Hans Leip - Am Rande der See
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Die Bauern schrieben an die Regierung. Es dauerte lange, aber eines Tages kam der Staatskommissar und beaugenscheinigte. Und als der nächste Frühling aufzog und der Schaden noch ein gutes Stück teurer war, kam die Sache denn in Schwung. Es war um die Zeit, da es der Landwirtschaft schlecht ging und die Weltmärkte die Erzeugnisse unter Preis lieferten. Somit waren die Bauern froh, bei der Deichflickerei anzuhaken, wenn sie es auch früher verachtet hatten. Gewiß, in einer verschollenen Großväterzeit hatte jedermann einst kostenlos am Deiche mitzuarbeiten gehabt nach dem harten Motto: Wer nicht will dieken, mutt wieken. Heute jedoch, so deuchte es ihnen, wäre es noch schöner gewesen, dem Staate, der seine Steuerblutegel an jedwede Beutelfalte legte, für nichts und wieder nichts untern Arm zu fassen. Und man nahm den sauren Lohn des Arbeitsmannes ohne viel Dank als selbstredend hin. Und sie sprachen obendrein davon, daß es anders werden müsse, und daß die zu Neumünster es bloß man zu dummerhaftig angefangen hätten.
Nun wurden erst mal die Ruinen der alten Steinsetzung entfernt. Der Deich ist hier hoch wie ein vierstöckiges Haus in der Stadt und sah in seinem unteren Teile aus, als hätte die polnische Marine ein Übungsschießen darauf abgehalten. Die Löcher waren muddig voll Brackwasser, und wenn man die noch vorhandenen, von Tang und Algen schlüpfrigen Blöcke zu je vier Mann hochböhrte, schlängelten sich grüne Glasaale darunter, und auch an Wollhandkrabben war kein Mangel. Danach kam eine Schute voll schlanker Kiefernstämme, die man zu mannslangen Pfählen zersägte und sie unten zuspitzte und in den gehörigen Abständen zu niedrigen Palisaden verrammte. Und der Deich roch würzig nach den Heidewäldern, deren sanfte Wipfelbögen man dünn über das ferne andere Ufer blauen sah. Sodann kamen Ewer mit Bauschutt, der von staatlichen Gebäuden stammte, ebenso wie auch die Kiefernstämme von der Regierung kamen, und weil alle sozusagen an der gleichen Kuh sogen, überstürzten sich die Bauern nicht mit der Unterschüttung und dem Glätten der Löcher. Auf der Deichkrone stand ein Maler, der aus einer bessern Gegend her verirrt schien, dem Anzug nach. Und er malte die „Arbeit“ und setzte seinen Ehrgeiz in große Bewegungen. Peter Kleuden aber sagte, er störe seine Ziege, die da auf dem grünen Teil weidete, und sah es sich an, schüttelte den prallen Kartoffelkopf, schneuzte sich durch zwei Finger und wischte mit dem roten Flanelltuche nach. „So scharp wird nich arbeit’ bi de Regierung!“ äußerte er mißbilligend und steckte die Ziegenkette ein paar Schritte weiter weg, und seitdem gilt Kunst hier weniger denn Stiefelwichse.
Dann aber kam der Schiffer mit den Steinen, und der wurde pro Ladung entlohnt. Darum hatte er es eiliger als die anderen. Sein langes Fahrzeug hatte nur einen Mast, der war aber stämmig genug, um mit dem angehievten Schotbaum einen kräftigen Kran abzugeben. An der Nock wurde ein vernünftiger Flaschenzug befestigt, und das Windetau hatte keinen einfachen Haken, sondern eine gewaltige Zange, mit der wurden die großen Steinblöcke erfaßt und schwebten aus dem Schiffsbauche empor, drehten sich schwerfällig in der Luft und wurden niedergelassen auf den einrädrigen Schubkarren, der da schon wartete. Und der Bauer, dessen Karren es gerade war, warf einen abschätzend finsteren Blick auf das feuchte Ungeheuer, das scharf nach verwesendem Seeschleim roch und nach der salzigen Tiefe, aus der es der Schiffer gefischt hatte, und spuckte in die groben Fäuste, schob den Gurt über den Nacken, ergriff die Karrendeichseln, drückte das Kreuz durch und schob bedächtig die jankende Last an Land über die schmalen verwetzten Bretter, die von der Schiffsluke über Bord auf ein paar zitternden Absteifungen an den Deichfuß und die Böschung hinanführten. War er an die Stelle gelangt, wo die Steine benötigt wurden, ließ er mit grunzendem Laut den von der Anstrengung verpreßten Atem entfliehen, die Karre neigte sich zur Seite, und der Stein purzelte heraus.
Es hat gar kein Tempo! knurrte der Schiffer: In drei Tagen müsse der Kahn gelöscht sein. Die Bauern grinsten hämisch. Und auch Peter Kleudens Ziege meckerte herab. Sie war von der gelbschwarzen Sorte und hatte ein Gesicht wie der Leibhaftige. Die Bauern achteten dessen nicht, aber dem Schiffer war es sonderbar. Er war ein langer dürrer Mann mit einem Knebelbart, der aussah wie ein gestutzter Strohwisch. Das war den Bauern gleich verdächtig vorgekommen. Er ging auch nicht in die Wirtschaft, er fragte Kleuden, ob er von der Ziegenmilch haben könne. Kleuden sagte verächtlich: Nö! Ein Schiffer, der Milch trank, war ihm noch nicht begegnet. Da versuchte es der Schiffer im Dorf und kriegte welche bei der tauben Witwe Tiedemann. Abends saß er auf dem Deich und erzählte den Kindern gruselige Geschichten.
Sechs Tage brauchten die Bauern wie der liebe Gott bei der Schöpfung, dann war der letzte Stein ans Licht. Der Schiffer setzte sein braunes Segel und rutschte mit der Ebbe seewärts, um eine neue Ladung zu fischen. Die Bauern packten nun die großen Steine einen neben den andern auf die Schuttunterlage. Sie hatten Glück, da der Regierungsbeamte gerade jetzt zur Kontrolle kam; denn das Einpassen und Zurechtklopfen der Blöcke und das Berammen der Zwischenräume mit geeigneten Splittern muß sorgfältig geschehen und ist eine von Natur langsame Arbeit. Der Maler, der sich noch immer in der Gegend herumtrieb, meinte zwar, es sei einfacher und eleganter, eine glatte Zementböschung hinzugießen wie zu Gibraltar, der hatte aber keine Ahnung, daß ein Deich in sich federn muß im Schwell der Naturgewalten, genau wie eine Matratze, wenn sie nicht vorzeitig Kuhlen kriegen soll.
Nach wenigen Tagen schon war der Schiffer wieder da, sein langer Kahn lag bis an die Lademarke im Wasser, er wußte, was er dem Auftraggeber schuldig war, und die Bauern sagten bedauernd, wenn es ein bißchen gebrist hätte, wäre er abgesoffen mit seinen Steinen. Sie meinten es aber im Herzensgrunde nicht so schlimm, handelte es sich doch um ihre Länder, die da vorm Versaufen geschützt werden sollten. Nun ging die Plackerei mit dem Karrenschieben wieder los, eine wahre Knochenarbeit, und das mit weit weniger Umschichtigkeit, weil die schon vorhandenen Steine noch lange nicht eingebaut waren, und die, die das Einpassen besonders gut zu können meinten, durchaus keine Lust zeigten, Karrenhund zu spielen, was der Deichvogt denn auch so entschied. Dem Schiffer war es nicht recht. Er wollte seinen Kontrakt auf zehn Ladungen abgerissen haben, bevor im Alten Lande die Kirschen reif seien, deren Transport nach Hamburg wie auch späterhin die Äpfel und das Frachtgeld für beide er nicht missen wollte. Darum knurrte er, so oft es ging: Gau, gau, man’ büschen hü! Und die Bauern nannten ihn deswegen Käptn Hü.
Sie hatten auch die taube Witwe Tiedemann verständigt, wo er die Milch bezog, so daß sie ihm, als er wieder kam, richtig sagte, sie müsse nun alles an die Meierei liefern. Er versuchte es an andern Stellen, aber alle wußten Bescheid, es gab überall Ausreden. Bis auf eine junge Frau, die von der hohen Geest war, wo die Herzen milder sind, die sagte, wenn ihr Mann nicht wäre, dann gern. Wenn er mal nicht da sei und zur Versammlung, dann vielleicht. Dann würde sie die Ziege selber holen.
Es war Peter Kleudens Frau. Und die Ziege weidet noch immer am Deich. Peter steckte ihren Kettenpfosten dem Fortschritt der Arbeit gemäß, damit er sie im Auge habe. Mittags besorgte er Wasser für sie, und bei Feierabend zottelte er mit ihr nach Hause. Da molk sie seine Frau im Stall, er stand dabei, und dann mußte sie die Milch trinken, solange sie noch warm war; denn er wollte allmählich gern einen Stammhalter haben; und aus dem übrigen wurde Käse gemacht.
Der Schiffer, Käptn Hü, trank Tee, und die Bauern merkten, daß er nach Rum roch, und sagten, den hat er geschmuggelt. Er aber schrie: „Hü! Das ist ja ’n Tempo wie ’ne Fliege in der Buttermilch!“ Es war den dritten Morgen bei der zweiten Ladung. Da sagte einer der Bauern so aus den Kusen ’raus: Er könne es ja selber mal versuchen, so eine Karre voll den Deich ’raufzuknacken. Dann könne er mal sehen, ob es gauer ginge und mit mehr Hü. Der lange Schiffer spie giftig über Backbord. Aber es war an sein Ehrgefühl und seine Muskulatur gekitzelt worden. Da half nichts. Er tat einen gesalzenen Fluch und packte die Karrenstengel mit seinen teerigen Flossen, als seien es Suppenschleefe. Den Schultergurt ließ er mißachtend baumeln, wo er baumeln mochte. Die Bauern hatten es so abgepaßt, daß gerade ein besonders fetter Brocken auf dem Schub lag. Der Schiffer kam aber gut damit über Bord, er war die Balance auf schmalen Wegen ja gewohnt. Wo die Bahn jedoch zu steigen begann, da rührte es ihm an die Puste. Er ließ nicht locker, er wollte es den Klutenpeddern schon zeigen, was Seemann heißt und Murr in den Kaldaunen. Aber die Bauern merkten ihm die Säuernis an. Tempo, hü! grölten sie, und Peter Kleuden, der ducknackig und krumm die Klappe am weitesten aufriß, fügte genußreich hinzu: „Kiek, sien Mors röögt sick all!“ — Das hatte zur Wirkung, daß der Schiffer seine Aufmerksamkeit mehr auf seinen Achtersteven legte als gut war, und obwohl er trotzdem unter Ächzen und Stöhnen die halbe Deichhöhe, wohin der Stein sollte, sicher noch eben erreicht hätte, kam ihm nun der schnöde verschmähte Gurt ins Gehege, der da tückisch nachschleifte, und unter seine Sohle geriet, so daß es einen Zuck gab und seine Kraft wie von einem elektrischen Schlag gestoppt wurde und nicht nur der Stein, sondern auch die Karre auf die Böschung kippte. Das Gepolter wurde vom Hohngeschrei der Bauern übertrumpft. Der Schiffer verzog keine weitere Miene, sondern ging in seine Kombüse, und für den Tag war das Gau und Hü zum Schweigen gebracht. Die Bauern fühlten sich noch bedeutender als vorher. Der Hauch der Freiheit schwelte über ihrer Knechtsarbeit, und sie sprachen von der Geheimversammlung, die den Abend stattfinden sollte, und von der blutroten Fahne mit dem schwarzen Pflug und dem weißen Schwert. Steif und bedrohlich schwangen sie die Fäuste, trampelten auch auf der Luke herum und kündigten allen Bluthunden das Morgenrot der Rache an. Sie machten auch früher Feierabend. Und Peter Kleuden ließ die Ziege noch am Deich, da sie ihr Quantum noch nicht hatte.
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