Anna Croissant-Rust - Die Nann

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Der Kuchler-Anderl hat soeben seine zweite Frau begraben. Hinterlassen hat ihm die «welsche Marietta» aus Italien ihre kleine Tochter, die Nann. Doch der Vater glaubt nicht, dass der «blonde Balg», der so gar nicht in das kleine Tiroler Bergdorf passt, sein Kind ist und er lässt das die Kleine auch spüren. Die überforderte Tochter Juli muss nun die Rolle der Ersatzmutter übernehmen und die kleine Nann gegen «den bösen Vater» in Schutz nehmen. Für Juli und Nann beginnt ein hartes Leben. Noch schlimmer ergeht es ihrer Schwester Moidl, die der jähzornige Vater vom Hof gejagt hat. Anna Croissant-Rust erzählt mit tiefer Menschlichkeit und bemerkenswertem Realismus die Geschichte vom entbehrungsreichen Bergbauerleben zu Beginn des 20. Jahrhunderts.-

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Was war denn auch in ihn gefahren, dass er da herauf musste bei der Bärenhitze? Hätte er nicht sitzenbleiben können, bis der Talwind kam, zu essen und zu trinken fand er heute doch nichts zu Hause, und das Viertel Roten, das er getrunken, brannte ihm wie Feuer im nüchternen Magen.

Scheltend ging er ums Haus. Richtig hatten sie auch noch die Stalltüre nicht zugeschlossen. Zu stehlen gab’s freilich nichts beim Kuchler, aber sie wussten es genau, dass er so etwas nicht duldete. Da stand die Kuh vor dem leeren Barren, brüllte kläglich und hatte fort und fort zu tun, sich die Mücken mit dem Schwanz abzuwehren, die in ganzen Schwärmen auf ihr sassen und um sie herumbrummten.

Dazwischen hörte er ein dünnes Stimmchen – Herrgott, das Kind! Hatten sie’s rein mutterseelenallein im Haus gelassen, und zu trinken hatte die Kleine gewiss auch nichts mehr, sie konnte ja gar nimmer weinen! Der Kuchler klinkte die Stubentüre auf, richtig, da stand sie mitten in der Sonne, und ein Schwarm Fliegen sass auf den Händchen und dem Gesicht und hatte sich an die Flasche festgeklebt, die neben ihr in die Kissen hineingefallen war. Freilich, am Morgen, als die Juli die Wiege dorthin stellte, war’s kühl und schattig dort gewesen, und die Kathl – na, wart nur! Komm du nur heim! Dass er sie auch nicht gesehen hatte! Bei der Leiche und beim Leichentrunk war sie sicher nicht gewesen, solange er dort war, das wusste er. Die sollte sich nur freuen, wenn sie ihm zwischen die Finger kam!

Er wehrte zornig mit dem Taschentuch die Fliegen von dem Kinde ab, aber das dünne Stimmchen klagte weiter; dann nahm er die Flasche, wusch sie draussen und steckte sie der Kleinen in den Mund, die gierig zu saugen begann. Jetzt war wenigstens für einen Augenblick Ruhe, das konnte ja kein Christenmensch anhören, das Gewimmer!

Er warf seinen Hut auf den Tisch, holte seine Pfeife aus der Rocktasche, stopfte sie und begann fest zu qualmen, da ging’s gleich wieder an. Er rannte aus der Stube in die Küche und machte sich am Herd zu schaffen, er warf der Kuh Futter vor und blieb im Stall, aber überall sickerte das Gewimmer durch, wie ein dünnes, feines Netz legte es sich auf ihn. Hört es denn nicht endlich auf?

Er stieg ins obere Stockwerk, aber droben war’s nicht zum Aushalten, eine Luft zum Ersticken, eine Bruthitze, kein Fenster offen – das Weibervolk hatte alles zu gelassen, und als er die Fenster öffnete, drang das dünne Stimmchen noch deutlicher zu ihm hinauf. Mit ein paar Sätzen ist er über die Stiege hinunter, den Hals möchte er dem Balg umdrehen, das war ja, wie wenn man immerfort eine Nadel ins Fleisch gestossen kriegte! Er stolpert in die Stube und auf die Wiege los, er reisst das Kind hin und her, schleift die Wiege über die Dielen – wenn er jetzt seine grosse Hand nehmen, den kleinen Kopf in die Kissen drücken würde, so ein paar Vaterunser lang, dann wär alles vorbei, Schande und Zorn und Verdruss. –

Da macht das Kind die Augen gross auf. Er kann nicht hinschauen, er senkt den Kopf. Still setzt er sich auf die Ofenbank und zieht die Wiege nach. Immer noch mit den Augen am Boden, bleibt er eine Weile sitzen, dann stopft er sich die Pfeife wieder. Das war immer sein Platz gewesen, da auf der Ofenbank. Im Sommer, wenn die Fenster weit offen standen, sah er gern, so wie jetzt, übers Tal auf die Schneefelder, während die Marietta ihre Nadeln neben ihm klappern liess oder im Garten arbeitete und dazu sang; im Herbst mochte er gern da sein, wenn die Nebel dick vor den Fenstern lagen und er feucht nach Haus gekommen war im Nebelreissen, und mochte den Rücken an dem breiten Kachelofen wärmen, in dem das erste Feuer brannte. Auch im Winter war’s fein, wenn sie neben ihm sass und spann. –

Er paffte Zug um Zug aus der grünen Porzellanpfeife, und ganz mechanisch, weil die Kleine immer noch wimmerte, fing er an die Wiege mit dem Fuss in Bewegung zu setzen. Es war eine Gewohnheit aus früheren Wintern her, wenn er gerade nicht fort konnte, und wo ihm die Erste ohne viel Federlesens einfach die Wiege zugeschoben und er, paffend, halb im Dusel und vor sich hin sinnierend, weitergewiegt hatte.

Durchs Fenster klang das Gezirpe der Grillen, der schwere Duft des Heus kam mit dem schwachen Luftzug herein, das leise Weinen wurde schwächer. –

Anderl nickte nach und nach ein, im Schlaf immer noch die Wiege im Gange haltend.

Es wurde Abend, und die Sonne stand gross und rot genau über der höchsten Spitze des Ferners, wie wenn man dort eine glühende Riesenscheibe aufgestellt hätte, als Anderl durch Geschrei und Gelächter geweckt wurde. Er konnte sich im Augenblick auf nichts besinnen – wer waren denn die vier? – Was wollten sie denn? –

„Jesses, der Voda!“ schrie die Moidl, „er wiegt gar das weisse Chrischtkindl. Schaugt’s ihn decht an. Gib mir’s her, des fremde Engerl!“, und unter schallendem Gelächter wollten sie und Kathl das Kind aus der Wiege reissen.

Anderl liess seine wilden Augen unter den buschigen Brauen vor über die zwei Dirnen gehen. Die waren ja beide, weiss Gott, betrunken! „Und du! du!“ – die Kathl war im Sonntagsgewand der Marietta zum Begräbnis gegangen! Wie ein Tier stürzte er auf sie zu und packte sie vorne an der Brust: „Was hascht du dir unterstanden? Was hascht du getan? – – Tu’s runter, des G’wand, tu’s runter,“ brüllte er, und da sie ihm nicht schnell genug war, riss er ihr das Kleid herunter, dass es in Fetzen zu Boden fiel. Dann trieb er die Erschrockene mit harten Stössen durch den Gang gegen die Haustüre, riss diese auf und stiess sie hinaus: „Du kimmscht mir nimmer einer, du nimmer; du hättescht dableiben können, du und die Moidl aa, aber jetzt is aus –“

Dann drehte er sich nach der Moidl um, die, blöd und verängstigt, mit stierem Blick noch immer neben der Wiege stand und mit beiden Händen abzuwehren versuchte – denn wenn der ‚Voda‘ so tat, war’s gefehlt! – er packte sie aber unbarmherzig beim Arm und schleifte die Widerstrebende, die sich am Türpfosten halten wollte, hinaus. „Du aa, du aa kimmscht mir nimmer!“ schrie er – ein Ruck, das Haustor flog krachend zu, und der Riegel knirschte.

„Mach die hintere Tür zua,“ schrie er Anderl an, der, schlotternd vor Furcht, sich zwischen Ofen und Wand eingeklemmt hatte. „Will des a Bua sein? Schamst di nit? Glei gehst!“

Mit gebogenem Rücken, in grossen Sätzen wie ein verjagter Kater flog Anderl durch die Stube, dem Stall zu.

Juli war wie angewurzelt an derselben Stelle stehengeblieben, und das Gebetbuch zitterte in ihrer Hand. Sie hatte freilich nichts getan. Der Vater hatte ihr geheissen, mit zur Beerdigung zu gehen, sie hatte nicht zuviel Wein getrunken – die andern hätten ihr schon keinen vergönnt –, hatte auch nicht die Kleider der toten Mutter angezogen, die nun halbzerfetzt am Boden lagen, aber wenn der Vater so war, da mochte man etwas getan haben oder nicht, da war alles eins!

Wenn er sie nun auch weiterschickte, dann kam sie nicht mehr ins Haus herein, das wusste sie. Eine kurze Zeit blieb sie noch verängstigt wie festgenagelt stehen, dann schlich sie, so leis es ihr mit den groben nägelbeschlagenen Schuhen möglich war, am Vater vorbei. Für eine Vierzehnjährige war ihr Körper noch vollständig unentwickelt, und in dem viel zu knappen Kleid sah er noch dürftiger aus, als er war. Die Juli hatte ordentlich Mitleid mit sich, wenn sie dies verschlissene alte Kleid anschaute. Wenn sie die tote Mutter so gesehen hätte! Nie hätte die sie so fortgehen lassen! Nun hatten ihr die Grossen alles genommen, auch den schönen Stoff, von dem ihr die Mutter ein Kleid hatte machen wollen.

„Dass du mir die Zwoa nit ins Haus einerlassescht, sonst geaht’s dir und dem Anderl grad a so!“ schrie ihr der Vater nach, „und jetzt geahscht du kochen!“

In der Küche hatte Anderl schon Feuer gemacht; er hielt den Rücken noch immer gekrümmt wie ein verfolgter Kater, wie wenn er jeden Augenblick Schläge erwarte, und getraute sich kaum zu reden. Aber Milch hatte er gebracht und die Kaffeemühle hergerichtet, denn das Essen vergass er nie. Die Juli hockte sich neben ihn, und so hielten sie sich mäuschenstill, die Juli lauschend, ob das Kleinste, die Nann, sich nicht rühre. Doch die schlief fest. Wie durch ein Wunder hatte sie mitten im wüstesten Geschrei weitergeschlafen. Der Alte sass wieder rauchend auf der Bank, und das grosse Erkerfenster in der Stube funkelte im Schein der Sonne, dass man es weit im Tal sehen musste. Der Rauch von Anderls Feuer, das er endlich nach langem Pusten zustand gebracht hatte, stieg blau über dem kleinen Haus in die Höhe, alles sah friedlich und freundlich aus in der Abendsonne.

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