Dominik Riedo - Anja und andere

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Sie kommen mit der Gesellschaft nicht klar respektive die Gesellschaft nicht mit ihnen. Oder sie leiden seit Geburt beziehungsweise durch Schicksalsschläge schon früh im Leben an Schmerzen und Behinderungen, die andere Menschen als ‹beschränkend› erleben würden. Dominik Riedo aber widmet acht solchen Persönlichkeiten je ein ganz eigenes Festhalten der Geschichten, die ein spezielles Leben ausmachen. Dabei lässt er die betroffenen Menschen so reden, als würden sie sich direkt an die Leserin und den Leser wenden – in einer je eigenen Sprache, die jeden dieser acht Menschen ausmacht, die hier porträtiert sind. Ein Dokument der Lebenskraft in schwierigen Lebenslagen.

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Irgendwann ging es dann aber doch nicht mehr. Irgendwann hältst du das ganze Schauspielern einfach nicht mehr aus. Irgendwann hast du genug.

Schreib, dass ich also abgehauen bin. Weg von den Lebenslügen der Menschen. Vom Lehrer, der immer so freundlich tat, aber den Mädchen ständig in den Ausschnitt glotzte. Vom Hausverwalter, dessen Frau sadistisch veranlagt war. So kam er manchmal abends zu uns, was aber die Mädchen wieder störte. Man will ja auch mal allein sein, nicht? Die Bücher hat er uns aber dennoch weggenommen, jene, die wir nicht lesen sollten. Na ja, wir waren uns alle schon lange Schlimmeres gewohnt.

So bin ich also abgehauen.

Hast du das?

Und da kam ich nach Luzern. Hier lebte ich zuerst mal auf den Gassen. Schlief in der Nacht auf einem Karton am Boden oder auf der Bank. Den Platz unter der alten Langensandbrücke hab ich gemocht. Da trösteten mich die Züge darüber hinweg, dass ich eigentlich alleine war. Ich hatte das Gefühl, noch irgendwie zur Welt zu gehören. Aber meist sitzt du doch nur auf dem Boden und sprichst plötzlich zu den Ameisen, die auf dir rumkrabbeln. Aufpassen musst du bei den Ratten. Die können dir ganze Ohren abfressen. Oder die Nase. Ich hatte wenigstens damit Glück.

Etwas besser waren besetzte Häuser. Da hast du wenigstens eine Zeit lang dieselbe Adresse. Die kannst du dann angeben, wenn du mal Hilfe brauchst. Versuch mal bei einem Arzt was zu bekommen, wenn du nicht mal eine Adresse hast! Dafür gibt’s da immer Stunk mit den Besitzern und der Polizei. Die verstehen einfach nicht, dass wir diese Häuser brauchen. Wie soll man sich denn eine Wohnung mieten, wenn man gesucht wird? Keinen Job hat. Und Geld sowieso keins. Ich musste ja immer sehen, dass ich zu meinem Stoff komme. Und dann klauen ihn dir auch noch die Mitbewohner ab und zu.

Das war eh ein Mist. Einigen Kumpels musste ich mich, also ich musste mich hingeben. Ich mein, ich hab das sonst nie gemacht. Ich hab mich nie gegen Geld verkauft. Die Selbstachtung hab ich bis heute. Die fetten Familienschweine sollen gefälligst zuhause ihre Frauen vögeln. Aber nein, sie schimpfen auf die Hausbesetzer, um dann abends ums Haus zu schleichen auf der Suche nach billigem Sex. Diese Würste. Manchmal frage ich mich schon, ob eigentlich ich krank bin. Was meinst du?

Ach, ist egal.

Die Gesellschaft urteilt sowieso, wie sie urteilt. Wenn du in ihr leben willst, musst du dich anpassen. Aber das andere macht dich eben auch fertig.

Ich wollte dir von den Kumpels erzählen. Also, die leisten ja da ganz schön was. Die beschützen dich vor den blöden Typen, die aufkreuzen, auch vor der Polizei, wenn die dich mal so richtig belästigt und vor anderen Dingen. Was halt so abgeht.

Dafür darfst du dann mit ihnen schlafen. Ist natürlich zynisch gemeint. Du musst quasi. Sonst schmeissen sie dich in der Nacht raus, wenn sie schlecht drauf sind. So aber darfst du sogar mitessen, wenn sie wieder mal was aufgetrieben haben. Obwohl du es besser gleich selber kochst. Man will schliesslich wissen, was auf dem Teller so alles drin ist. Und die Kumpels können meist gar nicht kochen. Zumindest nicht richtig. Aber das ist auch noch so was, was ich im Töchterheim gelernt habe. Immerhin.

Hast du das? Ich könnte das nicht so schnell. Aber das ist ja dein Beruf. Also.

Dann kommt da noch die Scheisse mit den Deppen, die sich zu viel spritzen. Dabei ist es gar nicht so schwer. Selbst wenn du mischst. Man hat doch das Gespür dafür, wie viel man verträgt. Hat man doch. Aber eben. Die eben nicht. Die Typen. Es sind immer wieder dieselben. Und dann hast du den Stress am Hals. Musst sie zu retten versuchen, oder gleich die Ambulanz rufen. Aber die machen dann wieder Ärger. Zumindest hinterher. Kommen da mit Fragebogen angerannt. Packen die einen in jenes Heim, andere in dieses. Ich bin ein paar Mal so hin- und hergeschoben worden. Hab einiges gesehen. Auch Gefängnis, natürlich. Aber so richtig was hatten sie gegen mich ja nie in der Hand. Hab ja nie was gemacht. Nichts Schlimmes. Bisschen was geklaut im Laden. Oder mal etwas Geld mitlaufen lassen.

Ach ja, das war noch.

Einmal haben sie mich von der Strasse wieder in eine überwachte Notschlafstelle gebracht. Da zahlst du was, damit sie dich überwachen können. Na ja, ganz so ist es zwar nicht. Sie meinen es schon gut. Aber warum man da noch zahlen muss, wo doch all die reichen Säcke Geld genug haben. Und wenn auch einige hart arbeiten, gibt es doch solche, die müssen fast nichts tun. Nicht alle haben im Leben so ein Schwein. Denen gelingt es einfach, während solchen wie mir die Mutter stirbt, wenn man ganz klein ist.

Also von der Notschlafstelle aus hab ich in einem Kino gearbeitet. So die Eintrittstickets kontrolliert, Platz angewiesen, vor allem, wenn sie verspätet eintreffen. Oder in der Pause Getränke verkauft hinter der Bar. Und anderes.

Das ging eine Weile ganz gut. Aber dann wurde es mir eines Tages zu blöd, weil ich doch viel zu wenig verdiente, während der Chef bloss einmal am Tag kurz reinschaute, ob man auch alles richtig mache. So hab ich denn das Geld von den Pausenverkäufen fast jeden Abend zur Hälfte behalten. Man musste nur die Deckelchen der Flaschen nicht richtig abzählen. Denn so zählten wir, wie viel wir wovon verkauft hatten. Wenn du die aber einfach wegschmeisst, merkt das lange keiner.

Aber am Jahresende haben sie dann Inventur gemacht. Alle Rechnungen, die der Chef bezahlt hat verglichen mit dem, was reingekommen ist. Und dann haben da halt viele Flaschen gefehlt. Und natürlich haben sie zuerst an mich gedacht. Gleich an mich. So ist es immer. Okay, hier war ich ja schuldig. Trotzdem.

Danach hab ich echt gedacht, ich mag nicht mehr. Bist da in einem harten Leben aufgewachsen, nichts lief, wie es den anderen läuft, aber dennoch wird man immer als Dreck behandelt.

Na gut, da war ich schon längst selber schuld. Zumindest ein wenig. Aber es ist halt hart, weisst du.

Also bin ich da nochmals so richtig in ein Loch gestürzt. Hab nochmals geraucht, gekifft, Heroin und Koks genommen, auch Aufputscher, damit du am Morgen wenigstens mal aufstehst, wenn kein Koks mehr geblieben ist. Hing ich also wieder auf den Strassen rum. Und bald wär ich doch noch auf dem Strich gelandet. Na ja, einmal hab ich für ein bisschen Stoff mit so einem Typen gepennt. Wenn man es wirklich braucht, bleibt dir nicht viel übrig.

Aber davon hatt ich dann wieder so was, du weisst schon, so was, wo man zum Arzt muss. Immerhin durfte ich die behandeln. Und weh tat es auch nicht. Im Gegensatz zum Auskratzen.

Was, dir sagt das nichts? Echt? Ach so.

Na, eben, auskratzen sagen wir halt. Wenn du ein Kind bekommen würdest, aber das nicht haben kannst, natürlich. Geht ja auch nicht. Wie soll das gehen? Einige versuchen es zwar. Aber die nehmen sie dann gleich in ein Pflichtprogramm, da kannst du gar nichts mehr selber bestimmen. So kann ich wenigstens schlafen, wo ich will.

Und dann war ich irgendwann ganz unten. Schreib, vor vier Monaten. Da war ich ganz tief unten. Also tiefer kannst du eigentlich nicht mehr gehen. Nein, das geht nicht, denke ich.

Da blieb ich also in der Nacht einmal auf der Strasse liegen. Einfach so. War mir auch egal. Aber die Bullen, also die Polizei, hat mich aufgelesen, und weil ich wieder mal keine Adresse hatte, brachten sie mich in die Geschlossene. Da kam ich noch voll auf den Entzug. Schüttelte mich durch. Also bin ich auch da wieder abgehauen. In der Nacht, Fenster aufgebrochen, Gitter auseinandergeklemmt, das hab ich vom Tomü gelernt, wie man das macht, und dann ab.

Doch nach einigen Tagen habe ich es mir anders überlegt. Hab mich gestellt, und gesagt, ich will einen Entzug machen. Da musste ich aber erst warten, bis sie ne Arbeit für mich gefunden haben. Jetzt werd ich dann wohl in einer Gärtnerei arbeiten.

Aber erst nach dem Entzug. Doch ohne Arbeit nehmen sie dich gar nicht erst auf in der Klinik. Und eine Wohnung sollst du auch haben, für danach. Die wollen sie mir noch finden, haben sie vorhin gesagt. Keine Ahnung, wie das geht.

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