Lars Christensen - Herman

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Herman findet sein leben soweit ganz in Ordnung. Er mag die rothaarige Ruby, in deren Haar womöglich ein paar Vogelnester versteckt sind. Er mag seine Mutter, die mit ihrem lauten Lachen die Rahausuhr zum Stillstand bringen kann. Und seinen Vater, der als Kranführer bis ans Ende der Welt sieht. Doch dann gerät seine ganze Welt eines Tages ins Wanken: Herman hat eine seltene Krankheit und bekommt innerhalb weniger Tage eine Glatze. Danach ist nichts mehr im Lebe so, wie es vorher war. Schräg – und mitten ins Herz! Ein literarisches Kleinod aus dem hohen Norden – in der Auswahlliste zum Deutschen Jugendliteraturpreis. Vom Autor des hochgelobten und vielfach ausgezeichneten Romans «Der Halbbruder»-

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»Der Arzt wird eine Urinprobe nehmen«, sagt sie. »Versuch es auszuhalten, bis wir dort sind.«

»Was will er damit?«

»Alle, die zum Arzt gehen, müssen dort pinkeln.«

Herman trinkt die Hälfte und gibt Mutter den Rest.

»Am besten nimmst du auch einen Schluck.«

Mutter leert das Glas in vier Schlucken, und hinterher paßt sie genau auf, wie er sich wäscht. Und er muß die grauen Hosen anziehen, die kratzen, und das Hemd, das er sonst nur am Nationalfeiertag und zu Weihnachten anzieht. Es ist seit dem letzten Mal enger geworden. Gut, das zu wissen. Zum Schluß stellt Mutter sich hinter ihn hin und kämmt ihn mit ihrer eigenen Bürste, die einem vertrockneten Igel ähnelt. Herman zieht den Metallkamm hervor, aber da bekommt sie wieder so ein merkwürdiges Gesicht und schiebt ihn auf den Flur, wo seine Jacke bereithängt.

»Rate mal, was wir heute zum Mittag haben werden!« sagt sie schnell.

»Brackhaten und Rakotten?«

»Nein!«

»Frischfikadelle und Martoffelkus?«

»Nein!«

»Dann geb’ ich auf.«

»Hähnchen!«

Herman muß fast den ganzen Weg zum Arzt an das Hähnchen denken. An so einem Mittwoch kann viel passieren. Er hält Mutter am Arm, sie trägt ganz glatte Handschuhe und einen Hut auf dem Kopf. In der Bygdöy-Allee fallen die Kastanien noch immer wie grüne Bomben. Die Bäume sehen plötzlich traurig aus, sie sind jetzt fast nackt, sicher frieren sie, wie sie so in Reih und Glied stehen. Herman vergißt für eine Weile das Hähnchen und denkt an Großvater. Friert er auch? Friert er in seinem Himmelbett?

Der Arzt hat seine Praxis genau neben dem Kino. Diese Woche läuft Zorro .

»Vielleicht nimmt Vater dich ja am Samstag mit in die Fünf-Uhr-Vorstellung«, sagt Mutter.

»Vielleicht?«

»Ganz bestimmt!«

Herman ist von all diesen Neuigkeiten so durcheinander, daß er tun muß, als sei er ein Pferd. Er galoppiert über den Bürgersteig und schnaubt durch die Nase, und fast springt Zorro vom Plakat und schließt sich ihm an. Aber als sie das Treppenhaus des Arztes betreten und die schiefen Stufen hochsteigen, vergißt er Zorro und das Hähnchen, und auch Mutter ist nicht so fix da oben unterm Hut, ein Ausdruck, den Vater immer verwendet, wenn er von einem Länderspiel gegen Schweden kommt. Es riecht schlimmer als schlimm, alte Blinddärme, amputierte Füße in Spiritus, erfrorene Fingerspitzen und Spritzen. Herman bleibt jäh stehen und preßt sein Gesicht in Mutters Mantel.

»Aber Herman, was ist denn?«

»Ich will nicht!«

»Es ist nicht gefährlich. Der Arzt soll uns nur mal angucken. Weißt du, was wir zum Nachtisch haben?«

Herman kommt aus dem Mantel hervor, schaut zu Mutter hinauf, und ihm wird fast schwindlig, denn jetzt ist sie doch wieder ganz fix oben unter ihrem Hut. Es ist eigentlich traurig, daß er nie Kranführer werden kann.

»Vielleicht Uckerzei?« schlägt er vor.

»Nein!«

»Kannpfuchen?«

»Nein!«

»Ich geb’s auf.«

»Eis!«

Das muß sorgfältig geplant werden. Er darf nicht zuviel Hähnchen essen, sonst schafft er nicht mehr genug vom Eis. Er faßt Mutter bei der Hand und hält sie fest.

»Hab keine Angst. Es wird schon gutgehen.«

Sie öffnet die Tür zum Wartezimmer, und Herman verliert alles, was Appetit heißt, nicht mal ein Finderlohn würde helfen. Da drinnen sitzen sehr kranke Menschen auf wackligen Stühlen, starren giftgrüne Wände an und pressen so fest ihre Hände zusammen, daß es verbrannt riecht. Mutter findet in der Ecke Platz – es ist still wie im Grab, wie Großvater immer sagt, wenn er von Großmutter erzählt. Neben Herman sitzt ein trauriger Mann, der fast keinen Kopf mehr hat. Eine Dame mit nur einem Arm und Schnurrbart schmiert sich Lippenstift auf den Mund und trifft jedesmal daneben. Und mitten im Zimmer steht ein Straßenbahnschaffner, der einen Finger verloren hat. Die Wände sind voll mit Plakaten, auf denen dicke Krankenschwestern riesige Spritzen und Lebertranflaschen, größer als der Monolith im Park, zeigen. Herman muß sich die Augen zuhalten, doch er sieht immer noch durch die Finger. Plötzlich geht die Tür auf, und ein Polizist hinkt heraus, sicher konnte er gut gehen, als er kam. Herman legt sein Gesicht in den Schoß und tut, als träume er, aber an diesen Traum will er sich auf keinen Fall erinnern.

Mit einemmal wird es ganz still, stiller als im Grab, es ist so still, daß sie die Zeit auf einer Damenarmbanduhr in Tokio verstreichen hören können. Herman muß einen Blick riskieren, er hebt ein Auge und sieht, daß der Doktor in der Tür steht und seine Knöpfe zählt. Alle im Wartezimmer starren in eine andere Richtung, und jetzt ist es so still, daß sie hören können, wie ein Augustapfel draußen auf der Nesodden-Halbinsel ins Gras fällt. Aber gleich danach gibt es Lärm. Der Doktor zieht ein Laken hervor und putzt sich die Nase, bis sie blank ist, während er laut ruft, um sich selbst zu übertönen:

»Fulkt als nächste!«

Mutter muß Herman ins Sprechzimmer schleifen, die Tür wird geschlossen, und es gibt keinen Weg zurück. In der Ecke neben der Tür steht eine Sprechstundenhilfe, die die ganze Zeit hustet und versucht, gleichzeitig zu lächeln. Das ist schwierig. In der anderen Ecke steht ein Schrank mit einem frisch geschärften Schwert darin und Bandagen. In der dritten Ecke steht eine Liege mit Matratze, ganz in Papier eingepackt. In der letzten Ecke steht Herman. Er steht nicht sehr sicher. Das einzige, was hier hübsch anzusehen ist, ist die grüne Pflanze am Fenster, sie quillt aus dem Blumentopf wie eine Palme ohne Stamm. Aber es stinkt überall noch schlimmer als schlimm. Sicher muß deshalb die Sprechstundenhilfe husten und der Doktor sich die Nase putzen. Nun beugt er sich zu Herman, der sich in der riesigen Nasenspitze spiegeln kann, und da sieht Hermans Gesicht wieder merkwürdig aus, es ähnelt dem eines Fisches, der aus dem Aquarium heraus will. Herman ist leicht verstört, vielleicht ist er doch nicht frisch wie ein Fisch?

Die Stimme oberhalb des weißen Kittels fängt an zu reden.

»Wie geht es uns denn?« fragt sie.

»Uns geht es bestimmt nicht so gut«, flüstert Herman und schaut Mutter an, die mit den Händen herumfuchtelt, als wäre sie selbst in einem Aquarium eingesperrt.

»Und wie alt bist du?«

Der Doktor redet komisch, so als verwechsele er Herman mit einem Pudel.

»Ich glaube, ich bin mit dem Zählen durcheinandergeraten. Aber nächstes Jahr habe ich wieder Geburtstag.«

Der Doktor lacht laut und muß sich erneut in seinem Taschentuch verstecken.

»Ich schaffe es auch nie, mir meine Telefonnummer zu merken«, keucht er.

»Das macht nichts. Wir haben kein Telefon.«

Mutter wird rot, und der Doktor muß wieder laut lachen. Dann kommt er noch näher. Er riecht nach Lakritz.

»Willst du dich nicht setzen, damit ich dich kurz anschauen kann?«

»Schauen Sie hier.«

»Na gut.«

»Und keine Spritzen!«

»Abgemacht.«

Herman zieht Mutter zu sich heran.

»Er will wohl mich zuerst ansehen. Vielleicht ist es ja ansteckend.«

Mutter sieht ihn verwirrt an, will etwas sagen, gibt aber mit einem Seufzer auf, der Hermans Haar zu Berge stehen läßt. Ihm wird klar, daß sie sich fürchtet, weil sie als nächste an die Reihe kommt, und er will sie gern an das Hähnchen und den Nachtisch erinnern, aber da ist er schon dabei, sich Hemd und Unterhemd auszuziehen. Der Doktor legt ihm ein kaltes Ding auf den Rücken und bittet ihn, tief ein- und auszuatmen. Das geht ganz gut. Mutter steht daneben und lächelt, aber irgend etwas stimmt in ihrem Lächeln nicht. Es sieht aus, als wäre es aus Weckgummis hergestellt.

Der Doktor steht auf und zieht sich die Pfropfen aus dem Ohr.

»Werde ich bald sterben?« fragt Herman.

»Sag nicht so was!« ruft Mutter.

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