„Du bist zu kalt, Josh.“
„Was du nicht sagst“, entgegnete er grummelnd. „Und sie erlauben mir noch nicht, ein Shirt anzuziehen. Ich muss eine Weile an diese ganzen Teile angeschlossen bleiben.“
„Na ja, sie müssen eben herausfinden, was los ist. Meine Vermutung ist, dass ein Cheeseburger daran schuld ist. Irgendwie, auf irgendeine Art liegt es an einem Cheeseburger.“
„Ha-ha“, sagte Josh, der meine Bemerkung gar nicht witzig fand. „Nur zu deiner Information, ich habe mich an eine gesunde, proteinreiche Ernährung gehalten. Hab versucht, schlank zu bleiben.“
Er sah allerdings nicht schlank aus. Er wirkte eher aufgedunsen, als hätte er einen Tick zu viel Sodium konsumiert. Ich machte mir Sorgen, zwar weniger als auf dem Weg hierher, aber dennoch genug, dass ich mich bewusst anstrengte, meine Gefühle nicht auf meinem Gesicht zu zeigen, so gut ich eben konnte.
„Mom, Dad, braucht ihr irgendetwas? Ich könnte euch ein paar Snacks oder Kaffee oder so was holen. Was auch immer ihr braucht.“
Meine Mom schüttelte ihren Kopf. „Gerry und ich möchten hierbleiben, damit wir den Arzt nicht verpassen. Es ist nicht nötig, dass du dir wegen uns solche Umstände machst.“
„Das sind doch keine Umstände, Mom. Wirklich, ich würde sehr gerne etwas für euch tun.“ Daraufhin hielt ich inne, lauschte in mein Inneres und nahm mir einen Moment, um zu verstehen, dass ich in Wahrheit versuchte, mich selbst von den Geschehnissen abzuschirmen, die meine Familie gerade in ihrem Griff hielten. Es war schwer in diesem Raum zu sein und meinen kleinen Bruder zu sehen, der an diese Maschinen angeschlossen und absolut hilflos war. So sollten die Dinge eigentlich nicht laufen, zumindest nicht für jemanden in seinem Alter, der noch so viele Jahre seines Lebens vor sich hatte. Auf Josh wartete eine Zukunft, eine, die strahlend aussah. Wie war es nur möglich, dass er es mit etwas dieser Größenordnung zu tun hatte, was auch immer es war?
Ich spürte, wie mir Tränen in die Augen traten, und entfernte mich vom Bett, um mich auf einen der Stühle im Zimmer zu setzen und mein Gesicht in den Händen zu vergraben. Es war ignorant und dumm, das alles infrage zu stellen. Natürlich konnte so etwas in meiner Familie passieren – Menschen hatten tagtäglich mit so etwas zu kämpfen und wir bildeten da keine Ausnahme. Es war nur so lange her, seit wir es mit irgendeiner Art von Tragödie zu tun gehabt hatten und nichts davon hatte meine Familie direkt betroffen. Woran ich hier zu knabbern hatte war meine Ignoranz und eine Art Privileg – ich hatte noch nie eine Gesundheitskrise wie diese durchmachen müssen und jetzt, da sich eine mitten in meiner Familie befand, war es, als wäre eine Bombe explodiert. Dieses Mal war ich nah genug an der Bombe dran, um die Auswirkungen einer solchen Explosion zu spüren.
Mein Dad kam zu mir und schlang seinen Arm um meine Schulter und tröstete mich, während ich weinte. Hier ging es nicht um mich, aber ich musste die Emotionen rauslassen. Ich wollte das Gleiche wie meine Eltern – herausfinden, was mit Josh los war und dafür sorgen, dass wir alles Nötige taten, damit es ihm wieder gut ging.
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