Grenzhaus davon. Doch auf halbem Wege überlegten sie es sich, bogen nach der Poststelle ab und weckten Verstärkung an.

Der Schiffer stieg wieder auf den Deich. Das Dorf war merkwürdig still. Er holte tief Luft, seine Brust schmerzte von der Anstrengung am Morgen. Denn muß ich doch wohl mal Milch trinken, sagte er sich: Wie du mir, so ich dir! Die Brüder sind es nicht besser wert! Und damit ging er hinunter in Peter Kleudens Strohkate, und er kriegte schön warm zu trinken und konnte sich auch im übrigen nicht über Kälte beklagen.

In der Nacht, als im Grenzhaus die Versammlung mit Stank und Krach und etlichen Zertrümmerungen aufgelöst war und die größten Skandalmacher verschütt gingen, kam Peter Kleuden mit einem dicken Auge davon und mehrere andere mit ihm, und sie rechneten sich unterwegs aus, daß kein anderer als der verdammte Käptn Hü das Ding verraten haben könne. Sie schlichen daher nicht gleich nach Haus, sondern auf den Kahn, um den Schiffer gehörig zu vermöbeln. Der Schiffer war aber nicht da. Da glaubten sie erfreut, er sei auf ihre Anspielung wegen Schmuggelns eingebuchtet, und taten ein übriges, schon um die Deichflickerei noch ein wenig zu strecken, kriegten einen Bohrer aus dem Werkzeugkasten, und Kleuden bohrte eigenhändig Käptn Hüs Eigentum unter der Wasserlinie an. Denn mit dem „Wie du mir“ springt das Schicksal manchmal komisch um. Und der Schiffer kam, als sie gerade verdufteten, sagte nicht viel, kriegte nasse Füße und stopfte das Loch wieder zu.

Nach ein paar Wochen, als alles wieder in Lot war und die Winden schon süßgrüne flache Kränze um die frischen Deichsteine zu schlingen begannen und ihre weißen Unschuldsbecher dem Tau des Himmels darboten, sprach man nicht mehr davon und vertrug sich besser, weil das gegenseitig volle Kerbholz gut ist für das Gleichgewicht untereinander. Und der Schiffer trank Milch mit Rum, erledigte seine Fahrten, und wenn auch nicht zu den Kirschen, zur Apfelernte kam er gerade noch zurecht.

Gespenst im Nebel

Es waren schon ein paar warme Tage gewesen, und dann war es wieder kühl. Die munteren Dünste, von der Sonne schräg aus den nassen Wiesen, dem Watt und der See gesogen, krochen zusammen und rollten graugelb wie unordentliche Wülste Schafwolle über die Priele. Ein paar Fischer lagen draußen hinterm „Hundeloch“ und hofften, ein bißchen Südost solle auffrischen und es sichtiger blasen. Einer aber konnte es nicht abwarten, ging ankerauf und seilte gegen Mittag los, als das Wasser hoch war, kam aber mit vollem Motor bald zurück und preite die anderen an, sein Junge sei über Bord gefallen. Da nahmen sie alle die Beiboote und suchten den ganzen Tag im dicken, stinkigen Nebel an den Schlicksänden entlang. Aber sie fanden die Leiche nicht. Die Ebbe hatte sie wohl mit in die See genommen.

Den Abend klarte es auf, und der Kutter, der das Unglück gehabt hatte, setzte Segel und rutschte mit der Flut heim nach Friedrichskoog, und schon am andern Morgen stand es im Marner Blatt, das von dem Ertrunkenen, und darunter stand das Inserat des Fischers, daß er einen neuen Jungen suche. Der kam denn auch gegen Klock zehn an Bord mit seiner weinenden Mutter, und um elf bei günstiger Tide und prächtig hellem Wetter warf man die Leinen vom Hafendamm los und fuhr wieder davon, um das Geschäft nicht allzulange zu unterbrechen und um die Kosten wieder einzuholen.

Zu Mittag mußte der Junge Graupen kochen, die allgemein „Scheeben Wind“ heißen. Er kochte sie dem Schiffer zu pampsig, und der prophezeite dem armen Bengel handgreiflich nichts Gutes für seine Seefahrt und Laufbahn. Pech klebt an Pech, und so hatten sie eben eine Kumme Kaffee zum Nachspülen genossen, da wurde es wieder diesig und bald so dick, daß sie ihre Pantoffeln an den Füßen nicht mehr sehen konnten und Anker werfen mußten. Der Schiffer fluchte, klopfte die Pfeife aus und haute sich in die Koje. Er hatte noch Schlaf zugute. Der Junge mußte oben bleiben. Weitere Mannschaft war ja nicht an Bord. Er hatte strenge Weisung, der Junge, seinen Schiffer nicht vor anständiger Sicht zu wecken, und hatte zweierlei zu tun: Erstens mußte er alle Minute mit einem alten Belegnagel an eine rostige Eisenplatte klopfen, die da frei am Backstag hing und einen durchdringenden Ton abgab. Das war das Warnungssignal für andere Boote, um bei dem Nebel einen Zusammenstoß zu vermeiden. Zweitens sollte er ab und an die Ankerkette einen Faden weiter ausstecken, um bei dem ablaufenden Wasser den Kutter im Strom zu halten. Er tat beides mit zitterndem Eifer. Er war nur ein schmächtiger Knabe, frisch von der Konfirmation, und hatte nicht Schuster werden wollen wie sein Vater, sondern Seemann. Er hatte immer von der hübschen blauen See geträumt mit Wogenkämmen weiß wie Milchschaum, weiß wie ungebärdige Schimmelhengste, darauf Rasmus reitet, der Nordseewind. Nie hatte er wie andere Knaben mit ihren Fischervätern auf See mitgedurft. Er hatte sich am Ausguck vom Vorland genügen lassen sollen, aber es hatte ihm nicht genügt. Nun war er denn ja auf See. Und nun war da dieser alte hustige Drecknebel. Dahinter lag wahrscheinlich die Insel Trischen und ein bißchen weiter längs England und noch ein bißchen weiter Amerika. Dahin wollte er bei nächster Gelegenheit auskneifen und was werden, Hotelboy, Goldsucher, Ölfeldermillionär. Das Leben des Seemannes mit Graupenkochen, Ohrfeigen, Nebelsignalen und Ketteausstecken schien ihm nicht das, was er sich noch vor wenigen Stunden davon versprochen hatte. Anderen Leuten jedoch das Leder versohlen wie sein Vater, das allerdings war ihm auch von einem neugewonnenen und leicht bitteren Standpunkt aus nicht verlockender als vorher. Dann steckte er doch noch lieber fleißig von der ekligen, naß rostigen und fingerzerreibenden Kette aus. Gewiß, der Schiffer hatte ihn wegen der Graupen vermöbelt. Das nächste Mal würde er die Mischung ’raushaben. Morgen nun sollte es Erbsen geben, grün, ungeschält mit Speck. Ihm wurde schwer ums Herz. Nun war wieder das Nebelgebimmel fällig. Und nun wieder die Kette. Es ging schon ganz gut. Auf einmal war die Ankerkette fast zu Ende. Der Krampen, der ihr letztes Glied am Spill festhielt, war mächtig dünn geschliffen. Oho, der Junge sah es wohl. Er ließ den Stopper ins Zahnrad fallen, aber das Spill war zu flott in Gang, der eiserne Stopperzapfen prallte ab, flutsch, rauschte die Kette aus, der Krampen barst weg, als hätte der Teufel seinen Finger dran gewetzt, und die Kette schoß wie ein Katerschwanz durchs Gatt in den Nebel und ins Wasser und war weg. Es war geradezu, als habe jemand mit Gewalt sie hinabgerissen. Der Junge mußte plötzlich an den Ertrunkenen denken. Hatte der sich etwa wieder an Bord ziehen wollen, um ihn vom Platz zu stoßen? Ihm wurde gräsig Er nahm sich zusammen. Längst mußte wieder eine Minute um sein. Dengelenge — beng — beng — beng! knallte er den Belegnagel gegen die Glockenplatte.

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