Dominik Riedo - Anja und andere

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Sie kommen mit der Gesellschaft nicht klar respektive die Gesellschaft nicht mit ihnen. Oder sie leiden seit Geburt beziehungsweise durch Schicksalsschläge schon früh im Leben an Schmerzen und Behinderungen, die andere Menschen als ‹beschränkend› erleben würden. Dominik Riedo aber widmet acht solchen Persönlichkeiten je ein ganz eigenes Festhalten der Geschichten, die ein spezielles Leben ausmachen. Dabei lässt er die betroffenen Menschen so reden, als würden sie sich direkt an die Leserin und den Leser wenden – in einer je eigenen Sprache, die jeden dieser acht Menschen ausmacht, die hier porträtiert sind. Ein Dokument der Lebenskraft in schwierigen Lebenslagen.

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Weisst du, schreib einfach, dass ich vieles gar nicht verstehe. Ich begreife nicht, wie die Welt funktioniert. Oder nicht so, wie ihr. Das macht ja eigentlich nichts. Aber es ist mühsam. Auch das Hin-und-her-geschoben-Werden ist mühsam. Und deswegen …

Schreib, ich wurde quasi gelebt. So nenne ich das bei mir. Weil ich nie tun konnte, was ich wirklich tun wollte. Ich hatte ganz andere Pläne. Aber wenn der Tod so früh kommt, in die Familie, und du deine Kumpels alle gehen siehst, weil sie sich einen zu viel gesetzt haben, dann zweifelst du schon am Leben. Du verstehst plötzlich nicht mehr, warum man jeden Tag arbeiten soll, warum man so tun soll, als sei alles in Ordnung. Als gäbe es nichts Besseres als ein sauberes Heim.

Dabei wollte ich gar nicht jammern.

Weisst du, ich bin schön froh, kann ich jetzt den Entzug antreten. Sonst würd’s mein Körper nicht mehr lange machen. Schreib das auch. Ich bin der Gesellschaft schon dankbar, dass man so etwas finanziert wie diese Therapien. Also den meisten in der Gesellschaft. Alle würden das ja nicht wollen, wenn sie gefragt würden. Aber da geht es ihnen mal, wie es mir lange gegangen ist.

Aber weisst du, ich habe auch Angst. Ich hab nämlich keine Ahnung, wie das gehen wird. Der Entzug. Die neue Stelle. Wenn die Chefin eine krasse Sklaventreiberin ist. Die sagen, sie sei in Ordnung. Aber wissen die denn, wie man behandelt wird, wenn man mal Abschaum war? Da muss ich sehen, dass ich gut reinkomme.

Aber auch die Wohnung wird schwierig sein. Wenn du so lange keine mehr hattest, die dir allein gehört. Immer mit anderen gewohnt hast. Ich hoffe, ich werde von den alten Kumpels nicht bedrängt. Deswegen wollen sie mich eben auch in eine andere Stadt schicken. Das sei sogar der Hauptgrund, sagen sie. Aber wenn ich die Stadt nicht mal wählen darf, was ist das für ein Leben?

Siehst du, es ist eben nicht alles nur gut.

Na ja, schlimmer werden die Nächte sein. Das ist echt krass. Da träume ich immer wieder von meinem Vater, dem grossen Schatten. Also er kommt da als Schatten. Mit meinen Schreien hab ich sogar die Kumpels geweckt jeweils, obwohl die meist völlig weg waren. Aber so extrem ist das. Und das soll ich jetzt allein aushalten.

Dafür haben sie mir die Psychotherapie verschrieben. Bereits im Entzug. Und danach weiter. Muss ich besuchen. Die wollen dann alles wissen. Dabei, also dabei kann ich ja dir nicht mal alles sagen. Also schon fast alles, aber eben nicht ganz alles. Du weisst schon.

Aber schreib, dass mir das echt Angst macht, all das Neue. Auch wenn ich mich drauf freue. Also gespannt bin ich. Und zugleich ist da die Angst. Aber das hab ich schon gesagt.

Als Letztes wollen sie mich dann auch noch in einen Sportverein schicken. Ich soll mir eine Sportart aussuchen, die ich gerne machen würde. Das soll meinem Körper guttun. Dem Geist auch. Sagen sie.

Jetzt, glaub ich, hab ich alles erzählt. Da ist nicht viel mehr. Also, es gäbe schon mehr, es gäbe ganze Bücher, aber das sind alles so kleine Geschichten. Wie ich von einem Tag auf den andern überleben musste. Was man von den Leuten alles so ertragen muss. Wie man jeden Tag tiefer sinkt, wenn es einem immer und immer wieder nachgerufen wird, dass man nichts könne. Wenn einen die Augen so anblicken hinter den Kassen, als hätte man sowieso geklaut. Aber auch, dass ich noch nie im Ausland war. Einmal sollte mich einer mitnehmen. Aber es hat dann nicht geklappt. Doch das ist wieder eine andere Geschichte.

Immerhin gibt es auch die schönen Seiten, weisst du. Einmal habe ich einen kleinen Igel gerettet. Der lief da im Winter einfach so rum, fast schon erfroren. Also habe ich ihn ins Haus genommen, also in ein besetztes Haus. Aber Heizung hatten wir da. Dort legte ich ihn nahe der Heizung in ein Häuschen, so ein Nest, das ich ihm gebaut hatte. Damit er seinen Winterschlaf machen konnte. Das braucht der, sonst überlebt er nicht. Und im Frühling ist der hochgesprungen. Weisst du, dass die echt hoch springen können? Dazu machen sie meist so ein seltsames Geräusch.

Also, wo war ich?

Eben: Es gäb schon noch viel zu erzählen. Aber so die wichtigsten Sachen hast du. Zumindest, was nach aussen so zählt. Ne, zählt ist falsch. Was die so wissen wollen.

Aber jetzt hören wir auf. Denn ich will, das kannst du auch noch schreiben, meine letzte Zigarette rauchen, die ich mir extra aufgehoben habe, bevor sie mich holen. Denn wenn ich da bin, also im Entzug, darf ich nicht einmal mehr das. Drum will ich hier meine letzte rauchen.

Schreib, nun muss ich also fort von mir. Also nach der Zigarette. Fort von all dem, was ich war. Ja.

Glaubst du, dass ich das schaffe?

Ein Wunder

– – – x x x– – –

Was sie sagt? Du musst ganz nah hingehen oder ihr auf die Lippen sehen. Wir sprechen hier alle im Flüsterton .

– – – x y x– – –

Siehst du, sie hat es gesehen und möchte es selbst erklären, schau mal genau hin. Oder hör auch ganz genau hin .

Sie xxx allx xxgxx mirx.

– – –

Was sie genau sagte? Was hast du denn verstanden?

Ach so. Schau, eben: Wir flüstern alle, damit wir trainiert bleiben im Lippenlesen. Ihre beiden Geschwister sind ja so aufgewachsen und wir zwei haben es auch erlernt. Jetzt, wo sie noch als Einzige bei uns ist, versuchen wir noch härter, ihr zu vermitteln, dass sie dazugehört. – Siehst du, sie hat alles gleich mitbekommen!

Was?

Also: Sie meinte vorher, dass sie sicher sein muss, dass es ausschliesslich in ein Buch kommt. Wir haben zum Beispiel nichts auf Facebook gestellt, bis sie 18 Jahre alt war und es selbst entscheiden konnte. Und auch Anfragen von Journalisten und vom Fernsehen haben wir immer abgelehnt. Da muss man seine Kinder davor schützen. Nicht nur Rima, weil sie eben einige challenges hatte im Leben. Sondern eigentlich allgemein. Ich kann Eltern, die Bilder ihrer Kinder öffentlich machen, so quasi als Präsentation für Pädophile, nicht verstehen .

Also, sie will also, dass der Text nur in einem Buch abgedruckt wird, gell. Bei allem anderen will sie jetzt reden. Versuch es einfach. Sie ist es gewohnt, dass es Zeit braucht .

– – –

ach pin one höhrnerv geboren woarden. mir nutzt also auch kain hörgerät etwas. aber ich habe gelernt von den lip-pen zu lesen. und meine familie und freunde lernen das auch – mehr oder wehniger. – kchannsch folge?

gut. ich bin in eine sonderschule für sehbehinderte gegangn deswegn. ich weiss das tönt luschtig. aber die kommen eben draus wie man andere behinderunge-n-löst. ich sah ihre lippn gut und sie hörtn mein flüschtern. weischt du beim lösn von einem billet bei einm postauto ist das zum beischpiel schwierig. Die verstehn mich bei dem lärm fascht nicht.

also. danke das du gewartet hascht bis ich jetz 25 bin. vorher wollte ich das nichcht machen.

Darf ich kurz? Danke, Riri. Weisst du, sie musste ein wenig länger lernen, mit einigen offiziellen Sachen umzugehen, die Behörden gaben ihr mit 18 nicht gleich alle Rechte, wie sie ihr eigentlich zustanden. Sie mussten erst verstehen, dass Rima nicht einfach eingeschränkt ist, nur weil sie nichts hört, auf eine Sonderschule gehen musste und zum Beispiel keinen Magen hat .

Nicht? Doch doch, sie wurde auch ohne Magen geboren. Die Ärzte überlegten noch, ob man irgendwie einen transplantieren könnte oder eine Art Ersatzmagen einoperieren. Aber es hat sich gezeigt, dass es auch so geht. Sie nimmt entsprechend flüssige Nahrung zu sich und nimmt die nötigen Stoffe aus dem Dünn- und Dickdarm auf .

Ach, das heisst eben das, was du hier siehst: Meist etwas zu trinken, das viele Nährstoffe hat oder Suppen oder Püriertes. Es geht erstaunlich viel. Auch Pralinés oder Gebäck kann man pürieren, wenn man will. Aber eben, sorry, ich gehe jetzt, sprich direkt mit ihr .

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