Rudolf Stratz - Der graue Herr

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In der gemütlichen Wohnstube des Staatsanwalts Johannes Sigrist können er und seine Frau Klara den Zeitungsverkäufer gut hören. «Margot Sandners letzte Stunden». Jedem in der Stadt verkündet die Schlagzeile die Vollstreckung des Todesurteils der Frau, die in einer Nacht ihren Mann erschoss und seitdem eisern schweigt. Die Beweise sprechen eindeutig gegen sie: nur sie und ihr Mann in der Villa, die die Schutzleute direkt nach dem Schuss kurz nach elf Uhr betraten, der Revolver auf dem Teppich, die Schusswunde im Rücken und ein Geständnis. Aber Klara, die Frau des Staatsanwalts, ist trotzdem fest von der Unschuld ihrer Freundin überzeugt. Und sie ist nicht die Einzige, die die bescheidene, leise Frau vor dem sicheren Tod retten will. Noch an diesem Abend lässt der Staatspräsident den Staatsanwalt und den Verteidiger Margots zu sich kommen, um sich Rat zu holen, ob ein Begnadigungsrecht ausgeübt werden soll. Aber es gibt an den Vorgängen keinen Zweifel – oder doch? Um sich ganz sicher zu sein, bittet der Präsident auch die Frau des Verteidigers Morell zu sich. Sie soll die letzten Stunden vor dem Mordabend, die sie zufällig bei Margot verbracht hat, noch einmal schildern. Und tatsächlich fällt in der inoffiziellen Atmosphäre des Arbeitszimmers Lisbeth Morell etwas ein, was sie im Prozess nicht erwähnt hatte – eine hauchdünne Spur, während die Zeit abläuft …-

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„Auch nicht zu Ihnen spricht?“ rief ich.

Der Rechtsanwalt Morell wandte sich zu mir. Zum erstenmal sah ich eine gewisse Mutlosigkeit und Ratlosigkeit in seinen heissen dunklen Augen. Er zuckte erbittert die Achseln.

„Was soll ich tun?“ sagte er. „So schwer hat es mir allerdings noch nie ein Klient gemacht. Aber ich war doch mit dem armen Sandner so dick befreundet, ich verkehrte doch soviel in dem Sandnerschen Haus — gerade weil auch meine bessere Hälfte und die Margot Sandner von klein auf ein Herz und eine Seele waren und schon zusammen in die Schule gegangen sind...“

„Meine Frau auch!“ sagte ich.

„Eben! Das ist ja alles derselbe Jahrgang. Das hängt alles zusammen. Deswegen war es meine Gewissenspflicht, als das Unglück geschehen war, mich Frau Sandner als Verteidiger zur Verfügung zu stellen! Sie nahm es ja auch sofort an. Irgendeinen Verteidiger musste sie ja haben, und ich als Freund des Hauses konnte ihr doch ganz anders zur Seite stehen als irgendein wildfremder, womöglich vom Gericht bestellter Herr in schwarzer Robe. Aber ins Vertrauen gezogen — das muss ich leider Gottes ehrlich gestehen und habe es schon in der Verhandlung offen zugegeben — hat sie mich sowenig wie sonst jemanden, und bei diesem direkt wahnsinnigen und selbstmörderischen Standpunkt ist die verblendete Frau bis heute geblieben!“

Eine Weile war es still. Dann sagte Dr. Nöldechen:

„Es gibt nur eine einzige Frage, die trotz Frau Sandners Schweigen über die näheren Umstände ihrer Tat einwandfrei geklärt ist und die wir jetzt noch einmal prüfen wollen — die Frage: Was wollte Frau Sandner in dieser Winternacht in dem einsamen, unbewohnten haus?“

Er wandte sich an den Rechtsanwalt Morell:

„Das war der Grund, weswegen ich Ihre verehrte Frau Gemahlin um ihren Besuch bitten liess!“

„Ich habe sie mitgebracht! Sie ist draussen!“

„Dann sagen Sie der gnädigen Frau, ich wäre ihr dankbar, wenn sie sich jetzt hereinbemühen wollte!“

4.

Die vierte und vorläufig letzte Niederschrift des Staatsanwalts Sigrist

Wie so oft in guten Ehen, ergänzten sich auch bei Morells zwei grundverschiedene Hälften zu einem erfreulichen Ganzen. Schon äusserlich waren er und sie das gerade Gegenteil. Frau Lisbeth Morell, die leise eintrat, in respektvoller Haltung sich dem greisen Staatspräsidenten näherte, war so blassblond wie ihr Mann tief brünett, die Augen von einem unbestimmten, etwas matten Blau statt seiner schwarzen Irrlichter, schmal und schmächtig von Gestalt, in der Kopfneigung und dem schwachen Lächeln, mit dem sie uns begrüsste, von einer gewissen damenhaften Kühle, im Gegensatz zu ihm, bei dem das Barometer immer auf Sturm stand.

Sie galt für eine hübsche Frau. Sie war es auch. Gewiss. Aber in einer unauffälligen, etwas blässlichen und nüchternen Art. Sie hinterliess keinen rechten Eindruck. Man konnte sich vorstellen, dass man ihr Äusseres rasch wieder vergass, was einem bei ihm, Paul Morell, nicht leicht passieren konnte. Wahrscheinlich brauchte er bei seinem Temperament solch eine gleichmässige, fast ein wenig langweilige Frau. Eine andere hätte es mit dem aufgeregten Menschen vielleicht gar nicht ausgehalten. Die zwei aber kamen seit Jahren vortrefflich miteinander aus.

„Bitte — nehmen Sie Platz, gnädige Frau! Herrn Staatsanwalt Sigrist kennen Sie ja durch seine Gattin, Ihre Schulfreundin! Und nun erzählen Sie mir, bitte, ganz freimütig — ganz menschlich, was Ihnen von dem Zusammensein mit Margot Sandner an dem verhängnisvollen Abend in Erinnerung ist! Es ist kein Verhör! Es ist ein Gefallen, den Sie mir persönlich und nur mir erweisen, indem Sie meine Einsicht in diese dunkle Geschichte aus Ihrer eigenen Wahrnehmung heraus unterstützen!“

Ich wusste schon aus der Prozessverhandlung seinerzeit: Es war Frau Morell damals so ergangen, wie wohl fast jeder Dame der Gesellschaft, die sich plötzlich als Zeugin vor Gericht, vor den Schranken und Talaren, in dem überfüllten Saal als Mittelpunkt von Hunderten von Blicken empfindet und weiss, dass Hunderte von Ohren das mit anhören, was sie sagt. Jede Dame fühlt sich da befangen, spricht stockend und mit Pausen und Wiederholungen. Jetzt, dem Herrn Staatspräsidenten gegenüber, würde diese Hemmung durch das Ungewohnte wahrscheinlich eine ähnliche sein. Ich tat daher, was ich häufig im Gerichtssaal tat. Ich zog mein Taschenbuch hervor und stenographierte Frau Morells Bericht mit, um mir von ihm ein ganz klares Bild festzuhalten. Ich hatte meinen Entschluss nicht zu bereuen. Denn es wäre sonst nicht leicht gewesen, Frau Morells langsamer und umständlicher, etwas preziöser Art des Sprechens zu folgen. Es hatte etwas Ledernes an sich. Es passte zu ihrem ganzen Wesen. Hier ihre Bekundungen mit den Zwischenfragen des Herrn Staatspräsidenten.

5.

Lisbeth Morells Bericht

„Ja — Herr Präsident — die Margot und ich — wir waren doch von klein auf dick befreundet — nicht? Wo wir doch schon zusammen in die Schule gegangen sind ... Ja — und nun — so als junge Frauen — da haben wir erst recht jeden Tag zusammengesteckt ... Ich kann wohl sagen: Ich war der Margot ihre einzige wirkliche Vertraute. Ich hatte vollen Einblick in ihre Ehe ...“

„Und wie war denn die Ehe?“

„Da — da kann ich nur die Hand aufs Herz legen und beteuern, Herr Präsident: Fabelhaft glücklich! Wie das unheil passierte — da war die Margot gerade ein Jahr verheiratet — nicht? Noch kein Baby in Sicht. Sie konnte alles auf ihren Mann konzentrieren. Na — und das tat sie ja wohl! Angebetet hat sie ihn. Er erschien ihr wie ein Wunder der Schöpfung. Da muss man ja nun sagen: Die Margot hatte immer eine abenteuerliche Phantasie. Bei der wurde immer alles im Handumdrehen romantisch. Nun gar ihr Mann!“

„Aber er war doch eine fesselnde Persönlichkeit?“

„Das muss ihm der Neid lassen! Sehr elegant und sehr liebenswürdig. Und das kann man ja wohl gestehen: er sah sehr gut aus. Geld spielte bei Sandner überhaupt keine Rolle. Damit hat er seine Frau überschüttet. Er gönnte ihr jeden Luxus. Überhaupt: Er war immer direkt riesig nett zu ihr!“

„... so dass es sich daraus erklärt, dass Frau Sandner einen wahren Kult mit ihm trieb?“

„Sie hatte ja auch enormes Glück — nicht? — mit der Partie! Sie war doch schon gehörig über die Mitte der Zwanzig — kein Geld — der Vater Gymnasiallehrer — das Mädel hatte doch nichts als ihr bisschen Kunstgewerblerei — na — damit lockt man doch heutzutage auch keinen Hund vom Ofen — ja — und wenn man auch Freundin ist —, aber das wusste die Margot ja schliesslich selber am besten: Sie war doch nur gerade so noch knapp hübsch — mehr nicht. Das Schönste an ihr waren die grossen dunklen Augen. Vielleicht haben die’s dem Herrn Sandner angetan? Also, jedenfalls hat er sie geheiratet. Er hätte ganz andere Partien machen können — in der Stadt — sehr reiche Partien — ich könnte Namen nennen — aber ich will diskret sein. — Da ist zum Beispiel die eine junge Witwe — die kann sich heute noch nicht trösten — die Trude Jürgens ...“

„Sie wollten ja diskret sein, gnädige Frau!“

„Ja — richtig! Also — gewundert haben wir uns schon alle, dass Sandner gerade auf Margot verfallen ist. Aber gegönnt habe ich ihr als meiner Freundin natürlich das grosse Los von Herzen!“

„Kannten Sie Sandner schon früher?“

„Nein. Er hat ja, wie ich noch ein Backfisch war, die Stadt verlassen und ist ins Ausland gegangen. In Amerika — da soll er doch tolle Reichtümer gesammelt haben — nicht? Denn von Haus aus hatte er doch wohl nichts. Sein Vater hat ja hinter dem Postschalter gesessen und Briesmarken verkauft.“

„Also von irgendeiner auch nur leisesten Trübung der Ehe war Ihnen bis zu dem fraglichen Abend nichts bekannt?“

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